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Technologie sucht Anwendungen...

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  1. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: AllDayPiano 10.12.18 - 14:07

    Bigfoo29 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum kann es nicht schlicht seine per Beschleunigungsmesser gelieferten
    > Daten an die Fahrzeuge in der Umgebung abgeben?

    Weil die Information den anderen faktisch nichts bringt.

    > Da isses doch Wurscht, wie
    > schlecht Reifen oder Bremse sind.

    Für den ersten in der Reihe auf den ersten Blick schon. Aber wenn der Hintermann nicht so stark verzögern kann, dann knallts.

    > Außerdem können die Systeme aus
    > vorherigen Beschleunigungsvorgängen, Reibungskoeffizienten, Neigungswinkeln
    > und sonstigem Kram in Verbindung mit bisherigen "Erfahrungen" recht genau
    > berechnen, wie stark ein Bremsvorgang sein sollte, selbst wenn man ihn
    > nicht 100%ig trifft.

    Nein, das könnte er nicht. Wie auch? Erstens ändert sich der Reibungskoeffizient durch sehr viele Faktoren teils signifikant, zweitens müsste er dafür wissen, welchen Fahrbahnbelag er genau zu diesem Zeitpunkt unter seinen Rädern hat.

    > Selbst bei Öl auf der Fahrbahn kann man sagen "Bremse mit 10, verzögere mit
    > 0!". Auch das ist ein Achtungssignal für die nachfolgenden Fahrzeuge.

    Bei dem Szenario könnte jetzt keiner mehr bremsen. Realistischer ist jedoch: Vor dem ersten LKW gab es einen Unfall, ein Fahrzeug steht quer, er muss volles Rohr in die Eisen brettern, einen Aufprall zu verhindern oder abzumindert. Der 40t-er ist leer, verzögert so, dass er nach 36m Bremsweg steht. Der zweite ist voll, und braucht 55m. Hat vielleicht noch ältere Reifen. Dann knallt es gewaltig - und das, obwohl unter Einbezug des notwendigen Sicherheitsabstands kein Unfall bzw. Folgeunfall passiert wäre.

    Zwar gibt es Forschung in diese Richtung und wirtschaftlich wäre ein Abstand von nur einem Meter am besten aber das heißt nicht, dass es praktikabel ist. Abgesehen davon muss immer genug abstand gehalten werden, damit ein Auto einscheren kann.

    > Auch wird dieses Kolonne-Fahren ganz regulär bei LKWs getestet. Die
    > Abstände zwischen den Fahrzeugen liegen bei lediglich wenigen Metern, um
    > den Windschatten so effektiv wie möglich nutzen zu können. Und nein, die
    > sind meines Wissens nach nicht viel langsamer unterwegs als das, was sie
    > ohnehin fahren dürften.

    Wie Du schon sagst. Versuch. Die Realität, die folgt, wird eine andere sein.

  2. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Anonymer Nutzer 10.12.18 - 14:35

