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Fintech-Blase

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  1. Fintech-Blase

    Autor: TC 08.04.18 - 17:50

    Deutschland ist Barzahlerland.
    Ottornormal hat und will keine andere Karte außer seiner Sparkassen-girocard, und wenn man mal doch eine KK braucht, bekommt man auch diese von seiner Hausbank.

    N26 & Co haben eigentlich nur Adopter im jungen und geekigen Milieu, aber das Plateu ist bereits oder wird bald erreicht.

    Das geht noch gewaltig in die Hose...

  2. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 18:20

    TC schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deutschland ist Barzahlerland.
    > Ottornormal hat und will keine andere Karte außer seiner
    > Sparkassen-girocard, und wenn man mal doch eine KK braucht, bekommt man
    > auch diese von seiner Hausbank.

    Aber dafür waren diese Fintechs schon sehr erfolgreich beim Lobbyieren. Beispielsweise haben sie auf EU-Ebene durchgesetzt, dass alle Banken Dritten per API Zugriff auf die Kontodaten der Kunden gewähren müssen, wenn der Kunde dem zustimmt.

    Kein Wunder also, dass Goldgräberstimmung in der Branche herrscht, wenn man politisch sogar einen solchen Datenschnorchel durchsetzen kann. Jetzt muss man dem oft technisch überfordertem Kunden nur noch unterjubeln, dass diese Freigaben standardmäßig hier und da erforderlich sind und schon hat man den finanziellen Datenjackpot geknackt. Bei den vielen Leuten, die bisher schon Dienste wie Sofortüberweisung genutzt haben, mache ich mir da gar keine Sorgen, dass dieser Plan voll und ganz aufgeht...

  3. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 19:17

    Zumidnest N26 ist ja eine komplette Bank seit einiger Zeit inklusive Bank Lizenz
    Davon abgesehen scheinen sie aber bis auf die Hippe App nicht besser zu sein wie DKB oder ingDiba, eigentlich eher schlechter, da es bei N26 zumindest noch kein Tagegeldkonto gibt, Investieren kann man nur über diesen N26 Invest (der Interessanterweise schon anlegen ab 10¤ / Monat erlaubt, aber 0,99% der Anlagesumme hat (pro Jahr) aber Mindestgebühr ist 1,99¤ / Monat, also wenn ich 10¤ pro Monat ansparen kann und dann 1,99¤ Gebühren zahlen soll, da bleibt nicht wirklich etwas übrig. Bei höheren Anlagen kann es besser aussehen. https://t3n.de/news/n26-invest-731402/

    Und die anderen Fintechs ob die wirklich etwas leisten oder am Ende eh Kooperationen mit den großen Banken eingehen muss sich wohl noch zeigen

  4. Re: Fintech-Blase

    Autor: demon driver 08.04.18 - 19:19

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > TC schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Deutschland ist Barzahlerland.
    > > Ottornormal hat und will keine andere Karte außer seiner
    > > Sparkassen-girocard, und wenn man mal doch eine KK braucht, bekommt man
    > > auch diese von seiner Hausbank.
    >
    > Aber dafür waren diese Fintechs schon sehr erfolgreich beim Lobbyieren.
    > Beispielsweise haben sie auf EU-Ebene durchgesetzt, dass alle Banken
    > Dritten per API Zugriff auf die Kontodaten der Kunden gewähren müssen, wenn
    > der Kunde dem zustimmt.
    >
    > Kein Wunder also, dass Goldgräberstimmung in der Branche herrscht, wenn man
    > politisch sogar einen solchen Datenschnorchel durchsetzen kann. Jetzt muss
    > man dem oft technisch überfordertem Kunden nur noch unterjubeln, dass diese
    > Freigaben standardmäßig hier und da erforderlich sind und schon hat man den
    > finanziellen Datenjackpot geknackt. Bei den vielen Leuten, die bisher schon
    > Dienste wie Sofortüberweisung genutzt haben, mache ich mir da gar keine
    > Sorgen, dass dieser Plan voll und ganz aufgeht...

    Und dann unterstützen so hippe Buden wie Fidor oder N26 nicht mal Standards wie HBCI. Und bei beiden kann es passieren, dass einem einfach mal so ohne Grund und Anlass das Konto gekündigt wird.

    Wenn es etwas gibt, wo ich konservativ bin, dann in meinen Ansprüche an diejenigen, denen ich mein Arbeitseinkommen zur Aufbewahrung anvertraue.

  5. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 19:36

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und bei beiden kann es passieren, dass einem einfach mal so ohne Grund und
    > Anlass das Konto gekündigt wird.

