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Mieses Internet in der Hauptstadt

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  1. Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Eisboer 29.08.17 - 10:30

    Seit nun gut einem Jahr gibt's in Neukölln Abends oft Engpässe beim Internet. Statt 50Mbit kommen 10-20 an und die Latenz geht von 30ms rauf auf 100-120ms. Und ja tatsächlich der ganze Bereich scheint betroffen, ich bin vor 2 Monate umgezogen und an der neuen Adresse genau das gleiche traurige Spiel. Vodafone sagt Telekom muss ausbauen.

    Wenn die Politik unfähig ist in der Hauptstadt modernes Internet anzubieten, sehe ich schwarz für die ländlichen Regionen. Es ist für mich unfassbar wie ein Land was so stolz auf seine Ingenieurskunst ist, so abkacken kann bei DER Zukunftstechnik.

  2. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: foho 29.08.17 - 10:34

    klingt für mich eher wie "kabelanschluss von vodafone".
    und ich glaube nicht das die politik internet anbieten muss, die telekom ist kein staatsunternehmen (mehr).
    Der staat kann die rahmenbedingungen vorgeben, handeln muss der konzern.

  3. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Eisboer 29.08.17 - 10:39

    Die Technik vor Ort ist von der Telekom.

    Der Staat könnte mehr Druck ausüben. Im Kapitalismus wird kein Unternehmen nur aus Spaß ausbauen.

  4. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Wirfman 29.08.17 - 10:43

    Das klingt nach DSL.
    Wahrscheinlich ist es https://www.golem.de/news/ueberlastet-vodafone-raeumt-geringere-vdsl-downstream-raten-ein-1701-125494.html
    Telekom müsste zwar ausbauen, liegt aber an der fehlenden Beauftragung von Vodafone.

    Es gäbe auch noch die Möglichkeit der Überlast bei einzelnen der ersten VDSLAM, dann hätte der Umzug das aber gelöst.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.08.17 10:44 durch Wirfman.

  5. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Eisboer 29.08.17 - 10:49

    Ich finde es toll, wie jetzt Leute ihre Erklärungen anbieten wollen. Das geht aber an meinem Thema vorbei.

    Ja, irgendwas läuft da offensichtlich falsch. Ja, sehr wahrscheinlich muss irgendeine Firma Geld in die Hand nehmen, um das zu fixen.

    Wie könnten wir das beschleunigen? Nun die Politik sollte entweder ein Klima herstellen, in dem es sich für die Firmen lohnt oder sie bestrafen, wenn sie funktionierendes Internet nicht bereitstellen können.

  6. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: foho 29.08.17 - 10:58

    ich fühle mich mal angesprochen, daher:
    ja, da läuft für den verbraucher was falsch, aber für die firma doch nicht.
    die verdienen so oder so geld, ob du abends laggendes internet hast oder nicht.
    den bilanzen sind dein subjektives gefühl egal.

    das EINZIGE was in einem freien markt wie wir ihn hier haben, helfen würde wäre:
    alle wechseln zum besseren konkurenten. aber moment.... wie viele ECHTE konkurenten hat die telekom? ja genau, keinen wirklichen.
    weil denen quasi die ganze hardware gehört und die jeden echten konkurenten am ausgestreckten arm verhungern lassen.

    was her muss: brechen des quasi-monopols durch bessere förderung für kleine und mittelständische unternehmen, einhergehend mit dem verbot für die nächsten 20 jahre dieses unternehemn aufzukaufen.
    und ja, ne strafe für "bis zu"-internet gehört da auch auf jedenfall her.
    entweder kann ich X-Mbit bereitstelllen, und das dauerhaft, oder eben nicht.
    dann darf aber auch nicht der volle preis verlangt werden.

  7. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Eisboer 29.08.17 - 11:04

    foho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > was her muss: brechen des quasi-monopols durch bessere förderung für kleine
    > und mittelständische unternehmen, einhergehend mit dem verbot für die
    > nächsten 20 jahre dieses unternehemn aufzukaufen.
    > und ja, ne strafe für "bis zu"-internet gehört da auch auf jedenfall her.
    > entweder kann ich X-Mbit bereitstelllen, und das dauerhaft, oder eben
    > nicht.
    > dann darf aber auch nicht der volle preis verlangt werden.
    Dann stimmst du mir ja zu. Cool.

  8. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: AgentBignose 29.08.17 - 11:06

    So ist es du hast Recht.

    Auch für mich sind technische Erklärungen interessant, aber sie sind keine Entschuldigungen oder Rechtfertigungen.

    Als Kunde hat man das Recht und tut gut dran zu sagen:
    Ist mir Scheiß egal ich will die beworbene Rate und zwar zu jedem Knoten der das selber hergibt.

    Kriegt man statt 50 MBit/s 45 ist das ja auch ok, schließlich steht ja leider oft "bis zu" dran.

    Wenn aber die Leitung nähr am 20er Angebot liegt als am 50er ist das Beschiss!

