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Einheitssoftware

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  1. Einheitssoftware

    Autor: amagol 13.09.17 - 22:02

    Vielleicht sollte man einfach mal sagen, dass die Software in allen Laendern/Kreisen/Kommunen einheitlich sein muss? Warum muss jedes Kaff seine eigene Software (und IT) betreiben? Klar Foederalismus - aber grade hier koennte doch eine gemeinsame Basis fuer erhebliche Einsparungen sorgen. Aber das wird genausowenig passieren wie Bundeseinheitliche Lehrbuecher fuer die Grundschule (weil z.B. Deutsch in NRW ja so anders ist als in Niedersachsen).

  2. Re: Einheitssoftware

    Autor: teenriot* 13.09.17 - 22:48

    Einheitssoftware bedeutet aber auch Stillstand. Die eine Verwaltung kann dann nicht etwas besser machen, was anderen sich abschauen können. Es sollte ein einheitliches Angebot geben, dass man kostengünstig verwenden kann, aber das sollte nicht vorgeschrieben sein.

  3. Re: Einheitssoftware

    Autor: Sharra 13.09.17 - 23:30

    Es wäre ja schon ein Fortschritt, wenn es bundesweit (oder wenn, dann gleich auf EU-Ebene) einheitliche Formate und Schnittstellen gäbe.
    Warum muss denn jeder Mist erst ausgedruckt und dann zur nächsten Behörde geschickt werden? Weil die das dann von Hand eingeben müssen, da die digitale Übertragung nicht funktioniert. Behörde A gibt CSV aus, Behörde B kennt das gar nicht.

  4. Re: Einheitssoftware

    Autor: Bautz 13.09.17 - 23:31

    Physikalische Gesetze gelten in Hessen z.B. nicht. Immer wenn mich (Bayern) von da einer Besucht, kommt er grundsätzlich 15 Minuten zu spät. Wir begründen das mit "Timewarp".

  5. Re: Einheitssoftware

    Autor: simon_moon 14.09.17 - 01:03

    Dafür braucht es aber keine einheitliche Software sondern einheitliche (offene) Standards. Und das es die nicht gibt, liegt gerade darin, dass aktuell jede kommerzielle Firma lieber ihren proprietären Standard pflegt, der zu allen anderen inkompatibel ist. Damit können sie dann nämlich wiederum kleinere Instanzen von sich abhängig machen, Lizenzgebühren absahnen oder anderweitig Steuergelder ohne Leistung absahnen.

    Klar, die Politik hätte hier die Möglichkeit auch kommerzielle Firmen dazu zu verpflichten offene Standards zu schaffen, aber angesichts des kompletten Totalversagens in allen Punkten kann man da eher erwarten dass die Hölle zu friert, als das soetwas geschieht.

  6. Re: Einheitssoftware

    Autor: Ninos 14.09.17 - 05:09

    Keine Sorge, je mehr Institute eine offene Software verwenden, desto mehr Verbesserungen (Behebung, Erweiterung, Audit, ...) fließen in diese hinein. Das treibende Rad bildet hier auch die Wirtschaft, die liebend gerne auf kostengünstigere Werkzeuge setzen würde, wenn die Software ihren Anforderungen entspricht oder eine Modifikation preiswerter wäre als Eigenentwicklung (im schlimmsten Falle bezahlt man die Maintainer) - speziell im Bereich Office. Ich sprech aus Erfahrung im Bereich OSS :-)

  7. Re: Einheitssoftware

    Autor: ArcherV 14.09.17 - 09:40

    amagol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielleicht sollte man einfach mal sagen, dass die Software in allen
    > Laendern/Kreisen/Kommunen einheitlich sein muss? Warum muss jedes Kaff
    > seine eigene Software (und IT) betreiben? Klar Foederalismus - aber grade
    > hier koennte doch eine gemeinsame Basis fuer erhebliche Einsparungen
    > sorgen. Aber das wird genausowenig passieren wie Bundeseinheitliche
    > Lehrbuecher fuer die Grundschule (weil z.B. Deutsch in NRW ja so anders ist
    > als in Niedersachsen).

    Die Fachverfahren sind (größtenteils) einheitlich, zB EMA oder Kfz Zulassung.

