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Soviel dazu

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  1. Soviel dazu

    Autor: Icestorm 06.12.17 - 14:57

    Nein, man wollte keine 400 km weit fahren, hier wollte man "nur" eine gebräuchliche Strecke fahren. Dazu kommt, es waren nur zwei Leute, ohne größere Lasten zum mitnehmen.
    Die angegebene Reichweite scheint illusorisch zu sein, und sie war auch egal. Wenn spätestens nach 100 km die Elektronik zum Nachladen mahnt, dann ist die Prospektangabe egal. In Brandenburg dürfte es kaum größere Steigungen geben. Wenn man sich nun vorstellt, diese Fahrt wäre im Voralpenland, in der Sächsischen oder Fränkischen Schweiz unternommen wurden, kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur die Finger von Elektroautos lassen, zumindest aber von diesem Auto.
    Und dann kommen noch unwillige Zapfsäulen, imkompetente Apps, und versteckte Ladesäulen dazu.
    Es ist ja schön, dass man in diesem Test entgeltfrei laden konnte, doch etwas mehr Sicherheit mit garantierten Lademöglichkeiten sind mir schon ein paar Euro wert.
    Schon angsicht dieser Erfahrungen sind Autos mit großen Reichweiten, !realen! Reichweiten wichtig. Lieber öfter und wenig laden als auf den letzten Drücker und mit Angstschweiß im Gesicht.

  2. Re: Soviel dazu

    Autor: howe 06.12.17 - 15:29

    Nun haben es die Hersteller von Verbrennern auch nicht so mit realistischen Verbrauchsangaben. Gerade ab Geschwindigkeiten von >80km/h wirkt sich der Luftwiderstand negativ auf den Verbrauch und damit auf die Reichweite aus. Bedeutet: Der Luftwiderstand steigt quadratisch zur Geschwindigkeit, d.h. bei doppelter Geschwindigkeit haben wir es mit vierfachen Luftwiderstand zu tun.

    Zur Zeit ist, wie der Autor bemerkte, Planung wichtig. Jedenfalls solange die Infrastruktur noch nicht für E-Mobilität ausgelegt ist. Ich fahre seit 2 Wochen rein elektrisch und dabei hauptsächlich im urbanen Raum. Neben dem Navi im Auto, das mir die Ladestationen anzeigt, habe ich noch die App von goingelectric installiert, welche das Ladenetz komplettiert. Weiterhin habe ich mir frühzeitig eine Ladekarte von TheNewMotion organisiert, welche fast überall funktioniert. Damit hatte ich bisher noch keinerlei Probleme. Auch Überlandfahrten klappten einwandfrei, wenn man denn am Ziel schon eine Lademöglichkeit (gerade in Brandenburg!) identifiziert. Als Backup habe ich immer einen Ladeziegel dabei, der (immerhin) 3,6kwh ins Auto transportiert.

    Was sich ändern muss?
    1.) Das Ladenetz muss deutlich ausgebaut werden. In Berlin bin ich soweit zufrieden, alles drumherum ist mit der erwähnten Reichweitenangst verbunden.
    2.) Es gibt sicherlich großen Innovationsspielraum bei den Akkus. Momentan komme ich mit einer Ladung realistisch im Winter 200km weit. Für mich reicht es dicke, denn längere Fahrten erledige ich mit einem Mietauto. 400km wären besser. Mehr will ich gar nicht haben, da wir es bei Akkus ja mit Kapazitätsverlusten zu tun haben.

  3. Re: Soviel dazu

    Autor: Icestorm 06.12.17 - 16:56

    howe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nun haben es die Hersteller von Verbrennern auch nicht so mit realistischen
    > Verbrauchsangaben. Gerade ab Geschwindigkeiten von >80km/h wirkt sich der
    > Luftwiderstand negativ auf den Verbrauch und damit auf die Reichweite aus.
    > Bedeutet: Der Luftwiderstand steigt quadratisch zur Geschwindigkeit, d.h.
    > bei doppelter Geschwindigkeit haben wir es mit vierfachen Luftwiderstand zu
    > tun.
    >
    > Zur Zeit ist, wie der Autor bemerkte, Planung wichtig. Jedenfalls solange
    > die Infrastruktur noch nicht für E-Mobilität ausgelegt ist. Ich fahre seit
    > 2 Wochen rein elektrisch und dabei hauptsächlich im urbanen Raum. Neben dem
    > Navi im Auto, das mir die Ladestationen anzeigt, habe ich noch die App von
    > goingelectric installiert, welche das Ladenetz komplettiert. Weiterhin habe
    > ich mir frühzeitig eine Ladekarte von TheNewMotion organisiert, welche fast
    > überall funktioniert. Damit hatte ich bisher noch keinerlei Probleme. Auch
    > Überlandfahrten klappten einwandfrei, wenn man denn am Ziel schon eine
    > Lademöglichkeit (gerade in Brandenburg!) identifiziert. Als Backup habe ich
    > immer einen Ladeziegel dabei, der (immerhin) 3,6kwh ins Auto
    > transportiert.
    >
    > Was sich ändern muss?
    > 1.) Das Ladenetz muss deutlich ausgebaut werden. In Berlin bin ich soweit
    > zufrieden, alles drumherum ist mit der erwähnten Reichweitenangst
    > verbunden.
    > 2.) Es gibt sicherlich großen Innovationsspielraum bei den Akkus. Momentan
    > komme ich mit einer Ladung realistisch im Winter 200km weit. Für mich
    > reicht es dicke, denn längere Fahrten erledige ich mit einem Mietauto.
    > 400km wären besser. Mehr will ich gar nicht haben, da wir es bei Akkus ja
    > mit Kapazitätsverlusten zu tun haben.

