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Überlegungsfehler

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  1. Überlegungsfehler

    Autor: Systemverweigerer 12.06.06 - 12:45

    Also die ganze Distribution der Musik ist ja nur ein Zwischenschritt. Am Anfang steht der Musiker, am Ende der Konsument. Würde der Musiker fair von den Hörern entschädigt, dann bräuchte es keine Musikindustrie, welche mit so restriktiven Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.

    Nur leider scheint die "freiwillige", direkte Bezahlung seiner geliebten Musik beim Musiker eh nicht zu funktionieren.

  2. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Vollstrecker 12.06.06 - 12:51

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Also die ganze Distribution der Musik ist ja nur
    > ein Zwischenschritt. Am Anfang steht der Musiker,
    > am Ende der Konsument. Würde der Musiker fair von
    > den Hörern entschädigt, dann bräuchte es keine
    > Musikindustrie, welche mit so restriktiven
    > Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.
    >
    > Nur leider scheint die "freiwillige", direkte
    > Bezahlung seiner geliebten Musik beim Musiker eh
    > nicht zu funktionieren.


    Da ist echt mal was wahres dran.

  3. Re: Überlegungsfehler

    Autor: JTR 12.06.06 - 13:08

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Also die ganze Distribution der Musik ist ja nur
    > ein Zwischenschritt. Am Anfang steht der Musiker,
    > am Ende der Konsument. Würde der Musiker fair von
    > den Hörern entschädigt, dann bräuchte es keine
    > Musikindustrie, welche mit so restriktiven
    > Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.
    >
    > Nur leider scheint die "freiwillige", direkte
    > Bezahlung seiner geliebten Musik beim Musiker eh
    > nicht zu funktionieren.

    Kann dir überhaupt nicht folgen:

    A) zeigen diverse Bands mit ihren Konzerten dass das sehrwohl funktioniert.

    B) wer Strassenmusik macht kann auch als Belästigung aufgefasst werden, teilweise sogar zurecht. Von daher ist das Prinzip von jeher auf freiwilliger Basis aufgebaut gewesen.

    c) Hat heute auch jeder der knapp ein Instrument bedienen kann, das Gefühl er müsste nun davon leben können. Leider sieht die Realität anders aus, denn Musik hat nicht für alle Bürger einen so hohen Stellenwert (und ob jedliche Musik gleich mit Kunst gleichzusetzen ist, ist grad auch nochmals fraglich, schliesslich ist auch nicht jedes gemalte Bild Kunst).

    Ich denke viele Musiker haben einfach kein Plan von wirtschaftlichen Faktoren und überschätzen sich masslos.

  4. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Mein Name 12.06.06 - 13:44

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Würde der Musiker fair von
    > den Hörern entschädigt, dann bräuchte es keine
    > Musikindustrie, welche mit so restriktiven
    > Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.

    Also dein Thementitel passt ja schonmal.
    Warum gab es die MI dann schon zu Zeiten, in denen laut ihrer Meinung alles in Ordnung war (sprich: genug Geld geflossen)?

  5. Re: Überlegungsfehler

    Autor: IceBox 12.06.06 - 13:46

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Also die ganze Distribution der Musik ist ja nur
    > ein Zwischenschritt. Am Anfang steht der Musiker,
    > am Ende der Konsument. Würde der Musiker fair von
    > den Hörern entschädigt, dann bräuchte es keine
    > Musikindustrie, welche mit so restriktiven
    > Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.
    >
    > Nur leider scheint die "freiwillige", direkte
    > Bezahlung seiner geliebten Musik beim Musiker eh
    > nicht zu funktionieren.


    Sicherlich ist DRM ein guter Ansatz zur Einhaltung der Rechtsbestimmung, in der Realität hingegen ist DRM sogar noch eher kontraproduktiv, wer kauft Musik die auf seinem Lieblings-MP3 Player nicht läuft? Wenn ich mir Musik kaufe will ich damit auch tun und lassen können was ich will bzw. was innerhalb der Rechte liegt. Kommt halt nicht so schön wenn nach dem 7. Mal kopieren ein PopUp kommt: "Sorry, wenn sie mehr Kopien wollen kaufen sie bitte nach"
    Zudem tritt auch Piraterie mehr in den Vordergrund, einer kauft sich das Lied und ripped es dann und verteilt es über P2P Netze.