    Die Politik könnte das auch ganz leicht Lösen in dem sie die Angabe von mindest Bandbreiten in der Werbung vorschreibt.
    Schwieriger wäre die Kontrolle.
    Am besten wäre da ein Standard der vom Router aus Up, Down und Latenz zu ard, google, amazon, ms, apple (wahrscheinlich am besten auch PH) misst (wofür die ISP natürlich bezahlen müssen) denn das sind ja die Netzwerke die für Nutzer auch relevant sind.
    Content bremsen wie die Telekom das gerne bei Youtube getan hat ist dann nicht mehr so leicht.

    Wird dann mal weniger als versprochen gemessen muss 6 Monate nicht gezahlt werden.

  9. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Muhaha 29.08.17 - 11:08

    AgentBignose schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Schwieriger wäre die Kontrolle.

    Nicht schwieriger, nur mühseliger. Deswegen wird es ja auch nicht gemacht.

  10. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: AgentBignose 29.08.17 - 11:10

    Genau so ist es.

  11. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Eisboer 29.08.17 - 11:10

    AgentBignose schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Politik könnte das auch ganz leicht Lösen in dem sie die Angabe von
    > mindest Bandbreiten in der Werbung vorschreibt.
    In meinem Vertrag steht tatsächlich "Mindestens 26Mbit" oder sowas in der Richtung. Als Zocker ist mir die Latenz ja wichtiger und 40Mbit mit 120ms bringt mir weniger, als 20Mbit mit 50ms, aber regelmäßig gehen beide Werte runter und der Download tatsächlich auch unter die selbst gesteckte Minimalgrenze von 26Mbit. Deswegen zahle ich inzwischen seit letztem Oktober nur noch die Hälfte.

  12. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Matty194 29.08.17 - 11:12

    AgentBignose schrieb:
    > Content bremsen wie die Telekom das gerne bei Youtube getan hat ist dann
    > nicht mehr so leicht.

    Die Telekom hat nicht den Content gebremst sondern hatte keine ausreichende Peeringanbindung. Diese wurde mittlerweile ausgebaut und es gibt keine Probleme mehr.

    Dass Vodafone Anschlüsse in Berlin nicht die versprochene Leistung liefern hat rein gar nichts mit der Telekom oder deren Technik auf der letzten Meile zu tun sondern ausschließlich dass Vodafone am Ausbau des Backbone spart.

  13. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: ssj3rd 29.08.17 - 11:22

    Gut das sich hier alle verstehen und auf die Schulter klopfen. Jetzt wird bestimmt alles anders :-)

  14. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: foho 29.08.17 - 12:02

    naja es herscht ein konsens, ist das so schlimm?
    man kann auch mal der meinung eines anderen zustimmen, davon geht die welt nicht unter.

  15. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: ThereIsNoPie 31.08.17 - 01:55

    Eisboer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde es toll, wie jetzt Leute ihre Erklärungen anbieten wollen. Das
    > geht aber an meinem Thema vorbei.
    >
    > Ja, irgendwas läuft da offensichtlich falsch. Ja, sehr wahrscheinlich muss
    > irgendeine Firma Geld in die Hand nehmen, um das zu fixen.
    >
    > Wie könnten wir das beschleunigen? Nun die Politik sollte entweder ein
    > Klima herstellen, in dem es sich für die Firmen lohnt oder sie bestrafen,
    > wenn sie funktionierendes Internet nicht bereitstellen können.

    Man könnte, z.B. über den Verbraucherschutz Verträge fordern, die eine Mindestbandbreite enthalten. Und die darf imho. nur 25% unter dem beworbenen Maximum liegen. Wenn der Provider das nicht liefern kann, gibt es Vertragstrafen. Ähnliche Regelungen gibt es ja schon z.B. im Mietrecht: Wenn der Vermieter sich nicht an seine Pflichten hält und Mängel nicht behebt, gibt es Kürzungen.

    Natürlich werden die Provider dann die Preise anziehen, aber implizit tun Sie das durch falsches Marketing jetzt schon. Was hilft ein günstiger 100mbit/s Anschluss, der nur die Hälfte liefert?

    Ähnliches für Mobilfunk-Tarife: Wenn man mir mit 500mbit/s und 3GB Datenvolumen pro Monat wirbt, heißt das, dass ich diese Geschwindigkeit keine ganze Minute pro Monat nutzen kann. Danach wird auf 32Kbit/s gedrosselt. Auch das ist irreführende Werbung.
    (Daten von Vodafone Red S)

    edit: Da waren die Finger schneller als das Auge. Das scheinen irgendwie alle für eine gute Idee zu halten. Steht bloß in keinem Wahlprogramm :/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.08.17 01:57 durch ThereIsNoPie.

  16. Re: Mieses Internet in der Hauptstadt

    Autor: Third Life 01.09.17 - 18:57

    ThereIsNoPie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn der Provider das nicht liefern kann, gibt
    > es Vertragstrafen. Ähnliche Regelungen gibt es ja schon z.B. im Mietrecht:
    > Wenn der Vermieter sich nicht an seine Pflichten hält und Mängel nicht
    > behebt, gibt es Kürzungen.

    Der Spass mit Best-Effort. Einfach dem Provider schreiben, ab jetzt treffen Zahlungen auch nur noch nach dem Best-Effort-Prinzip ein.

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