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Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

Für Konsolen-Talk gibt es natürlich auch einen Raum ohne nerviges Gedöns oder Flamewar im Freiraum!
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  1. Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: Bembelzischer 30.10.18 - 10:41

    Keine Ironie. Das meine ich ernst.

    Ich war Leistungssportler und ich war bezahlter Pro-Gamer. Ich hätte mich aber nie als E-Sportler bezeichnet. Denn so viel Spaß mir Gaming gemacht hat und auch heute noch macht, es fehlen für mich ein paar grundlegende Dinge, die (fast) alle anderen Sportarten ausmacht.
    - Unabhängigkeit von bestimmten Herstellern
    - Körperliche Ertüchtigung
    - Soziale Aspekte
    - Ethik? Moral? Lasst es uns einfach assoziative Vorbildfunktion nennen. So viel Spaß das Rumballern macht, ist die Message und sind die Emotionen halt doch anders, als beim Kugelstoßen oder Joggen.

    Deshalb bevorzuge ich weiterhin den - aus der Mode gekommenen - Begriff Pro-Gaming, statt E-Sport. Und solange Gaming an bestimmte Hersteller innerhalb einer Disziplin gebunden sind, sollten die Vermarktungs- und Organisationsstrukturen auch nicht zu sehr mit dem gemeinwohlbildenden Vereinssystem verwoben werden. Innerhalb des Markes für Tischtennis-Zubehör gibt es Konkurrenz, aber es gibt nur einen Anbieter von Counterstrike. Und wer jetzt damit kommt: aber auch beim Fussball gibt es Monopole durch Fifa und DFB und Co.: sie haben aber kein Monopol auf die Sportart. Beim Boxen sieht man zum Beispiel, dass bei traditionellen Sportarten durchaus mehrere Verbände nebeneinander existieren können.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.18 10:42 durch Bembelzischer.

  2. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: christian_k 30.10.18 - 10:58

    Ich teile deine Einwände, halte sie aber zumindest teilweise für lösbar.

    Spiele können so gestaltet werden, dass es keine moralischen Einwände gibt. Dafür bräuchte es klare Regeln (z.B. keine Schusswaffen gegen Mensch und Tier, Gewalt nur in dem Rahmen, wie auch im Kampfsport, faire Regeln).

    Natürlich ist es inakzeptabl, wenn eine Firma gleichzeitig alleiniger Anbieter, Veranstalter, Kampfrichter und Sportgericht ist, die alleinige Hoheit über die Regeln hat und diese Rechte nach kommerziellen Gesichtspunkten ausübt.
    Ein Ausweg wären Spiele als Open Source. In diesem Fall könnten auch Regeln in einem demokratischen Prozess festgelegt werden, wie im klassischen Sport.

    Die körperliche Tätigkeit bleibt als Frage. Allerdings setzen auch diverse klassische Sportarten nicht auf Kraft oder Ausdauer, sondern Geschicklichkeit. Ich finde den Unterschied zwischen Billard, Darts oder auch Golf zum E Sport garnicht so groß.

    Übrigens betreibe ich persönlich keinen E- Sport, sondern ganz klassischen Marathonlauf. Aber ich halte die Probleme mit dem E-Sport für grundsätzlich lösbar.

  3. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: Sharkuu 30.10.18 - 11:10

    pro gaming und esport schließen sich nicht aus, so wie ein fußball spieler ein fußball profi oder eben ein berufssportler ist. die "message" ist auch nicht anders als bei allen sportarten die mit schießen zu tun haben, besonders wenn man richtung paintball guckt (ok, glaub das ist zwar anerkannt, aber nicht in diesem zusammenhang?). die emotionen sind definitiv die gleichen.

    soziale aspekte sehe ich als kleiner vereinsspieler deutlich größer im esport bereich, da ist man jeden tag mit neuen leuten unterwegs. beim vereinssport gibt es gaaanz selten mal eine freundschaft mit nem anderen verein. das eigene team lasse ich mal weg, da unterscheiden sich die beiden arten mmn nicht.

    körperliche ertüchtigung ist relativ. körperlich nein, geistig ja. das ist so wie der handwerker und der buchhalter. beide sind am ende des tages ko, der eine körperlich und der andere eben vom kopf her. ist etwas was jeder selber entscheiden muss, beim schach ist es ja körperlich auch eher weniger belastend :)

    aber das was ich nicht verstehen kann ist die hersteller unabhängigkeit. die gibt es so nirgendwo, bzw. überall. du bist vollkommen unabhängig, du kannst acer oder asus, razer oder steelseries oder was auch immer dein herz erfreut verwenden. wo es keinen spielraum gibt ist das regelwerk. hier ist es eben die virtuelle arena mit den figuren, beim fußball ist es das spielfeld mit den regeln. oder sagst du da einfach du willst den "hersteller fußballregel 1" nicht und nimmst den anderen, bei dem das feld nur halb so groß ist? :) über die umsetzung von änderungen u.ä. kann man bestimmt auch sprechen wenn es denn irgendwann mal soweit ist, aber grundsätzlich sehe ich da keinen unterschied

  4. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: christian_k 30.10.18 - 12:05

    Es ist schon anders.