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bigfoo29 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Da isses doch Wurscht, wie
    > > schlecht Reifen oder Bremse sind.
    >
    > Für den ersten in der Reihe auf den ersten Blick schon. Aber wenn der
    > Hintermann nicht so stark verzögern kann, dann knallts.
    Das kann die Technik wie gesagt sehr genau berechnen. Dann kann man wunderbar Kolonnen zusammenstellen, wo das einigermaßen passt und ggf. die Reihenfolge der Fahrzeuge anpassen.
    > > Außerdem können die Systeme aus
    > > vorherigen Beschleunigungsvorgängen, Reibungskoeffizienten,
    > Neigungswinkeln
    > > und sonstigem Kram in Verbindung mit bisherigen "Erfahrungen" recht
    > genau
    > > berechnen, wie stark ein Bremsvorgang sein sollte, selbst wenn man ihn
    > > nicht 100%ig trifft.
    >
    > Nein, das könnte er nicht. Wie auch? Erstens ändert sich der
    > Reibungskoeffizient durch sehr viele Faktoren teils signifikant, zweitens
    > müsste er dafür wissen, welchen Fahrbahnbelag er genau zu diesem Zeitpunkt
    > unter seinen Rädern hat.
    Doch, das kann man alles sehr genau berechnen. Straßenbelagserkennung ist nun auch kein Hexenwerk.
    Bringt derzeit halt nurnicht viel da ein Mensch damit eh nichts anfangen könnte.
    > > Selbst bei Öl auf der Fahrbahn kann man sagen "Bremse mit 10, verzögere
    > mit
    > > 0!". Auch das ist ein Achtungssignal für die nachfolgenden Fahrzeuge.
    >
    > Bei dem Szenario könnte jetzt keiner mehr bremsen. Realistischer ist
    > jedoch: Vor dem ersten LKW gab es einen Unfall, ein Fahrzeug steht quer, er
    > muss volles Rohr in die Eisen brettern, einen Aufprall zu verhindern oder
    > abzumindert. Der 40t-er ist leer, verzögert so, dass er nach 36m Bremsweg
    > steht. Der zweite ist voll, und braucht 55m. Hat vielleicht noch ältere
    > Reifen. Dann knallt es gewaltig - und das, obwohl unter Einbezug des
    > notwendigen Sicherheitsabstands kein Unfall bzw. Folgeunfall passiert
    > wäre.
    Das ist alles wunderbar berechenbar und man muss ja nun auchnicht den vollsten LKW ans Ende der Kolonne schicken.
    Derzeit bremst LKW/PKW 1 weil irgend was passiert. LKW/PKW 2 sieht die Bremslichter, der Fahrer merkt, dass der Vordermann eine Vollbremsung hinlegt, er reagiert und dann irgendwann geht sein Fuß zur Bremse. Das alles fällt aber bei einer Car2Car-Kommunikation weg, da bremst der letzte LKW&PKW schon, wenn der erste ebenfalls bremst
    > Zwar gibt es Forschung in diese Richtung und wirtschaftlich wäre ein
    > Abstand von nur einem Meter am besten aber das heißt nicht, dass es
    > praktikabel ist. Abgesehen davon muss immer genug abstand gehalten werden,
    > damit ein Auto einscheren kann.
    Das steht derzeit so in der StVO, kann aber angepasst werden. Es würde ja reichen, wenn die Lücke an Aus- und Auffahrten da ist. Zudem könnte bei Car2Car-Kommunikation eine Lücke "angefordert" werden.
    > > Auch wird dieses Kolonne-Fahren ganz regulär bei LKWs getestet. Die
    > > Abstände zwischen den Fahrzeugen liegen bei lediglich wenigen Metern, um
    > > den Windschatten so effektiv wie möglich nutzen zu können. Und nein, die
    > > sind meines Wissens nach nicht viel langsamer unterwegs als das, was sie
    > > ohnehin fahren dürften.
    >
    > Wie Du schon sagst. Versuch. Die Realität, die folgt, wird eine andere
    > sein.
    Bei der derzeitigen Disskusion um Diesel wird man eher Gesetze ändern wenn damit signifikant Diesel eingespart werden kann.

  3. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Bigfoo29 10.12.18 - 15:03

    1) Die gemeldete Geschwindigkeit bringt durchaus etwas. Denn das kann man mit Radar/Lidar gegenchecken und ggf. gegenmelden.
    2) Deswegen sollten alle Fahrzeuge ihre Verzögerungswerte kennen um ggf. gegensteuern zu können. Nicht umsonst fängt man jetzt so langsam an, nicht nur Fahrzeuge VOR einem als wichtig für die eigenen Fahrzeug-Aktionen zu erachten sondern auch das, was hinter einem passiert. Wenn ich weiß, dass ICH zwar noch abbremsen kann, der hinter mir aber nicht mehr, kann ich das Problem melden und selber ausscheren, so dass das Fahrzeug nach mir genügend Bremsweg hat. - Oder man handhabt das genau anders herum. Allerdings ist man bei dieser Sorte Problemen noch im Anfangs-Stadium.
    3) Es gibt Erfahrungswerte aus aktueller Reifenbeschaffenheit (und den letzten Bremsmanövern) und üblichen Fahrbahnbelägen. Das lässt sich tatsächlich relativ trivial ausrechnen. Außerdem ist man gerade dabei, ein System aufzubauen, um Gefahrenstellen (wie Eis, Öl oder Schlaglöcher) relativ zeitnah melden zu können (Insbesondere bei C2I, aber auch C2C kann das). Bis auf technische Probleme (Reifenpannen, Bremsversagen) wird die Elektronik in Stufe 4-Fahrzeugen zu über 80% genau Beschleunigungs- und Bremswerte kennen und einhalten können.

