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Nur Linus soll klagen können?

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  1. Nur Linus soll klagen können?

    Autor: blub19 05.03.18 - 11:54

    Ich sehe nicht ein, warum nur die Person, die mit einem Projekt angefangen hat als einziger Urheber angesehen werden soll. Die Anderen sind auch Urheber von Teilkomponenten. Es währe etwas anderes, wenn es einen Vertrag geben würde, der dem Maintainer das alleinige Vertretungsrecht für das Projekt gibt. Da es sowas aber nicht gibt, sind das alles Urheber, die ihre Rechte Wahrnehmen können.

  2. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 12:14

    So ist es ja auch. Die Aussage zu Linus im Artikel ist eine Privatmeinung.

  3. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: AllDayPiano 05.03.18 - 12:18

    Ein kleiner Vergleich aus der Musikbranche: Ein Künstler schreibt ein Lied. Das hat die Tonfolge C-E-G-C-D-G und der Gesang G-G-G-F-E-D. Er ist Urheber dessen. Im deutschen Recht ist eine Urheberschaft nicht übertragbar. Es kommt also ein weiterer Künstler, macht ein Cover davon. Er übersetzt den Text ins Deutsche. Er ist zwar Urheber der deutschen Fassung, hat aber dennoch keine Rechte daran, weil as Urheberrecht dies dem Originalkünstler zugesteht. Jetzt kommt der nächste, und tauscht das Klavier mit Geigen, macht das Lied um die Hälfte langsamer, übersetzt den Text ins Spanische. Das Wesen bleibt auch hier das gleiche, sodass auch dieser neuen Künstler kein Urheberrecht geltend machen kann. Ein weiterer Musiker findet das Lied zu kurz, und dichtet eine neue Strophe dazu.

    Alle Künstler der Neufassung können keine Gebühren einfordern, weil die Urheberschaft beim Originalkünstler bleibt.

    Ähnlich verhält es sich hier auch. Jemand hat zwar das System erweitert, aber nichts eigenständiges draus gemacht. Es ist also keine Neuschöpfung, sondern lediglich eine Interpretation.

  4. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: pumok 05.03.18 - 12:19

    Ich sehe auch nicht ein, warum nur Linus klagen dürfen soll.
    Umgekehrt finde ich es aber auch nicht in Ordnung, wenn jeder, der mal ein paar Zeilen für Linux geschrieben hat "im Namen von Linux" klagen darf.
    Ich kenne mich viel zuwenig aus mit Open Source Lizenzen, aber als Laie frage ich mich, warum macht man das nicht ähnlich wie bei Unternehmen? Da kann ja auch kein Angestellter privat klagen. Das Unternehmen klagt und bestimmt seine Vertreter vor Gericht. So müsste das Linux Konsortium Personen bestimmen, welche die Interessen der Gemeinschaft vor Gericht vertreten dürfen.
    Das würde auch das Problem mit der persönlilchen Bereicherung lösen, da der Schadenersatz nicht von einer Privatperson eingefordert würde.

  5. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 12:26

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein kleiner Vergleich aus der Musikbranche: Ein Künstler schreibt ein Lied.
    > Das hat die Tonfolge C-E-G-C-D-G und der Gesang G-G-G-F-E-D. Er ist Urheber
    > dessen. Im deutschen Recht ist eine Urheberschaft nicht übertragbar. Es
    > kommt also ein weiterer Künstler, macht ein Cover davon. Er übersetzt den
    > Text ins Deutsche. Er ist zwar Urheber der deutschen Fassung, hat aber
    > dennoch keine Rechte daran, weil as Urheberrecht dies dem Originalkünstler
    > zugesteht. Jetzt kommt der nächste, und tauscht das Klavier mit Geigen,
    > macht das Lied um die Hälfte langsamer, übersetzt den Text ins Spanische.
    > Das Wesen bleibt auch hier das gleiche, sodass auch dieser neuen Künstler
    > kein Urheberrecht geltend machen kann. Ein weiterer Musiker findet das Lied
    > zu kurz, und dichtet eine neue Strophe dazu.
    >
    > Alle Künstler der Neufassung können keine Gebühren einfordern, weil die
    > Urheberschaft beim Originalkünstler bleibt.
    >
    > Ähnlich verhält es sich hier auch. Jemand hat zwar das System erweitert,
    > aber nichts eigenständiges draus gemacht. Es ist also keine Neuschöpfung,
    > sondern lediglich eine Interpretation.

    In sich schlüssig, trotzdem Quatsch. Von Begriffen wie Miturheber, Urhebergemeinschaft, Schöpfungshöhe usw hast du offensichtlich noch nichts gehört. Wäre das Urheberrecht so simpel, dass man das anhand eines kurzen Beispiels erschöpfend umreißen könnte, dann müsste man nicht Jura studieren um zum Urheberrecht beraten zu können.

