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@Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

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  1. @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: Joker86 10.04.18 - 17:00

    Schön, dass ihr euch mit der Thematik beschäftigt, aber das ist keine Analyse sondern ein IMHO. Vorweg: Als IT-Mensch bin ich auf Googles Seite, als Jurist kann ich die Entscheidung nachvollziehen.

    1. IBM . wenn ich mich recht entsinne hatte IBM eine ähnliche Sache Anfang der 1990er Jahre und dann vor der EU Kommission erklärt, dass die APIs frei genutzt werden dürfen (weil sie sonst kartellrechtlich Probleme bekommen hätten). Bzw gab es ein Urteil vom EUGH?

    2. Hier wird eine Unterscheidung zwischen Implementationscode und Deklarationscode vorgenommen... das ist juristisch schwer nachvollziehbar, warum das getan werden sollte... gerade nach US Recht, wo es ja eher Case-Law gibt...

    3. Der Artikel ist geprägt von Antipathien gegen Oracle. So sehr diese gerechtfertigt sein mögen, haben sie in einer Analyse nichts zu suchen. "Die Vermutung, dass Oracle die bei vielen Unternehmen nicht gern gesehene GPL nutzt, um proprietäre Lizenzen zu verkaufen, ist damit zumindest indirekt bestätigt." Das ist wirtschaftlich durchaus nachvollziehbar.

    4. Hier wird nun der Teufel an die Wand gemalt, bzgl. Patentrolle. So sehr sehr man das fürchten muss, muss man auch fragen: Was wäre die Alternative? Wenn jeder bei jedem "klauen" darf? Kann es auch nicht sein, Sinn und Zweck vom Urheberrecht ist ja gerade den Urheber zu schützen...

    5. Mir fehlen ein bisschen die Anhaltspunkte wonach der Federal Circuit eben nicht die Rechtssprechung des 9th Circuit angewandt hat? Bzw. worin sie sich unterscheiden, wäre doch spannend für eine Analyse...

  2. Re: @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: struberg 10.04.18 - 18:21

    > Bzw gab es ein Urteil vom EUGH?

    Gabs einige: gegen SAP, gegen MicroSoft etc.
    Sogar in den US gabs einige prominente Fälle. Zb Borland vs Lotus


    > Hier wird eine Unterscheidung zwischen Implementationscode und Deklarationscode

    Das ist ganz einfach aufzuklären: Apache Harmony ist eine clean room Implementierung die von der Beschreibung (JavaDoc) und den fertigen jar files aus nachprogrammiert wurde. Es wurden eben NICHT die Sourcen kopiert!
    Allein darum kann es eben KEINE Urheberrechtsverletzung sein.

    > Was wäre die Alternative? Wenn jeder bei jedem "klauen" darf?

    Das will keiner und steht auch nicht zur Debatte. Aber man darf sehr wohl 'kompatible' Eigenentwicklungen machen. Das ist auch bei Hardware so.
    Da gab es wirklich dutzende Entscheidungen dazu. Zb haben Autohersteller versucht gegen kompatible Nachbauten von Ersatzscheinwerfern zu klagen. Und sind mit Bomben und Granaten abgeblitzt! Warum? Weil das eben wettbewerbsverzerrend sein würde. Und exakt das gleiche trifft auch auf Software zu.
    Hast du mitbekommen was Oracle grade vor hat? Java wird ab Version 10 nur mehr 6 Monate verwendbar sein, danach muß man kommerziellen LTS bezahlen.

  3. Re: @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: grorg 10.04.18 - 20:16

    struberg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hast du mitbekommen was Oracle grade vor hat? Java wird ab Version 10 nur
    > mehr 6 Monate verwendbar sein, danach muß man kommerziellen LTS bezahlen.

    Ich dachte nach 6 Monten ist die Version EOL und wird nicht mehr aktualisiert, man kann aber dann doch auf Version 11 umsteigen, nach 6 Monaten auf Version 12 etc.?

    Klar, ist nicht immer machbar bei der Geschwindigkeit aber ich meine theoretisch.

  4. Re: @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: Joker86 10.04.18 - 20:19

    Jein - Lotus Borland ging ja um die GUI, nicht API, ich erinnere mich an etwas was speziell APIs anging, wo IBM die Hosen runterlassen musste...

