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Probleme waren absehbar

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  1. Probleme waren absehbar

    Autor: iCmdr 06.12.17 - 18:22

    Wenn man so manchen Hype-Artikel oder Kommentar liest, könnte man meinen, dass der E-Durchbruch kurz bevor stehe. Dabei kann man sich mit logischem Denken schnell klarmachen, dass weder hierzulade noch woanders aktuell auch nur eine annähernd ausreichende Infrastruktur vorhanden ist. Klarmachen kann man sich das, wenn man mal darüber nachdenkt wie viel Zeit und Aufwand man in einer beliebigen größeren Innenstadt aufwenden muss, um nur einen Parkplatz, also einen reinen Stellplatz, zu finden. Bezahlt oder unbezahlt spielt dabei kaum eine Rolle. Die Kapazitäten sind erschöpft.

    Und nun würden die Parkplätze auch noch über die geeignete, genormte Ladetechnik verfügen müssen. Bis das soweit ist, die Preise auf ein Maß sinken, welches Mainstream-Käufer überzeugt, die Akkutechnik nicht mehr nur glorifizierte, aneinandergereihte Notebookbatterien sind, deren Kapazität auch für Langstrecken und längeranhaltende Sprints ausreichend ist, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Die Infrastruktur anderer Länder, wie z.B. dem "Vorzeigeland" Norwegen, können nicht auf Deutschland übertragen werden. Das Land ist größtenteils nicht mit dem Auto zugänglich, das Straßennetz ist nicht stark ausgebaut, da es nicht benötigt wird. Bei den klimatischen Bedingungen vor Ort setzt man bei längeren Strecken innerhalb Norwegens auf den Flugverkehr. Zudem hat das Land deutlich weniger Einwohner als Deutschland und spielt ökonomisch nicht in der gleichen Liga wie wir.

    Tesla verbrennt täglich beinahe einen 2 stelligen Millionenbetrag. Musk verfehlt permanent seine Ziele und lenkt die Leute durch andere Träumereien ab. Das funktioniert 2 oder 3 mal und dann werden die Investitionen stark zurückgehen. Musk hat sich wiederholt sehr arrogant insbesondere gegenüber den deutschen Automobilherstellern gegeben - ohne selbst wirklich zu liefern. Die Verarbeitungsqualität des Tesla ist typisch amerikanisch. Die Qualität für ein Auto, das man in dieser Preisklasse vermarkten will, wird den heutigen Qualitätsstandards nicht gerecht. Zu glauben, dass man den Vorsprung der z.B. deutschen etablierten Automobilherstellern innerhalb von 2-3 Jahren einholen oder gar überholen kann, ist grob fahrlässig und wird sich rächen. Gerade die Fähigkeit der deutschen Industrie die Autos in hohen Stückzahlen zu produzieren und eine deutlich bessere Verarbeitungsqualität zu erreichen, wird letztendlich - wenn die Zeit gekommen ist und E-Automobilität im Mainstream angekommen ist - den Unterschied ausmachen. Sofern Tesla zu diesem Zeitpunkt noch unabhängig ist und nicht schon von etablieren Herstellern übernommen wurde.

  2. Die Lösung auch

    Autor: Der Supporter 06.12.17 - 18:44

    Die E-Mobilität wird sich durchsetzen, früher oder später. Es kommt nur auf den Ölpreis an.

  3. Re: Probleme waren absehbar

    Autor: Anonymer Nutzer 06.12.17 - 18:55

    > Wenn man so manchen Hype-Artikel oder Kommentar liest, könnte man meinen,
    > dass der E-Durchbruch kurz bevor stehe.

    Oder man schaut sich schlicht die Realität an. Kaum ein großer Hersteller hat heute keinerlei Hybrid- oder E-Produkt im Portfolio, da reden wir noch nicht über kleinere Spezialisten und Vorreiter. Was außer der großflächigen Wachablösung des Verbrenners sollte man sonst daraus ablesen?
    Natürlich gehen wir nicht noch drei mal schlafen und dann ist Elektro-Weihnachten. Ein bisschen Zeit und ein paar große und kleine zu nehmende Hürden wird es schon brauchen.
    Nissan bietet sogar eine Umtauschoption an, sollten ihre Diesel ein Innenstadt-Fahrverbot bekommen. Neben der Reichweiten- geht auch die "Diesel-Angst" um. Das wäre ja kaum ein Thema, wenn E-Autos keinerlei Alternative zu irgendwas wären und alle Welt auf Verbrenner schwöre.

