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Gründe für das Scheitern der Pebble

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  1. Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Askaaron 06.09.18 - 15:51

    Erstmal mein Respekt an das Team von Rebble! Es freut mich, wenn Menschen sich dafür einsetzen, bestehende Hardware weiter nutzbar zu halten.

    Alledings - zu spät für mich. Ich Ende 2017 von der Pebble auf eine Gear S3 umgestiegen und habe das bisher nicht bereut. Die Gear S3 ist auch nicht perfekt und deutlich größer und schwerer - aber sie ist ebenfalls wasserdicht und kann größtenteils auch mit Tasten und Lünette bedient werden und der Akku hält da auch 3-4 Tage. Aufladen geht drahtlos, was dann praktisch bedeutet, das ich die Uhr alle 2-3 Tage über Nacht in der stationären Ladeschale am Schreibtisch oder neben dem Bett ablege, was wesentlich einfacher ist, als ein Ladekabel benutzen, dass entweder auf dem Schreibtisch herumfliegt oder einmal die Woche aus der Schublade geholt werden muss. Nebenbei kann ich die Uhr so auch als Wecker nutzen - der Lautsprecher darin ist für mich laut genug. Normale Uhrenarmbänder passen auch.

    Und ja - auch ein hochauflösendes OLED-Display mit Touchscreen (360*360 statt 128*128) hat trotz des Energiebedarfs und der Kreisform durchaus auch Vorteile für manche Anwendungen, angefangen bei der besseren Lesbarkeit von Text bis hin zu Anwendungen wie Taschenrechner oder Texteingabe direkt an der Uhr.

    Pebble war zweifellos ein Pioneer mit interessanten Ideen und ich habe sie gerne genutzt. Aber die Macher haben übersehen, dass lange Akkulaufzeit und ein "always on"-Display eben nicht das Einzige ist, was Leuten wichtig ist. Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage hält. Man hat sich ja auch schon daran gewöhnt, täglich sein Smartphone zu laden. Dann kommt halt die Smartwatch auch täglich auf die Ladeschale, was solls. Man liegt die Uhr ja ohnehin meistens am Abend ab. Ein gutes Display und Anwendungen dafür sind viel wichtiger. Und wenn man ehrlich ist - auch das Farbdisplay der Pebble Time ist nur ein Kompromiss, um lange Laufzeiten zu erreichen. Und ja, auch Touchscreens sind durchaus relevant. All das hatte Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für Nerds. Damit alleine konnte man aber auf Dauer als Firma nicht wirklich überleben.

  2. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Peter Brülls 06.09.18 - 16:10

    Askaaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Aber die Macher haben übersehen, dass lange Akkulaufzeit und
    > ein "always on"-Display eben nicht das Einzige ist, was Leuten wichtig ist.
    > Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage hält.
    > Man hat sich ja auch schon daran gewöhnt, täglich sein Smartphone zu laden.
    > Dann kommt halt die Smartwatch auch täglich auf die Ladeschale, was solls.

    Eben. Der durchschnittliche Anwender schläft zu Hause. Und stirbt nicht und dreht nicht durch, sollte das Gadget mal nicht gehen.

    Always On wäre allerdings in der Tat nett, manchmal nervt es, wenn die Apple Watch (ich weiß nicht wie es bei der Gear geht) die Armbewegung nicht mitkriegt und man tippen muss.

    Dafür hat LED doch einen Vorteil: Wirklich fett hell, die Watch gibt eine passable Taschenlampe ab, wenn man man die Einstellung aktiviert.


    > All das hatte Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für Nerds.

    Guter Punkt. In den frühen 80ern wäre ich auf das Teil voll abgefahren. Aber nach 2010 wirkte sie gemessen an dem, was man sich für 30 Jahre später erhofft hatte doch arg unspektakulär.

    Aber sicherlich passte sie in das Use Case für viele, die nicht wie ich bin, insofern gut für sie, dass sie es weiternutzen können.

  3. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Askaaron 06.09.18 - 16:25

    Peter Brülls schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Always On wäre allerdings in der Tat nett, manchmal nervt es, wenn die
    > Apple Watch (ich weiß nicht wie es bei der Gear geht) die Armbewegung nicht
    > mitkriegt und man tippen muss.

    Zumindest bei der Gear gibt es auch "always on", wo dann im Ruhezustand das Display etwas dunkler ist und je nach ausgwählten Watchface eine einfachere Zeitanzeige kommt. Das kostet halt Akkulaufzeit - aber mehr als 24 Stunden hat man damit immer noch.

    [...]
    > Aber sicherlich passte sie in das Use Case für viele, die nicht wie ich
    > bin, insofern gut für sie, dass sie es weiternutzen können.

    Yep. Ob der Akku meiner Pebble noch geht, weiß ich nicht - die liegt ja schon fast ein Jahr in der Schublade und ist vielleicht schon tiefentladen - vielleicht probiere ich es einfach mal.

  4. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Kondratieff 06.09.18 - 16:28

    Askaaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage hält.

    Gibt es zu dieser Aussage auch etwas Empirie? Oder hast du die Aussage von deiner eigenen Ansicht abgeleitet?

    Ich sehe hier mehrere "Denkfehler" bzw. Fehlannahmen:

    1) "Weil der Markt nichts anderes hergibt, wollen die Menschen nichts anderes haben"

    Ich würde erst einmal relativ ergebnisoffen an ein Experiment herangehen, bei dem Uhren mit derselben Grundfunktionalitäten (und ähnlichen Abmessungen sowie Preisbereichen) aber mit stark unterschiedlichen Akkulaufzeiten den Testsubjekten angeboten wird.
    Ich persönlich würde nicht darauf wetten, dass es den Menschen egal wäre, dass sie im Grunde die gleiche Uhr mit der fünffachen Akkulaufzeit haben könnten.

    2) "Es gab etwas anderes auf dem Markt, das ist aber gescheitert"

    Im Sinne der Innovationsforschung würde ich die Pebble nicht als gescheitert ansehen.

    Pebble hat zwar nicht in der Durchsetzungsphase einen neuen Markt kreiert, wie es z.B. bei Weyer [1] und anderen Innovationsforschern normalerweise in einem Phasenmodell abgebildet wird.
    Allerdings hatte die Pebble aufgrund des Crowdfunding-Hintergrunds den klassischen Innovationsprozess nicht nötig: Die "Technology-Push-" und "Market-Pull-Effekte" waren eben aufgrund des Crowdfundings stark verzahnt. Die "Backer" waren der Markt und wollten die Smartwatch unbedingt haben. Produkte können auch in einem Nischenmarkt überleben.

    Dass Pebble nicht mehr auf dem Markt ist, hängt wohl zum einen an der Unternehmensführung (der Übergang von einem Kickstarter-Startup zu einem etablierten Unternehmen gelang nicht sehr erfolgreich, wenn ich die Medienberichte noch richtig im Kopf habe). Zum anderen wurde Pebble von einem größeren Wettbewerber aufgekauft und vom Markt genommen.


    > Man hat sich ja auch schon daran gewöhnt, täglich sein Smartphone zu laden.
    > Dann kommt halt die Smartwatch auch täglich auf die Ladeschale, was solls.

    3) "Was für Produktkategorie A gilt, muss für Produktkategorie B gelten"

    Es gibt selbstverständlich Tendenzen, Verhaltensweisen und Akzeptanzformen von einer Produktgattung auf eine andere zu übertragen - vor allem wenn die Produktgattungen kategorisch nah beieinander liegen.

    Aber ob dies auch auf Smartphones und Smartwatches zutrifft, wird erst einmal nur von dir behauptet. Ohne Empirie bleibt es bei einer Behauptung und die Wirklichkeit kann da anders aussehen.


    > Man liegt die Uhr ja ohnehin meistens am Abend ab.

    Ach, macht man das? Ich mache das nicht, weil meine Uhr (Pebble 2) auch als Schlaftracker dient.

    > Ein gutes Display und Anwendungen dafür sind viel wichtiger.

    Ach, ist das so?
    Was ist denn ein gutes Display?
    Was sind denn gute Anwendungen?


    > Und wenn man ehrlich ist - auch das Farbdisplay der Pebble Time ist nur ein Kompromiss, um
    > lange Laufzeiten zu erreichen.