  6. Was aber wenn ein neue Tonfolge integriert wird?

    Autor: t_e_e_k 05.03.18 - 12:33

    Wenn ein anderer Musiker eine zusätzliche Strophe mit neuen Melodien und Tonfolgen anhängt. Diese werden dann wiederum von anderen weiter genutzt und darauf aufbauend ganze lieder geschrieben.
    Dann gehört diese neue Melodie dem, der das ursprüngliche Lied geschrieben hat? Mit welcher Begründung?

  7. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: AllDayPiano 05.03.18 - 12:36

    Linus hat keine Miturheber. Also fällt das schonmal raus. Auch eine Urhebergemeinschaft war er nicht, als er Linux entwickelte. Die Schöpfungshöhe hat er nachweißlich erreicht.

    Also was willst Du jetzt eigentlich sagen?

    Dass das Urheberrecht kompliziert ist, stellt niemand in Abrede. Mein Beitrag war nur eine Analogie, die Gegenseite zu verstehen. Und glaube mir: Die Firma wird durch fähige Anwälte vertreten, die das so sehen, sonst würden sie nicht klagen. Und ich gehe davon aus, dass diese Anwälte ihr Jurastudium abgeschlossen haben ;-)

  8. Re: Was aber wenn ein neue Tonfolge integriert wird?

    Autor: AllDayPiano 05.03.18 - 12:37

    Nein, dann gehört diese neue Strophe mit der neuen Melodie durchaus dem neuen Urheber. Nur macht das halt keiner, eine Strophe eines komplett eigenen Liedes in ein bestehendes Hineinzufrickeln, weil das (mit verlaub) echt scheiße klingt.

  9. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Keridalspidialose 05.03.18 - 12:46

    Anders.

    Du drehst einen Film. Mit einer Tanzchoreographie, Musik, etc.

    Der Regiseur ist nicht der Urheber der Choreographie. Und auch nicht der Musik. Die Rechte daran haben der Choreograph und der Komponist. Der Filmemacher hat ein Nutzungsrecht.

    ___________________________________________________________



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.18 12:47 durch Keridalspidialose.

  10. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: PineapplePizza 05.03.18 - 13:05

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein kleiner Vergleich aus der Musikbranche: Ein Künstler schreibt ein Lied.
    > Das hat die Tonfolge C-E-G-C-D-G und der Gesang G-G-G-F-E-D. Er ist Urheber
    > dessen. Im deutschen Recht ist eine Urheberschaft nicht übertragbar. Es
    > kommt also ein weiterer Künstler, macht ein Cover davon. Er übersetzt den
    > Text ins Deutsche.

    Linux ist aber kein Lied sondern eine ganze Liedersammlung. Linux ist fast komplett modular aufgebaut und einzelne Module kannst du eben laden oder eben nicht (lsmod - insmod - rmmod).

    Wenn morgen jemand ein neues Dateisystem erfindet, von dem Linus Torvalds noch nie was gehört hat, dann wird Linus Torvalds niemals nicht der Urheber dieses Dateisystems, bloß weil dessen Entwickler gnädigerweise ein Linux-Modul dafür bereitstellt...

    Linus hat ein Grundgerüst hingestellt (guckt mal, es bootet!) und alles weitere war ein Gemeinschaftsprojekt. Eine Person alleine kann das auch gar nicht stemmen, was in Linux alles drin steckt.

    Und dann ist Linux immer noch nur der Kernel, das ganze Userland... hat mit Linus Torvalds erstmal weiter nichts am Hut.

    Das ist ein ganzer Konzertsaal voller Urheber, nicht ein Kopf.

  11. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 13:11

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Linus hat keine Miturheber. Also fällt das schonmal raus. Auch eine
    > Urhebergemeinschaft war er nicht, als er Linux entwickelte. Die
    > Schöpfungshöhe hat er nachweißlich erreicht.
    >
    >

    Es geht nicht um den Urcode, der hier strittig verwendet wurde. Bei dem verwendeten Code ist es, je nach Betrachtung, eine Urhebergemeinschaft oder es handelt sich um eigenständige, lediglich verbundene Werke, deren Urheber dann eigenständige Rechte an ihren Modulen haben.

    Und deine Vorstellungen von "Interpretationen", vergiss Mal lieber schnell, dito irgendwelche schiefen Vergleiche. Zu Code gibt's eigene Rechtsprechung und Paragraphen, zu Musik wieder andere.

  12. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: schily 05.03.18 - 13:40

    Torvalds hat einen so geringen Anteil am Quellcode, daß er gar nicht klagen könnte.

  13. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Dino13 05.03.18 - 13:50

    Ab wie viel Zeilen darf man denn bitte klagen?
    Immer eine gute Sache SE auf die Codezeilen zu reduzieren.

  14. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 13:54

    Wenn Codezeilen in sich so umfangreich sind, dass sie prinzipiell herauslösbar sind, zB als Modul, ist es ein eigenständiges Werk und sofern das nicht möglich ist, gibt es mehrere Co-Urheher. Immer vorausgesetzt, etwas erreicht die notwendige Schöpfungshöhe, also mehr als 123abc.