    4) Wenn es einen Unfall gab, gibt es 2 Szenarien:
    4a) Der Unfall passiert VOR der Kolonne. Das erste Fahrzeug meldet das, alle Fahrzeuge reagieren. Je nach Straßensituation ist es sogar möglich, dass sie sich im Anti-Reißverschluss-Verfahren aufteilen, um abbremsen zu können.
    4b) Der Unfall passiert IN der Kolonne (ggf. das erste Fahrzeug hat einen mechanischen Defekt). Es gibt schon HEUTE experimentelle Systeme, die sehr gut erkennen, ob und wo Defekte demnächst auftauchen werden. Man kann sogar prognostizieren, wie weit das Fahrzeug noch kommt, bis der Defekt zu einem Fahrzeug-Ausfall führen wird. Aber selbst bei einem ungeplanten Defekt kann man die eigene Telemetrie weitergeben, um dem Fahrzeug hinter mir eine Information zu geben, wie zu verfahren ist. Und das Fahrzeug hat - aus CPU-Sicht - viel Zeit. Denn die 5m bedeuten nicht, dass man 5m vor einer Wand steht. Anders als Panzer verzögern LKW deutlich... äääh... verzögerter. Auch wissen die LKWs in etwa, was sie ziehen. Das lässt sich auch leicht ermitteln. Man kennt die eigene Leistung, die eigenen Torsionsmomente am Reifen aus bisherigen Werten des Reifens und dem aktuellen Untergrund - so arbeitet übrigens auch der passive Reifendruck-Melder via ABS-Sensoren beim PKW - (woraus sich ein Reibungskoeffizient berechnen lässt, um wieder abzubremsen). Jeder PKW weiß heute, ob da ein Anhänger dran hängt und wenn ja, wie schwer (bremsbar) der in etwa ist. ESP rechnet mit diesen Daten, um das Fahrzeug wieder einfangen zu können.

    All die Infos haben die LKWs schon heute. Sie sind nur noch nicht im Regelbetrieb zusammengeführt (und verstoßen derzeit noch gegen die StVO durch die kurzen Abstände der LKW). Und wenn die Fahrzeugführung wirklich bis zum Schluss durchdacht ist, lässt man das Fahrzeug mit den gemeldet schlechtesten Bremsen bei höchster Last halt einfach nach vorn.

    Was derzeit noch nicht bis zum Ende durchdacht ist, ist, wie der Frontfahrer entlohnt wird, da er deutlich mehr Treibstoff verbraucht, als die Windschattenfahrer. Daher testet man bisher nur mit Flotten der gleichen Firma. (Und dort sind dann Ladung und Fahrzeug-Zustand sogar ideal aneinander anpassbar.)

    Es spricht ja letztlich auch nichts dagegen, die Konvoi-Regelungen anzupassen. Haben wir mit den Regelungen für autonomes Fahren letztes (dieses?) Jahr schon einmal gemacht.

    5) Ich glaube nicht, dass die Realität anders sein wird. Dazu kenne ich die IT, die in Fahrzeugen verbaut wird, leider(?) mittlerweilen zu gut. Es könnte höchstens passieren, dass uns EU-Regularien zur Schienen-Nutzung (oder das Hyperloop-Konzept) überholen und wir deswegen die Konvois nie sehen werden.

    Regards.

  4. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Bigfoo29 10.12.18 - 15:04

    Hi. Vielen Dank zu einer prinzipiell gleich lautenden Antwort zur gleichen Zeit. :D

    Regards!

  5. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Eheran 10.12.18 - 15:50

    >Der 40t-er ist leer, verzögert so, dass er nach 36m Bremsweg steht. Der zweite ist voll, und braucht 55m.
    Der Bremsweg eines LKW bzw. grundsätzlich von Fahrzeugen ist praktisch unabhängig von der Zuladung, da die Bremsen entsprechend dimensioniert sind. Siehe beispielsweise hier.
    Oder als Video hier.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.12.18 15:54 durch Eheran.

  6. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Bigfoo29 10.12.18 - 15:53

    Spannend, aber/und stimmig. Danke! :)

    Regards.