    Grundsätzlich kann dir das bei fast jeder Bank passieren. Sobald die Banken auch nur einen Hauch von Geldwäscheverdacht haben, ist meist sofort Schluss - das Internet ist voll von Berichten über gekündigte Konten nach Transaktionen von Kryptocurrency-Marktplätzen. Eine Begründung gibt es dafür nie, es wird einfach mittels regulärer Kündigungsfristen die Zusammenarbeit beendet.

    Speziell bei den Startup-Banken kommt natürlich noch ein weiterer Punkt hinzu: Die haben oft kein sonderlich belastbares Geschäftsmodell. Häufig sind deren Konten kostenfrei. Allerdings entstehen denen trotzdem teils erhebliche Kosten, insbesondere für Bargeldabhebungen. Das kann man nur kompensieren, wenn man den Zugang zu den Finanzdaten des Kunden im Gegenzug nutzen kann, um ihn in weitere Geschäfte zu verwickeln, die dann die Gewinne erwirtschaften. Wenn der Kunde daran aber kein Interesse hat und stattdessen nur das kostenlose Girokonto am Ende noch recht umfangreich nutzt, dann ist das ein Minusgeschäft, welches aus Bankensicht wenig wünschenswert ist.

  6. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 20:11

    > Speziell bei den Startup-Banken kommt natürlich noch ein weiterer Punkt
    > hinzu: Die haben oft kein sonderlich belastbares Geschäftsmodell. Häufig
    > sind deren Konten kostenfrei. Allerdings entstehen denen trotzdem teils
    > erhebliche Kosten, insbesondere für Bargeldabhebungen.
    Ja das war ja auch der Grund für die Kündigungen bei N26 da gab es ja ursprünglich nur kostenloses Bargeldabheben und die Kündigungen wurden mit der "Fair Use" begründet. Nachdem es einen Massiven Shitstorm gab wegen der Kündigungen hat N26 eigentlich das System umgestellt 3 mal Kostenlos Bargeld abheben für alle Konten 5 mal für sogenannte Hauptkonten (1000¤ Eingang pro Monat oder der Kontoinhaber ist jünger wie 25 Jahre) und darüber hinaus kostet jede Abhebung 2¤
    Seit dem das eingeführt wurde gab es zumindest keine Massenhaften Kündigungen mehr.
    Wobei mitlerweile ja viele Banken derartige Einschränkungen für Bargeldabhebungen haben. Einige monatlich wie hier oder andere auch jährlich (Wüstenrotbank 24 mal pro Jahr kostenlos Bargeld abheben mit der Visa Karte)

  7. Re: Fintech-Blase

    Autor: bolzen 08.04.18 - 20:15

    Glaubst du du bist mit deiner Einzugsermächtigung soviel sicherer? Nach dem Motto hier sind meine Kontodaten aber bitte nur den Betrag für Artikel XY abbuchen, Danke!
    Oder gehörst du noch zu den eingefleischten Otto-Kunden die nur per Rechnung bezahlen?

  8. Re: Fintech-Blase

    Autor: Trockenobst 08.04.18 - 20:19

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei den vielen Leuten, die bisher schon
    > Dienste wie Sofortüberweisung genutzt haben, mache ich mir da gar keine
    > Sorgen, dass dieser Plan voll und ganz aufgeht...

    Nunja, bei uns liegen vierstellige(!) Milliarden auf Bankkonten rum die nichts tun.
    Sparbücher, kaputte Fonds, Lebensversicherungen, die alle auf 0% runtergekracht sind.

    Natürlich wird es dann lecker für die Investoren. Wenn sie nur mit 0,01% davon arbeiten könnten (natürlich gegen einen kleinen Aufpreis für ihre wichtige Tätigkeit) ist dass tatsächlich ein Jackpot.

    Oh, sie zahlen 7,99% für ihren akuten Dispo? Wir könnten ihnen den Kredit ohne Kontowechsel für 4,99% beschaffen". Das kann man beliebig weiterspinnen. DB Abbuchung für ein Zugticket. Da haben wir vielleicht was!

    Wenn man bedenkt wie viele Leute keine Ahnung von Finanzen haben, ist dies ein nahezu risikofreies Eldorado. Denn Du zahlst, du klickst, es ist dein Geld mit dem hier gearbeitet wird. Die "Fintechs" selbst brauchen keinen Cent, alles ist automatisch.