    Ich denke es spornt die organisierten "Kriminellen" noch mehr an als sie zu bremsen.

  6. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Systemverweigerer 12.06.06 - 13:49

    JTR schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Systemverweigerer schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Also die ganze Distribution der Musik ist ja
    > nur
    > ein Zwischenschritt. Am Anfang steht der
    > Musiker,
    > am Ende der Konsument. Würde der
    > Musiker fair von
    > den Hörern entschädigt, dann
    > bräuchte es keine
    > Musikindustrie, welche mit
    > so restriktiven
    > Massnahmen wie DRM
    > dazwischensitzt.
    >
    > Nur leider scheint
    > die "freiwillige", direkte
    > Bezahlung seiner
    > geliebten Musik beim Musiker eh
    > nicht zu
    > funktionieren.
    >
    > Kann dir überhaupt nicht folgen:
    >
    > A) zeigen diverse Bands mit ihren Konzerten dass
    > das sehrwohl funktioniert.
    >
    > B) wer Strassenmusik macht kann auch als
    > Belästigung aufgefasst werden, teilweise sogar
    > zurecht. Von daher ist das Prinzip von jeher auf
    > freiwilliger Basis aufgebaut gewesen.
    >
    > c) Hat heute auch jeder der knapp ein Instrument
    > bedienen kann, das Gefühl er müsste nun davon
    > leben können. Leider sieht die Realität anders
    > aus, denn Musik hat nicht für alle Bürger einen so
    > hohen Stellenwert (und ob jedliche Musik gleich
    > mit Kunst gleichzusetzen ist, ist grad auch
    > nochmals fraglich, schliesslich ist auch nicht
    > jedes gemalte Bild Kunst).
    >
    > Ich denke viele Musiker haben einfach kein Plan
    > von wirtschaftlichen Faktoren und überschätzen
    > sich masslos.
    >
    > ---------------
    > Wir Killerspiele spielende Killer
    >


    Ich wollte damit sagen, dass uns niemand an DRM zwingt. Würden Musiker MP3s direkt verkaufen und die Kunden die Musik direkt vergüten, könnte sich die MI ihr DRM sonst wohin schieben. Ich red bewusst mal von Musik und nicht noch von Filmen, da dort der finanzielle Aufwand doch einiges höher ist.

    Und mit Punkt a bis c hast recht. V.a. Punkt c hat schon was für sich. Viele Musiker vermitteln zudem den Eindruck, dass sie, ausser dem zupfen der Gitarre, nicht wirklich viel anderes im Leben gerafft haben.

  7. Re: Überlegungsfehler

    Autor: smilingrasta 12.06.06 - 13:57

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Also die ganze Distribution der Musik ist ja nur
    > ein Zwischenschritt. Am Anfang steht der Musiker,
    > am Ende der Konsument. Würde der Musiker fair von
    > den Hörern entschädigt, dann bräuchte es keine
    > Musikindustrie, welche mit so restriktiven
    > Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.
    >
    > Nur leider scheint die "freiwillige", direkte
    > Bezahlung seiner geliebten Musik beim Musiker eh
    > nicht zu funktionieren.

    Das Problem ist zum einen der Preis für die Angebote, zum anderen die Art und Weise wie ich das Produkt erwerben kann.

    Wenn ich ein Produkt erwerbe, was mich in der freien Nutzung behindert, obwohl ich dafür bezahlt habe, so ist das Produkt für mich nicht interessant. Punkt. Da gibt es von meiner Seite aus keine Diskussion.
    Ich kaufe mir nicht heute ein Soundfile, was ich wohlmöglich in wenigen Jahren nicht mehr abspielen kann, oder erst garnicht so lange gesichert bekomme.

    Wenn die Vertreiber meinen, ihre Dateien entsprechend knebeln zu müssen, so können sie das gerne tun. Frei nach dem Motto: "Friss oder stirb". Nur werde ich diese dann ganz einfach nicht kaufen und stattdessen darauf verzichten.
    Wenn der song wirklich gut ist und es ihn auch auf einer richtigen CD gibt, nicht so pseudo-cds, dann kauf ich mir den auch gerne.

