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Eine schöne Traumvorstellung

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  1. Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: devman 04.12.18 - 12:49

    Eine Traumvorstellung. Leider nur ein Traum, bis eine Möwe die Webcam 'codiert'.

    Wie schon im Artikel beschrieben, sind Mechaniker nötig. Aber auch Elektriker und Wartungs- und Reparaturarbeiten werden während der Fahrt gemacht. Selbst die Farbe wird während der Fahrt neu aufgetragen.

  2. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: emuuu 04.12.18 - 12:58

    Achso ok, dann lassen wir das. Danke für den Tipp. Da hatten wir ehrlich gesagt gar nicht drüber nachgedacht.

    Besten Dank
    Ihre Rolls Royce Ltd.

  3. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: burzum 04.12.18 - 12:58

    devman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine Traumvorstellung. Leider nur ein Traum, bis eine Möwe die Webcam
    > 'codiert'.

    Potzblitz! Schnell! Bewird dich! Daran hat sicher noch keiner gedacht!

    > Wie schon im Artikel beschrieben, sind Mechaniker nötig. Aber auch
    > Elektriker und Wartungs- und Reparaturarbeiten werden während der Fahrt
    > gemacht. Selbst die Farbe wird während der Fahrt neu aufgetragen.

    Der Kapitän dürfte aber das wertvollste neben der Fracht sein das es z.B. zu kidnappen gibt von Piraten. Außerdem kann er dann im Schichtdienst arbeiten und Abends bei seiner Familie sein.

    Hast du Quellen zu den Behauptungen? Wie viel Personal genau und wie viel Zeit wird wirklich darauf aufgewand? Für nötige Reparaturen könnte es billiger sein Mechaniker einzufliegen.

    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.

  4. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: MarioWario 04.12.18 - 13:00

    Wahrscheinlich eine Studie vom Rolls-Royce-Fluggeschwader… da braucht eine Fahrt auch keine drei Monate.

  5. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: Niaxa 04.12.18 - 13:07

    Uijuijui ein unlösbares Problem. Das ist natürlich bedauerlich... Es sei denn die Putzfrauen putzen z.B. vor Ort statt Remote. Oder ein Kellner mit der herausragenden Fähigkeit, einen Lappen halten zu können, wäre noch vor Ort. Aber du hast recht... die werden das ganze wohl eher sein lassen. Wegen Möven... und fliegenden Haien.

  6. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: justanotherhusky 04.12.18 - 13:13

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Uijuijui ein unlösbares Problem. Das ist natürlich bedauerlich... Es sei
    > denn die Putzfrauen putzen z.B. vor Ort statt Remote. Oder ein Kellner mit
    > der herausragenden Fähigkeit, einen Lappen halten zu können, wäre noch vor
    > Ort. Aber du hast recht... die werden das ganze wohl eher sein lassen.
    > Wegen Möven... und fliegenden Haien.

    Nur den Kapitän eines Schiffs zu ersetzen hat wohl - ausser dem PR Rummel - wenig Sinn. Das Ziel ist die Schiffe irgendwann komplett autonom zu machen. Ohne Ingenieur der die Maschine wartet, oder jemanden der die Kameras von Möwenkacke befreit. Ohne die gezeigte Leistung herabwerten zu wollen.... Das jetzt gezeigte ist Kinderkram und hätte schon mit der Technik vor 5 Jahren umgesetzt werden können. Paar Kameras und die Steuerung per Joystick. Der richtige Gamechanger wird einen wartungsfreier Antrieb, sowie der genannte Strategische Betrieb - also ich sage dem Schiff fahr zu Hafen X, leg in dem dir zugewiesenen Dock an, erhalte deine Ladung, rangiere wieder aus dem Hafen raus, fahr zu Hafen Y und lösche dort deine Ladung. Das wird noch ein langer und beschwerlicher Weg. Die Hafensteuerung wird wohl noch lange per Joystick realisiert werden, aber auch auf Hoher See warten einige Herausforderungen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.18 13:15 durch justanotherhusky.

  7. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: badman76 04.12.18 - 13:32

    Modernere Schiffe können schon heute mit wenig Aufwand quasi autonom eine Strecke von Hafen zu Hafen ansteuern. Dank GPS, Steuer- und Navigationscomputern und Radar, muss kein Kapitän (oder Zweiter) mehr ein Ruderrad oder irgendwelche Hebel betätigen, das geschieht heute per Touch bzw. einer digitalen Eingabe. Damit es sich aber "echter" anfühlt, wurden analoge Steuerelemente auf der Brücke verbaut die das analoge ins digitale übersetzen.