    Schon die Ungewissheit, ob denn die in der App angezeigte Ladestelle auch wirklich Strom hergibt, ist für die Elektromobilität tödlich. Da müssten noch Bewertungsfunktionen dazu, damit man als Ortsfremder auch sieht, ob es sich lohnt, Energie für eine vermeintlich funktionierende Ladesäule zu verschwenden.
    Gut, dass Du sagst du seist nur im Stadtgebiet Berlins unterwegs und dass alles außerhalb sehr dünn besetzt ist. Doch es gibt noch genügend Leute, die verkünden, 100 km Reichweite wären ausreichend und niemand brauche mehr. Alleine die zu geringe Reserve, wenns darum geht nicht ein paar Kilometer vor der Ladesäule liegenzubleiben, spricht gegen solche geringen Speicherkapazitäten.
    Bei den Verbrennern kann ich zur Not auch mal ein paar Liter Brennspiritus oder Pflanzenöl reingießen, je nach Motortyp, um weiterzukommen. Ich wüsste aber nicht, wie man einem liegengebliebenen genügend Energie liefer kann, um die Reststrecke zurückzulegen. Da müssten der ADAC mit großen Akkus auf der Ladepritsche anrücken, die auch hinreichend schnell, also mit großen Ladestromstärken, den Havarierten genügend Saft liefern.

  4. Re: Soviel dazu

    Autor: howe 06.12.17 - 20:44

    Icestorm schrieb:
    > Schon die Ungewissheit, ob denn die in der App angezeigte Ladestelle auch
    > wirklich Strom hergibt, ist für die Elektromobilität tödlich. Da müssten
    > noch Bewertungsfunktionen dazu, damit man als Ortsfremder auch sieht, ob es
    > sich lohnt, Energie für eine vermeintlich funktionierende Ladesäule zu
    > verschwenden.

    Die App, die ich verwende und die sich auf das Material von goingelectric beruft, kann das.

    > Gut, dass Du sagst du seist nur im Stadtgebiet Berlins unterwegs und dass
    > alles außerhalb sehr dünn besetzt ist. Doch es gibt noch genügend Leute,
    > die verkünden, 100 km Reichweite wären ausreichend und niemand brauche
    > mehr. Alleine die zu geringe Reserve, wenns darum geht nicht ein paar
    > Kilometer vor der Ladesäule liegenzubleiben, spricht gegen solche geringen
    > Speicherkapazitäten.

    Ich bin auch der Meinung, dass für bestimmte Anwendungsfälle 100km Reichweite genug sind. Dazu gehören Lieferdienste, Busse, Post etc.- alles, was eine Homebase hat, wo die Fahrzeuge geladen werden können. Auch für einige Pendler kann das interessant sein, wenn sie die Möglichkeit haben, zuhause und ggf. auf Arbeit zu laden. Im Übrigen werden Unternehmen dabei auch finanziell unterstützt.

    Ich meine explizit jedoch nicht die Leute die glauben, dass sie mit nur einem E-Fahrzeug sämtliche Fahrten und Reisen erledigen können. Das ist m.E. nach heute noch nicht möglich.

    > Bei den Verbrennern kann ich zur Not auch mal ein paar Liter Brennspiritus
    > oder Pflanzenöl reingießen, je nach Motortyp, um weiterzukommen. Ich wüsste
    > aber nicht, wie man einem liegengebliebenen genügend Energie liefer kann,
    > um die Reststrecke zurückzulegen. Da müssten der ADAC mit großen Akkus auf
    > der Ladepritsche anrücken, die auch hinreichend schnell, also mit großen
    > Ladestromstärken, den Havarierten genügend Saft liefern.

    ...oder einen Dieselgenerator mitschleppen ;-)

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