    Du näherst Dich der Sache mit der "Clean Room Interpretation" vom falschen Ende... die Frage die wir uns stellen müssen ist die folgende: Was ist geschützt, der Code oder die Funktion? Bei Musik ist auch der Klang geschützt, nicht die Noten oder die Töne... daher kann auch ne Neuentwicklung das Urheberrecht verletzen...

    Stichwort: Open Source für alle vs Oracle:
    Das ist ein bisschen eine Glaubensfrage und Oracle gehört defintiv zu den unsympathischen Vertretern... Es gibt zwei Enden: Man muss Erfindungen schützen, sonst gibt es keinen Anreiz zu erfinden, und man muss Leute mit zu viel Macht beschränken... Google / Oracle ist irgendwo in der Mitte...

  5. Re: @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: struberg 10.04.18 - 21:00

    @grorg:
    > Ich dachte nach 6 Monten ist die Version EOL und wird nicht mehr aktualisiert,

    Ja, sprich wenn nach 6 Monaten eine Sicherheitslücke auftritt bist im Eck.
    Wie lange ist Java9 jetzt schon am Markt?
    Und wieviele Projekte sind in Produktion schon auf Java9 umgestiegen?

    Gegen bezahlten LTS nach 3 Jahren hätten vermutlich nicht soviele Leute was. Aber 6 Monate ist ein bisserl wenig.

    @Joker86:
    > Jein - Lotus Borland ging ja um die GUI, nicht API,
    Aber afaik auch um zB das scripting. Also schon API auch im technischen Sinne.
    Das was Du bezüglich IBM meinst ist vermutlich Amdahl vs IBM (tip von nem anderen Post hier im Forum). Daneben gabs Klagen gegen SAP und Microsoft vor dem EUGH.

    > Bei Musik ist auch der Klang geschützt, nicht die Noten oder die Töne...

    Guter Punkt, aber extrem strittig!
    Fast jeder Musiker läßt sich 'inspirieren'. Und genau in der Musik gilt eine _sehr_ enge Auslegung.
    Zb basiert das Riff von Smoke on the water laut Ritchie Blackmore auf einer Bach Kandate. Und einige Songs von Chic sind offen von Kool & the Gang songs inspiriert. Während Rappers Delight hingegen nicht nur 'inspiriert' sondern wirklich fast 1:1 nachgespielt war und somit dem Urheberrecht unterliegt. Gab mal ein sehr interessantes Interview mit Nile Rodgers drüber.

  6. Re: @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: redmord 10.04.18 - 23:04

    Man muss hier wohl Form und Funktion unterscheiden.
    Wie stark ist die Funktion einer Lib von seiner "Form", der API beeinflusst?

    Ich denke nicht, dass sich das eindeutig beantworten lässt.
    Wie sieht's aus mit Drop-In Replacements, wie es Google getan hat, bei z.B. GPL-Projekten? Eine Entscheidung, nach der APIs grundsätzlich geistiges Eigentum darstellen, kann doch niemand wollen. Dann wären Lizenzen wie GPL tatsächlich kaputt, oder nicht?
    Mono? Wine? Cross-Compiler?
    Der ganze Kram könnte neu geprüft werden müssen. Und dann? Ändern wir die Reihenfolge der Parameter/Argumente und gut ist? Ab wann verstößt man überhaupt? Ist das durch Kompatibilität gegeben?
    Wie weit lässt sich das auf Dinge wie Datei-Formate übertragen? Es gibt so viele alternative Implementierungen für die selben Interfaces/Schnittstellen.

  7. Re: @Golem: IBM hat das nicht aus Barmehrzigkeit getan | Declaratiosncode ist dem Urheberrecht fremd

    Autor: Voutare 11.04.18 - 09:13

    > Hast du mitbekommen was Oracle grade vor hat? Java wird ab Version 10 nur
    > mehr 6 Monate verwendbar sein, danach muß man kommerziellen LTS bezahlen.

    Java 9 & Java 10 sind aber keine LTS versionen, nur Java 8 & geplante Java 11 sind das.
    Daher sind 9 & 10 so kurz unterstutzt.

    Laut Roadmap soll Java 11 bis September 2026 gehen (vermutlich so lange nur bezahlt.)

    http://www.oracle.com/technetwork/java/javase/javaclientroadmapupdate2018mar-4414431.pdf
    "... and on Java SE 11 (18.9 LTS) through at least September 2026."

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