1. Foren
  2. Kommentare
  3. Security
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Datenleck: Warum Knuddels seine…

Haftungsfrage?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Haftungsfrage?

    Autor: twothe 10.09.18 - 19:20

    Ein Betreiber ist verpflichtet persönliche Daten mit gängigen Industriestandards zu sichern, Klartext-Passwörter sind das exakte Gegenteil davon.

    Darf man Knuddels jetzt verklagen? Und wie erfolgreich wäre das?

  2. Nicht einfach!

    Autor: Mik30 11.09.18 - 01:32

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein Betreiber ist verpflichtet persönliche Daten mit gängigen
    > Industriestandards zu sichern, Klartext-Passwörter sind das exakte
    > Gegenteil davon.
    >
    > Darf man Knuddels jetzt verklagen? Und wie erfolgreich wäre das?

    Nun, in Betracht kommen allenfalls Ansprüche wegen einer Vertragsverletzung.
    Der Vertrag besteht zwischen dem Kunden und Knuddels. Auch wenn
    dieser Vertrag keine ausdrückliche Regelung zum Umgang mit dem Kennwort
    enthalten sollte, ist davon auszugehen, dass die parteien eine stilllschweigende
    Nebenpflicht vereinbart haben, dass Knuddels marktübliche Sicherung der
    Kennwörter vornimmt. Es ist offensichtlich, dass eine Klaretextspeicherung
    damit nicht in Einklang steht. Denn es ist schon nicht akzeptabel, dass die Mitarbeiter
    von Knuddels Einblick in die Kennwörter nehmen können. Zudem hat der
    BGH marktübliche Sicherung auch schon bei der Störerhaftung implizit gefordert.
    Für eine Privatklage muss man jedoch einen konkret individuellen Schaden
    nachweisen können. Daran scheitert es wohl bisher.

    Vorgehen könnten freilich die Verbraucherschutzorganisationen im Wege der
    Verbandsklage (das ist eine Form der Popularklage) nach §10 Abs. 1 UWG.
    Knuddels hat sich durch die unterlassenen Sicherungsmaßnahmen bereichert.
    Dieser Gewinn könnte bei Knuddels abgeschöpft werden. Daneben
    kommt eine Unterlassungsklage der Verbraucherschutzverbände in Betracht
    nach §8 Abs. 1 UWG i.V.m. § 8 Absatz 3 Nummer 2 bis 4 UWG .
    Das werden die Verbraucherverbände aber wohl nicht machen, denn damit
    kann man keine neuen Mitglieder werben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.18 01:36 durch Mik30.

  3. DSGVO

    Autor: masel99 11.09.18 - 02:37

    Wir leben im Zeitalter der DSGVO und dort dem Artikel 82 (Haftung und Recht auf Schadenersatz).

    Im Absatz 1 heißt es

    "Jede Person, der wegen eines Verstoßes gegen diese Verordnung ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, hat Anspruch auf Schadenersatz gegen den Verantwortlichen oder gegen den Auftragsverarbeiter."

    Im Satz 3 des Erwägungsgrunds 146 heißt es dazu

    "Der Begriff des Schadens sollte im Lichte der Rechtsprechung des Gerichtshofs weit auf eine Art und Weise ausgelegt werden, die den Zielen dieser Verordnung in vollem Umfang entspricht."

    Einen immaterienen Schaden kann man sich salopp gesagt ein Stück weit "zusammenfantasieren" und muss den eben nicht konkret nachweisen. Ob einem das Gericht das glaubt oder eigene Maßstäbe anlegt ist was anderes. Aktuell wird wohl hier und da "ausgetestet" was denn so nach DSGVO möglich ist.

    https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/dsgvo-schadensersatz-bei-datenschutzverstoss-moeglich/

    Die zuständigen Datenschutzbehörden können (und sollten) da ebenfalls wirksame Gelbbußen nach Art. 83 gegen die Betreiber verhängen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.18 02:37 durch masel99.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Vodafone GmbH, Düsseldorf
  2. BARMER, Wuppertal
  3. SCOOP Software GmbH, Köln, Hamburg, Wiesbaden, Bonn
  4. WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH & Co. KG, Hamburg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bauen: Ein Hochhaus aus Holz für Hamburg
Bauen
Ein Hochhaus aus Holz für Hamburg

Die weltweite Zementherstellung stößt jährlich mehr CO2 aus als der Luftverkehr. Ein nachwachsender Rohstoff soll Bauen umweltfreundlicher machen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Transformation Söder will E-Auto-Gutschein beim Kauf von Verbrennern
  2. Kohlendioxidabscheidung Norwegen fördert Klimaschutzprojekt mit 1,5 Milliarden Euro
  3. Rohstoffe Kobalt-Kleinbergbau im Kongo soll besser werden

Differential Privacy: Es bleibt undurchsichtig
Differential Privacy
Es bleibt undurchsichtig

Mit Differential Privacy soll die Privatsphäre von Menschen geschützt werden, obwohl jede Menge persönlicher Daten verarbeitet werden. Häufig sagen Unternehmen aber nicht, wie genau sie das machen.
Von Anna Biselli

  1. Strafverfolgung Google rückt IP-Adressen von Suchanfragen heraus
  2. Datenschutz Millionenbußgeld gegen H&M wegen Ausspähung in Callcenter
  3. Personenkennziffer Bundestagsgutachten zweifelt an Verfassungsmäßigkeit

Shifoo: Golem.de startet Betatest seiner Karriere-Coaching-Plattform
Shifoo
Golem.de startet Betatest seiner Karriere-Coaching-Plattform

Beratung, die IT-Profis in Job & Karriere effizient und individuell unterstützt: Golem.de startet die Video-Coaching-Plattform Shifoo. Hilf uns in der Betaphase, sie für dich perfekt zu machen, und profitiere vom exklusiven Angebot!

  1. Stellenanzeige Golem.de sucht Verstärkung für die Redaktion
  2. Stellenanzeige Golem.de sucht CvD (m/w/d)
  3. In eigener Sache Die 24-kernige Golem Workstation ist da

  1. Freebuds Studio: Huawei präsentiert eigenen Over-Ear-Kopfhörer mit ANC
    Freebuds Studio
    Huawei präsentiert eigenen Over-Ear-Kopfhörer mit ANC

    Nach einigen In-Ear-Modellen bringt Huawei mit dem Freebuds Studio seinen ersten Kopfhörer, der auf den Ohren getragen wird. Eine Geräuschunterdrückung ist eingebaut, die Laufzeit soll bei 20 Stunden liegen.

  2. Huawei: Mate 40 Pro kostet 1.200 Euro
    Huawei
    Mate 40 Pro kostet 1.200 Euro

    Mit dem Mate 40 Pro bringt Huawei dieses Jahr nur eines seiner neuen Topmodelle nach Deutschland. Mit an Bord ist das in 5-nm-Fertigung gebaute Kirin 9000.

  3. Rechtsstreit mit Nokia: Lenovo darf keine Computer mehr in Deutschland verkaufen
    Rechtsstreit mit Nokia
    Lenovo darf keine Computer mehr in Deutschland verkaufen

    Ein Rechtsstreit mit Nokia um den älteren H.264-Standard ist zunächst schlecht für Lenovo verlaufen. Auch Daimler droht ein solches Ergebnis.


  1. 14:30

  2. 14:30

  3. 13:41

  4. 13:26

  5. 12:46

  6. 12:15

  7. 12:00

  8. 11:50