  9. Re: Fintech-Blase

    Autor: Trockenobst 08.04.18 - 20:27

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und die anderen Fintechs ob die wirklich etwas leisten oder am Ende eh
    > Kooperationen mit den großen Banken eingehen muss sich wohl noch zeigen

    Der wirkliche Jackpot bei den Fintechs liegt dort, wo es um Kredite, ungenutztes Kapital auf Sparbüchern und solche Sachen geht. Das Bankenhopping um einen Neukundenkredit zu kriegen, all diese Sachen sind zäh und letztendlich immer ein Lose-Win.

    Wenn die Fintechs dich mit einem "Apptouch" dazu bekommen den Kredit abzulösen, deine Verträge mit allerlei Firmen pünktlich kündigen, all diese Dinge. Da verdient man scheiße viel Geld, in dem man einen Monat vorher bei O2 anruft und sagt "Hey, wir haben hier 10.000 Kunden die im nächsten Monat kündigen werden. Was sollen wir denen anbieten?"

    In den USA hat das natürlich(!) schon widerliche Auswüchse. Da wird offen versteigert, was du den Kunden anbieten kannst, damit sie bleiben vs. damit sie wechseln. Der mit dem besten Angebot "gewinnt".

  10. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 20:28

    > Natürlich wird es dann lecker für die Investoren. Wenn sie nur mit 0,01%
    > davon arbeiten könnten (natürlich gegen einen kleinen Aufpreis für ihre
    > wichtige Tätigkeit) ist dass tatsächlich ein Jackpot.

    Wobei 0,01% sogar die Summe ist die man nach der Senkung im April noch bei der ingDiba bekommt (vorher waren es noch AFAIR noch 0,2%)
    Ist natürlich super wenn man für 10.000¤ am Jahresende 1¤ Zinsen bekommt, aber man bekommt immerhin noch etwas. Wobei wenn man das Geld ganz sicher eine gewisse Zeit nicht braucht gibt es dort zumindest Risikolos ja noch die Sparbriefe mit den aktuellen "super" Konditionen
    1 Jahr festlegen 0,03% Jahreszinssatz
    2 Jahr festlegen 0,05% Jahreszinssatz
    3 Jahr festlegen 0,07% Jahreszinssatz
    4 Jahr festlegen 0,10% Jahreszinssatz
    5 Jahr festlegen 0,12% Jahreszinssatz

    Aber ja bei den aktuellen Zinsen kann man es eigentlich nur an der Börse anlegen, was natürlich Risikobehaftet ist, weil so lange man unter der Inflation bleibt vernichtet man nur Geld :/

  11. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 20:33

    bolzen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Glaubst du du bist mit deiner Einzugsermächtigung soviel sicherer? Nach dem
    > Motto hier sind meine Kontodaten aber bitte nur den Betrag für Artikel XY
    > abbuchen, Danke!

    Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Mit einer Einzugsermächtigung gewährt man keinen Zugriff auf das Abrufen des Kontostands und sämtlicher Kontotransaktionen, wie das nun per API möglich werden soll bzw. vorher ebenfalls schon bei Sofortüberweisung praktiziert wurde.

    Und was die Sicherheit angeht: Prinzipiell kann auch ohne Einzugsermächtigung Geld von deinem Konto eingezogen werden. Denn üblicherweise lässt sich die Bank die Einzugsermächtigung gar nicht vorlegen. Mit Kenntnis der Kontonummer ist in der Praxis meist schon alles erfüllt, um Lastschriften einzuziehen. Deshalb kann man Lastschriften dann umgekehrt auch ohne Angabe von Gründen jederzeit zurückbuchen lassen.

  12. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 20:34

    Ob das in Deutschland klappt, bei den ganzen Versicherungsberatern die man hat. Handyverträge da wird regelmäßig dem Kunden ein neues Handy gegeben oder viele die ich kenne verwenden auch Prepaid da sie überhaupt keinen teureren Vertrag wollen / benötigen.

    Ob die Leute jetzt wirklich massiv Ihre anderen Anbieter wechseln da bin ich sehr skeptisch. Obwohl ich Leute kenne die zwischen zwei Stromanbietern hin und her wechseln um dann immer den Neukundenbonus zu bekommen und so ein paar hundert Euro pro Jahr sparen, aber die die das machen brauchen dafür keine Fintechs

    Und Kredite ablösen das kann jede Bank dafür braucht es keine Fintechs und wenn diese Fintechs wie N26 sofern dies überhaupt noch eines ist, da sie ja eigentlich eine Banklizenz haben es mir nicht mal erlaubt mein Depot dorthin zu übertragen, da ich dort keinen klassischen Aktienhandel / Fondhandel betreiben kann sehe ich dort keine Vorteile zur normalen Onlinebank