  7. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Mel 10.12.18 - 16:05

    Bigfoo29 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > [...]
    > Was derzeit noch nicht bis zum Ende durchdacht ist, ist, wie der
    > Frontfahrer entlohnt wird, da er deutlich mehr Treibstoff verbraucht, als
    > die Windschattenfahrer. Daher testet man bisher nur mit Flotten der
    > gleichen Firma.
    > [...]
    > Regards.

    Am einfachsten wäre wohl ein Durchwechseln ähnlich wie im Radsport. Das also alle 10 min. das hinterste Fahrzeug die Kolonne überholt und die Führung übernimmt.

  8. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: AllDayPiano 10.12.18 - 16:14

    Ich habe jetzt leider nicht mehr die Zeit im Detail auf Deine Argumente einzugehen.

    Prinzipiell hast Du schon recht - man kann viel berechnen. In der Praxis aber taugen die Zahlen zumeist leider gänzlich wenig.

    Wie ESP funktioniert ist gemeinhin bekannt und dass dafür einige Parameter wie Beschleunigungen verwendet werden auch.

    Trotzdem widerspreche ich Dir in einem Punkt gewaltig: Die Vorhersagbarkeit von Brems- und Anhaltewegen. Das ist schlicht nicht so ohne weiteres kontaktlos berechenbar. Man schaft es bis dato nicht einmal Frostsensoren zu verbauen, die vor überfrierender Nässe warnen.

    Und die Oberfläche zu kennen reicht bei weitem noch nicht aus. Selbst die Gummitemperatur müsste man exakt bestimmen. Hier wird's einfach nur Utopie à la Raumisch Enterprise.

    Daher sage ich ja: Ein Vermindern des Abstandes ist möglich durch die höhere Reaktionszeit. Allerdings braucht man dafür keine L2L-Kommunikation. Wenn die Notbremsassistenten, die auf Grund ständiger Fehlfunktionen von Fahrern dauerhaft abgeschaltet werden, mal richtig funktionieren würden, dann wäre schon vielen sehr geholfen.

    Bevor man nach den Sternen greift, sollte man ersteinmal versuchen, die Systeme, die es schon gibt, zum laufen zu bringen!

  9. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: AllDayPiano 10.12.18 - 16:22

    Sieht schön aus, ist aber leider nur die halbe Wahrheit.

    Auch eine Studie des „Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm GmbH“ bestätigen diese Aussage. Die Studie testete unter anderem den Bremsweg eines LKW mit 7,5 Tonnen in unbeladenem, richtig beladenem und überladenem Zustand. Das Fahrzeug hatte bei 60 km/h Bremshöchstwerte von:

    - 18,9 Metern in unbeladenem Zustand,
    - 24,3 Metern in richtig beladenem Zustand,


    Das sind ca. 30%.

  10. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Eheran 10.12.18 - 16:42

    Dann ist das vielleicht keine so allgemeingültige Sache bzw. es hängt einfach sehr von den Bedingungen ab.

  11. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Anonymer Nutzer 10.12.18 - 17:05

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und die Oberfläche zu kennen reicht bei weitem noch nicht aus. Selbst die
    > Gummitemperatur müsste man exakt bestimmen. Hier wird's einfach nur Utopie
    > à la Raumisch Enterprise.
    Infrarottemperatursensoren nennst du Zukunfstmusik? Einen davon in jeden Radkasten und schon haste die Reifentemperatur. Im Motorsport sind auch oft Sensoren in den Reifen eingearbeitet.

    Wenn du als Autohersteller einige Hundertausend Sensoren kaufst, kosten auch die ausreichend genauen nichtmehr die Welt. Zudem kannste die am Auto auch recht einfach selbst nachjustirend umsetzen.

  12. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Anonymer Nutzer 10.12.18 - 17:26

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Der 40t-er ist leer, verzögert so, dass er nach 36m Bremsweg steht. Der
    > zweite ist voll, und braucht 55m.
    > Der Bremsweg eines LKW bzw. grundsätzlich von Fahrzeugen ist praktisch
    > unabhängig von der Zuladung, da die Bremsen entsprechend dimensioniert
    > sind.
    Da der limitierende Faktor nicht die Bremsen sondern die Reifen sind ist der Bremsweg sehr wohl unterschiedlich.
    > Siehe beispielsweise hier.
    > Oder als Video hier.
    Das Video habe ich mir nicht angeguckt, bin gerade unterwegs. Aber in dem von dir verlinkten PDF weichen die Werte ja schon bei gleicher Beladung und Bodenbeschaffenheit um +-50% ab, da kann man ja direkt würfeln und hat genauere Ergebnisse.

