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Eine Gefahr gebannt, aber...

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  1. Eine Gefahr gebannt, aber...

    Autor: /mecki78 24.08.17 - 12:02

    > Insofern dürfte auf diesen Strecken die Gefahr gering sein,
    > mit leerem Akku stehen zu bleiben.

    Eine Gefahr gebannt, aber ändert nur nichts an den zwei deutlich größeren Gefahren:

    1. Mit leeren Akku an der Ladestation zu hängen und jetzt 20-40 Minuten warten zu müssen, damit genug geladen wurde, um wieder sinnvoll weiterfahren zu können, ohne direkt die nächste Ladestation wider anfahren zu müssen.

    2. Mit leeren Akku vor der Ladestation zu stehen, weil die 4-6 Ladesäulen alle belegt sind und man somit erst mal die 20-40 Minuten der anderen abwarten muss, bevor man selber seine 20-40 Minuten absitzen kann. Denn sobald immer mehr Elektroautos auf den Straßen Rollen wird das immer öfters der Fall sein. Da Tanken gut 4-8x so lange dauert wie bei Verbrennern, müssten Autobahntankstellen auch 4-8x mehr Ladesäulen haben als derzeit Zapfsäulen und das hat keine, nicht mal im Ansatz.

    Zum Vergleich: Ein Verbrenner muss auf dieser Strecke max. 1 Tanken und das lässt sich in 5 Minuten erledigen, wenn man warten muss, dann vielleicht 10-15 Minuten.

    Ich bin kein Gegner der Elektromobilität, aber die Betonung liegt bitte auf "...mobilität", also Bewegung, nicht stehen an oder vor Ladesäulen. Daher sehe ich den großen Durchbruch der Stromer in dem Moment, wo diese zum einen für einen vernünftigen Preis angeboten werden (einen zu Verbrennern konkurrenzfähigen!) und zum anderen müssen sie gesichert (auch nach 6 Jahren und auch im Winter) mindestens die 500 km Marke knacken oder aber jemand erfindet ein Ladeverfahren, wo man den Akku in gut unter 10 Minuten auf 80% bekommt, dann wäre die Reichweite nicht mehr so wichtig und man muss halt öfters nachladen (was dann aber angesichts der Zeiten auch vertretbar ist).

    Ansonsten sehe ich Stromer derzeit nicht als Urlaubsautos. Was wenn man 4 Stunden im Stau steht und der Akku geht zur Neige? Wenn ein Benziner leer ist, dann geht der Motor halt aus, dann schiebt man ihn auf den Standstreifen und muss jetzt nur etwas Sprit besorgen; denn den einzufüllen, das ist kein Problem, das dauert nur eine Minute und man braucht dafür kein sehr spezielles Equipment. Der Sprit kann aus einem Reservekanister im Kofferraum kommen, jemand kann mit einem Kanister zur nächsten Tankstelle laufen, der ADAC kann schnell etwas vorbei bringen, zur Not kann man ihn mit einem Schlauch aus einem anderen PKW abpumpen/absaugen.

    Aber was mache ich wenn mein Stromer mit leerer Batterie am Standstreifen steht? Richtig, dann muss ich den abschleppen lassen, weil dort schnell mal aufladen, schnell mal irgendwo Strom her bekommen ist nicht. Denn auch das macht den Leuten Angst: Die Folgen, die drohen, wenn einem doch mal der Tank leer läuft. Bei Benzinern ist das eine Lappalie, bei Stromern fast wie ein Totalschaden. Hier muss mich der ADAC zur nächsten Ladesäule abschleppen. Gewöhnt euch mal an dieses Bild, ich wette wenn die Zahl der Stromer stark ansteigen wird, dann werdet ihr das öfters mal sehen. Denn direkt auf dem Standstreifen laden, das dauert zu lange (für Schnellladen dürfte nicht genug Leistung vorhanden sein und normales Laden würde viel zu lange dauern, der ADAC muss sich ja auch noch um andere kümmern; also abschleppen).

    /Mecki

  2. Re: Eine Gefahr gebannt, aber...

    Autor: Azzuro 24.08.17 - 13:21

    Wie oft kommt es denn vor, dass man am Standstreifen steht, weil der Sprit alle ist? Eigentlich sollte das überhaupt nicht passieren, egal ob Verbrenner oder Elektro - man muss in Deutschland sogar eine Geldbuße zahlen, wenn das passiert!