    Wenn dir die Abseitsregel nicht gefällt, kannst du in deinem Verein Überzeugungsarbeit leisten. Der Vorstand wird dies im Verband einbringen.
    Wenn du entsprechende Mehrheiten gegen die Abseitsregel zusammen bekommst, wird diese angeschafft!
    Gegen den demokratischen Beschluss hat auch niemand ein Veto durch kommerzielle Macht, Patente oder Urheberrecht. Schuhe und Bälle gibt es von diversen Anbietern und jederzeit können neue Anbieter hinzukommen und auch ein Stadion können dir diverse Baufirmen bauen. Du kannst also jederzeit Fußball spielen, ohne die AGB von irgendwem abnicken zu müssen.

    Bei den Spielen hat die Spielefirma die Hand drauf. Wenn die wollen, können sie den ganzen Spielbetrieb nächste Woche beenden.

    Das Problem gibt es übrigens auch im physischen Sport. Arena Football (ein offensichtlich körperliches Mannschaftsspiel) wurde lange nicht als Sport anerkannt, weil es ein Patent auf die Spielregeln gab.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.18 12:13 durch christian_k.

  5. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: korona 30.10.18 - 12:10

    Zu deinen Einwänden:
    Unabhängigkeit von bestimmten Herstellern
    Auch im Sport gibt es bestimmte Hersteller die komplette Ausrüstung dominieren. Wenn du das ausrichten von Turnieren meinst, tja wurden solche Spiele olympisch hätte sich das Problem gelöst.

    Soziale Aspekte
    Der Profi Gamer ist doch kein Einzelgänger. Fast alles sind Team Spiele.

    Ethik? Moral?
    Verstehe ich nicht. Ist es unmoralisch jemanden virtuell zu erschießen? Handeln dann auch Buch Autoren und Regisseure unmoralisch? Menschen können sehr wohl abstrahieren und die Unterschiede erkennen. Eine erhöhte Gewaltbereitschaft konnte auch nie nachgewiesen werden. Was ist der Unterschied ob ich mit jetzt einen Actionfilm angucke oder einen Gamer beim Spielen?

    Zu der körperlichen Ertüchtigung.
    Ja die gibt es nicht. Ist aber auch nicht so schlimm es gibt auch einige Sportarten bei denen dies so gut wie gar nicht vorkommt.

    Ich Frage mich vor allem wer sich das anschauen möchte. Sportsimulationen sind meist noch langweiliger als die echten Gegenpaare. Und andere Spiele sollen ja wohl nicht zugelassen werden.

  6. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: Sharkuu 30.10.18 - 12:39

    naja aber genau so kann es auch im esport funktionieren und hat es auch schon. wenn die community zusammen arbeitet um eine änderung zu erreichen, dann wurde diese änderung auch oft durchgeführt. natürlich kann die firma nein sagen, aber warum sollte sie es, sie kassiert ja kohle für den esport. das einzige was passieren müsste, wäre das einführen von turnier regeln. sowas wie es bei cod4 der fall war. ein festen grundsatz, an dem die community mit der firma arbeitet. dann kann die firma auch weiterhin alles machen was sie wollen im normalen spiel, aber die esport szene ist nicht betroffen.

    trotzdem bleibt der punkt mit der "hardware" hersteller unabhängig, das was im fußball die schuhe sind, sind im gaming bereich die tastaturen, und da hat der spielehersteller alles zu akzeptieren, was regelkonform ist. natürlich würde eine tastatur mit verschiedenen macros zum automatisieren abgelehnt werden, aber genau so würde auch ein kleinerer fußball abgelehnt werden

  7. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: christian_k 30.10.18 - 14:02

    Natürlich hast du im E- Sport bei vielen Komponenten die Wahl.

    Aber eben nicht bei allen: Die Verbände erkennen eine Aktivität nur als Sport an, wenn KEINE Komponente nötig ist, die nur von einem Anbieter zu beziehen ist.
    Im E- Sport eben meist das Spiel selbst, aber oft auch das Betriebssystem oder eine Online Platform.

    Es ist auch ein großer Unterschied ob ein Verband Entscheidungen treffen kann oder nur als "Bittsteller" gegenüber einer Firma auftreten.
    Es ist nicht nur ein theoretisches Problem. Zum Beispiel Nintendo hat immer wieder Leuten Schwierigkeiten gemacht, die Spiel Inhalte auf YouTube zeigen wollten. Das könnte einer Liga, die ihre Spiele zeigen und womöglich sich sogar damit finanzieren will, ganz schön Probleme bereiten.

  8. Re: Wow. Das ist eine überraschend kluge Reaktion!

    Autor: plutoniumsulfat 30.10.18 - 14:05

    Die Herstellerunabhängigkeit bezieht sich nicht auf die Ausrüstung, sondern auf das Spiel selbst.

    Wenn die FIFA morgen den Betrieb einstellt, gibt's nen neuen Verband und völlig unabhängig kann jeder weiter Fußball spielen.

    Wird morgen Spiel x eingestellt (Server offline), dann wars das.

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