  13. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: AllDayPiano 10.12.18 - 18:10

    Und die sind im Radkasten und werden wie genau vor den kleinsten Anhaftungen geschützt?

    Und die Sensoren, die Fahrer vor festsitzenden und glühenden Bremsen, die regelmäßig geplatzte Reifen verursachen, schützen, sind genau in welchem Lkw verbaut?

    Technisch ist vieles machbar, nur sollte man seine Wünsche nicht auf die Realität projizieren.

  14. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Bigfoo29 10.12.18 - 19:17

    Da freue ich mich schon drauf, wenn auf ner 2-Spurigen Autobahn quasi ständig alle beiden Bahnen belegt sind... o.0

    ^^

    Regards.

  15. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Bigfoo29 10.12.18 - 19:23

    Das ist halt immer das Problem... wie viel an Technik ist man bereit zu investieren, um eine "ausreichend stabile" Vorhersage machen zu können. Faktisch kann man all das schon heute. Es gibt Laser-Sensoren, die die Temperatur gradgenau ermitteln könnten. Aber eben nicht als Pfennig-Artikel. Denn Sensoren erkennen auch heute schon, ob es regnet. Und wie gesagt: Über ESP bekommt man auch heute schon mit, ob und im Vergleich wie viel Haftung ein Reifen gerade hat.

    Aber wie Du schon schriebst: Die Technik muss letztlich auch so stabil sein, dass Leute sie EINSETZEN. War es Waymo oder Uber, wo die Techniker den Notbrems-Assistenten bei dem Volvo deaktiviert haben, weil sie ihrem eigenen System mehr vertrauten und die Rad-Schieberin daraufhin ums Leben kam? :S

    Regards.

  16. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: tomatentee 10.12.18 - 19:58

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe jetzt leider nicht mehr die Zeit im Detail auf Deine Argumente
    > einzugehen.
    >
    > Prinzipiell hast Du schon recht - man kann viel berechnen. In der Praxis
    > aber taugen die Zahlen zumeist leider gänzlich wenig.
    >
    > Wie ESP funktioniert ist gemeinhin bekannt und dass dafür einige Parameter
    > wie Beschleunigungen verwendet werden auch.
    >
    > Trotzdem widerspreche ich Dir in einem Punkt gewaltig: Die Vorhersagbarkeit
    > von Brems- und Anhaltewegen. Das ist schlicht nicht so ohne weiteres
    > kontaktlos berechenbar.
    >
    Wieso kontaktlos? So ein Auto im normalen Fahrbetrieb bremst und beschleunigt doch mit relativer regelmäßigkeit.
    Wenn das Auto jetzt permanent die erwartete Beschleunigung beim Gas geben/Bremsen mit dem Ist-Wert vergleicht kommt es ziemlich genau bei dem aktuellen Reibwert raus (bzw dem Fehlen dessen). Wo ist dabei das Problem?

  17. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: AllDayPiano 10.12.18 - 20:02

    Dass dieser ein paar Meter weiter schon ganz anders sein kann ohne dass ein Bremsen oder beschleunigen dem Fahrzeug neue Daten liefern würde

  18. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: amagol 10.12.18 - 20:27

    Bigfoo29 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da freue ich mich schon drauf, wenn auf ner 2-Spurigen Autobahn quasi
    > ständig alle beiden Bahnen belegt sind... o.0

    Ist das nicht in Bezug auf die Auslastung optimal? Und mit selbstfahrenden Autos/LKW koennen alle sich abprechen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sind auch nur noch wegen der Physik notwendig. Vermutlich wird man irgendwann mit dem Maut Premium Abo alle anderen Autos an die Seite schieben koennen. Netzneutralitaet ist ja schon heute im Strassenverkehr nicht gegeben.

