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Eine eigene Troll-Armee?

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  1. Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: jsm 12.07.18 - 11:41

    So hört sich das für mich an.
    Erstmal gibt es keine Definition von "Hass-Kommentar". Folglich können die mehr oder weniger alles was sie wollen zu einem solchen erklären.

    Dann outet sich der Typ ja schon im Interview als Mensch mit Vorurteilen, der einfach mal die Behauptung aufstellt das Hass-Kommentare besonders häufig bei der "idenditären" Bewegung verwendet werden.
    Selbstverständlich nutzt er seine Gruppe um seine persönlichen Ansichten und Vorurteile untermauern zu lassen.

    Der Gruppe fehlt eine klare Meinung, ein Handlungsrahmen und ein Profil. Ohne diese Merkmale lässt sie sich beliebig missbrauchen, keiner weiß ob die Gruppe nicht teilweise von dritten für ihre Aktivitäten bezahlt oder sonst wie entlohnt wird. Das lässt sich auch unmöglich feststellen wenn es keinen offiziellen Verhaltenskodex, keine offizielle Meinung und keine Leitlinien gibt.
    Dadurch unterscheidet sich die Gruppe nicht ausreichend von "Trollen" die bezahlt werden um eine ganz bestimmte Meinung zu verkaufen.

    Wenn die Gruppe ernst genommen werden will, dann sollte sie mindestens eine eigene, klare Definition von "Hass(-Kommentaren) haben und sie sollte sich wenigstens auf ein paar grobe Grundsätze und Ansichten einigen, so das man sie einordnen und beurteilen kann.
    Das die Gruppe völlig neutral ist und nur gegen den "Hass" vorgeht halte ich für unglaubwürdig.

    Warum ich das ganze so kritisch und negativ sehe? Weil ich hier vor allem ein paar tausend Leute sehe ich organisiert "Meinung" machen oder Meinungen angreifen, allein und ausschließlich gegen "Hass" vorzugehen wäre vielleicht teilweise möglich, dazu bräuchte es aber wie schon gesagt erst mal eine klare Definition des Begriffs.

  2. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: Anonymer Nutzer 12.07.18 - 11:47

    jsm schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So hört sich das für mich an.
    > Erstmal gibt es keine Definition von "Hass-Kommentar". Folglich können die
    > mehr oder weniger alles was sie wollen zu einem solchen erklären.

    Da hast Du Deine Definition:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hasskommentar

    Irgendwas auszusetzen daran?

  3. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: quineloe 12.07.18 - 11:59

    Nach der Definition sind nur strafbare Beiträge auch Hasskommentare.

    Irgendwie bezweifle ich, dass diese personal army sich nur mit tatsächlich strafbaren Äußerungen anlegt.

  4. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: PerilOS 12.07.18 - 12:06

    Hasskommentare sind schon tausendmal definiert worden.
    Du kannst dir den Relativismus sparen.

    Hör auf die Verfassungsrechte anderer zu attackieren mit dem Wort, dann sprichst du auch keinen Hass aus.

  5. "Soldaten sind Mörder"

    Autor: h82k 12.07.18 - 13:06

    Es ist lächerlich wie du und lunarix das ganze als gelöste Frage ansehen.
    Stichwort explizite und implizite Hassrede. Stichwort Meinung und Tatsachenbehauptung.
    Das Ganze verkommt doch zu einem System mit dem Menschen durch nachlässige Formulierungen als Trolle diffamiert und mundtot gemacht werden können, eine Dividierung der Menschen in Gut und Böse und in dem sich über Lapalien aufgeregt wird, als ob es keine anderen Probleme mehr gebe (First World Problems, nichts anderes).
    Wenn sich eine Person oder Gruppe beleidigt oder diskriminiert fühlen gibt es inzwischen genug Möglichkeiten dies zu einer Anzeige zu bringen, ansonsten muss man es als Teil der Diskussionskultur ertragen können und nicht immer den Moralapostel spielen.

    PerilOS schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hasskommentare sind schon tausendmal definiert worden.
    > Du kannst dir den Relativismus sparen.
    >
    > Hör auf die Verfassungsrechte anderer zu attackieren mit dem Wort, dann
    > sprichst du auch keinen Hass aus.

  6. Re: "Soldaten sind Mörder"

    Autor: twothe 12.07.18 - 13:26

    Das Problem bei der Bewertung ob etwas ein Hasskommentar ist oder nicht, ist das sehr stark auseinander gehende Verständnis von Meinungsfreiheit zwischen der Bevölkerung und der tatsächlichen Gesetzeslage.