  13. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 21:00

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja das war ja auch der Grund für die Kündigungen bei N26 da gab es ja
    > ursprünglich nur kostenloses Bargeldabheben und die Kündigungen wurden mit
    > der "Fair Use" begründet. Nachdem es einen Massiven Shitstorm gab wegen
    > der Kündigungen hat N26 eigentlich das System umgestellt 3 mal Kostenlos
    > Bargeld abheben für alle Konten 5 mal für sogenannte Hauptkonten (1000¤
    > Eingang pro Monat oder der Kontoinhaber ist jünger wie 25 Jahre) und
    > darüber hinaus kostet jede Abhebung 2¤

    Das grenzt natürlich erst einmal die möglichen Verluste durch einige Starknutzer ein. Aber dauerhaft tragfähig ist das allein eben trotzdem nicht, denn es kostet immer noch Geld. Man muss also trotzdem irgendwo versuchen, das Girokonto als Türöffner zu nutzen, um dem Kunden dann auch andere Sachen zu verkaufen, mittels derer man die Kosten erwirtschaftet. Natürlich wird das nicht bei jedem Kunden gelingen. Die Frage ist, ob man diese unrentablen Kunden dann aus Imagegründen weiter mitschleppt oder ob dort irgendwann nochmals jemand mit spitzem Stift kalkuliert...

  14. Re: Fintech-Blase

    Autor: demon driver 08.04.18 - 21:25

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Und bei beiden kann es passieren, dass einem einfach mal so ohne Grund und
    > > Anlass das Konto gekündigt wird.
    >
    > Grundsätzlich kann dir das bei fast jeder Bank passieren. Sobald die Banken
    > auch nur einen Hauch von Geldwäscheverdacht haben, ist meist sofort Schluss
    > - das Internet ist voll von Berichten über gekündigte Konten nach
    > Transaktionen von Kryptocurrency-Marktplätzen. Eine Begründung gibt es
    > dafür nie, es wird einfach mittels regulärer Kündigungsfristen die
    > Zusammenarbeit beendet.

    Verstehe... Bei Fidor wäre sowas natürlich umso lustiger, weil die ja offen mit bitcoin.de zusammenarbeiten, wo man Vorteile hat, wenn man ein Fidor-Girokonto benutzt. (In dem Fall einer Kündigung bei Fidor, von dem ich erfahren habe, gab es, soweit ich mich erinnere, ein verbundenes bitcoin.de-Konto, aber keine Bitcoin-Transaktionen oder überhaupt irgendwas mit Kryptowährungen...)

    > Speziell bei den Startup-Banken kommt natürlich noch ein weiterer Punkt
    > hinzu: Die haben oft kein sonderlich belastbares Geschäftsmodell. Häufig
    > sind deren Konten kostenfrei. Allerdings entstehen denen trotzdem teils
    > erhebliche Kosten, insbesondere für Bargeldabhebungen. Das kann man nur
    > kompensieren, wenn man den Zugang zu den Finanzdaten des Kunden im Gegenzug
    > nutzen kann, um ihn in weitere Geschäfte zu verwickeln, die dann die
    > Gewinne erwirtschaften. Wenn der Kunde daran aber kein Interesse hat und
    > stattdessen nur das kostenlose Girokonto am Ende noch recht umfangreich
    > nutzt, dann ist das ein Minusgeschäft, welches aus Bankensicht wenig
    > wünschenswert ist.

    So sieht's aus. Da wünschen sie sich dann eine fleißige Teilnahme an dem ganzen Web-2.0-Scheiß, den sie da anbieten und in der "Community"...

  15. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 21:27

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber ja bei den aktuellen Zinsen kann man es eigentlich nur an der Börse
    > anlegen, was natürlich Risikobehaftet ist, weil so lange man unter der
    > Inflation bleibt vernichtet man nur Geld :/

    Sparguthaben mittels Negativzinsen oder zumindest Zinsen unterhalb der Inflationsrate zu entwerten, ist aber auch der Sinn der Sache. Denn letztlich stecken große Teile dieser Guthaben in Krediten in anderen Staaten, die man kaum noch als werthaltig bezeichnen kann. Wenn es also nicht gelingt, die Guthaben schleichend zu entwerten bzw. umgekehrt die Kredite damit auch schleichend zu tilgen, dann gibt es irgendwann den nächsten großen Knall im Finanzsystem.