    Komplett autonom wäre sicher auch machbar aber da gibt es immer noch zu viele Risikofaktoren. Vor allem auf der hohen See, mitten auf dem Ozean, wenn eine Gefahrensituation besteht, wichtige Elektronik-Systeme versagen, die Verbindung vom/zum Sateliten abreißt etc., ist dann die KI so weit in der Lage eine "Entscheidung" zu treffen, das Richtige zu tun? Kann diese KI auch eine impovisierte Reparatur durchführen? Bei einem schweren Seegang ggf. Ladungssicherung nachbessern?

    Viele Fragen und ich bin nicht einmal ein Fachmann dafür.

  8. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: MrAnderson 04.12.18 - 13:38

    Drei Threads im Moment ... und zwei bezeichnen die Entwicklung als Träumerei oder unrealistisch ... obwohl andernorts teils schon Realität.

    Falls sich jemand fragt, warum aus Deutschland heute keine Visionen und Innovationen mehr kommen, muss nur ab und an das Golem-Forum durchlesen. :)

  9. Abgesehen davon...

    Autor: NemoNemo 04.12.18 - 13:41

    daß ein Schiff ohne Besatzung seerechtlich eine Prise ist, und von jedem aufgebracht werden darf. Und der Besitzer muß dann das Schiff gegen Geld auslösen. Und die IMO Regeln können nur geändert werden, wenn alle 170 Mitgliedstaaten zustimmen. Also viel Spaß.

    Abgesehen davon benötigt man immer eine Crew um im Katastrophenfall eingreifen zu können (ebenfalls seerechtliche Vorschrift). Denn es ist schon dumm, wenn ein autonomes Auto unkontrolliert wird. Bei 400m Containerfrachter wird das dann aber richtig dumm...

    Autonome Schiffe mögen irgendwann kommen... aber 25 Jahre vorher haben wir autonome Autos... und die sehe ich noch nicht mal am Horizont.

  10. Re: Abgesehen davon...

    Autor: Kay_Ahnung 04.12.18 - 14:01

    NemoNemo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > daß ein Schiff ohne Besatzung seerechtlich eine Prise ist, und von jedem
    > aufgebracht werden darf. Und der Besitzer muß dann das Schiff gegen Geld
    > auslösen. Und die IMO Regeln können nur geändert werden, wenn alle 170
    > Mitgliedstaaten zustimmen. Also viel Spaß.
    >
    > Abgesehen davon benötigt man immer eine Crew um im Katastrophenfall
    > eingreifen zu können (ebenfalls seerechtliche Vorschrift). Denn es ist
    > schon dumm, wenn ein autonomes Auto unkontrolliert wird. Bei 400m
    > Containerfrachter wird das dann aber richtig dumm...
    >
    > Autonome Schiffe mögen irgendwann kommen... aber 25 Jahre vorher haben wir
    > autonome Autos... und die sehe ich noch nicht mal am Horizont.

    Meinst du etwa dieses Prisenrecht? oder gibt es zwei?

    "Das Prisenrecht (französisch prise „Wegnahme“) ist der Teil des Seekriegsrechts und damit auch des Kriegsvölkerrechts, der die Maßnahmen von Kriegsschiffen gegenüber neutralen und feindlichen Handelsschiffen – einschließlich Passagierschiffen – regelt. Es berechtigt nur kriegführende Staaten und gilt nur außerhalb neutraler Hoheitsgewässer"

    https://de.wikipedia.org/wiki/Prisenrecht

    Wenn ich das richtig verstehe geht es hier um ein Gesetz welches im Krieg anwendung findet. Ich bezweifle mal stark das das etwas mit Autonomer Schiffahrt zu tun hat.

  11. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: Oktavian 04.12.18 - 14:04

    > Eine Traumvorstellung. Leider nur ein Traum, bis eine Möwe die Webcam
    > 'codiert'.

    Nun ja, das ist durch Redundanz und so ausgefuchste Erfindungen wie Scheibenwischer und Sprühanlagen noch lösbar

    > Wie schon im Artikel beschrieben, sind Mechaniker nötig. Aber auch
    > Elektriker und Wartungs- und Reparaturarbeiten werden während der Fahrt
    > gemacht.