    MfG
    smilingrasta

  8. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Domspatz 12.06.06 - 14:30

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Und mit Punkt a bis c hast recht. V.a. Punkt c hat
    > schon was für sich. Viele Musiker vermitteln zudem
    > den Eindruck, dass sie, ausser dem zupfen der
    > Gitarre, nicht wirklich viel anderes im Leben
    > gerafft haben.

    Ja und? Was ist daran schlimm? Musik machen ist besser als Gewalt ausüben. Träumer richten keinen Schaden an. Musiker haben Visionen,Politiker haben Gewalt!


  9. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Systemverweigerer 12.06.06 - 14:40

    Domspatz schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Systemverweigerer schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Und mit Punkt a bis c hast recht. V.a. Punkt
    > c hat
    > schon was für sich. Viele Musiker
    > vermitteln zudem
    > den Eindruck, dass sie,
    > ausser dem zupfen der
    > Gitarre, nicht wirklich
    > viel anderes im Leben
    > gerafft haben.
    >
    > Ja und? Was ist daran schlimm? Musik machen ist
    > besser als Gewalt ausüben. Träumer richten keinen
    > Schaden an. Musiker haben Visionen,Politiker haben
    > Gewalt!
    >
    >

    Es gibt auch gewalttätige Musiker und Politiker mit Visionen ;-p




  10. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Domspatz 12.06.06 - 14:45

    Systemverweigerer schrieb:
    -------------------------------------------------------

    >
    > Es gibt auch gewalttätige Musiker und Politiker
    > mit Visionen ;-p
    >
    Ja, nur dann sinds meist die falschen Visionen!

  11. Re: Überlegungsfehler

    Autor: graf porno 12.06.06 - 14:53

    > Ich wollte damit sagen, dass uns niemand an DRM
    > zwingt. Würden Musiker MP3s direkt verkaufen und
    > die Kunden die Musik direkt vergüten, könnte sich
    > die MI ihr DRM sonst wohin schieben.

    da stimme ich dir voll zu. nur muss man bedenken, dass "musikINDUSTRIE" ja nicht umsonst INDUSTRIE heißt! und "wirkliche" musiker bei indie-labels z.b. verkaufen ihre musik bereits über eigene oder spezielle shops als 320kbps-mp3 oder sogar als flac. die indies haben die chancen des internets schon ganz richtig erkannt - im gegensatz zu den majors. so benutzen die webradio und podcasts als marketing-instrument, veröffentlichen mixtapes, manche stellen sogar samples für remixe bereit und leben von dem verkauf ihrer musik und von konzerten. und vor allem bauen sie über längere zeit eine community/fans auf, starten kampagnen, wie "respect the music" (CDs ohne kopierschutz) und stellen sich offen gegen die IRAA & co., ja verteidigen sogar ihre fans gegen sie vor gericht. und dann ist es doch quasi selbstverständlich, dass man die musik auch kauft. so sichert man sein einkommen!

    es ist zwar eine schande, dass diese musik dann immer noch in den tauschbörsen landet, aber damit kann man leben (man muss ja auch keine villa, 10 limos und 5 buttler bezahlen).

    IMO macht DRM nur dann sinn, wenn es um miet-musik, wie napstar & co. geht. oder beim online filmverleih. dann weiß ich aber auch, dass ich weniger bezahle, dafür aber auch einen eingeschränkten nutzen davon habe. damit kann man/ich leben.

    und der erfolgt gibt den indies recht: während im letzten jahr die umsätze der majors (nach eigenen angaben) weiter gesunken ist (~5%), stieg der umsatz der indies um über 15%.

    was natürlich gegen den direktverkauf vom musiker spricht, ist die tatsache, dass der musiker in erster linie musiker ist und sein will. und selbst bei den indies kommt ein gehöriger administrativer aufwand hinzu. und noch macht das groß der verkäufe nicht der online-handel, sondern immer noch CDs und LPs. also muss sowieso ein label ran, was den ganzen kram managed. und natürlich die dates, termine, kontakte usw. usf. darum kann und will sich der musiker auch gar nicht kümmern. sonst könnte er keine musik mehr machen. arbeitsteilung nennt man sowas und ist völlig korrekt.