    Leider funktioniert das mehr schlecht als recht, weil man Guthabenzinsen nicht beliebig ins Negative drücken kann (sonst legen sich die Leute einfach Bargeld unters Kopfkissen bzw. Banken in ihren Tresor) und umgekehrt die Inflationsrate aber auch nicht richtig ansteigt, weil das Geld, was man in die Märkte pumpt, nicht bei denen ankommt, die es sinnvoll ausgeben können, sondern nur bei denen, die schon zu viel haben und damit nur noch auf Aktien und Immobilien spekulieren können. Das sorgt auf diesen Märkten zwar für exorbitant steigende Kurse, aber werthaltig kann das nicht sein. Wenn man sich überlegt, dass sich der DAX in den 9 Jahren seit der letzten Finanzkrise verdreifacht hat, was einer jährlichen Rendite von durchschnittlich 13 % entspricht, dann ist das Realwirtschaftlich definitiv nicht gedeckt.

  16. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 21:37

    Ja aber aktuell ist es halt eine Katastrophe irgendetwas mit dem Geld zu machen ich meine wenn man jetzt Geld über hat und damit rechnet das man z.B.: in 2-3 Jahren ein neues Auto kaufen will wie legt man das Geld an. Aktien könnten kurzfristige Verluste entstehen, so das man nicht schnell an das Geld kommt. Sparbriefe da liegt das Geld fest, was passiert wenn der bisherige Wagen einen Totalschaden hat und ich mit dem Geld der Versicherung + dem ersparten einen neuen kaufen muss.
    Eigentlich bleibt doch nur das Tagegeldkonto auch wenn die Zinsen extrem mies sind.

  17. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 21:38

    Nur bietet N26 ja nicht viele andere Produkte an, zumindest noch nicht, da ist halt die Frage wie man da Geld verdienen will?
    Wobei es zur Zeit so aussieht das sie solche Kunden einfach akzeptieren jedenfalls hört man seit der Aktion von vor zwei Jahren nichts mehr von größeren Kündigungswellen

  18. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 21:56

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur bietet N26 ja nicht viele andere Produkte an, zumindest noch nicht, da
    > ist halt die Frage wie man da Geld verdienen will?

    Momentan muss man das noch nicht, denn man findet anscheinend noch ausreichend Investoren, die bereit sind, die Verluste zu tragen - in der Hoffnung, dass sich so irgendwann eine Möglichkeit auf hohe Gewinne ergibt.

    > Wobei es zur Zeit so aussieht das sie solche Kunden einfach akzeptieren
    > jedenfalls hört man seit der Aktion von vor zwei Jahren nichts mehr von
    > größeren Kündigungswellen

    Vorübergehend wird man das auch weiterhin machen. Solange man kein umfangreiches Geschäftsmodell hat, um am Kunden zu verdienen, besteht ja immer noch die Hoffnung, dass man irgendwann einen Hebel findet, mit dem man auch diese Kunden zu Gewinnbringern verwandeln kann. Zum anderen macht es sich derzeit auch bei der Investorensuche gut, wenn man zumindest hohe Kundenzahlen vorweisen kann, die auf der anderen Seite auch nur noch in überschaubarem Rahmen Geld kosten.

  19. Re: Fintech-Blase

    Autor: Mingfu 08.04.18 - 22:09

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja aber aktuell ist es halt eine Katastrophe irgendetwas mit dem Geld zu
    > machen

    Eigentlich ist das nicht so falsch, wie es derzeit läuft. Geld aufzuheben wird - in überschaubarem Maß - bestraft. Wenn man sich nämlich überlegt, dass Geld eigentlich ein Tauschmittel zur einfacheren Abwicklung des Warenhandels ist (um nicht direkte Naturalhandel vollziehen zu müssen), dann wird dieses System chronisch instabil, sobald jemand anfängt, dieses Tauschmittel zu horten. Denn umgekehrt können die damit gehandelten Waren nicht ebenso beliebig aufgehoben werden. Wenn jemand in Äpfeln spart, würde er nicht lange Freude an seinem "Vermögen" haben. Selbst Autos werden vom Rumstehen nicht besser. Nur bei Geld soll es merkwürdigerweise so sein, dass es beim Rumliegen nicht nur den Wert erhält, sondern sogar noch mehr wird. Das kann wirtschaftlich nicht ewig gutgehen.

    Und wenn man sich überlegt, dass dann staatlicherseits auch noch Risikomaximierung betrieben wird, indem man die Leute dazu bringen will, zum einen langfristig, zum anderen mit hohen Beträge in kapitalgedeckte Altersvorsorgen zu investieren, dann kann man sich schon ausrechnen, dass das schiefgehen muss...

  20. Re: Fintech-Blase

    Autor: robinx999 08.04.18 - 22:38

    Andere Banken dürfen ebenfalls solche Kunden haben gibt ja einige Online Banken die Kostenlose Giro Konten ohne Bedingung anbieten, wenn sich die Anzahl in Grenzen hält scheint das kein Problem zu sein

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