    Genauso wie nie 100% aller Menschen ein Auto haben (oder wenigstens nutzen) werden, so werden auch nicht alle Autos E-Autos sein. Man darf den Erfolg oder Misserfolg einer Technologie aber nie an einer Alles-oder-Nichts-Skala bemessen. "100% E-Autos oder es war ein Fail" ist halt unrealistisch.

  4. Re: Probleme waren absehbar

    Autor: iCmdr 06.12.17 - 21:07

    Deswegen sagte ich ja, dass es noch ein paar jahre dauern wird. Die Japaner beispielsweise, u.a. Toyota, setzen stärker auf Wasserstoffantriebe anstatt auf Batteriespeicher. Der Verbrennungsmotor wird langsam aussterben, wobei die Betonung auf langsam liegt. Das Problem an der Debatte, gerade in Deutschland, ist z. B., dass uns deutschen Automobilherstellern Tesla davon laufen würde. Und gerade das ist natürlich Unsinn. Tesla hat dafür viel zu wenige Fahrzeuge verkauft. Das wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern. Vor einigen Monaten wurden dort viele Projektleiter und Ingenieure gefeuert. Das sieht eher nach einem Verzweiflungsschrei und Signal für die Anleger aus, als das es wirklich etwas an der Situation ändern würde. Das Problem mit Tesla ist, dass es aktuell fast zum Synonym für Elektroautos geworden ist. Alles auf Pump finanziert und mit sehr wenig Erfahrung. Die Aktionäre sind nur an Dividende interessiert. Wenn Tesla die angekündigten Stückzahlen des Model 3 nicht liefern kann, wird er Hahn abgestellt und Tesla geht bankrott. An sich nicht das Problem, aber da Tesla zum aktuellen Synonym der Branche auch gerade dank einer Apple-ähnlichen Fankultur geworden ist, färbt das auf das Image der E-Mobilität ab. Zwar ist diese Wirkung nicht von permanenter Dauer, aber lange genug um gehörige Skepsis anzurichten, die sich im Kaufinteresse niederschlagen würde. Ähnliches kann man bei einer anderen Technologie beobachten, Virtual Reality. Auch wenn das ein anderes Feld sein mag, so ergeben sich in der Adoption der Technologie diverse Gemeinsamkeiten. VR wird sich dann durchsetzen, wenn die Auflösung und die FOV hoch genug sind, um den Screendooreffekt zu beseitigen. Natürlich muss die Hardware diese hohen Auflösungen mit hohen Bildraten berechnen können. Bei der E-Mobilität geht es um andere Parameter. Reichweite, Ladedauer, Preis, Infrastruktur. Und leider sind weder die Reichweite hoch genug, noch die Ladedauer kurz genug, der Preis für Durchschnittsbürger attraktiv genug, noch die Infrastruktur aktuell gut genug.

    Aktuell ist das ganze nicht mehr wie ein teures und nerviges Spielzeug, das nach einiger Zeit in der Ecke steht und obsolet ist.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.17 21:13 durch iCmdr.

  5. Re: Probleme waren absehbar

    Autor: Anonymer Nutzer 06.12.17 - 21:24

    > Die Japaner
    > beispielsweise, u.a. Toyota, setzen stärker auf Wasserstoffantriebe anstatt
    > auf Batteriespeicher.

    Keine Alternative, wie ich finde.

    > Das Problem an der Debatte, gerade in
    > Deutschland, ist z. B., dass uns deutschen Automobilhertellern Tesla davon
    > laufen würde.

    Tesla macht Autos, während VW eine Studie nach der anderen auf Drehtellern der nächstbesten Automesse rotieren lässt. Und der e-Golf ist buchstäblich ein Golf, dem man das "e" mit einem Bindestrich ankleben musste. Teslas sind schon auf dem Zeichenbrett E-Autos.

    > Und gerade das ist natürlich Unsinn. Tesla hat dafür viel zu
    > wenige Fahrzeuge verkauft.

    Das ist nicht so relevant, denn es geht weniger um verkaufte Einheiten, sondern darum, was darin steckt.