    > Und mit Punkt a bis c hast recht. V.a. Punkt c hat
    > schon was für sich. Viele Musiker vermitteln zudem
    > den Eindruck, dass sie, ausser dem zupfen der
    > Gitarre, nicht wirklich viel anderes im Leben
    > gerafft haben.

    das würde ich pauschal nicht behaupten wollen. denn zum glück gibt es ja unterschiedliche geschmäcker. was für den einen super musik ist, ist für den anderen ramsch und umgekehrt. also da würde ich mich nicht soweit aus dem fenster lehnen.

  12. Re: Überlegungsfehler

    Autor: iggy 12.06.06 - 21:00

    JTR schrieb:
    > Kann dir überhaupt nicht folgen:
    >
    > A) zeigen diverse Bands mit ihren Konzerten dass
    > das sehrwohl funktioniert.
    >
    > B) wer Strassenmusik macht kann auch als
    > Belästigung aufgefasst werden, teilweise sogar
    > zurecht. Von daher ist das Prinzip von jeher auf
    > freiwilliger Basis aufgebaut gewesen.
    >
    > c) Hat heute auch jeder der knapp ein Instrument
    > bedienen kann, das Gefühl er müsste nun davon
    > leben können. Leider sieht die Realität anders
    > aus, denn Musik hat nicht für alle Bürger einen so
    > hohen Stellenwert (und ob jedliche Musik gleich
    > mit Kunst gleichzusetzen ist, ist grad auch
    > nochmals fraglich, schliesslich ist auch nicht
    > jedes gemalte Bild Kunst).
    >


    Genau meine Meinung!
    Zu c) wäre noch hinzu zu fügen, dass es heute kaum noch Künstler gibt, die etwas neues schaffen.
    Vielmehr müsste langsam die Musikindustrie verklagt werden, weil sie mit billigen Kopien von ehemals großen Künstlern ihr Geld verdienen wollen.
    Nein, nicht die Künstler kopieren, die MI schreibt den "Künstlern" vor, was sie kopieren sollen.
    So etwas nennt man glaub ich "Covern".
    Und gezüchtet werden diese Auftrags-Coverer bei diversen TV-Shows, die seltsamerweise Einschaltquoten bringen.
    Ich möchte jetzt gar keinen Sender wie RTL erwähnen, der mich vom Fernsehen gänzlich erlöst hat.

    > Ich denke viele Musiker haben einfach kein Plan
    > von wirtschaftlichen Faktoren und überschätzen
    > sich masslos.
    >
    Dazu möchte ich noch sagen: Wozu eine Musikindustrie anheuern, die Radiosender anheuert?
    Die Künstler könnten sich doch direkt an die Radiosender wenden.
    Sollen diese die CDs vermarkten und die Künstler 50:50 bezahlen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.06.06 21:02 durch iggy.

  13. Re: Überlegungsfehler

    Autor: Michael - alt 13.06.06 - 12:30

    Mein Name schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Systemverweigerer schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Würde der Musiker fair von
    > den Hörern
    > entschädigt, dann bräuchte es keine
    >
    > Musikindustrie, welche mit so restriktiven
    >
    > Massnahmen wie DRM dazwischensitzt.
    >
    > Also dein Thementitel passt ja schonmal.
    > Warum gab es die MI dann schon zu Zeiten, in denen
    > laut ihrer Meinung alles in Ordnung war (sprich:
    > genug Geld geflossen)?

    Weil die SPD damals noch nicht den Gedanken in jeden implementiert hatte, daß er ja mindestens Pseudokaufmann sei und wirtschaftliche Zahlen verstehen könne. Die MI hat nur das getan, was jede Industrie tut: Einen Markt ausgenutzt, der unter logischen Gesichtspunkten eigentlich gar nicht existieren dürfte. Dasselbe gilt für die Klingeltöne.... (Der Wert von Jamba war nach wenigen Monaten auf das dreifache der StarDivision gestiegen, was im Vergleich der Produkte überaus unverständlich ist)


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