    Das ist ein gewisses Henne-Ei-Problem. Nach Seerecht muss ein technischer Offizier (Schiffsingenieur) an Bord sein, der die Maschine wartet, da die ja nicht ohne Wartung auskommt. Da aber immer ein solcher an Bord ist, werden keine Maschinen konstruiert, die länger ohne Wartung auskommen. Ein Automotor kann inzwischen problemlos 30.000 km fahren ohne Wartung und ist dabei deutlich komplexer als ein Schiffsdiesel. Sowas ist durchaus auch für Schiffe machbar und Teil der Forschungsarbeiten.

    > Selbst die Farbe wird während der Fahrt neu aufgetragen.

    Natürlich, die Leute sind ja da. Man lässt sie ja nicht einfach nur rumsitzen. Wenn keine Personen an Bord wären, dann würde man solche Arbeiten durchaus auch in den Häfen durchführen können. Dann streichen eben keine 4 Matrosen in einer Überfahrt sondern 40 Lackierer in ein paar Stunden.

  12. Re: Abgesehen davon...

    Autor: Oktavian 04.12.18 - 14:10

    > daß ein Schiff ohne Besatzung seerechtlich eine Prise ist, und von jedem
    > aufgebracht werden darf. Und der Besitzer muß dann das Schiff gegen Geld
    > auslösen. Und die IMO Regeln können nur geändert werden, wenn alle 170
    > Mitgliedstaaten zustimmen. Also viel Spaß.

    Ähh, nein. Das Seerecht besteht als mehreren Teilen, der bedeutsamste ist das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Das kann geändert werden wie jedes andere Rechtskonstrukt auf der Ebene und braucht keine Einstimmigkeit.

    Deshalb ist das rechtliche Problem ein untergeordnetes, denn das kann man ändern.

    Zudem ist die Sache mit den "herrenlosen" Schiffen gar nicht so einfach. Ein Schiff, dessen Mannschaft das Schiff verlassen hat (oder das nie eine Mannschaft hatte) ist unbemannt, aber nicht herrenlos. Herrenlos wird es erst dann, wenn der Eigentümer (der Reeder) das Eigentum aufgegeben hat. Dann fällt es nach Bergung in den Besitz des Bergenden. Dem Bergenden eines Schiffs in Not, das aber nicht herrenlos ist, steht ein Bergelohn zu, abhängig vom Schiffswert und dem Wert der Ladung, aber er erwirbt kein Eigentum am Schiff.

    Hier ist aber der Fall, dass das Schiff zwar unbemannt ist, aber eben nicht zu bergen ist, da ist fahrtüchtig ist und auch fährt (oder von mir aus auf Reede liegt). Somit trifft der Fall einfach nicht zu. Ansonsten könnte man jeden Schiff, das unbemannt in einer schönen Bucht in der Karibik ankert (die Besitzer sind gerade auf Landausflug) gleich mal bergen. Auch hier, wenn das Schiff sich losreißt, dann muss jeder Hilfe leisten und ihm steht dafür ein Bergelohn zu, aber nicht das Schiff, da zwar unbemannt aber nicht herrenlos.

    > Abgesehen davon benötigt man immer eine Crew um im Katastrophenfall
    > eingreifen zu können (ebenfalls seerechtliche Vorschrift). Denn es ist
    > schon dumm, wenn ein autonomes Auto unkontrolliert wird. Bei 400m
    > Containerfrachter wird das dann aber richtig dumm...

    Es gibt durchaus Überlegungen, dass autonome Schiffe nur auf hoher See oder sogar nur außerhalb der unmittelbaren Wirtschaftszone unbemannt sein dürfen. In der Region ist das Meer einfach verflucht leer. Bei Annäherung an die Küste würde dann eine Rumpfmannschaft ähnlich wie bei der Lotenversetzung an Bord gehen. Aber von solchen Szenarien sind wir ja noch weit weg.

    > Autonome Schiffe mögen irgendwann kommen... aber 25 Jahre vorher haben wir
    > autonome Autos... und die sehe ich noch nicht mal am Horizont.

    Ich halte die Schiffe für deutlich realistischer. Das Meer ist halt einfach verdammt leer, und in dichter befahrenen Gebieten ist eine Remote-Steuerung bzw. eine Bemannung recht leicht möglich.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.18 14:20 durch Oktavian.

  13. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: Oktavian 04.12.18 - 14:25

    > Wie viel Personal genau und wie viel
    > Zeit wird wirklich darauf aufgewand?