    Ich denke, dass Pebble das selbst so gesagt hätte.

    > Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für Nerds.
    > Damit alleine konnte man aber auf Dauer als Firma nicht wirklich überleben.

    Das ist eine unüberprüfbare Behauptung. Wer weiß das schon?

    [1] Weyer, J. (2003). Von Innovations-Netzwerken zu hybriden sozio-technischen Systemen. Neue Perspektiven der Techniksoziologie. Arbeitspapier Nr. 1. Abgerufen von http://www.techniksoziologie-dortmund.de/veroeffentlichungen/files/2004/arbeitspapier1.pdf



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.09.18 16:34 durch Kondratieff.

  5. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Askaaron 06.09.18 - 17:12

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Askaaron schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage
    > hält.
    >
    > Gibt es zu dieser Aussage auch etwas Empirie? Oder hast du die Aussage von
    > deiner eigenen Ansicht abgeleitet?

    Empirie: Pebble hat nicht genügend Käufer für die Uhren gehabt und hat deswegen Teile an Fitbit verkauft. Wenn Kunden die lange Akkulaufzeit gegenüber den Merkmalen der Konkurrenz bevorzugt hätte, wäre das nicht passiert.

    Alternativ war das Marketing von Pebble schlicht unfähig. Such' Dir aus, welche Erklärung Du plausibler findest.

    Dazu auch noch ein anderer Artikel:

    https://mizine.de/gadgets/pebble-time-round-die-schoenste-smartwatch-ohne-zielgruppe/


    > 1) "Weil der Markt nichts anderes hergibt, wollen die Menschen nichts
    > anderes haben"

    Die Pebble gab es ja. Aber die verkauften Stückzahlen waren zu niedrig, um zu überleben. Das war sich schon bei der Pebble Time langsam erkennbar, wo Geldgeber nicht mehr bereit waren, das zu finanzieren und bei den Nachfolgemodellen endgültig bestätigt. Wenn es nicht die mangelnde Nachfrage wegen des Fehlens gewünschter Eigenschaften war, dann muss es wohl schlechtes Marketing gewesen sein.

    > Ich persönlich würde nicht darauf wetten, dass es den Menschen egal wäre,
    > dass sie im Grunde die gleiche Uhr mit der fünffachen Akkulaufzeit haben
    > könnten.

    Ich schon. Denn auch 10 oder 20 Tage sind eben nur 10 oder 20 Tage. Eine "normale" Uhr läuft mit einer Batterie auch mehrere Jahre - das ist die Messlatte und nicht, ob das Ding nun einmal pro Woche an ein Kabel kommt oder alle 1-3 Tage auf die Ladeschale gelegt wird.

    Im Alltag ist es bei vielen Menschen völlig normal, abends seine Armbanduhr abzulegen und die meisten Menschen kehren tagtäglich abends zum selben Ort zurück. Wer wirklich viel reist, dem hilft es auch nicht, wenn die Uhr 10 Tage durchhält - denn das Smartphone dazu tut das üblicherweise nicht. So ist es bestenfalls "nice to have", wenn die Uhr nicht täglich oder alle 2-3 Tage geladen werden muss, sondern nur einmal pro Woche.


    (...)
    > > Man liegt die Uhr ja ohnehin meistens am Abend ab.
    >
    > Ach, macht man das? Ich mache das nicht, weil meine Uhr (Pebble 2) auch als
    > Schlaftracker dient.

    Und alle Anderen, die keinen Schlaftracker nutzen, tun das eben nicht.

    > > Ein gutes Display und Anwendungen dafür sind viel wichtiger.
    >
    > Ach, ist das so?

    ja.

    > Was ist denn ein gutes Display?

    Hochauflösend, gerne mit OLED.

    > Was sind denn gute Anwendungen?

    Die, die von Nutzern nachgefragt werden.

    > > Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für
    > Nerds.
    > > Damit alleine konnte man aber auf Dauer als Firma nicht wirklich
    > überleben.
    >
    > Das ist eine unüberprüfbare Behauptung. Wer weiß das schon?

    Wenn Pebble finanziell überlebensfähig gewesen wäre, hätten sie nicht das Geschäft mit Fitbit gemacht. Überlebensfähig waren sie nicht, weil es nicht genügend Käufer für die Uhren gab.

    Bisher hat auch keine andere Firma angefangen, sowas zu produzieren. Das ist für mich zumindest ein starkes Indiz, dass man vom Verkauf einiger hunderttausend Smartwatches im Jahr alleine keine Firma mit weltweitem Vertrieb, Entwicklungsabteilung und Serverinfrastruktur für Online-Dienste betreiben kann.

    Wenn Du anderer Ansicht bist und ein seriöses Geschäftsmodell hast - ich bin durchaus offen, bei sowas mitzumachen.

  6. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Peter Brülls 06.09.18 - 17:15

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Askaaron schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage
    > hält.
    >
    > Gibt es zu dieser Aussage auch etwas Empirie?

    Verkaufszahlen.


    > Ich sehe hier mehrere "Denkfehler" bzw. Fehlannahmen:

    > 1) "Weil der Markt nichts anderes hergibt, wollen die Menschen nichts
    > anderes haben"
    >
    > Ich würde erst einmal relativ ergebnisoffen an ein Experiment herangehen,
    > bei dem Uhren mit derselben Grundfunktionalitäten (und ähnlichen
    > Abmessungen sowie Preisbereichen) aber mit stark unterschiedlichen
    > Akkulaufzeiten den Testsubjekten angeboten wird.
    > Ich persönlich würde nicht darauf wetten, dass es den Menschen egal wäre,
    > dass sie im Grunde die gleiche Uhr mit der fünffachen Akkulaufzeit haben
    > könnten.

    Wir sehen das doch seit Jahren im Smartphonebereich. Wir sehen das auch bei Autos: Die Leute jammern über den hohen Verbrauch, kaufen aber immer schwerere Wagen und fahren auch, meiner Beobachtung nach, nicht angepasst. Dann ist natürlich der Hersteller Schuld, wenn der lügt. Wenn ich daran darauf hinweise, dass meine Frau den angegeben Verbrauchswert regelmässig schlägt, kommt ein schmallippiges „Ich will ja nicht ewig langsam fahren.“


    Und Dein Experiment kann nicht ergebnisoffen sind, denn es gibt keine verbindliche „Grundfunktionalität“. Bei derart komplexen Multifunktionsgeräten gibt es so viele Kombinationen an nutzbaren Features auf der einen Seite und Benutzerwünschen auf der anderen, dass man das schlicht nicht hinkriegen kann.

    > 2) "Es gab etwas anderes auf dem Markt, das ist aber gescheitert"
    >
    > Im Sinne der Innovationsforschung würde ich die Pebble nicht als
    > gescheitert ansehen.

    […]

    > > Dann kommt halt die Smartwatch auch täglich auf die Ladeschale, was
    > solls.

    > 3) "Was für Produktkategorie A gilt, muss für Produktkategorie B gelten"


    B ist derzeit noch fast vollständig von A abhängig, selbst bei Smartwaches mit eigener Mobilfunkfunktion. Insofern sind die Benutzer von B schon mit den Verhaltensweisen für A vertraut und bilden zugleich auch die Menge, die als Käufer für B in Frage kommen.

    Dein Einwand ist prinzipiell berechtigt. Laptops wurden nicht benutzt wie Desktops, Autos nicht wie Kutschen. Aber in diesem Fall haben wir eben ein abhängiges Produkt, kein scheinbar ähnliches.

    > Aber ob dies auch auf Smartphones und Smartwatches zutrifft, wird erst
    > einmal nur von dir behauptet. Ohne Empirie bleibt es bei einer Behauptung
    > und die Wirklichkeit kann da anders aussehen.



    > > Man liegt die Uhr ja ohnehin meistens am Abend ab.
    >
    > Ach, macht man das?

    Ja, macht man. Das war über Jahrzehnte der normale Gebrauch im eigenen Heim, natürlich mit einigen Ausnahmen.

    > Ich mache das nicht, weil meine Uhr (Pebble 2) auch als Schlaftracker dient.