    > Das
    > Problem mit Tesla ist, dass es aktuell fast zum Synonym für Elektroautos
    > geworden ist. Alles auf Pump finanziert und mit sehr wenig Erfahrung.

    Auch da muss man gegenhalten: was macht denn die etablierte Konkurrenz? Steuersoftware fälschen und Heckklappen erfinden, die mit "Fußwedeln" aufgehen. ;-)
    Und wenn Tesla kein Kapital aus 125 Jahren Automobilbau hat, wo, außer "auf Pump", soll's denn herkommen?

    > Die
    > Aktionäre sind nur an Dividende interessiert. Wenn Tesla die angekündigten
    > Stückzahlen des Model 3 nicht liefern kann, wird er Hahn abgestellt und
    > Tesla geht bankrott.

    Lass die Kristallkugel mal beiseite. Das führt zu nichts.

    > färbt das auf das Image der E-Mobilität ab.

    Was ist denn so schlimm daran, dass Teslas fahren und funktionieren? Hat man den Kunden Schlangenöl verkauft?

    > Bei der E-Mobilität geht es um andere
    > Parameter. Reichweite, Ladedauer, Preis, Infrastruktur. Und leider sind
    > weder die Reichweite hoch genug, noch die Ladedauer kurz genug, der Preis
    > für Durchschnittsbürger attraktiv genug, noch die Infrastruktur aktuell gut
    > genug.

    Infrastruktur baut sich nicht ohne Nachfrage. Reichweite lässt sich nicht mit einem Klick auf "Erforschen" steigern oder indem man eine "+1 auf Reichweite"-Karte zieht. Der Preis ist auch tendenziell höher, je kleiner die Stückzahl und je "exotischer" die Hardware. Nochmal: Autohersteller der alten Garde pflegen ihr Handwerk jetzt seit einem Jahrhundert, natürlich wird man da effizienter, wenn man immer das gleiche in einer anderen Farbe baut.

    > Aktuell ist das ganze nicht mehr wie ein teures und nerviges Spielzeug, das
    > nach einiger Zeit in der Ecke steht und obsolet ist.

    Nö, viel zu kurz gegriffen trotz des sehr langen Posts.

  6. Re: Probleme waren absehbar

    Autor: androidfanboy1882 06.12.17 - 22:13

    wo ist der verdammte +1 Button?

    Sehr gut!

  7. Re: Probleme waren absehbar

    Autor: iCmdr 07.12.17 - 07:20

    >> Das ist nicht so relevant, denn es geht weniger um verkaufte Einheiten, sondern darum, was darin steckt.