  15. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: ashahaghdsa 05.03.18 - 14:04

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein Künstler schreibt ein Lied.
    > ...
    > Es kommt also ein weiterer Künstler, ... übersetzt den
    > Text ins Deutsche.
    > Er ist zwar Urheber der deutschen Fassung, hat aber
    > dennoch keine Rechte daran, weil as Urheberrecht dies dem Originalkünstler
    > zugesteht.

    Du willst mir sagen, der Originalkünstler darf dann meine deutsche Übersetzung verwenden, ohne mich zu fragen und Lizenzgebühren zu bezahlen? Ist das wirklich so? Klingt für mich irgendwie absurd. So bald meine Leistung die Schöpfungshöhe erreicht, sollte ich doch Urheberrecht auf diesen Teil bekommen. Eine billige 1 zu 1 Übersetzung reicht da sicher nicht, aber wenn ich das passend Umstelle, damit es sich weiterhin reimt... Na ja, das Urheberrecht des Inhalts bleibt natürlich beim Originalkünstler. Oder vielleicht deutlicher, ich mach eine völlig neue Melodie zu einem bestehenden Liedtext. Da hab ich doch wohl das Urheberrecht an der Melodie!?!

  16. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: AllDayPiano 05.03.18 - 14:20

    Wir werden sehen ;-)

  17. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: Anonymer Nutzer 05.03.18 - 14:23

    ashahaghdsa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > AllDayPiano schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein Künstler schreibt ein Lied.
    > > ...
    > > Es kommt also ein weiterer Künstler, ... übersetzt den
    > > Text ins Deutsche.
    > > Er ist zwar Urheber der deutschen Fassung, hat aber
    > > dennoch keine Rechte daran, weil as Urheberrecht dies dem
    > Originalkünstler
    > > zugesteht.
    >
    > Du willst mir sagen, der Originalkünstler darf dann meine deutsche
    > Übersetzung verwenden, ohne mich zu fragen und Lizenzgebühren zu bezahlen?
    > Ist das wirklich so? Klingt für mich irgendwie absurd. So bald meine
    > Leistung die Schöpfungshöhe erreicht, sollte ich doch Urheberrecht auf
    > diesen Teil bekommen. Eine billige 1 zu 1 Übersetzung reicht da sicher
    > nicht, aber wenn ich das passend Umstelle, damit es sich weiterhin reimt...
    > Na ja, das Urheberrecht des Inhalts bleibt natürlich beim Originalkünstler.
    > Oder vielleicht deutlicher, ich mach eine völlig neue Melodie zu einem
    > bestehenden Liedtext. Da hab ich doch wohl das Urheberrecht an der
    > Melodie!?!

    Stell solche Fragen lieber einem Fachmann und glaub nicht sofort empört jede Behauptung in einem Webforum (ist generell eine gute Faustregel...).

  18. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: AllDayPiano 05.03.18 - 14:26

    Ob der Originalkünstler "Dein" Werk dann verwerten kann, kann ich Dir nicht sagen.

    Fakt ist: Du als Urheber der Neuinterpretation darfst sogar noch Gebühren dafür zahlen, die dann der Urheber kassiert, wenn Du dein Cover dann live spielst.

    Was denkst Du, warum "Cover" oftmals Klagen der Urheber nachsich ziehen? Die Abgrenzung zwischen Dublette und Neuschöpfung ist manchmal extrem schwer. Selbst Labels, die das tagtäglich machen, liegen daneben.

    Noch ein kleiner Funfact: Wenn eine Künstlerin wie Helga Angler (Name geändert) ein neues Album produziert, gibt es brancheninterne Ausschreibungen. Jeder Künstler darf Musik einsenden, die dann auf Tauglichkeit geprüft wird. Eigentlich ist das nach dem Urheberrecht gar nicht möglich, denn hinterher steht Helga Angler selbst als Autor dar. Aber... Wo kein Kläger, da kein Richter.

    Da wird hinter verschlossenen Türen viel gedreht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.18 14:31 durch AllDayPiano.

  19. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: schily 05.03.18 - 14:28

    Genau, Torvalds hat nichts im Kern, das eigenständig Sinnvoll sein könnte.

  20. Re: Nur Linus soll klagen können?

    Autor: AllDayPiano 05.03.18 - 14:28

    Genau das wird hier aber das Problem sein. Kann ein einzelner i.V. einer Gemeinschaft auf Basis seiner Urheberschaft klagen? Falls nein, sind tatsächlich Rechte des Klägers verletzt worden? Ist der Kläger überhaupt Urheber?

    Wenn das juristisch so einfach zu bewerten wäre, dann hätte die Gegenseite längst dem Vergleich zugestimmt. Oder gleich den Schwanz eingekniffen.

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