    Lass mich ratest: Du erwartest dass man empirisch nachweist, dass das keine Nischennutzung ist, wenn man solches glaubt.

    > > Ein gutes Display und Anwendungen dafür sind viel wichtiger.
    >
    > Ach, ist das so?
    > Was ist denn ein gutes Display?

    Da gibt es eigentlich nur eine sinnvoll allgemein gültige Antwort: Eines, dass dem Stand der Technik entsprechend dem Auflösungsvermögen der menschlichen Wahrnehmung entspricht. So viele Farbe, Kontakt und Pixeldichte, bis weitere Unterschiede von einem Normmenschen (im Sinne von etwa 1090% Sehfähigkeit und 3 Farbrezeptoren) nicht mehr unterschieden werden kann.

    Anwendungsbezogen kann es sinnvoll sein, ein anderes Display zu verwenden, etwa E-Ink, um auf Kosten des Farbraums in etwa die Qualität einer gedruckten Buchseite zu erreichen bei hoher Akkulaufzeit. Aber schon beim Blättern fällt die Langsamkeit da unangenehm auf.


    > Was sind denn gute Anwendungen?

    Alles, was möglichst schnell reagiert. Die Zeiten sind bekannt, und ja, empirisch belegt. 0,1 Sekunden Reaktionszeit werden als verzögerungsfrei empfunden, 1 Sekunde als langsam, über 10 s ist praktisch unbenutzbar und führt zur Nichtnutzung.

    > > Und wenn man ehrlich ist - auch das Farbdisplay der Pebble Time ist nur
    > ein Kompromiss, um
    > > lange Laufzeiten zu erreichen.

    > Ich denke, dass Pebble das selbst so gesagt hätte.

    Ja, aber Pebble krakeelt nicht in Foren rum, dass sie die einzig wahre Smartwatch haben und alles andere nur Spielzeug ist.


    > > Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für
    > > Nerds.
    > > Damit alleine konnte man aber auf Dauer als Firma nicht wirklich
    > > überleben.

    > Das ist eine unüberprüfbare Behauptung. Wer weiß das schon?

    Stimmt, wir wissen nur, dass Pebble sich nicht am Markt durchsetzen konnte, jedenfalls nicht über eine Nische hinaus.

  7. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Kondratieff 06.09.18 - 18:09

    Askaaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kondratieff schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Askaaron schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage
    > > hält.
    > >
    > > Gibt es zu dieser Aussage auch etwas Empirie? Oder hast du die Aussage
    > von
    > > deiner eigenen Ansicht abgeleitet?
    >
    > Empirie: Pebble hat nicht genügend Käufer für die Uhren gehabt und hat
    > deswegen Teile an Fitbit verkauft.

    Das ist keine Empirie, sondern weiterhin eine Behauptung (die ja wahr sein kann; aber eben auch nicht).

    Begründung:
    1) Unternehmen können trotz oder eben aufgrund gut laufender Produkte von Konkurrenten aufgekauft werden (nein, das beziehe ich nicht auf Pebble, sondern auf deine inhärente allgemeinere Argumentation).

    2) Unternehmen können trotz gut laufender Produkte wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen, z.B. aufgrund hoher Entwicklungskosten, einem übergroßen Overhead etc.


    > Wenn Kunden die lange Akkulaufzeit gegenüber den Merkmalen der Konkurrenz bevorzugt
    > hätte, wäre das nicht passiert.

    Siehe oben.
    >
    > Alternativ war das Marketing von Pebble schlicht unfähig. Such' Dir aus,
    > welche Erklärung Du plausibler findest.
    >
    Es geht beim Vergleich der beiden Möglichkeiten weniger um die Plausibilität als um die Konsequenzen für deine ursprüngliche Behauptung:

    Aus schlechtem Marketing (wäre ebenfalls eine Behauptung; dass Käufer in höherem Ausmaß Uhren von Samsung und Apple kaufen, kann zudem mit ganz anderen Ansätzen erklärt werden) wäre ja nicht automatisch abzuleiten, dass potenziellen Kunden die Akkulaufzeit egal ist.

    Im Negativen könnte die Laufzeitbehauptung übrigens auch getestet werden: Bring eine technisch sonst hervorragende Uhr auf den Markt, die jede Stunde aufgeladen werden müsste. Auch hier würde ich nicht darauf wetten, dass ein Großteil der potenziellen Käufer darüber hinweg sehen würden.

    > Dazu auch noch ein anderer Artikel:
    >
    > mizine.de
    >
    > > 1) "Weil der Markt nichts anderes hergibt, wollen die Menschen nichts
    > > anderes haben"
    >
    > Die Pebble gab es ja. Aber die verkauften Stückzahlen waren zu niedrig, um
    > zu überleben. Das war sich schon bei der Pebble Time langsam erkennbar, wo
    > Geldgeber nicht mehr bereit waren, das zu finanzieren und bei den
    > Nachfolgemodellen endgültig bestätigt. Wenn es nicht die mangelnde
    > Nachfrage wegen des Fehlens gewünschter Eigenschaften war, dann muss es
    > wohl schlechtes Marketing gewesen sein.
    >
    Siehe oben.

    > > Ich persönlich würde nicht darauf wetten, dass es den Menschen egal
    > wäre,
    > > dass sie im Grunde die gleiche Uhr mit der fünffachen Akkulaufzeit haben
    > > könnten.
    >
    > Ich schon. Denn auch 10 oder 20 Tage sind eben nur 10 oder 20 Tage.

    Naja, ich bin ja schon mal ein Mensch und habe von vornherein alle Uhren ausgeschlossen, die weniger als eine Woche laufen ;-)

    Das heißt natürlich noch lange nicht, dass ein Großteil der Käufer so denken müssen.

    Gleichwohl finde ich schwierig zu glauben, dass eine Android Wear Uhr in einer speziellen Langlauf-Version, sagen wir mal eine Gear S3 Ultra, die bspw. für 50¤ Mehrkosten 2 Wochen länger liefe als die normale S3, aufgrund des monetären Untrschieds auf fehlende Akzeptanz stoßen würde.

    Noch extremer:

    Selbst wenn Uhrenträger sich daran gewöhnt hätten, alle 2 Tage die Uhr aufzuladen, gehe ich davon aus, dass sie es als Verbesserung empfänden, wenn die Nachfolgeuhr 2 Wochen durchhalten würde.


    > Eine "normale" Uhr läuft mit einer Batterie auch mehrere Jahre - das ist die
    > Messlatte und nicht, ob das Ding nun einmal pro Woche an ein Kabel kommt
    > oder alle 1-3 Tage auf die Ladeschale gelegt wird.

    Ich würde es als Kontinuum ansehen. Ja, die Messlatte ist eine klassische Uhr (rechter Pol). Der linke Pol ist eine typische Android-Wear-Uhr. Je mehr eine Smartwatch - bei mind. gleichem Funktionsumfang/gleicher Leistung - zum rechten Pol tendiert, desto besser.
    >
    > Im Alltag ist es bei vielen Menschen völlig normal, abends seine Armbanduhr
    > abzulegen und die meisten Menschen kehren tagtäglich abends zum selben Ort
    > zurück.

    Würde ich so unterschreiben. Es kommt bei Smartwatches allerdings trotzdem auf das Nutzungsszenario an. Wer eine Smartwatch auch als Schlaftracker nutzt - und die Medien suggerieren eine wachsende Nutzung von Wearables zu diesem Zweck - trägt die Uhr auch nachts. Dabei ist es eher unpraktisch, wenn man am nächsten Morgen feststellt, dass die Uhr aus bzw. im Notmodus ist.


    > (...)
    > > > Man liegt die Uhr ja ohnehin meistens am Abend ab.
    > >
    > > Ach, macht man das? Ich mache das nicht, weil meine Uhr (Pebble 2) auch
    > als
    > > Schlaftracker dient.
    >
    > Und alle Anderen, die keinen Schlaftracker nutzen, tun das eben nicht.

    Genau. Aber deine ursprüngliche Aussage wirkte auf mich etwas absolutistischer.
    >
    > > > Ein gutes Display und Anwendungen dafür sind viel wichtiger.
    > >
    > > Ach, ist das so?
    >
    > ja.
    >
    > > Was ist denn ein gutes Display?
    >
    > Hochauflösend, gerne mit OLED.