  8. Re: Einheitssoftware

    Autor: minnime 14.09.17 - 09:53

    Dazu kann ich was sagen, ich arbeite in der IT Abteilung einer Bundesbehörde. Es ist tatsächlich so, dass zumindest für Bundesbehörden derzeit erhebliche Bemühungen zur Zentralisierung stattfinden, obgleich das in erster Linie die Infrastruktur betrifft. Der Bereich Finanzen läuft bereits auf einem zentralen SAP System. Auch für Onlineformulare, Dokumentenmanagement, Contentmanagement (Intra- und Internet) und Collaboration (sowas wie Dropbox) gibt es zentrale Lösungen. Das ist aber größtenteils kommerzielle Software.

    Viele Behörden haben dann aber doch recht spezifische Fachverfahren. In unserem Fall gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt die einzige existierende Branchensoftware (kommerziell), die aber auch recht teuer ist oder man beauftragt etwas eigenes, wie wir es getan haben. Der Quellcode gehört dem Auftraggeber. Das muss auch so sein, da der Wartungsvertrag alle x Jahre neu ausgeschrieben werden muss. Allerdings geht der eh immer an dieselbe Firma, weil ein Anderer damit eh nicht klar kommt. Ich sehe auch keinen Raum für Open Source, da an dieser sehr speziellen Software kein Fremder entwickeln würde und mangels Kenntnis der Fachverfahren und Anforderungen auch gar nicht könnte. Das ist nicht wie bei einem Mediaplayer wo man einfach eine neue Funktion einbaut, die man sinnvoll findet. Was sinnvoll ist und was nicht weiß wirklich nur der Nutzer.

  9. Re: Einheitssoftware

    Autor: FreiGeistler 14.09.17 - 10:08

    minnime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dazu kann ich was sagen, ich arbeite in der IT Abteilung einer
    > Bundesbehörde. Es ist tatsächlich so, dass zumindest für Bundesbehörden
    > derzeit erhebliche Bemühungen zur Zentralisierung stattfinden, obgleich das
    > in erster Linie die Infrastruktur betrifft. Der Bereich Finanzen läuft
    > bereits auf einem zentralen SAP System.
    Ja prima. SAP! Vom Regen in die Traufe.
    Nutzerunfreundlich, und da ihr schnell mal eigene, teure Module brauchen werdet, spielt das einer Vereinheitlichung eher zuwider.

    > Auch für Onlineformulare,
    > Dokumentenmanagement, Contentmanagement (Intra- und Internet) und
    > Collaboration (sowas wie Dropbox) gibt es zentrale Lösungen. Das ist aber
    > größtenteils kommerzielle Software.
    Unsinn!

    > Viele Behörden haben dann aber doch recht spezifische Fachverfahren. In
    > unserem Fall gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt die einzige
    > existierende Branchensoftware (kommerziell), die aber auch recht teuer ist
    > oder man beauftragt etwas eigenes, wie wir es getan haben. Der Quellcode
    > gehört dem Auftraggeber. Das muss auch so sein, da der Wartungsvertrag alle
    > x Jahre neu ausgeschrieben werden muss. Allerdings geht der eh immer an
    > dieselbe Firma, weil ein Anderer damit eh nicht klar kommt. Ich sehe auch
    > keinen Raum für Open Source, da an dieser sehr speziellen Software kein
    > Fremder entwickeln würde und mangels Kenntnis der Fachverfahren und
    > Anforderungen auch gar nicht könnte. Das ist nicht wie bei einem
    > Mediaplayer wo man einfach eine neue Funktion einbaut, die man sinnvoll
    > findet. Was sinnvoll ist und was nicht weiß wirklich nur der Nutzer.
    Klingt eher nach eingefleischten, suboptimalen Prozessen, falls ihr nicht ein absolutes Nischengebiet bearbeitet.
    Man kann nämlich auch die Prozesse der verfügbaren Software anpassen, was oftmals nur einen initialen Mehraufwand darstellt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.09.17 10:11 durch FreiGeistler.

  10. Re: Einheitssoftware

    Autor: HerrWolken 14.09.17 - 10:15

    +++++++++++++++++++++++++++++++



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.09.17 10:16 durch HerrWolken.

