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Abwickler

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  1. Abwickler

    Autor: löwenbändiger 26.01.18 - 11:50

    Ich frage mich wie genau bea+ im Fall eines verstorbenen/vermissten Anwalts und eines anschließend bestellten Abwicklers umgeht.

    (Ich bin kein Rechtsanwalt, wenn ich hier Murks erzähle, sind Korrekturen gerne gesehen)

    Nehmen wir mal an, ein RA wird vermisst und wenige Tage später tot aufgefunden. Nun müsste doch das Gericht einen Abwickler bestellen, der Zugriff auf alle Unterlagen der Kanzlei des Verstorbenen erhält. Ich schätze mal auch auf die Briefe, die seit dem Verschwinden des Anwalts eingegangen sind.

    Im Fall von bea hat der Abwickler theoretisch keinen Zugriff auf die Smartcard bzw. das Passwort. Wie genau werden nun die Mails, die bislang für den verstorbenen RA verschlüsselt wurden, von den Absendern erneut für den Abwickler verschlüsselt? Soll der Abwickler in das bea-Postfach der Kanzlei schauen, alle Mails bis zu einem bestimmten Datum heraussuchen, die gehen dann an den Absender zurück mit der Bitte, die nochmal zu verschicken, aber dann für den Abwickler? Oder übersehe ich da eine einfachere Möglichkeit?

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass das zulässig oder praktikabel sein soll.

  2. Re: Abwickler

    Autor: realLaotse 26.01.18 - 12:07

    Weniger das Gericht, hier ist die örtlich zuständige Rechtsanwaltskammer für die Vertreterbestellung zuständig. Aber - im Grunde ist die Variante die einzige, welche eine Konstruktion a la beA in der jetzigen Form unter Umständen rechtfertigen würde.

    Nur ist dies - wie sagt man zwo schön - realitätsfern. Zum einen gibt es das Problem schon länger - wenn z.B. RAin Hinfällig ihre Akten auf ihrem Server verschlüsselt ablegt, als Einzelanwältin ohne Personal tätig ist und - wie durch die BRAO vorgesehen - einen Vertreter eingetragen hat; trotz allem indes plötzlich verstirbt und keiner das Passwort für den Server hat. Was tun? Gibt dazu einen schönen juristischen Fachbegriff "allgemeines Lebensrisiko" - umgangssprachlich auch "shit happens" genannt. Wenn keiner an die Daten rankommt weil der einzige Schlüssel mit RAin Hinfällig verschwunden ist, dann kommt halt keiner an die Daten ran. Shit happens.

    Bitte eins in dem ganzen Durcheinander zu beachten: die wesentliche Kommunikation findet meist zwischen RA und Mandant statt, weniger zwischen RA und Gericht. Und der Teil der Kommunikation ist durch das beA überhaupt nicht angetastet.

  3. Re: Abwickler

    Autor: löwenbändiger 26.01.18 - 12:37

    Gibt es für RA keine Auflagen dafür zu sorgen, dass im Fall einen plötzlichen Ablebens ein Vertreter oder Abwickler an alle nötigen Daten herankommt?

    Dann muss man meiner Meinung nach schon dazwischen unterscheiden, ob eine RAin ihren Auflagen nicht nachgekommen ist oder ob ein System eingesetzt wird, dass diese Möglichkeit aufgrund der Architektur nicht unterstützt.

  4. Re: Abwickler

    Autor: realLaotse 26.01.18 - 13:29

    Darauf ein eindeutiges: kommt darauf an.
    Wenn Anwalt mit seiner Kanzlei in Flammen aufgeht ist halt nix mehr da. Da hilft ein Vertreter auch nicht.
    Auch kann ich der Anwältin nicht vorschreiben, wie sie ihren Beruf auszuüben hat, solange dieses lege artis erfolgt.

    Grundsätzlich kann die Kammer einen Vertreter bestimmen der auch das Recht hat, alle relevanten Unterlagen einzusehen bzw. überantwortete Gegenstände in Besitz zu nehmen (steht zumindest in der BRAO). Doch zu beachten ist das besondere Vertrauensverhältnis Anwalt - Mandant. Hier kann nicht einfach durch Dritte, und sei es die Kammer, ein vollwertiger "Ersatz" bestimmt werden, ohne dass eine gesonderte Zustimmung der Mandanten vorliegt.

    Und manchmal gilt wieder der Grundsatz "shit happens", so dass anerkannt wird, dass gewisse Lebensbereiche auch nicht regulierbar sind, bzw. eine Regulierung einen Eingriff in die Freiheitsrechte bedeuten würde, welcher insgesamt schwerer wiegt.

    Im normalfall hast du als Mandant im Grunde sämtliche Unterlagen, welche du dem Anwalt vorgelegt hast ja bei dir, gleichermaßen wird der Anwalt dir eine Abschrift sämtlicher Korrespondenz zukommen lassen. Damit kannst du als Mandant in solchen Fällen im Grunde zu jedwedem Anwalt gehen und dieser kann dann mehr oder minder da weiter machen wo der vorherige Anwalt aufhörte.

    Wenn du hingegen die ganzen Briefe deiner Anwältin hinter dich geschmissen hast - ganz ehrlich, dann ist dass alleine dein Problem :)

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