    Subjektiv. Für mich ist ein gutes Display an der Uhr eins, das auch im Sonnenlicht sehr gut ablesbar ist und eins, das auch immer an ist.


    >
    > > Was sind denn gute Anwendungen?
    >
    > Die, die von Nutzern nachgefragt werden.

    Auch das ist subjektiv.
    >
    > > > Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für
    > > Nerds.
    > > > Damit alleine konnte man aber auf Dauer als Firma nicht wirklich
    > > überleben.
    > >
    > > Das ist eine unüberprüfbare Behauptung. Wer weiß das schon?
    >
    > Wenn Pebble finanziell überlebensfähig gewesen wäre, hätten sie nicht das
    > Geschäft mit Fitbit gemacht.

    Das glaube ich auch. Aber ein Firmenverkauf an sich kann auch ganz andere Motive haben (z.B. weil einfach viel Geld angeboten wurde).

    > Überlebensfähig waren sie nicht, weil es nicht
    > genügend Käufer für die Uhren gab.
    >
    Das ist, wie gesagt, eine Behauptung.

    > Bisher hat auch keine andere Firma angefangen, sowas zu produzieren.

    Was ist denn "sowas"? Eine Smartwatch mit langer Laufzeit? Vector hatte eine Smartwatch mit eInk-Display und 30 Tagen Akkulaufzeit. Das Unternehmen wurde von Fitbit aufgekauft...

    Nokia hat mit der Steel HR ebenfalls eine Smartwatch mit langer Laufzeit.


    > Das ist für mich zumindest ein starkes Indiz, dass man vom Verkauf einiger
    > hunderttausend Smartwatches im Jahr alleine keine Firma mit weltweitem
    > Vertrieb, Entwicklungsabteilung und Serverinfrastruktur für Online-Dienste
    > betreiben kann.

    Ich weiß es nicht. Ich war nie bei Pebble angestellt und habe keine Ahnung davon, welche internen Probleme das Unternehmen hatte. Ich kann immer nur auf fehlende Informationen verweisen, die es unmöglich machen, wirklich zu wissen, wieso das Unternehmen letztendlich nicht überlebt hat.

    Ich würde davon aber nicht ableiten, dass Akkulaufzeit ein nachrangiger Faktor sein muss. So einfach, wie manche Wirtschaftswissenschaftler den Markt aussehen lassen, ist er natürlich nicht
    ;-)

    Ich würde sogar argumentieren, dass Pebble mit technisch "besseren" Uhren (Android Wear, hochauflösendes Touchscreen-Display, stärkeres SoC) möglicherweise auch nicht erfolgreich gewesen wäre, weil schon allein die Namen Samsung, Huawei, Apple, Fitbit, Garmin etc. eine ganz andere Stellung in dem Segment haben. Diese Namen werden breit beworben und man findet sie auch im (weiterhin nicht ganz unwichtigen) stationären Einzelhandel (Mediamarkt/Saturn etc.).

    Ich gehe also eher davon aus, dass Pebble für den Massenmarkt auch zu unbekannt war, um überhaupt in Erwägung gezogen zu werden.

    > Wenn Du anderer Ansicht bist und ein seriöses Geschäftsmodell hast - ich
    > bin durchaus offen, bei sowas mitzumachen.

    Aus dem eben genannten Grund denke ich nicht, dass man mit einem unbekannten Startup so tolle Aussichten hat ;-)

  8. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Kondratieff 06.09.18 - 18:55

    Peter Brülls schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > >
    > > Gibt es zu dieser Aussage auch etwas Empirie?
    >
    > Verkaufszahlen.
    >
    Wie ich im anderen Post des Mitforisten geschrieben habe, bedeuten relativ niedrige Verkaufszahlen ja nicht automatisch eine schlechte Wirtschaftlichkeit. Davon können alle Luxushersteller erzählen.

    Nun möchte ich keinesfalls sagen, dass Pebble ein Luxushersteller war. Es gibt aber auch andere Nischen, in denen Hersteller mit weitaus geringerer Profitabilität überlebensfähig sind.
    >
    > > Ich sehe hier mehrere "Denkfehler" bzw. Fehlannahmen:
    >
    > > 1) "Weil der Markt nichts anderes hergibt, wollen die Menschen nichts
    > > anderes haben"
    > >
    > > Ich würde erst einmal relativ ergebnisoffen an ein Experiment
    > herangehen,
    > > bei dem Uhren mit derselben Grundfunktionalitäten (und ähnlichen
    > > Abmessungen sowie Preisbereichen) aber mit stark unterschiedlichen
    > > Akkulaufzeiten den Testsubjekten angeboten wird.
    > > Ich persönlich würde nicht darauf wetten, dass es den Menschen egal
    > wäre,
    > > dass sie im Grunde die gleiche Uhr mit der fünffachen Akkulaufzeit haben
    > > könnten.
    >
    > Wir sehen das doch seit Jahren im Smartphonebereich. Wir sehen das auch
    > bei Autos: Die Leute jammern über den hohen Verbrauch, kaufen aber immer
    > schwerere Wagen und fahren auch, meiner Beobachtung nach, nicht angepasst.
    > Dann ist natürlich der Hersteller Schuld, wenn der lügt. Wenn ich daran
    > darauf hinweise, dass meine Frau den angegeben Verbrauchswert regelmässig
    > schlägt, kommt ein schmallippiges „Ich will ja nicht ewig langsam
    > fahren.“
    >
    Ich sehe die Relevanz nicht ganz.
    Um dein Beispiel aufzugreifen. Ein Hersteller eines teuren, schweren und entsprechend stark motorisieren SUV bietet 5 Wagen an, die jeweils preislich 1000¤ auseinanderliegen und sich nur bezüglich des Verbrauchs unterscheiden. Mit 1000¤ erkauft man sich jeweils 1l weniger pro 100km. Da würde ich zumindest nicht einseitig erwarten, dass alle auf den günstigsten Wagen springen, wenn der Wagen sowieso schon einen hohen Grundpreis (z.B. 60000¤) besitzt.

    >
    > Und Dein Experiment kann nicht ergebnisoffen sind, denn es gibt keine
    > verbindliche „Grundfunktionalität“. Bei derart komplexen
    > Multifunktionsgeräten gibt es so viele Kombinationen an nutzbaren Features
    > auf der einen Seite und Benutzerwünschen auf der anderen, dass man das
    > schlicht nicht hinkriegen kann.


    Auch hier verstehe ich die Aussage nicht ganz. Ergebnisoffen bezog sich darauf, dass ich vor dem Experiment erst mal keine definitiven Aussagen à la "Laufzeit ist egal" tätigen würde, wenn der Unterschied zwischen ansonsten baugleichen Uhren nur in der Akkulaufzeit läge. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass man dann doch die Uhr mit der längeren Akkulaufzeit nimmt (die Akkulaufzeit wäre in diesem Fall anscheinend nicht mehr egal).

    >
    > > 3) "Was für Produktkategorie A gilt, muss für Produktkategorie B gelten"
    >
    > B ist derzeit noch fast vollständig von A abhängig, selbst bei Smartwaches
    > mit eigener Mobilfunkfunktion. Insofern sind die Benutzer von B schon mit
    > den Verhaltensweisen für A vertraut und bilden zugleich auch die Menge, die
    > als Käufer für B in Frage kommen.
    >
    > Dein Einwand ist prinzipiell berechtigt. Laptops wurden nicht benutzt wie
    > Desktops, Autos nicht wie Kutschen. Aber in diesem Fall haben wir eben ein
    > abhängiges Produkt, kein scheinbar ähnliches.
    >

    Ja, aber trotzdem bleibt alles Spekulation ;-)

    Mehr sage ich im Prinzip nicht.

    >
    > Ja, macht man. Das war über Jahrzehnte der normale Gebrauch im eigenen
    > Heim, natürlich mit einigen Ausnahmen.