    Ansonsten sehe ich aber jetzt aber an sich kein grundsätzliches Problem in dem LAden vor Ort durch den ADAC.
    http://www.focus.de/auto/elektroauto/wenn-der-akku-leer-ist-wie-ein-tankflugzeug-jetzt-kommt-die-mobile-pannenhilfe-fuers-elektroauto_id_4287656.html

  3. Re: Eine Gefahr gebannt, aber...

    Autor: Tantalus 24.08.17 - 13:40

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >(für Schnellladen
    > dürfte nicht genug Leistung vorhanden sein und normales Laden würde viel zu
    > lange dauern, der ADAC muss sich ja auch noch um andere kümmern; also
    > abschleppen).

    Wie der Vorposter schon schrieb, ist ein mobiles Schnellladesystem bereits Realität. Anmerken möchte ich nur, dass derzeit die Pannenhilfe-Fahrzeuge alles mögliche an Ersatzteilen mit sich herumschleppen, die ausschließlich für Verbrenner benötigt werden. Wenn sich e-Mobile flächendeckend durchsetzen fällt das meiste davon weg (Motoröl und Kühlflüssigkeit werden z.B. nicht mehr gebraucht), den freiwerdenden Platz kann man locker für einem kleinen Generator nutzen. Man muss das liegengebliebene Fahrzeug ja nicht komplett aufladen, sondern nur so weit, dass es bis zur nächsten Ladestation kommt.

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  4. Re: Eine Gefahr gebannt, aber...

    Autor: /mecki78 25.08.17 - 13:04

    Azzuro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie oft kommt es denn vor, dass man am Standstreifen steht, weil der Sprit
    > alle ist?

    Ich kenne Leute, die sind auf der Fahrt nach Kroatien 16 Stunden im Stau gestanden. Nein, die sind nicht 16 Stunden lang gefahren und waren dann in Kroatien, die Fahrt an sich hat natürlich noch länger gedauert, die sind 16 Stunden auf der Autobahn im Stau gestanden, die eigentliche Fahrtzeit kommt da noch oben drauf. So was kannst du vorab nicht wissen, darauf kannst du nicht vorbereitet sein. Ist aber für einen Benziner kein Problem. Selbst wenn ich meinen 16 Stunden mit Klimaanlage und Radio laufen lassen würde (und das macht ja niemand, irgendwann macht man auch zeitweise dann den Motor aus, sonst überhitzt der am Ende noch bei 32 Grad Außentemperatur im Sommer), wären das 20 Liter Sprit (ca. 1,3 Liter pro Stunde braucht meiner im Stand mit Klima und Radio). Ich würde bei so einer Unternehmung auf jeden Fall mal 20 Liter Spritzreserve im Kanister dabei haben. Aber schon diese einfache Form der "Reserve" bliebt dir bei Stromern verwehrt.

    Und dann ist so, dass mein Auto mit einer Tankfüllung gut über 600 km schafft. Dabei ist es egal ob ich 120 oder 140 km/h fahre. Es ist egal ob es draußen Sommer ist und ich mit Klimaanlage fahre oder ob es draußen Winter ist und ich mit Heizung fahre. Und meinen letzten Wagen bin ich 15 Jahre lang gefahren, und der hat im 15. Jahr fast die gleiche Reichweite gehabt wie im ersten, weil der Tank schrumpft ja nicht und der Motor braucht auch mit zunehmenden Alter nicht deutlich mehr Sprit. Sicher, wenn ich sehr spritsparsam fahre, dann schafft meiner auch weit über 700 km, aber ich würde natürlich nicht mit 700 planen, 600 sind in jedem Fall drinnen, auf die kann ich mich blind verlassen.

    Bei einem Stromer sieht das ganz anders aus. Die Reichweite hängt massiv von der Geschwindigkeit ab. Da sagt der der tolle Tesla Boardcomputer "Ja klar kommst du nach ... ohne laden"; zumindest vor Fahrtantritt. Aber während der Fahrt sagt er dir bei 130 auf der Autobahn "Um dein Ziel zu erreichen, darfst du nicht schneller als 120 fahren", was er dann eine Stunden später auf "110" korrigiert. Ja, das ist das, womit dann keine Teslafahrer hausieren geht. Dann habe ich mal einen Bericht gesehen aus Norwegen, wo es ja extrem viele Stromer gibt und war überrascht als dort dann Familien erzählt haben "Ja, im Sommer nehmen wir den Stromer, aber im Winter den Diesel"; ich konnte es nicht fassen, als die sagten "Das liegt daran, dass der Stromer nur im Sommer weit genug kommt und wir sonst bei Minusgraden vor der Ladesäule warten müssen" (:facepalm:) Und das so ein Autoakku nach 6 Jahren bereits über 20% Kapazität verloren haben kann, auch das wird nicht wirklich offen ausgesprochen. Mit anderen Worten: Planbarkeit am A... Wie weit du kommst, das erfährst du irgendwann während der Fahrt mal vom Boardcomputer und das ändert sich minütlich. Da kann man sich schon mal verplanen.