    Erzähl das mal den Investoren. Tesla erreicht nicht einmal die Ziele, die sie sich selbst gesteckt haben. Um die Firma und deren Mitarbeiter sorgen sich Investoren nicht. Das mag vor 30 Jahren noch anders gewesen sein, als Aktienanteile noch mehrere Monate gehalten wurden. Heute sind es wenige Sekunden. Die Autos müssen auf die Straße. Etablierte Hersteller haben die Infrastruktur und das Know-how dafür. Die Tatsache, dass bislang kaum namenhafte deutsche, japanische (Toyota) oder gar amerikanische (GM) Konkurrenten ernsthaft alle Kräfte bündeln und E-Autos bauen, liegt nicht daran, dass sie diese nicht bauen könnten. Der Bau von Autos mit E-Antrieb ist im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Otto- oder Dieselmotor sogar mit deutlich weniger Aufwand verbunden, da die E-Motoren funktionsbedingt einfacher konzipiert sind. Die Herstellung dieser Motoren wird in Zukunft in Billiglohnländer ausgelagert werden, wo sie günstiger produziert werden können. Natürlich arbeiten aktuell alle Hersteller an der Konzeption zukünftiger E-Autos, aber bis zur Herstellung und dem Verkauf signifikanter Mengen werden noch etliche Jahre vergehen. Die Tatsache, dass die Motoren leichter zu fertigen sind oder gar zugekauft werden können, hat etliche kleine Startups auf den Plan gerufen, die die Karosserie mittels 3D-Drucktechnik fertigen. Es wird dementsprechend viel Kunststoff verbaut, was der Sicherheit und Verarbeitungsqualität nicht gerade zuträglich ist. Auch fehlt es diesen an Know-how. In traditionellen Karosseriebau-Prozessen mit hochwertigen Materialen kann man von dieser einfachen Prototyping-Methode nur träumen. Das Länder wie China sowohl harte als auch weiche Standortfaktoren haben, dürfte hinlänglich bekannt sein. Trotzdem schafft es China bis heute nicht ein ernstzunehmendes Fahrzeug auf den Markt zu bringen, das beim Crash-Test keine gravierenden eklatanten Sicherheitsmängel aufweist, die zum Großteil tödliche Folgen für die Insassen hätten. Dabei hatten die Chinesen genug Zeit und Gelegenheit Fahrzeuge anderer Hersteller reverse zu engineeren oder dieses sogar oftmals durch Industriespionage direkt zu stehlen. Warum ist das also so? Nun, die Fertigungsprozesse sind mindestens genauso wichtig wie das Design bzw. die Konstruktion. Und hier haben nicht nur Chinesen Probleme mit, sondern auch Tesla. Ein Ingenieurskollege arbeitet für eine Firma, die Tesla Automations- und Fertigungstechnik verkauft. Tesla wollte Kosten sparen und die Hardware selbst im neuen Werk in den USA aufbauen und in Betrieb nehmen. Fachpersonal habe man engagiert, so Tesla. Normalerweise ist die Regel, dass man mit dem Hersteller Full-Service-Verträge eingeht, damit diese dann Aufbau, Inbetriebnahme und Wartung übernehmen. Das ging natürlich gründlich in Hose. Also schloss Tesla einen Vertrag ab und die deutschen Techniker und Ingenieure wurden ins Werk in die USA entsandt. Dort angekommen, fanden sie chaotische Bedingungen vor. Die meisten Maschinen standen noch unausgepackt herum. Die anderen haben sie geöffnet und versucht aufzubauen, wobei gleich mehrere dabei durch unsachgemässe Nutzung beschädigt wurden und Teile abhanden gekommen sind.

    >> und Heckklappen erfinden, die mit "Fußwedeln" aufgehen.

    Nun, das ist ein von den Kunden sicherlich als nützlicher eingestuftes Feature als die automatisch in der Türversenkung verschwindenden Türgriffe. Die cw-Wert-Optimierung muss bestimmt ganze 0.000001 % betragen. Ein echtes Must-have!

    >> Was ist denn so schlimm daran, dass Teslas fahren und funktionieren?

    Und die Autos anderer Hersteller funktionieren etwa nicht? Irgendwie eine Grundvoraussetzung für Autos. Die Kritik bezieht sich darauf, dass Tesla gehyped wird und nicht liefert. Weder bei den Stückzahlen, noch bei der Qualität von Interieur und Exterieur. Das geht sogar soweit, dass Tesla nun die Endmontage bestimmter Teile beim Händler durchführen lassen will bzw. offensichtlich muss. Ich hatte das Vergnügen ein Model S knapp eine Woche zu fahren. Das Design ist, wer hätte es gedacht, amerikanisch. Natürlich Geschmacksache, aber es gibt Gründe, warum viele Modelle ich den USA und umgekehrt gar nicht erst angeboten werden bzw. keinen Absatz finden. Im Vergleich mit einer S-Klasse, die preislich in der gleichen Region lag, zieht Tesla den kürzeren. Wobei es wirklich keiner S-Klasse bedarf, um das zu schaffen. Der Tesla war wenige Wochen alt, es gab aber u.a. bereits Probleme mit den Türen, die nicht immer zuverlässig geschlossen haben und aufgrund fehlender Sensoren eine sogar gesundheitsgefährliche Zuzugsautomatik besitzen, knarzende Funktionselemente, Probleme mit dem Gurtstraffer. Dazu Spaltmaße jenseits von Gut und Böse. Das, was zur Beliebtheit des Autos beigetragen hat, ist die motor-bedingte schnelle Beschleunigung dank schnell anliegendem Drehmoment. Das wird aber kein Alleinstellungsmerkmal sein und in anderen E-Autos ähnlicher Preisklasse ebenfalls so sein.

    Off-topic: im Artikelvideo sieht man ansatzweise wie weit die Infrastruktur ist, wenn auf einem der wenigen Ladeplätze eines VW-Händlers ein Mercedes steht und der VW-Kunde erstmal woanders nach Strom suchen darf, top, Sindelfingen freut's :-D

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