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Beispiel aus der Praxis

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Beispiel aus der Praxis

Autor: Askaaron 26.07.18 - 11:42

Wie "modern" das Gesundeitssystem in Deutschland ist, kann ich schön an einem Beispiel zeigen:

Station 1: Ich gehe zu meinem Hausarzt wegen Schmerzen in der Schulter.

Der Hausarzt meint, da müsse ein Radiologe draufschauen und stellt mir eine Überweisung auf Papier aus, damit ich damit zu einer radiologischen Praxis gehen kann.

Station 2: Bei der radiologischen Praxis bekomme ich mit der Überweisung einen Termin und noch mehr Papier mit einem Fragebogen, den ich bis zum Termin ausfüllen möge. Da werden im Dinge wie Allergien, regelmäßig eingenommene Medikamente, vorhandensein eines Herzschrittmachers, chronische Erkrankungen etc. abgefragt.

Nach einer Woche habe ich den Termin und werde geröntgt. Danach erklärt man mir, dass es nochmal 3-4 Tage dauert, bis die Diagnose vorliegt. Man würde mir bescheid geben.

Nach einer Woche habe ich immer noch nichts und rufe an: ja, die Ergebnisse wären schon seit ein paar Tagen da, aber man hat wohl vergessen, mich zu benachrichtigen.

Also nochmal zu Radiologie, noch mehr Papier mit Diagnose und Kopien von Röntgenbildern abgeholt und zum Hausarzt gelatscht.

Station 3: Wieder beim Hausarzt - der stellt fest, dass der Radiologe nichts gefunden hat und überweist mich nochmal mit entsprechendem Papier an einen Orthopäden.

Zwischenstand:

2x Überweisung auf Papier
1x Patentenfragebogen
1x Diagnose auf Papier
2x Röntenaufnahmen

Station 4: Beim Orthopäden das gleiche Spiel... Patientenfragebogen ausfüllen und die Aussage, dass sich ein Radiologe das anschauen muss. Diesmal aber MRT statt Röntgen.

Station 5: Wieder zur SELBEN radiologischen Praxis, wo ich schon mal war und wieder eine Woche warten für den Termin. Und ja - auch diesmal WIEDER von der SELBEN Praxis die Anforderung, den Fragebogen auszufüllen. Auf meinen Hinweis, dass es schon einen Bogen gibt, den ich erst kürzlich abgegeben hatte: "Ja, den haben wir. Aber das ist egal, sie müssen den Bogen bei jedem Termin ausfüllen". Ich frage, ob das auch so wäre, wenn ich an mehreren Tagen hintereinander Termine hätte. Antwort: "ja, auch dann". m(

Nun also MRT, wieder Papier mit Diagnose und Aufnahmen.

Zwischenstand:

2x Überweisung auf Papier
3x Patentenfragebogen - dabei 2x von der selben Praxis(!)
2x Diagnose auf Papier
2x Röntenaufnahmen
1x MRT

Station 6: Wieder beim Orthopäden. Der liest eigentlich nur die Diagnose vom MRT ab und verordnet dann Krankengymnastik und ein Medikament, um Entzündungen zu lindern.

Und natürlich - wieder ein Papier, denn ohne Papier kann die Krankengymnastik die vom Arzt verordneten Behandlungen nicht bei der Kasse abrechnen. Die Kasse müsste zwar wissen, was der Arzt verordnet hat - aber das ist wohl falsch gedacht.

Vorläufiges Endergebnis für den Fall "Schmerzen in der Schulter":

2x Überweisung
1x Rezept für Krankengymnastik
3x Patentenfragebogen - dabei 2x von der selben Praxis(!)
2x Diagnose auf Papier
2x Röntenaufnahmen
1x MRT

Für einen vermeintlich einfachen Vorfall habe ich schon 11 Seiten Papier bekommen. Dazu kommt noch der ganze Verwaltungsaufwand in den jeweiligen Arztpraxen und bei der Krankenkasse.

Wie gut, dass wir 1,2 Milliarden EUR und 14 Jahre in die "Gesundheitskarte" investiert haben. Da sieht man, was es uns an Fortschritt gebracht hat... eigentlich gar keinen.



2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.07.18 11:43 durch Askaaron.


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Beispiel aus der Praxis

Askaaron | 26.07.18 - 11:42

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