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Auf den ersten Blick gut, aber tatsächlich völlig realitätsfern

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  1. Auf den ersten Blick gut, aber tatsächlich völlig realitätsfern

    Autor: Beeblox 26.07.18 - 13:52

    Es ist zwar schön, dass es mit der Störerhaftung nun endgültig vorbei ist, aber die neue Situation ist auch nicht viel besser:

    > Eine Sperrung von Filesharing-Software sei technisch möglich und dem Betreiber zumutbar.

    Erstmal zum technisch Möglichen: Um herauszufinden, dass hinter bestimmten Datenverkehr eine Filesharing-Software steckt, muss ich deep packet inspection machen. Wie sonst soll ich einem Datenstrom eine Semantik zuordnen? Portnummern sind allenfalls ein Indiz. DPI macht es nötig, dass die Datenpakete unverschlüsselt gesendet werden oder ich sie entschlüsseln kann. Das heißt im Klartext, dass ich meine Benutzer dazu zwingen muss, das Netzwerk nur über unverschlüsselte Datenströme zu benutzen, was für die Benutzer ein sicherheitstechnischer Alptraum ist. Da ich ja nicht a priori alle von irgendwem benutzten Filesharingprolle kenne und diese damit nicht über eine Blacklist sperren kann, muss ich schließlich eine Whitelist von Protokollen anfertigen, über die Benutzer kommunizieren dürfen.

    Jetzt zum Zumutbaren: Dies ist wahrlich eine Zumutung und ein Rückfall in die Zeiten eines völlig unverschlüsselten Internets! Ich wüsste jetzt auch keine bestehende Lösung, die man dafür verwenden könnte – bestimmt gibt es teure Produkte, die so etwas machen, aber die sind für den Betreiber eines privaten Hotspots faktisch nicht finanzierbar.

    Wie jemand diese Entscheidung gutheißen kann, vermag ich nicht nachzuvollziehen.

  2. Re: Auf den ersten Blick gut, aber tatsächlich völlig realitätsfern

    Autor: maverick1977 26.07.18 - 14:50

    Beeblox schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie jemand diese Entscheidung gutheißen kann, vermag ich nicht
    > nachzuvollziehen.

    Es geht um zumutbare Beschränkungen. Man aktiviert in der Fritz!Box zum Beispiel für den Gastzugang einfach nur die Funktion: "Nutzung beschränken: Beschränken Sie die Nutzer des Gastzugangs auf das Internet surfen und E-Mail versenden/empfangen"

    Damit hat man seine Schuldigkeit getan und die Funktionen einer bestehenden Lösung aktiviert. Ende Gelände. Mehr kann man als Privatperson nicht tun.

  3. Re: Auf den ersten Blick gut, aber tatsächlich völlig realitätsfern

    Autor: Vinnie 26.07.18 - 23:12

    Beeblox schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist zwar schön, dass es mit der Störerhaftung nun endgültig vorbei ist,
    > aber die neue Situation ist auch nicht viel besser:
    >
    > > Eine Sperrung von Filesharing-Software sei technisch möglich und dem
    > Betreiber zumutbar.

    Sie sperren die Nutzung filesharing protokolle, ports, IP-Ranges..
    Dafuer gibt es bei openWRT sehr viele Tools die das fuer Sie machen.

    Ist kostenlos, daher zumutbar.

    Klar, alles kann man umgehen mittels VPN. Ich vermute das wuerde dann als nicht zumutbar gelten weil Sie dafuer DPI machen muessten wo ich stark bezweifele das verlangt ein Gericht in D vom durchschnittlichen Kneipenbesitzer oder Heimanwender. WObei auch das openWRT sehr leicht ermoeglicht.

    Falls die CPU Leistung da ist. z.B. ein WRT-ACM3200 kann das sehr gut.

  4. Re: Auf den ersten Blick gut, aber tatsächlich völlig realitätsfern

    Autor: Schnarchnase 27.07.18 - 10:05

    Erstmal musst du gar nichts machen. Solange die Sperrung nicht von dir verlangt wird, kannst du den Zugang einfach offen, ohne Beschränkungen und ohne irgendwelche Blockierversuche betreiben.

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