    Das glaube ich sogar. Aber eine Behauptung bleibt erst einmal eine Behauptung, selbst wenn wir zwei bzw. sogar wir drei daran glauben.
    Und eine Bestärkung der Behauptung mit einer neuen Behauptung ("normaler Gebrauch über Jahrzehnte") macht die Behauptung auch nicht "faktischer" ;-)

    Meine Aussage ist:
    Argumentativ auf etwas zu bauen, was nicht belegt wurde (repräsentative Trend-/Längsschnittstudie über das nächtliche Ausziehen oder Anlässen von Uhren?), macht alles Weitere unsicher.
    Es ist ja immer noch möglich, dass unser Glaube über die Ausziehpraxis von unseren jeweiligen persönlichen Erfahrungen rühren, aber 90% der uns unbekannten Uhrenträger sich jahrzehntelang ganz anders verhalten haben.
    >
    > > Ich mache das nicht, weil meine Uhr (Pebble 2) auch als Schlaftracker
    > dient.
    >
    > Lass mich ratest: Du erwartest dass man empirisch nachweist, dass das keine
    > Nischennutzung ist, wenn man solches glaubt.
    >

    Nein. Meine Aussage über mein Verhalten kann ebenso wenig wie andere Verhaltensweisen von Individuen einfach so auf eine Grundgesamtheit übertragen werden. Aber: Wenn absolutistisch argumentiert wird, also argumentativ Ausnahmen explizit nicht bedacht werden, reicht im Sinne der Logik nur ein Fall aus, um das Argument zu verwerfen.

    Bsp.: Schwäne sind weiß.
    Wenn ich einen schwarzen Schwan entdecke, gibt es im Sinne der Logik eigentlich nur die Möglichkeit, dass die Aussage falsch war. Schwäne wären demnach nämlich weiß oder schwarz. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, den schwarzen Schwan nicht als Schwan anzuerkennen, da Schwäne ja weiß sind :D


    > > > Ein gutes Display und Anwendungen dafür sind viel wichtiger.
    > >
    > > Ach, ist das so?
    > > Was ist denn ein gutes Display?
    >
    > Da gibt es eigentlich nur eine sinnvoll allgemein gültige Antwort: Eines,
    > dass dem Stand der Technik entsprechend dem Auflösungsvermögen der
    > menschlichen Wahrnehmung entspricht. So viele Farbe, Kontakt und
    > Pixeldichte, bis weitere Unterschiede von einem Normmenschen (im Sinne von
    > etwa 1090% Sehfähigkeit und 3 Farbrezeptoren) nicht mehr unterschieden
    > werden kann.
    >
    > Anwendungsbezogen kann es sinnvoll sein, ein anderes Display zu verwenden,
    > etwa E-Ink, um auf Kosten des Farbraums in etwa die Qualität einer
    > gedruckten Buchseite zu erreichen bei hoher Akkulaufzeit. Aber schon beim
    > Blättern fällt die Langsamkeit da unangenehm auf.

    Deine Antwort beinhaltet einen großen logischen Widerspruch und zeigt zugleich die subjektivtät eines guten Displays.

    Deiner Aussage nach gibt es eine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach einem guten Display. Dieses gute Display ist allerdings situativ schlechter als ein Display, das nach der "Allgemeingültigkeit" kein gutes Display wäre.

    Was ich mit meinen Fragen ursprünglich aufdecken wollte, ist, dass es eben keine allgemeingültig gutes Display gibt. Bei meiner Uhr empfinde ich persönlich ein Display als gut, das immer an ist und auch in jeglichen Lichtbedingungen gut ablesbar sind. Ich empfinde das Display in dieser Hinsicht als gut. Als Smartphone- oder gar als Fernsehdisplay fände ich es allerdings grauenhaft.

    Andere mögen ganz andere Qualitäten bei einem Smartwatchdisplay in den Vordergrund stellen.
    >
    >
    > > Was sind denn gute Anwendungen?
    >
    > Alles, was möglichst schnell reagiert. Die Zeiten sind bekannt, und ja,
    > empirisch belegt. 0,1 Sekunden Reaktionszeit werden als verzögerungsfrei
    > empfunden, 1 Sekunde als langsam, über 10 s ist praktisch unbenutzbar und
    > führt zur Nichtnutzung.

    Das sind die einzigen Kriterien für eine gute Anwendung? Da hat sich der eigentliche Adressat der Frage ganz anders geäußert. So allgemeingültig ist also auch diese Frage wahrscheinlich nicht zu beantworten ;-)
    >
    > > > Und wenn man ehrlich ist - auch das Farbdisplay der Pebble Time ist
    > nur
    > > ein Kompromiss, um
    > > > lange Laufzeiten zu erreichen.
    >
    > > Ich denke, dass Pebble das selbst so gesagt hätte.
    >
    > Ja, aber Pebble krakeelt nicht in Foren rum, dass sie die einzig wahre
    > Smartwatch haben und alles andere nur Spielzeug ist.

    Ja, das stimmt wohl. Wer sowas schreibt, sollte sich ob der Offensichtlichkeit einer auch logisch so falschen Aussage wirklich schämen (finde ich).
    >
    >
    > > > Pebble nicht und damit eher den Charme einer Taschenrechner-Uhr für
    > > > Nerds.
    > > > Damit alleine konnte man aber auf Dauer als Firma nicht wirklich
    > > > überleben.
    >
    > > Das ist eine unüberprüfbare Behauptung. Wer weiß das schon?
    >
    > Stimmt, wir wissen nur, dass Pebble sich nicht am Markt durchsetzen konnte,
    > jedenfalls nicht über eine Nische hinaus.

    Genau.

  9. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: blaub4r 06.09.18 - 20:05

    wenn ich lese das man einen server brauch um die uhr am leben zu halten ist der grund für das scheitern doch längst offensichtlich ..

  10. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: 404_NOT_FOUND 07.09.18 - 12:16

    blaub4r schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wenn ich lese das man einen server brauch um die uhr am leben zu halten ist
    > der grund für das scheitern doch längst offensichtlich ..

    Braucht man nicht. Lesen UND verstehen ist hier essentiell.

  11. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Askaaron 07.09.18 - 12:34

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Askaaron schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kondratieff schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Askaaron schrieb:
    > > >
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > >
    > > > -----
    > > > > Den meisten Leuten ist schlicht egal, ob der Akku 2, 5 oder 10 Tage
    > > > hält.
    > > >
    > > > Gibt es zu dieser Aussage auch etwas Empirie? Oder hast du die Aussage
    > > von
    > > > deiner eigenen Ansicht abgeleitet?
    > >
    > > Empirie: Pebble hat nicht genügend Käufer für die Uhren gehabt und hat
    > > deswegen Teile an Fitbit verkauft.
    >
    > Das ist keine Empirie, sondern weiterhin eine Behauptung (die ja wahr sein
    > kann; aber eben auch nicht).

    Seufz... warum glaubst Du dann, wieso Pebble nicht genügend Einnahmen hatte?

    > Begründung:
    > 1) Unternehmen können trotz oder eben aufgrund gut laufender Produkte von
    > Konkurrenten aufgekauft werden (nein, das beziehe ich nicht auf Pebble,
    > sondern auf deine inhärente allgemeinere Argumentation).

    Das Unternehmen lief aber nicht gut. Die Verkaufszahlen waren zu schlecht.

    > 2) Unternehmen können trotz gut laufender Produkte wirtschaftliche
    > Schwierigkeiten bekommen, z.B. aufgrund hoher Entwicklungskosten, einem
    > übergroßen Overhead etc.

    Die Produkte sind aber nicht gut gelaufen. Die Verkaufszahlen waren zu schlecht.

    > > Wenn Kunden die lange Akkulaufzeit gegenüber den Merkmalen der Konkurrenz
    > bevorzugt
    > > hätte, wäre das nicht passiert.
    >
    > Siehe oben.

    Nein. Siehe Apple Watch. Die kam auf den Markt und hat ihn danach praktisch übernommen.

    Aktuell ist Apple da immer noch führend:
    https://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=prUS43598218

    JFTR: Ich habe eine Samsung Gear S3, bevor mir jemand unterstellt, ein Apple Fanboy zu sein.

    [...]
    > Im Negativen könnte die Laufzeitbehauptung übrigens auch getestet werden:
    > Bring eine technisch sonst hervorragende Uhr auf den Markt, die jede Stunde
    > aufgeladen werden müsste. Auch hier würde ich nicht darauf wetten, dass ein
    > Großteil der potenziellen Käufer darüber hinweg sehen würden.

