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ZFS vs EXT4, ernsthaft?

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ZFS vs EXT4, ernsthaft?

Autor: sniner 11.10.17 - 13:19

Über diesen Absatz ganz am Anfang bin ich kaum rüber gekommen:

> Für den ein oder anderen stellt sich vermutlich die Frage, warum ein neues
> Dateisystem unter Linux überhaupt nötig ist. Die simple Antwort lautet:
> Ist es nicht, EXT4 ist weit etabliert, stabil und hat vor einiger Zeit das letzte
> Update erhalten, das es für die kommende Hardware-Generation fit machen
> soll. Der Vorteil eines neuen Dateisystems liegt vor allem für Desktops und
> Workstations bei neuen Funktionen, die die Arbeitsumgebung maßgeblich
> verbessern können.

Soll das erst gemeint sein? Silent Data Corruption, Bit rot, Volume management, Mirror, n-fache Redundanz, COW, Data/Metadata checksum ... nur mal ein paar Schlagworte hingeworfen, bei denen Ext4 keinerlei Antwort darauf gibt. Und "fit für die kommende Hardware-Generation"? Die Plattengrößen sind heute schon so groß, dass eine URE bei 10^14 gelesenen Bits jedem widerfahren kann, der ein NAS mit großen (Consumer-)Platten bestückt und dann auf Ext4 setzt. ZFS und Ext4 auf Augenhöhe zu setzen, wie es dieser Absatz tut, ist meiner Ansicht nach irreführend.

Was Btrfs betrifft: Warum die Entwicklung bei Btrfs eingeschlafen ist, das werden nur die betroffenen Mitarbeiter bei Facebook wissen. Ich finde es sehr schade, denn ZFS ist zwar ein geniales FS, aber gerade für kleinere Umgebungen ziemlicher Overkill. Versehentlich mal eine Platte als vdev dem Pool hinzugefügt? Oh, sorry, bitte den ganzen Pool auflösen und neumachen. Das ist im professionellen Bereich zwar ärgerlich, aber was macht der Anwender zuhause, soll der sich temporär nochmal 4 Platten ausleihen, um den Pool neu aufsetzen zu können? Btrfs ist hier super flexibel, Platte hinzufügen, entfernen, Redundanzlevel ändern (ok, mehr als Spiegelung kann Btrfs bis heute leider nicht zuverlässig), alles im Betrieb und ohne Probleme.

Btrfs ist meiner Erfahrung nach auch einigermaßen zuverlässig, sofern man bei Spiegelung bleibt. Warum nur einigermaßen? Meine Desktops laufen alle mit Btrfs, meine VMs zuhause laufen teilweise mit Btrfs und einen Fileserver im Unternehmenseinsatz mit Btrfs kann ich auch noch bieten. Die laufen seit Jahren und laufen heute noch, mit häufigen Snapshots usw. Bis vergangene Woche hätte ich noch gesagt: Btrfs ist zuverlässig. Aber vergangene Woche habe ich eine VM aus der Sicherung holen müssen, weil das Btrfs-Root-FS sich selbst zerlegt hat und `btrfs check --repair` das auch nicht mehr beheben konnte. Hatte allerdings auch keine Redundanz. Ich wäre aber schon froh gewesen, wenn danach das FS wieder sauber gewesen wäre, die betroffene Datei (es war nur eine) hätte gerne gelöscht werden dürfen. Nur soweit konnte ich es nicht mehr bringen, daher Totalverlust und Sicherung zurückholen.

Btrfs wäre das richtige Allround-FS für Linux gewesen, es ist schade zu sehen, dass diese Chance durch Schnarchnasigkeit von Facebook, oder wem auch immer, vertan wird. ZFS ist eine feine Angelegenheit für ein Storage, aber auf einem Desktopsystem (!) würde ich das nicht einsetzen, dagegen spricht auch schon der enorme RAM-Hunger des ARC.



1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.10.17 13:21 durch sniner.


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ZFS vs EXT4, ernsthaft?

sniner | 11.10.17 - 13:19
 

Re: ZFS vs EXT4, ernsthaft?

Schattenwerk | 11.10.17 - 13:30
 

Re: ZFS vs EXT4, ernsthaft?

YarYar | 11.10.17 - 13:37
 

Re: ZFS vs EXT4, ernsthaft?

zilti | 11.10.17 - 14:04

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