    Die Meinungsfreiheit erlaubt es mir ausdrücklich auch Dinge zu sagen wie: "Ich hasse X, ich finde das er ein Arsch ist, wenn ich das Gesicht schon sehe wird mir schlecht, und wenns nach mir ginge dürfte der auch überhaupt nicht hier sein!" Nett ist das definitiv nicht, aber auf jeden Fall eine erlaubte Meinungsäußerung. Hier würden aber schon die meisten selbsternannten Internetwächter einen Hasskommentar erkennen, obwohl es nach Rechtslage gar keiner ist.

  7. Re: "Soldaten sind Mörder"

    Autor: Brainfreeze 12.07.18 - 13:49

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem bei der Bewertung ob etwas ein Hasskommentar ist oder nicht,
    > ist das sehr stark auseinander gehende Verständnis von Meinungsfreiheit
    > zwischen der Bevölkerung und der tatsächlichen Gesetzeslage.
    >
    > Die Meinungsfreiheit erlaubt es mir ausdrücklich auch Dinge zu sagen wie:
    > "Ich hasse X, ich finde das er ein Arsch ist, wenn ich das Gesicht schon
    > sehe wird mir schlecht, und wenns nach mir ginge dürfte der auch überhaupt
    > nicht hier sein!" Nett ist das definitiv nicht, aber auf jeden Fall eine
    > erlaubte Meinungsäußerung. Hier würden aber schon die meisten
    > selbsternannten Internetwächter einen Hasskommentar erkennen, obwohl es
    > nach Rechtslage gar keiner ist.
    Ich wäre mir da nicht sicher, ob es noch Meinungsäusserung oder schon Hasskommentar ist. Wenn man z.B. die Definition von Wikipedia heranzieht (https://de.wikipedia.org/wiki/Hasskommentar: "Um einen Hasskommentar handelt es sich, wenn der Inhalt des Textes sich mehr als abwertend über eine Gruppe oder einen einzelnen Menschen äußert. Hasskommentare sind, anders als Meinungsäußerungen, ohne Begründungszusammenhang oder Argumente."), scheint das doch schon gut zuzutreffen.
    Und wenn sich Person X durch diese Aussage beleidigt fühlt, ist man schon beim Strafrecht angekommen.

  8. Re: "Soldaten sind Mörder"

    Autor: Trockenobst 12.07.18 - 14:06

    h82k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn sich eine Person oder Gruppe beleidigt oder diskriminiert fühlen gibt
    > es inzwischen genug Möglichkeiten dies zu einer Anzeige zu bringen,
    > ansonsten muss man es als Teil der Diskussionskultur ertragen können und
    > nicht immer den Moralapostel spielen.

    Wer definiert die Diskussionskultur? Derjenige der Diskutiert. Deswegen werden extreme Spinner ausgeblendet/geblockt etc, deswegen gibt es diese rege Diskussion über den Begriff "Hassrede" der immer in Gänsefüsschen kommt. Das Wort ist hier "Extrem".

    Ich finde es auch bizarr, dass die Diskussionen selten um grundsätzliche Dinge gehen, Theorien und Konzepte und solche Sachen, sondern das man sich nicht zu schade ist zu x mal in 100 Variationen zu posten das Gruppe X, sowieso "Submenschen" sind die froh sind dass man sie Leben lässt. Das kann eine Seite besonders gut, aber Links ist da auch nicht besser.

    D.h. wir reden gar nicht mehr um Politik, um Theorien und Konzepte, sondern direkt!!! um Existenzrechte. Und das ist dann auch noch "das muss man aushalten" können. Was genau muss man hier aushalten? Das man so gnädig ist nicht die Waffe durchzuladen? Was ist das Endgame hier? Das ist doch die Frage, die man stellen muss.

    Entweder sind die Leute so reden einfach psychopathische Spinner die nicht wohin wissen mit ihren Fehlentscheidungen und Weltschmerz, oder wir haben es - wie wir es bei allen Farben des politischen Spektrums sehen - mehrfach bereit sind auch diese Theorie in der realen Welt umzusetzen.

    In den USA sehen wir hier schon immense soziale Fehlentwicklungen und mir kann keiner erklären warum das alles GUT und POSITIV für die Menschheit ist, dass jeder mit irgendwelchen Gründen anderen ihre Freiheit zu beschränken, sich jetzt endlich ausleben und hypen kann.

  9. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: Niaxa 12.07.18 - 14:07

    Wiki... Na dann. Da steht aber nicht wann angemessen und wann nicht. Und wenn es eine Kultur z.B. für angemessen hällt Menschen unterschiedlich zu behandeln und z.B. Frauen eher als Sklaven oder sonst was zu sehen, wäre genau das der Moment, wo ich Hass und Zorn verstehen kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.18 14:11 durch Niaxa.

  10. Re: "Soldaten sind Mörder"

    Autor: twothe 12.07.18 - 14:07

    Brainfreeze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wenn sich Person X durch diese Aussage beleidigt fühlt, ist man schon
    > beim Strafrecht angekommen.