    > Ansonsten sehe ich aber jetzt aber an sich kein grundsätzliches Problem in
    > dem LAden vor Ort durch den ADAC.

    Zitat:
    Ziel ist natürlich nicht eine komplette Ladung - die würde zu lange dauern. Doch innerhalb von 20 Minuten bekommen die Stromer zumindest soviel "Saft" verpasst, dass sie rund 20 Kilometer weiterfahren können - bis nachhause, zur nächsten Ladesäule oder einfach zur nächsten Steckdose.

    Ich rufe den ADAC, der braucht alleine 30 Minuten zu mir zu kommen und dann muss er dort 20 Minuten auf dem Standstreifen laden, wo jegliches halten schon Lebensgefährlich ist? Bei einem Benziner schüttet der einfach einmal 10 Liter rein, das dauert keine Minute und schon kann ich wieder fahren. Und mit 10 Litern komme ich bis zu 150 km weit und nicht nur 20, weil mit 20 kommst meistens nicht einmal zur nächsten Tankstelle oder zum nächsten Rastplatz auf der Autobahn und es ist ja nicht einmal gesagt, dass dort überhaupt eine Ladesäule existiert!

    /Mecki

  5. Re: Eine Gefahr gebannt, aber...

    Autor: /mecki78 25.08.17 - 13:35

    Tantalus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie der Vorposter schon schrieb, ist ein mobiles Schnellladesystem
    > bereits Realität.

    In 20 Minuten für 20 km laden ist nicht schnell laden. Schnellladen würde in 20 Minuten für weit über 100 km laden. Das ist ganz normales laden. Statt also in einer Minute 10 Liter Sprit einzuhüllen, mit denen man an die 150 km weit käme, steht man also 20 Minuten da und kommt dann 20 km weit, was selten bis zu einer Tankstelle reicht und noch seltener zu einer, die auch Ladesäulen hat. Sorry, 20 km ist ein Witz und wird auch immer einer sein. Es wird nie alle 20 km Ladestationen an deutschen Autobahnen geben. Und wenn du 60 km weit musst, dann dauert das Laden entsprechend länger. Das rechnet sich nicht für die Autoclubs, die ja teilweise ihre Leistungen nur bei Werkstätten mieten und hier Zeitaufwand in keinem Verhältnis zu den Kosten steht. Dann würden die Mitgliedsbeiträge explodieren. Dich hingegen zur nächsten Stromtankstelle abzuschleppen, das dauert meistens keine 20 Minuten, auch wenn die deutlich weiter als 20 km weg ist und da hast du dann auch viel mehr von.

    > Anmerken möchte ich nur, dass derzeit die Pannenhilfe-Fahrzeuge
    > alles mögliche an Ersatzteilen mit sich herumschleppen, die ausschließlich
    > für Verbrenner benötigt werden. Wenn sich e-Mobile flächendeckend
    > durchsetzen

    dann müssen sie jede Menge Zeug mitschleppen, die man nur Stromer braucht. Das Stromer viel weniger Eratzteile brauchen als Verbrenner, ja, das hört man immer wieder, nur wenn ich mir die Wartungsrechnungen eines Stromers anschaue, dann sehe ich rein gar nichts davon. Ein Elektroauto hat nicht weniger Mechanik als ein Verbrenner, im Gegenteil, es hat sogar mehr (z.B. deutlich mehr Lager, die verschließen können; auch ein Stromer hat eine mechanische Lenkung oder einen mechanischen Scheibenwischer, auch Stromer haben Bremsbelege und Bremscheiben, auch Stromer haben hydraulische Systeme wo Schläuche platzen oder Pegel zu niedrig sein können).

    Das ein Auto heute liegen bleibt wegen Motoröl, Zündkerzen oder Motor-/Getriebeschaden, das ist die absolute Ausnahme, das passiert so gut wie nie, da Autos heute Sensoren haben, die solche Probleme lange vorher schon erkennen und den Fahrer auch melden. Die meisten Autos bleiben heute liegen wegen Probleme der Fahrzeugelektronik, meistens eine Steuerelektronik, die falsch steuert oder die falsch reagiert, weil sie von einem kaputten Sensor falsche Daten geliefert bekommt. Und davon (also Fahrzeugelektronik) hat ein Stromer erst recht mehr.

    /Mecki

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