    Deine Polemik ist fehl am Platz. Aus dem Smartphone-Markt ist bekannt, dass um die 24 Stunden ausreichen.

    [...]
    > > Ich schon. Denn auch 10 oder 20 Tage sind eben nur 10 oder 20 Tage.
    >
    > Naja, ich bin ja schon mal ein Mensch und habe von vornherein alle Uhren
    > ausgeschlossen, die weniger als eine Woche laufen ;-)

    Als die Pebble auf den Markt kam, gab es nicht viel anderes. Was hätte man da ausschließen sollen?

    [...]
    > > Im Alltag ist es bei vielen Menschen völlig normal, abends seine
    > Armbanduhr
    > > abzulegen und die meisten Menschen kehren tagtäglich abends zum selben
    > Ort
    > > zurück.
    >
    > Würde ich so unterschreiben. Es kommt bei Smartwatches allerdings trotzdem
    > auf das Nutzungsszenario an. Wer eine Smartwatch auch als Schlaftracker
    > nutzt - und die Medien suggerieren eine wachsende Nutzung von Wearables zu
    > diesem Zweck - trägt die Uhr auch nachts. Dabei ist es eher unpraktisch,
    > wenn man am nächsten Morgen feststellt, dass die Uhr aus bzw. im Notmodus
    > ist.

    Genau deshalb gibt es den ganzen Fitness-Armband-Kram, der auch deutlich länger durchhält, als jede Smartwatch und auch viel bequemer zu tragen ist. Zudem sind diese Teile oft auch wesentlich billiger - da geht es ja nach Modells schon ab 20-30 EUR los.

    (...)
    > > Wenn Pebble finanziell überlebensfähig gewesen wäre, hätten sie nicht
    > das
    > > Geschäft mit Fitbit gemacht.
    >
    > Das glaube ich auch. Aber ein Firmenverkauf an sich kann auch ganz andere
    > Motive haben (z.B. weil einfach viel Geld angeboten wurde).

    Bei Pebble gab es aber eben genau nicht diese Motive. Bitte informiere Dich.

    >
    > > Überlebensfähig waren sie nicht, weil es nicht
    > > genügend Käufer für die Uhren gab.
    > >
    > Das ist, wie gesagt, eine Behauptung.

    Bitte informiere Dich.

    Bis Mai 2016 wurden 1,8 Mio. Uhren verkauft:

    http://www.die-smartwatch.de/2016/05/25/pebble-bislang-18-millionen-verkaufte-smartwatches.html

    Die Rechnung, ob das ausreicht, um das Unternehmen wirtschaftlich zu betreiben, überlasse ich Dir. Jedenfalls genügten 26 Mio. USD zusätzlich im selben Jahr nicht, um die Entlassung von Angestellten zu verhindern:

    https://www.golem.de/news/entlassungen-smartwatch-hersteller-pebble-in-schwierigkeiten-1603-119963.html

    Zum Vergleich: man geht bei der Apple Watch von 40 Mio. verkauften Exemplaren aus.

  12. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Kondratieff 07.09.18 - 13:43

    Askaaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Seufz... warum glaubst Du dann, wieso Pebble nicht genügend Einnahmen
    > hatte?

    Wer sagt denn, dass ich das glaube?

    Vielleicht hat Pebble sich im Versuch, sich aus der Nische und auf den Massenmarkt zu begeben, "verhoben" bzw. verkalkuliert? Damit meine ich, dass das Unternehmen vielleicht zu aggressiv wachsen wollte und somit u.a. durch Neueinstellungen zu viele Personal- und Overheadausgaben hatte. Davon unabhängig weiß ich nicht, welche finanziellen Fehlgriffe sich das (noch unerfahrene?) Management geleistet hat.

    In dem Sinne könnte man zwar sagen, dass Pebble zu wenige Einnahmen hatte. Aber die relativ (zum Massenmarkt) geringen Einnahmen wären möglicherweise kein Problem gewesen, wenn die Ausgaben nicht im Zuge der Expansion überproportional gewachsen wären.

    Das ganze führt mich wieder zum Kern der Diskussion: Dass Pebble scheiterte muss nicht zwingend daran liegen, dass ihre Produkte nicht (im absoluten Sinne) nachgefragt wurden. Vielmehr wollte Pebble vielleicht einfach nicht weiter ausschließlich eine Nische bedienen und hat sich selbst durch Fehlplanung abgeschossen.

    Möglicherweise liegt es gleichzeitig auch an der Produktkategorie selbst:
    Die klassische Uhr ist/war bislang eine Produktkategorie, die (aus nachvollziehbaren Gründen) nicht derart an technischen Entwicklungszyklen gebunden war wie z.B. Autos oder Computer. Damit liegt die klassische Uhr in kategorischer Nähe zum Schmuck.
    Ich könnte mir also vorstellen, dass Sättigungseffekte (noch) eine erheblich andere Wirkung auf Uhren haben als bspw. Smartphones.
    Ich sehe zwei generelle Möglichkeiten, die Sättigung des Marktes ohne "Eroberung neuer Märkte" zu überleben:

    1) Diversifizieren.
    Einige mehr oder weniger große Smartwatchhersteller wie Apple, Samsung, Garmin oder Xiaomi sind auch bzw. größtenteils Hersteller anderer Produkte. Periodisch einbrechende Umsätze im Smartwatchsegment können also durch andere Produkte und Dienstleistungen abgefangen werden.

    2) Gewinnmarge erhöhen.
    Klassische Uhrenhersteller können deswegen überleben, eben weil sie, wie eben argumentiert, eine kategorische Nähe zum Schmuck aufweisen. Oft genug sehen sich Uhrenhersteller auch als Schmuckhersteller oder sie stellen sogar anderen Schmuck her. So oder so sind diese Uhrenhersteller eher in einem Luxussegment unterwegs und können deshalb schon aus diesem Selbstverständnis heraus relativ hohe Preise für ihre Produkte ansetzen. Eine hohe Gewinnmarge kann gewisse Durststrecken bzw. eine durchgängig kleine Käuferschicht kompensieren.

    Pebble konnte keine der beiden Strategien verfolgen.


    > > Begründung:
    > > 1) Unternehmen können trotz oder eben aufgrund gut laufender Produkte
    > von
    > > Konkurrenten aufgekauft werden (nein, das beziehe ich nicht auf Pebble,
    > > sondern auf deine inhärente allgemeinere Argumentation).
    >
    > Das Unternehmen lief aber nicht gut. Die Verkaufszahlen waren zu schlecht.
    >
    > > 2) Unternehmen können trotz gut laufender Produkte wirtschaftliche
    > > Schwierigkeiten bekommen, z.B. aufgrund hoher Entwicklungskosten, einem
    > > übergroßen Overhead etc.
    >
    > Die Produkte sind aber nicht gut gelaufen. Die Verkaufszahlen waren zu
    > schlecht.
    >
    > > > Wenn Kunden die lange Akkulaufzeit gegenüber den Merkmalen der
    > Konkurrenz
    > > bevorzugt
    > > > hätte, wäre das nicht passiert.
    > >
    > > Siehe oben.
    >
    > Nein. Siehe Apple Watch. Die kam auf den Markt und hat ihn danach praktisch
    > übernommen.

    Jein. Auf den Massenmarkt bezogen, hast du teilweise recht. Es war nicht nur Apple, auch wenn das Unternehmen eine Marktführerschaft innehat; Samsung und andere spielten sicherlich auch keine unbedeutende Rolle.

    Damit sind wir aber auch wieder bei meiner obigen Argumentation: Pebble hätte vielleicht in einer Nische überleben können - gute operative und strategische Planung vorausgesetzt.

    Eingepfercht zwischen segmentübergreifenden Schwergewichten wie Apple, Samsung, Huawei etc. und einschlägigen Unternehmen wie Garmin, Fitbit etc.? Anscheinend nicht.

    >
    > Als die Pebble auf den Markt kam, gab es nicht viel anderes. Was hätte man
    > da ausschließen sollen?

    Ich habe die Pebble 2 sehr spät gekauft - längst, nachdem das Unternehmen von Fitbit aufgekauft wurde. Zu der Zeit gab es bereits die Apple Watch und verschiedene Android-Wear-Uhren.