  11. Re: Einheitssoftware

    Autor: evilblubb 14.09.17 - 10:23

    minnime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dazu kann ich was sagen, ich arbeite in der IT Abteilung einer
    > Bundesbehörde. Es ist tatsächlich so, dass zumindest für Bundesbehörden
    > derzeit erhebliche Bemühungen zur Zentralisierung stattfinden, obgleich das
    > in erster Linie die Infrastruktur betrifft. Der Bereich Finanzen läuft
    > bereits auf einem zentralen SAP System. Auch für Onlineformulare,
    > Dokumentenmanagement, Contentmanagement (Intra- und Internet) und
    > Collaboration (sowas wie Dropbox) gibt es zentrale Lösungen. Das ist aber
    > größtenteils kommerzielle Software.
    >
    > Viele Behörden haben dann aber doch recht spezifische Fachverfahren. In
    > unserem Fall gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt die einzige
    > existierende Branchensoftware (kommerziell), die aber auch recht teuer ist
    > oder man beauftragt etwas eigenes, wie wir es getan haben. Der Quellcode
    > gehört dem Auftraggeber. Das muss auch so sein, da der Wartungsvertrag alle
    > x Jahre neu ausgeschrieben werden muss. Allerdings geht der eh immer an
    > dieselbe Firma, weil ein Anderer damit eh nicht klar kommt. Ich sehe auch
    > keinen Raum für Open Source, da an dieser sehr speziellen Software kein
    > Fremder entwickeln würde und mangels Kenntnis der Fachverfahren und
    > Anforderungen auch gar nicht könnte. Das ist nicht wie bei einem
    > Mediaplayer wo man einfach eine neue Funktion einbaut, die man sinnvoll
    > findet. Was sinnvoll ist und was nicht weiß wirklich nur der Nutzer.

    Ich Sehe da keinen Grund warum eure Software nicht openSource sein kann.
    Wie du sagtest, der code gehört euch, dem Auftraggeber. Für openSource Software kann man genauso Wartungsverträge etc. ausschreiben.

    Eine Vereinheitlichung muss auch nicht unbedingt funktionieren, wenn die IT zentral verwaltet wird. Ich sitze an einer Uni, die seit dem Adobe auf das Abomodell umgestiegen ist keine Adobe Produkte mehr beschafft. Dies wird vom RZ zentral durchgesetzt.
    Nun kommen aber ständig Drittmittel finanzierte Projekte, deren Beschaffung nicht übers RZ geht da die IT Mittel anderweitig verwaltet wird -> Projekte haben die aktuellsten Versionen die zum Teil nicht Rückwärts kompatibel sind. (Die Drittmittel stammen zum großen Teil aus Förderanträgen ans Land).

  12. Re: Einheitssoftware

    Autor: minnime 14.09.17 - 10:30

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja prima. SAP! Vom Regen in die Traufe.
    > Nutzerunfreundlich, und da ihr schnell mal eigene, teure Module brauchen werdet,
    > spielt das einer Vereinheitlichung eher zuwider.
    Immerhin einheitlich, das war doch die Forderung.

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Auch für Onlineformulare,
    > > Dokumentenmanagement, Contentmanagement (Intra- und Internet) und
    > > Collaboration (sowas wie Dropbox) gibt es zentrale Lösungen. Das ist
    > > aber größtenteils kommerzielle Software.
    > Unsinn!
    Glaub mir einfach, ich weis es.

    FreiGeistler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klingt eher nach eingefleischten, suboptimalen Prozessen, falls ihr nicht
    > ein absolutes Nischengebiet bearbeitet.
    > Man kann nämlich auch die Prozesse der verfügbaren Software anpassen, was
    > oftmals nur einen initialen Mehraufwand darstellt.
    Na dann pass mal die Prozesse eines Eisenbahn-Bundesamtes oder der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung so an, dass sie mit der Software des Einwohnermeldeamtes bearbeitet werden können.

    Übrigens sehe ich da einen Widerspruch. Die Prozesse von speziellen Fachverfahren sollen an Standardsoftware angepasst werden können aber bei relativ standardisierten Sachen wie dem Haushalt soll das nicht möglich sein, da brauchen wir spezielle Module für SAP?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.09.17 10:42 durch minnime.