    Ob sich eine Person durch einen Kommentar beleidigt _fühlt_ ist laut einem sehr deutlichen Grundsatzurteil des BVerfG völlig unerheblich. Und am Ende muss sich jedes Gesetz in Deutschland dem Grundgesetz beugen, also hier Art. 5 GG.

    Mein Beispiel oben ist natürlich bewusst grenzwertig. Ein paar Worte mehr, ein bisschen anders formuliert, und schon kann man tatsächlich im Strafrecht ankommen. Aber es verdeutlicht wie schwer es ist hier eine genaue Grenzlinie zu erkennen wann es noch Meinungsäußerung ist und wann nicht. Das sind all die Punkte, die Jura-Experten auch schon im Zusammenhang mit dem NetzDG aufgeführt haben, dass es eben selbst für diese oftmals schwer ist genau zu unterscheiden was gesagt werden darf und was nicht. Und wenn man diese Aufgabe dann Laien überträgt, sind Fehlentscheidungen eigentlich schon vorprogrammiert.

    Da gab es ja vor Kurzem schon mal eine Gruppe selbsternannter Frauenrechtler, die gegen Hass gegen Frauen in Internetspielen vorgehen wollten. Da hat sich dann nach kurzer Zeit rausgestellt, dass diese selbst viel mehr Hass austeilen als ankommt. Und diese Gefahr, dass durch den Versuch der Polizei bei der Durchsetzung von Gerechtigkeit zu helfen nur noch mehr Unrecht entsteht, besteht halt immer.

  11. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: Oil 17.07.18 - 06:44

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Irgendwie bezweifle ich, dass diese personal army sich nur mit tatsächlich
    > strafbaren Äußerungen anlegt.

    Wie auch?! Das sind Laien. Ob etwas strafbar ist, kann ein Gericht entscheiden aber nicht selbternannte Weltenretter.
    Die Trollarmee entscheidet nach Großwetterlage und macht genau dass was anderen Vorgeworfen wird: Manipulation des öffentlichen Diskurses.

  12. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: divStar 04.08.18 - 12:19

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wiki... Na dann. Da steht aber nicht wann angemessen und wann nicht. Und
    > wenn es eine Kultur z.B. für angemessen hällt Menschen unterschiedlich zu
    > behandeln und z.B. Frauen eher als Sklaven oder sonst was zu sehen, wäre
    > genau das der Moment, wo ich Hass und Zorn verstehen kann.

    Blöd gefragt, aber nichtsdestotrotz: warum kannst du den Hass und Zorn in diesem Fall verstehen? Zumal er ja auch noch gegen die Gesetzeslage in dem Land gerichtet sein könnte? Lass mich auch gleich antworten: weil es gegen deine eigenen Vorstellungen geht.

    Tja .. und so definiert wären ja nicht einmal strafrechtlich relevante Kommentare "Hasskommentare". Ich finde es sowieso dumm diese zu löschen oder zu sperren... entweder sie sind strafrechtlich relevant und dann kommt die Polizei bzw. Briefe usw. - oder sie sind es nicht und die Beiträge werden genau so geduldet wie jeder andere Bockmist - ob nun links oder rechts - auch.

  13. Re: Eine eigene Troll-Armee?

    Autor: divStar 04.08.18 - 12:24

    PerilOS schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hasskommentare sind schon tausendmal definiert worden.
    > Du kannst dir den Relativismus sparen.
    Also sind nur Kommentare, die strafrechtlich relevant sind, auch Hasskommentare? Damit könnte ich leben.

    > Hör auf die Verfassungsrechte anderer zu attackieren mit dem Wort, dann
    > sprichst du auch keinen Hass aus.
    Das ist deine Meinung. Das entspricht weder objektiv dem, was die Verfassung dazu sagt - noch zwangsläufig der mehrheitlichen Meinung zu dem Thema.

    Die Wahrheit ist, dass niemand Hasskommentare objektiv eindeutig erkennen kann - die Kriterien sind nicht fest, sondern fließend und je nach eigenem Befinden festgelegt.
    Für mich sind z.B. linke Kommentare, die absichtlich provozieren (so mit "refugees welcome" usw.) Hasskommentare. Aber auch nur dann wenn sie mich nerven.

    Ich könnte hierzu noch eine Menge schreiben. Fakt ist aber, dass du nicht versuchen solltest jemanden mundtot zu machen wenn deine eigenen Argumente keiner ernsthaften Überprüfung standhalten würden. Das ist sonst ebenfalls ein möglicher Hasskommentar, der falsche Tatsachen suggeriert - und damit ja beinahe Fake News.

  14. Re: "Soldaten sind Mörder"

    Autor: divStar 04.08.18 - 12:27

    Wie hier plötzlich niemand antwortet xDD... eine sachliche Antwort passt halt nicht in den Kram der internetschen Moralapostel...

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