    Für mich war tatsächlich die Akkulaufzeit entscheidend (und weniger der Preis).

    > Genau deshalb gibt es den ganzen Fitness-Armband-Kram, der auch deutlich
    > länger durchhält, als jede Smartwatch und auch viel bequemer zu tragen ist.
    > Zudem sind diese Teile oft auch wesentlich billiger - da geht es ja nach
    > Modells schon ab 20-30 EUR los.

    Ja, das stimmt. Aber es gibt offensichtliche Überschneidungen, zu sehen z.B. bei Garmin. Ich persönlich (wieder: sehr subjektiv!) möchte eigentlich nicht zwei Geräte kaufen, produzieren lassen (Nachhaltigkeit!) und an meinen Handgelenken tragen müssen, die zu einem großen Teil eine technische Redundanz aufweisen.


    > > Das glaube ich auch. Aber ein Firmenverkauf an sich kann auch ganz
    > andere
    > > Motive haben (z.B. weil einfach viel Geld angeboten wurde).
    >
    > Bei Pebble gab es aber eben genau nicht diese Motive. Bitte informiere
    > Dich.

    Die Aufforderung ("Bitte informiere Dich") finde ich zumindest frech. Ich habe nämlich bereits dargelegt, dass ich der Darstellung glaube. Mein Hinweis sollte nur einer zu starken Verallgemeinerung (Unternehmen, die verkauft werden, sind unprofitabel) entgegenwirken.
    >
    > >
    > > > Überlebensfähig waren sie nicht, weil es nicht
    > > > genügend Käufer für die Uhren gab.
    > > >
    > > Das ist, wie gesagt, eine Behauptung.
    >
    > Bitte informiere Dich.

    Die nochmalige Aufforderungen ist sogar frecher als die erste. Ich kann schlecht "mal eben" in die Geschäftspraktiken, intra- und interorganisationalen Zusammenhänge etc. von Pebble reinschauen.
    >
    > Bis Mai 2016 wurden 1,8 Mio. Uhren verkauft:
    >
    > www.die-smartwatch.de
    >
    > Die Rechnung, ob das ausreicht, um das Unternehmen wirtschaftlich zu
    > betreiben, überlasse ich Dir. Jedenfalls genügten 26 Mio. USD zusätzlich im
    > selben Jahr nicht, um die Entlassung von Angestellten zu verhindern:
    >
    > www.golem.de
    >
    > Zum Vergleich: man geht bei der Apple Watch von 40 Mio. verkauften
    > Exemplaren aus.

    Und all das sagt nichts darüber aus, ob die Verkäufe nicht hätten ausreichen können. Ich weiß nämlich nicht - und ich schätze, dass bei dir ähnlich aussieht - wie das Unternehmen intern aussah, ob und wie das Geld durch schlechtes Management "verprasst" wurde etc. Genauso wenig weiß ich, zu welchem Stückpreis wieviele Uhren pro Zeiteinheit hätten verkauft werden müssen, um in der Personalstärke als Unternehmen zu überleben.

    Ich sage nur: Ein Unternehmen kann trotz einer an und für sich ausreichenden Produktnachfrage in die Unwirtschaftlichkeit abrutschen - z.B. durch falsche Expansionspläne, Überschuldung, ineffiziente Strukturen etc.
    Wir alle haben solche Fälle bspw. bei mehreren Großbanken erlebt...

  13. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Askaaron 07.09.18 - 14:23

    Kondratieff schrieb:

    [...]
    > > Bitte informiere Dich.
    >
    > Die nochmalige Aufforderungen ist sogar frecher als die erste. Ich kann
    > schlecht "mal eben" in die Geschäftspraktiken, intra- und
    > interorganisationalen Zusammenhänge etc. von Pebble reinschauen.

    Das hat niemand verlangt. Nimm' Dir die Zeit, von mir aus auch ein paar Tage, und antworte dann, wenn Du willst. Es gehört für mich zur Höflichkeit, wenigstens ein bisschen die Zusammenhänge zu kennen, bevor man Anderen unterstellt, dass sie nur Behauptungen aufstellen.

    Es ist auch wenig hilfreich, darüber zu spekulieren, was Pebble hätte machen können und ob sie als Nischenprodukt überlebt hätten. Sie haben es nunmal nicht gemacht und von den ca. 80 Mio. verkauften Smartwatches weltweit bis Ende 2016 waren eben gerade mal knapp 2 Mio. von Pebble, also nicht mal 3%. Das allein ist ein hinreichendes Indiz dafür, dass die Nachfrage nach der Pebble eben nicht so groß war und Merkmale wie lange Akkulaufzeit ganz offensichtlich kein entscheidendes Kriterium für viele Käufer - sonst hätten nicht 97% der Käufer einer Apple Watch, Samsung Gear oder einer der Android Wear-Modelle den Vorzug gegeben.

    Und ich erinnere mich gut an die Popup-Stores im Berliner Europa-Center 2016, wo Pebble massiv um Kunden geworben hat - hat alles nichts genutzt. Das Produkt war ganz offensichtlich nicht das, was die Leute haben wollten.

  14. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: blaub4r 07.09.18 - 14:58

    404_NOT_FOUND schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > blaub4r schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > wenn ich lese das man einen server brauch um die uhr am leben zu halten
    > ist
    > > der grund für das scheitern doch längst offensichtlich ..
    >
    > Braucht man nicht. Lesen UND verstehen ist hier essentiell.


    deutlichen Rückgang des Funktionsumfangs der Smartwatch. Einige Apps, die ihre Einträge für die Timeline über die Pebble-Server an die Uhr senden, können dies nun nicht mehr - entsprechend fehlen diese Benachrichtigungen. Auch der Wetterdienst in der Timeline funktioniert nicht mehr. Ein weiteres Problem ist, dass der App Store nicht mehr erreichbar ist: Neue Anwendungen oder Updates bereits installierter Apps sind damit passé. Generell funktioniert nichts mehr, was mit dem Pebble-Kontenlogin zu tun hat.

    Der Satz sagt doch alles warum man dafür einen Server brauch erschließt sich mir nicht. Meine Uhr brauch dafür kein Server nur Internet.
    Den Rest machen die internen Daten des Handys. Also ist das schon ein heftiger Einschnitt und ein Grund warum das kaum einer kauft.

  15. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: Kondratieff 07.09.18 - 15:12

    Askaaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kondratieff schrieb:
    >
    > [...]
    > > > Bitte informiere Dich.
    > >
    > > Die nochmalige Aufforderungen ist sogar frecher als die erste. Ich kann
    > > schlecht "mal eben" in die Geschäftspraktiken, intra- und
    > > interorganisationalen Zusammenhänge etc. von Pebble reinschauen.
    >
    > Das hat niemand verlangt. Nimm' Dir die Zeit, von mir aus auch ein paar
    > Tage, und antworte dann, wenn Du willst. Es gehört für mich zur
    > Höflichkeit, wenigstens ein bisschen die Zusammenhänge zu kennen, bevor man
    > Anderen unterstellt, dass sie nur Behauptungen aufstellen.

    Ich nehme gängige Definitionen einer Behauptung zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass es bei den Aussagen um Behauptungen handelt - mehr nicht.

    Ich denke, dass nur diejenigen, die in den Geschäftspraktiken von Pebble eingeweiht waren und mittlerweile genug zeitlichen und analytischen Abstand zum Untergang des Unternehmens haben, stichhaltige Aussagen machen können, wieso das Unternehmen nicht überlebt hat. Ich gehöre nicht zu diesem Personenkreis und habe auch weder die Zeit noch die interpersonalen Möglichkeiten (=> Sozialkapital/Netzwerk), zukünftig zu diesem Kreis zu gehören.

    Alle anderen Personen (ich schließe mich explizit ein) spekulieren mit mehr oder weniger Wissen über wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse sowie Technik. Der Unterschied, den ich dabei stark mache, ist die Art, wie spekuliert wird. Ich spekuliere unter der Annahme und Voraussetzung, dass ich unrecht haben kann (im wissenschaftlichen Sinne des Falsifikationismus, sozusagen) und unter der Annahme der - wenn überhaupt - eingeschränkten Verallgemeinerbarkeit.