    Zur Zeit muss eine Besatzung eines Schiffs auf großer Fahrt zumindest aus 4 Personen bestehen, dem Kapitän, zwei Offizieren und einem technischen Offizier (Schiffsingenieur). Den 3. Offizier hat man schon lange wegrationalisiert, der Kapitän geht eine halbe Wache mit. Der Navigator fällt auch schon lange weg, den Job machen GPS und Computer. Und ja, Papierseekarten sind trotzdem an Bord, ein Sextant auch.

    > Für nötige Reparaturen könnte es billiger sein Mechaniker einzufliegen.

    Zur Zeit ist es eben so, dass Personal an Bord ist, also sind Maschinen so konstruiert, dass sie regelmäßig gewartet werden. Wenn keine Personen mehr an Bord sind, ist es durchaus möglich, die Maschinen so zu konstruieren, dass eine Wartung in den Häfen in aller Regel ausreicht. Ansonsten können tatsächlich Personen übergesetzt werden, das kostet überschaubar viel und ist in aller Regel auch nicht zeitkritisch.

  14. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: laolamia 04.12.18 - 14:58

    ...und wir brauchen stationen um die pferde der postkutschn zu tauschen.....Hier ein weiterer Spruch aus der Gattung der Fehleinschätzungen: „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.“ Zu diesem Satz ließ sich der deutsche Ingenieur Gottlieb Wilhelm Daimler hinreißen. Aber er konnte es ja damals auch nicht besser wissen. Quelle: https://www.focus.de/auto/news/die-zehn-besten-zitate-ueber-autos-von-fehleinschaetzungen-wahrheiten-und-quatsch_id_4837978.html

    einfach mal nicht nur das gestern und morgen betrachten ;)

  15. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: Oktavian 04.12.18 - 15:04

    > ...und wir brauchen stationen um die pferde der postkutschn zu
    > tauschen.....Hier ein weiterer Spruch aus der Gattung der
    > Fehleinschätzungen: „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen
    > wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an
    > verfügbaren Chauffeuren.“ Zu diesem Satz ließ sich der deutsche
    > Ingenieur Gottlieb Wilhelm Daimler hinreißen. Aber er konnte es ja damals
    > auch nicht besser wissen. Quelle: www.focus.de

    "Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung."

    Kaiser Wilhelm II.

  16. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: devman 04.12.18 - 15:43

    burzum schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Hast du Quellen zu den Behauptungen? Wie viel Personal genau und wie viel
    > Zeit wird wirklich darauf aufgewand? Für nötige Reparaturen könnte es
    > billiger sein Mechaniker einzufliegen.

    Ich habe keine Quelle dafür. Ich hatte durch einen guten Freund die Möglichkeit, auf einem Containerschiff mitzufahren, ich habe das gesehen. Es gibt ein Arzt, es gibt den Koch, es gibt ein Trainingsraum für das Personal.

    In der Wiki steht "Die Mindestbesatzung eines Schiffes wird in einem Schiffsbesatzungszeugnis festgelegt. " (https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsbesatzung#Containerschiff_im_21._Jahrhundert)

  17. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: devman 04.12.18 - 15:45

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Uijuijui ein unlösbares Problem. Das ist natürlich bedauerlich... Es sei
    > denn die Putzfrauen putzen z.B. vor Ort statt Remote. Oder ein Kellner mit
    > der herausragenden Fähigkeit, einen Lappen halten zu können, wäre noch vor
    > Ort. Aber du hast recht... die werden das ganze wohl eher sein lassen.
    > Wegen Möven... und fliegenden Haien.

    Wenn das so funktioniert wie ein Staubsaugroboter oder die autonomen Rasenmäher. ja dann wäre es wohl besser.

  18. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: froschgesicht 04.12.18 - 17:13

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein
    > Automotor kann inzwischen problemlos 30.000 km fahren ohne Wartung und ist
    > dabei deutlich komplexer als ein Schiffsdiesel. Sowas ist durchaus auch für
    > Schiffe machbar und Teil der Forschungsarbeiten.

    Oha, das ist aber auch wieder aus der Kategorie "Keine Ahnung, aber davon ne ganze Menge"!
    Ein Automotor ist ein ziemlich schlechter Vergleich - lass den erst mal drei, vier Wochen am Stück mit 85% Auslastung und entsprechend mieser Kraftstoffqualität laufen.