  13. Re: Einheitssoftware

    Autor: minnime 14.09.17 - 10:36

    evilblubb schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich Sehe da keinen Grund warum eure Software nicht openSource sein kann.
    > Wie du sagtest, der code gehört euch, dem Auftraggeber. Für openSource
    > Software kann man genauso Wartungsverträge etc. ausschreiben.

    Warum sollte sie Open Source sein, ich sehe da keine Vor- eher nur Nachteile. Es ist gar nicht gewollt, dass die Software abseits der Anforderungen weiterentwickelt wird und das würde auch niemand wollen, da das wirklich keinen Spaß macht.

  14. Re: Einheitssoftware

    Autor: evilblubb 14.09.17 - 10:45

    Das betrifft ja nicht nur die Weiterentwicklung, es geht ja auch darum dass die Software dann von einer anderen Behörde mitgenutzt werden kann (mit geht es jetzt z.B. drum das Ordnungsamt A etwas entwickeln lässt und Ordnungsamt B es mitnutzt wenn die einen Mehrwert in der Nutzung sehen).
    Aktuell wird bei vielem einfach fleißig Parallel vor sich her entwickelt (ich bekomme das immer mit wenn Plone Hochschultagung war - 5 Unis - 1 Problem - 5 Lösungen-).

  15. Re: Einheitssoftware

    Autor: minnime 14.09.17 - 11:03

    Das wird ja auch gemacht. In unserem Fall ist es so, das es eine Bundesbehörde und viele Dienststellen bei Bundesländern gibt. Die benutzen auch alle unsere Software und greifen auch auf den selben Datenbestand zu. Demnächst kommen neue Nutzer dazu, die aber einen eigene Datenbestand haben werden.

    Bei den Hochschulen ist das glaube ich was anderes, das sind ja keine Behörden. Dafür gibt es ja auch Anbieter wie HIS eG oder Studip (sogar Open Source). Ich glaube dass es da auch um Image und Ansehen der Uni geht, wenn man etwas eigenes entwickelt.

  16. Re: Einheitssoftware

    Autor: FreiGeistler 14.09.17 - 12:19

    minnime schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > FreiGeistler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ja prima. SAP! Vom Regen in die Traufe.
    > > Nutzerunfreundlich, und da ihr schnell mal eigene, teure Module brauchen
    > werdet, spielt das einer Vereinheitlichung eher zuwider.
    > Immerhin einheitlich, das war doch die Forderung.
    ??

    >
    > FreiGeistler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Auch für Onlineformulare,
    > > > Dokumentenmanagement, Contentmanagement (Intra- und Internet) und
    > > > Collaboration (sowas wie Dropbox) gibt es zentrale Lösungen. Das ist
    > > > aber größtenteils kommerzielle Software.
    > > Unsinn!
    > Glaub mir einfach, ich weis es.
    Amen!
    >
    > FreiGeistler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Klingt eher nach eingefleischten, suboptimalen Prozessen, falls ihr
    > nicht ein absolutes Nischengebiet bearbeitet.
    > > Man kann nämlich auch die Prozesse der verfügbaren Software anpassen, was oftmals nur einen initialen Mehraufwand darstellt.
    > Na dann pass mal die Prozesse eines Eisenbahn-Bundesamtes oder der
    > Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung so an, dass sie mit der Software
    > des Einwohnermeldeamtes bearbeitet werden können.

    Tschuldige, ich meinte, auf dem Softwaremarkt verfügbare Software.
    Zu deinem Beispiel: Wieso ist es da zwingend erforderlich, eigenen Murks zu schreiben, statt mit dem nächsten Bundesamt kompatible Standards zu verwenden?

    > Übrigens sehe ich da einen Widerspruch. Die Prozesse von speziellen
    > Fachverfahren sollen an Standardsoftware angepasst werden können aber bei
    > relativ standardisierten Sachen wie dem Haushalt soll das nicht möglich
    > sein, da brauchen wir spezielle Module für SAP?
    Liegt eher in der Natur von SAP als an Prozessen. Gib mal in der Suche von Golem "SAP" ein.

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