    Was ich ansonsten wahrgenommen und kritisiert habe, ist eine absolutistische Haltung: "Etwas ist so. Punkt". Dabei gehören solche Aussagen schon formal, und damit schließt sich hier der Kreis, zu den eingangs erwähnten Behauptungen.
    >
    > Es ist auch wenig hilfreich, darüber zu spekulieren, was Pebble hätte
    > machen können und ob sie als Nischenprodukt überlebt hätten.

    Wieso? Es ist hilfreich bei der Beantwortung, ob es definitiv so war, dass

    1) die Akkuleistung im Verhältnis mit anderen technischen Parametern so uninteressant ist, dass eine darauf aufbauende Uhr nicht nachgefragt wird und, damit zusammenhängend,
    2) dass die verhältnismäßig geringe Nachfrage zwangsläufig zu einem Scheitern des Unternehmens führen musste.

    Mit meiner Argumentation führe ich an, dass es nicht als gesichert gilt, dass der Untergang des Unternehmens definitiv aussagt, dass die Akkulaufzeit einer Smartwatch verhältnismäßig unwichtig sein muss (könnte schon sein, muss aber nicht!), denn

    1. Hat sich Pebble via Kickstarter einen Markt (auch wenn es sich um einen Nischenmarkt handelte) aufgebaut. Die Nachfrage reichte zunächst aus, um die Produktion zu rechtfertigen.

    2. Niemand von uns weiß, ob Pebble sich nicht durch Managementfehler einfach zu hohe Kosten ans sprichwörtliche Bein gebunden hat (z.B. durch vorschnelle und zu hohe Investitionen).

    3. Dass Pebble auf dem Massenmarkt Probleme hatte, ist auch durch nicht-technische Gründe erklärbar (z.B. die Bekanntheit etablierter Unternehmen wie Apple und Samsung und die Unbekanntheit von Pebble).

    Diese nicht-technischen Gründe wurden und werden empirisch immer wieder in der Innovationsforschung beobachtet und thematisiert, vgl. etwa [1],[2],[3],[4],[5],[6],[7] etc.


    > Das allein ist ein hinreichendes Indiz dafür, dass die
    > Nachfrage nach der Pebble eben nicht so groß war und Merkmale wie lange
    > Akkulaufzeit ganz offensichtlich kein entscheidendes Kriterium für viele
    > Käufer - sonst hätten nicht 97% der Käufer einer Apple Watch, Samsung Gear
    > oder einer der Android Wear-Modelle den Vorzug gegeben.

    Das ist ein Fehlschluss, wie eben dargestellt. Es kann tatsächlich sein, dass 1) die Nachfrage nach Pebble nicht groß war und 2) die Akkulaufzeit wirklich kein entscheidendes Kriterium ist.

    Aber das lässt sich nicht eindeutig aus den Informationen, die uns zur Verfügung stehen, ableiten. Denn es könnte bspw. sein, dass die Pebble bei vielen Massenmarkt-Käufern unbekannt war.

    >
    > Und ich erinnere mich gut an die Popup-Stores im Berliner Europa-Center
    > 2016, wo Pebble massiv um Kunden geworben hat - hat alles nichts genutzt.

    Berlin ist zwar eine Metropole, aber
    1) Wohnt ein Großteil Deutschlands sowie der Welt außerhalb Berlins und
    2) kenne ich die Wirkung und Reichweite solcher Popup-Stores nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es effektivere Werbearten gibt (bin da kein Fachmann) und
    3) hätte es durchaus sein können, dass ein technischer Samsung-Gear-Klon von Pebble ebenfalls eine verhältnismäßig schwache Nachfrage produziert hätte, weil Samsung als etablierter und bekannter Name eine ganz andere Reichweite und Strahlwirkung hat als Pebble.

    > Das Produkt war ganz offensichtlich nicht das, was die Leute haben wollten.

    So offensichtlich ist das ja nicht, wie ich oben festgemacht habe.

    [1] Bauer, R. (2006). Gescheiterte Innovationen. Fehlschläge und technologischer Wandel. Frankfurt/New York: Campus Verlag.

    [2] Braunerhjelm, P., & Svennson, R. (2008). The Inventor's Role: Was Schumpeter Right?

    [3] Dosi, G. (1982). Technological paradigms and technological trajectories. A suggested interpretation of the determinants and directions of technological change. Research Policy, 11, 147-162.

    [4] Fichter, K. (2009). Grundlagen des Innovationsmanagements. Oldenburg: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

    [5] Geels, F. W. (2001). Technological transitions as evolutionary reconfiguration processes: A multi-level perspective and a case-study. Nelson and Winter Conference, Aalberg, Dänemark.

    [6] OECD/Eurostat. (2005). Oslo Manual: Guidelines for collecting and interpreting technological innovation data. 3rd edition. Paris: OECD.

    [7] Tushman, M. L., & Rosenkopf, L. (1992). Organizational Determinants of Technological Change: Toward a Sociology of Technological Evolution. Research in Organizational Behavior, 14, 311-347.

  16. Re: Gründe für das Scheitern der Pebble

    Autor: gadthrawn 08.09.18 - 10:54

    Sagen wirs so. ich hab jedem von Pebble abgeraten. Hauptsächlich weil die eine blöde Politik verfolgten - nur beestimmte OS unterstützen (MS hatte angeboten für Windows Phone die App zu entwickeln, aber .. Pebble wollte darauf nichts ), Serverbindung, ...

    Ich find es gut das sie mit so etwas scheitern.

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iPad 7 im Test
Nicht nur für Einsteiger lohnenswert

Auch mit der siebten Version des klassischen iPads richtet sich Apple wieder an Nutzer im Einsteigersegment. Dennoch ist das Tablet sehr leistungsfähig und kommt mit Smart-Keyboard-Unterstützung. Wer ein gutes, lange unterstütztes Tablet sucht, kann sich freuen - ärgerlich sind die Preise fürs Zubehör.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. iPad Einschränkungen für Apples Sidecar-Funktion
  2. Apple Microsoft Office auf neuem iPad nicht mehr kostenlos nutzbar
  3. Tablet Apple bringt die 7. Generation des iPads

Rohstoffe: Lithium aus dem heißen Untergrund
Rohstoffe
Lithium aus dem heißen Untergrund

Liefern Geothermiekraftwerke in Südwestdeutschland bald nicht nur Strom und Wärme, sondern auch einen wichtigen Rohstoff für die Akkus von Smartphones, Tablets und Elektroautos? Das Thermalwasser hat einen so hohen Gehalt an Lithium, dass sich ein Abbau lohnen könnte. Doch es gibt auch Gegner.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Wasserkraft Strom aus dem Strom
  2. Energie Wie Mikroben Methan mit Windstrom produzieren
  3. Erneuerbare Energien Die Energiewende braucht Wasserstoff

IT-Sicherheit: Auch kleine Netze brauchen eine Firewall
IT-Sicherheit
Auch kleine Netze brauchen eine Firewall

Unternehmen mit kleinem Geldbeutel verzichten häufig auf eine Firewall. Das sollten sie aber nicht tun, wenn ihnen die Sicherheit ihres Netzwerks wichtig ist.
Von Götz Güttich

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    Die deutsche Industrie will keine Vertrauenswürdigkeitserklärung von den 5G-Ausrüstern einholen müssen. Diese Erklärungen seien wirkungslos, gefragt sei dagegen Cyber-Resilienz.

  2. Watch Parties: Twitch ermöglicht Streamern Filmabende mit Followern
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    Gemeinsam im kleinen oder großen Kreis einen Spiefilm oder eine TV-Serie per Streaming anschauen: Das können Influencer künftig auf Twitch - vorerst allerdings nur in den USA.

  3. Smartspeaker: Belauschen mit Alexa- und Google-Home-Apps
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    Belauschen mit Alexa- und Google-Home-Apps

    Mit verschiedenen Tricks gelang es Sicherheitsforschern, Apps für Google Home und Amazons Alexa zu erzeugen, die Nutzer belauschen oder Phishingangriffe durchführen. Die Apps überstanden den Review-Prozess von Google und Amazon.


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