    30.000km schafft ein Automotor nur auf der Langstrecke, im Kurzstreckenbetrieb fordert die Karre erheblich früher zum Service auf.
    Eigentlich muss man aber nicht die km-Leistung vergleichen, sondern die Betriebsdauer, denn die Geschwindigkeiten sind zu unterschiedlich für einen Vergleich über die Strecke. (Welche Strecke schafft denn ein Satellit in seiner Lebensdauer?).
    Bei ner moderaten Durchschnittsgeschwindigkeit von sagen wir mal 60km/h (auch auf der Landstraße gut zu schaffen) sind das nur 500h Betriebsdauer, und das auch noch mit nur moderater Belastung.

    In 500h (~21 Tage) kommt n Containerschiff gerade so über den Pazifik, oder n Tanker vom Suez-Kanal in den Golf von Mexiko. Glaubst du wirklich, die legen da alle paar Tage n Boxenstop ein, um die Maschine zu warten?

    Hast du überhaupt ne Ahnung davon, was an nem Schiffsdiesel wartungsaufwändig ist?
    Kleiner Tipp: Es geht nicht um n Ölwechsel bei ATU. Etliche Schiffe wechseln nämlich nicht das Öl, sie kippen einfach Neues nach.
    Aber die Separatoren müssen regelmäßig gereinigt werden, denn Marinetreibstoffe entsprechen oft nicht gerade der besten Qualität.
    Turbolader werden regelmäßig gewaschen, erneut weil die Treibstoffe nicht gerade ganz sauber verbrennen.
    Wärmetauscher müssen gereinigt werden, weil mit dem Seewasser alles Mögliche angesaugt wird.
    Einspritzpumpen werden gelegentlich überholt, d.h. Teile ausgetauscht, weil der Kraftstoff auch nach den Separatoren noch abrasive Partikel enthalten kann.
    Die Öleigenschaften müssen überwacht und gegebenenfalls angepasst werden. Das Zylinderöl muss z.B. saure Rückstände aus der Verbrennung schwefelhaltiger Kraftstoffe neutralisieren - wenn es das nicht mehr kann, droht Korrosion.
    Komponenten wie z.B. die Stopfbuchse an der Kolbenstange von Kreuzkopfmotoren, die an Automotoren gar nicht vorkommen, müssen gelegentlich kontrolliert und gewartet werden, um Vermischung von Schmieröl und Zylinderöl zu vermeiden (allerdings nicht im laufenden Betrieb).
    usw.

    Wenn du nun etwas über das oben Gesagte nachdenkst, merkst du, dass
    1. ein Großteil der Wartungsaufgaben Nebenaggregate betrifft
    2. 500h (entspricht den 30.000km am Auto) weniger sind als die Intervalle, in denen am Motor selbst etwas gewartet wird
    3. ein Großteil der Wartungsaufgaben kraftstoffabhängig ist
    4. der unterschiedlichen Konstruktion zuzuschreiben ist und ein Automotor somit gar nicht vergleichbar ist
    5. die 500h Wartungsintervall vom Automotor für ein Seeschiff nur ein Nasenwasser sind
    6. die zu erwartende gesamte Betriebsdauer eines Automotors von einem Seeschiff bereits im ersten Jahr erreicht wird