  19. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: Bigfoo29 10.12.18 - 20:28

    Die nicht, aber die Drehzahl- und Torsionswerte der Räder sagen, ob es beispielsweise rutschig ist. Auch erkennen sie, ob die Drehzahl auch nur geringfügig von anderen Rädern abweicht. Man KANN die Straßenverhältnisse auch heute schon ermitteln. Aber erst mit guter optischer Fahrbahnerkennung macht es Sinn, daraus finale Schlüsse ziehen zu wollen. Das ABS/ESP wird auch genutzt, um zu niedrigen Luftdruck zu erkennen. Dabei ist auch nur der Reibungswert höher bzw. die Drehzahl weicht um ein µ vom gegenüberliegenden Rad ab. Aber das reicht, um zu erkennen, dass da was nicht stimmt.

    Regards.

  20. Re: Technologie sucht Anwendungen...

    Autor: AllDayPiano 10.12.18 - 21:13

    Ich habe so ein passives RDKS und ich kann Dir aus Erfahrung sagen, dass ein minimal zu weniger Reifendruck mehrere hunderte Kilometer braucht, um vom System dann angezeigt zu werden.

    Und nein, ich habe keinen Dacia, sondern einen BMW, der die hochgelobte Technik in Perfektion besitzen sollte.

    Schmink es Dir einfach ab. Theorie und Praxis liegen einfach viel zu weit auseinander, als dass das zuverlässig funktionieren würde.

    Und nein, solange die Räder keinen erhöhten Schlupf haben merkt das ESP gar nichts. Die Technik dahinter ist eigentlich absolut primitiv. Der Lenkwinkelsensor schaut sich an, ob man eine Kurve fährt, und berechnet daraus dann die Raddrehzahldifferenz und gleicht diese mit den ABS Sensoren ab. Beschleunigungssensoren messen Querbeschleunigungen. Diese Beschleunigungen werden abgeglichen mit dem Lenkwinkel und der Geschwindigkeit. Daraus wird berechnet, ob das Fahrzeug der Lenkbewegung folgt, oder über- bzw. untersteuert. All das wird in einen Topf geworfen und daraus dann errechnet, wie das System eingreifen muss. Dazu ist eine Regelabweichung notwendig, die dann die Stellgröße erzeugt. Dem ESP ist es dabei völlig egal, ob die Straße nass, trocken, kalt oder heiß ist. Ob es Asphalt mit niedrigem oder hohem Bruchanteil ist.

    Damit das System die von Dir erdachte Fähigkeit überhaupt erreicht ist noch viel mehr Sensorik notwendig, als heute in PKW verbaut wird. Du hälst die Systeme für viel zu klug. Das sind sie aber nicht, und das müssen sie auch nicht. Im Automobilbereich wird der Aufwand auf ein notwendiges Mindestmaß reduziert, um gerade noch zum Ergebnis zu kommen. Da wird an 3 ct. Artikeln gespart.

    Freiwillig wird niemand die Fahrbahn vermessen, nur weil man unter Umständen dann den Abstand um weitere wenige Meter verringern könnte. Warum sollten Hersteller das auch wollen? Denen ist das doch vollkommen egal.

    Solange LKW-fahrer jedes halbe km/h aus ihrem LKW herauskitzlen, und sich minutenlange Elefantenrennen gönnen, der Spediteur und in letzter Konsequenz der Kunde den Sprit bezahlt, hat auch kein Hersteller ein Verkaufsargument.

    Das nächste Problem ist weiterhin, dass jeder Hersteller genau das identische System verbauen muss, weil sonst zu konventionellen Systemen (Radargestützte Abstandsregelung) kein Vorteil besteht.

    Schlussendlich bleibt dann immernoch die Haftungsfrage. Unterschreitet ein System den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand erhält es zuerst einmal keine Zulassung. Aber gehen wir davon aus, dass sie im Labor nachweisen können, dass alles funktioniert, und das KBA bzw. die zuständige Behörde erteilt die Erlaubnis... beim ersten Unfall - gar mit Personenschaden - ist der Hersteller sowas von dermaßen am A., sodass sie sich wünschten, sie hätten das System nie auf die Straße gebracht. Es würden Rückrufe folgen, die Systeme müssten nachgebessert bzw. sogar deaktiviert werden, Speditionen würden massenhaft Schadenersatzforderungen für Ausfälle bzw. ein nachträglich entferntes System verlangen usw. Da gehen die Kosten schneller in den dreistelligen Millionenbereich, als man Scheiße sagen kann. Und glaub mir; kein Volvo, Iveco, Izuzu oder Fiat hat eine derart starke Lobby, wie Volkswagen.

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