  19. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: Volle 04.12.18 - 19:03

    froschgesicht schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein
    > > Automotor kann inzwischen problemlos 30.000 km fahren ohne Wartung und
    > ist
    > > dabei deutlich komplexer als ein Schiffsdiesel. Sowas ist durchaus auch
    > für
    > > Schiffe machbar und Teil der Forschungsarbeiten.
    >
    > Oha, das ist aber auch wieder aus der Kategorie "Keine Ahnung, aber davon
    > ne ganze Menge"!
    > Ein Automotor ist ein ziemlich schlechter Vergleich - lass den erst mal
    > drei, vier Wochen am Stück mit 85% Auslastung und entsprechend mieser
    > Kraftstoffqualität laufen.
    >
    > 30.000km schafft ein Automotor nur auf der Langstrecke, im
    > Kurzstreckenbetrieb fordert die Karre erheblich früher zum Service auf.
    > Eigentlich muss man aber nicht die km-Leistung vergleichen, sondern die
    > Betriebsdauer, denn die Geschwindigkeiten sind zu unterschiedlich für einen
    > Vergleich über die Strecke. (Welche Strecke schafft denn ein Satellit in
    > seiner Lebensdauer?).
    > Bei ner moderaten Durchschnittsgeschwindigkeit von sagen wir mal 60km/h
    > (auch auf der Landstraße gut zu schaffen) sind das nur 500h Betriebsdauer,
    > und das auch noch mit nur moderater Belastung.
    >
    > In 500h (~21 Tage) kommt n Containerschiff gerade so über den Pazifik, oder
    > n Tanker vom Suez-Kanal in den Golf von Mexiko. Glaubst du wirklich, die
    > legen da alle paar Tage n Boxenstop ein, um die Maschine zu warten?
    >
    > Hast du überhaupt ne Ahnung davon, was an nem Schiffsdiesel
    > wartungsaufwändig ist?
    > Kleiner Tipp: Es geht nicht um n Ölwechsel bei ATU. Etliche Schiffe
    > wechseln nämlich nicht das Öl, sie kippen einfach Neues nach.
    > Aber die Separatoren müssen regelmäßig gereinigt werden, denn
    > Marinetreibstoffe entsprechen oft nicht gerade der besten Qualität.
    > Turbolader werden regelmäßig gewaschen, erneut weil die Treibstoffe nicht
    > gerade ganz sauber verbrennen.
    > Wärmetauscher müssen gereinigt werden, weil mit dem Seewasser alles
    > Mögliche angesaugt wird.
    > Einspritzpumpen werden gelegentlich überholt, d.h. Teile ausgetauscht, weil
    > der Kraftstoff auch nach den Separatoren noch abrasive Partikel enthalten
    > kann.
    > Die Öleigenschaften müssen überwacht und gegebenenfalls angepasst werden.
    > Das Zylinderöl muss z.B. saure Rückstände aus der Verbrennung
    > schwefelhaltiger Kraftstoffe neutralisieren - wenn es das nicht mehr kann,
    > droht Korrosion.
    > Komponenten wie z.B. die Stopfbuchse an der Kolbenstange von
    > Kreuzkopfmotoren, die an Automotoren gar nicht vorkommen, müssen
    > gelegentlich kontrolliert und gewartet werden, um Vermischung von Schmieröl
    > und Zylinderöl zu vermeiden (allerdings nicht im laufenden Betrieb).
    > usw.
    >
    > Wenn du nun etwas über das oben Gesagte nachdenkst, merkst du, dass
    > 1. ein Großteil der Wartungsaufgaben Nebenaggregate betrifft
    > 2. 500h (entspricht den 30.000km am Auto) weniger sind als die Intervalle,
    > in denen am Motor selbst etwas gewartet wird
    > 3. ein Großteil der Wartungsaufgaben kraftstoffabhängig ist
    > 4. der unterschiedlichen Konstruktion zuzuschreiben ist und ein Automotor
    > somit gar nicht vergleichbar ist
    > 5. die 500h Wartungsintervall vom Automotor für ein Seeschiff nur ein
    > Nasenwasser sind
    > 6. die zu erwartende gesamte Betriebsdauer eines Automotors von einem
    > Seeschiff bereits im ersten Jahr erreicht wird

    Endlich mal jemand der was von der Thematik versteht. So ein Motor hat im Schnitt 4000 Betriebsstunden im Jahr, das kann man bei weitem nicht mit einem Auto vergleichen. So ein Schiffdiesel wird mit zig Sensoren überwacht und bevor irgendetwas passiert angehalten und es wird überprüft was das Problem sein kann. Bei nem Auto hätte man in dem Fall dann eben nen Motorschaden und würde liegen bleiben. Ist bei nem Schiff halt nicht so cool wenn das einfach weiter geradeaus fährt...

    Man könnte so etwas eventuell mit einem extrem redundanten Diesel elektrischen antrieb realisieren, aber niemand wird noch mehr extra Generatoren zur Sicherheit verbauen, irgendwann geht auch mal der Platz aus....

    Was man bei so nem Motor auch nicht vergessen darf ist die mechanische Belastung der die ganzen Teile ausgesetzt sind. Anders als beim Auto hat man hier weder getriebe noch kupplung, die schraube hängt direkt an der Kurbelwelle. Dadurch wird auch jede Kraft die auf die schraube von außen einwirkt (z. B. Bei einem sturm) direkt auf den Motor übertragen.

  20. Re: Eine schöne Traumvorstellung

    Autor: emuuu 05.12.18 - 12:19

    Ich weiß auch gar nicht was hier alle über Verbrennungsmotoren palavern. Im Artikel wird doch gesagt, dass man selbst die Dieselmotoren und die damit nötige Wartung als eines der größten Probleme sieht und man die Antriebstechnik auf jeden Fall durch eine sehr viel wartungsärmere ersetzen müsse.

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