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Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

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  1. Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 11:57

    Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im Anschluss von anderen Herstellern erwartet. Allerdings zeugt das hier gezeigte Design eines chinesischen Herstellers noch einmal davon, dass China mittlerweile nicht nur kopiert, was ab und an immer noch als Unterstellung umhergeistert, sondern auch zu eigenständigen technischen Innovationen fähig ist.

    Innovation ist hier wertneutral und als von positiv besetzten Begriffen wie Fortschritt etc. entkoppelt zu verstehen. (Definitionen mit Belegen kann ich bei Interesse als Innovationsforscher gerne anführen).

    Wie in der Überschrift angedeutet, halte ich diese Entwicklung persönlich für bedauerlich. Denn so wird noch mehr als jetzt schon üblich darauf gesetzt, dass technische Artefakte, die früher ohne eigener Energiequelle auskamen mit einem Akku betrieben werden (z.B. eben Kopfhörer).

    Ökonomisch ist das durchaus sinnvoll, denn so bekommen immer mehr Produkte eine Sollbruchstelle aufgezwungen, sodass in vielen Fällen nach einigen Jahren - selbst ohne Nutzung dieser Produkte(!) - ein Neukauf notwendig wird (Akkus verschleißen so oder so). Eine Reparatur bzw. ein Akkutausch wird sich wohl nur bei Produkten monetär lohnen, die auf lange Sicht hochpreisig bleiben und nicht etwa durch Nachfolger entwertet werden.

    Ökologisch ist das gerade Diskutierte mehr als zweifelhaft...

  2. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: hans-peterr 24.01.19 - 12:00

    Smartphone geht seltener kaputt, weil wasserdicht. Keine mechanischen Verschleißteile wie USB Stecker oder Knöpfe. Das Akku Problem hast du heute auch schon. Ich sehe nicht, was da unökologisch ist

  3. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 12:17

    hans-peterr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Smartphone geht seltener kaputt, weil wasserdicht.

    Das ist nicht die Innovation des genannten Smartphones, wie du vielleicht wissen wirst. Deshalb gilt dieses Argument auch nicht.

    > Keine mechanischen Verschleißteile wie USB Stecker oder Knöpfe.

    Ja, das ist zunächst ein Vorteil. Jetzt kommt die "Rechnerei" unterschiedlicher Faktoren (allerdings natürlich nicht sauber in Form einer Lebenszyklusanalyse aka LCA):

    - Wahrscheinlichkeit eines defekten Knopfes am Smartphone
    - Wahrscheinlichkeit eines defekten Steckers am anderen Gerät
    - Effekt (für den Käufer und für die Umwelt) eines defekten Steckers am anderen Gerät

    vs. Zwang, überall Akkus einbauen zu müssen.

    Die angedeutete Entwicklung des Smartphonedesigns (wenn wir davon ausgehen, dass die Entwicklung sich durchsetzt) nimm nämlich die Freiheit, kabelgebundene Geräte mit dem Smartphone zu koppeln.
    Die Möglichkeiten, das Smartphone mit Tasten und Buchsen wasserdicht zu bekommen, sind heute genauso gegeben wie die Möglichkeit, das Smartphone trotz vorhandener physischer Anschlüsse zu nutzen, ohne auf diese Anschlüsse zurückzugreifen.
    Einfacher ausgedrückt: Nur weil Lautstärketasten vorhanden sind, musst du sie ja nicht nutzen, wenn du nicht willst.

    Auf der anderen Seite kann ich meine bisherigen Kopfhörer mit dem genannten Smartphone nicht nutzen und so müsste ich mir stattdessen BT-Kopfhörer kaufen, die in wenigen Jahren vermutlich in den Müll wandern würden.

    > Das Akku Problem hast du heute
    > auch schon. Ich sehe nicht, was da unökologisch ist

    Wie ich (vielleicht etwas umständlich) argumentiert habe, ist das Unökologische der Zwang, auf akkubetriebene Geräte umsteigen zu müssen.

    Ich spreche mich zwar auch aus ähnlichen Gründen gegen den Wegfall der Kopfhörerbuchse aus (aus dem Grund würde ich mein iPhone 6S - stand jetzt - auch bei einem irreparablen Defekt nicht durch ein neueres iPhonemodell ersetzen), aber in bisherigen Fällen wird zumindest die Möglichkeit, kabelgebundene Kopfhörer zu nutzen, via Adapter angeboten. Das ist also eher Nudging statt Zwang.

  4. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: goto10 24.01.19 - 12:17

    > Definitionen mit Belegen kann
    > ich bei Interesse als Innovationsforscher gerne anführen

    Eine Definition ist eine willkürliche Festlegung, was sollen da Belege? *scnr*

    P.S.: Guter Beitrag, Zustimmung erfolgt.

  5. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: sofries 24.01.19 - 12:21

    Apple war nie der erste Hersteller mit neuen Designs und Funktionen auf dem Markt, die warten ab bis eine neue Technologie ausgereift ist, da sie im Gegensatz zu anderen Herstellern keine Modellreihen zum rumspielen haben und sich beim iPhone keine extrem unausgereiften Sachen erlauben können. Fingerabdrucksensoren gab es Jahre zuvor bei allen möglichen Herstellern, aber erst seit Touch ID war das sinnvoll nutzbar und nicht nur eine blöde Spielerei.

    Früher oder später wird Apple auch auf alle Knöpfe verzichten, aber zunächst muss drahtloses aufladen über größere Entfernungen und Taktiles Feedback weiter entwickelt werden und eSims müssen sich weltweit durchsetzen.

  6. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 12:23

    goto10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Definitionen mit Belegen kann
    > > ich bei Interesse als Innovationsforscher gerne anführen
    >
    > Eine Definition ist eine willkürliche Festlegung, was sollen da Belege?
    > *scnr*

    Hehe, ja, stimmt schon. Allerdings kann ich auf eine lange Reihe an Forschung und verschiedenste Aspekte des Begriffs (radikale Innovation vs. inkrementelle Innovation vs. Systeminnovation vs. Basisinnovation etc.) sowie Innovationsmodelle zurückgreifen und diese anführen ;-)

  7. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: /mecki78 24.01.19 - 12:25

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im
    > Anschluss von anderen Herstellern erwartet.

    Hätte Apple so etwas vorgestellt, dann hätten hier wieder hunderte auf Apple gebashed und die Hälfte der Threads wären auf den Bolzplatz verschoben worden. Wenn Apple solche Sachen macht, dann werden sie verlacht, verspottet und beschimpft. Wenn dann 2 Jahre später alle anderen das auch machen, dann ist es auf einmal cool und noch einmal 2 Jahre später gilt es als "normal".

    > sondern auch zu eigenständigen technischen
    > Innovationen fähig ist.

    Etwas einfach nur weg zu lassen, was am Ende wahrscheinlich nur gemacht wurde um Kosten zu sparen, halte ich nicht für eine Innovation. Hier wurde nichts neues geschaffen. Man hätte das gleiche Telefon auch mit den gleichen Funktionen bauen können (also so, dass man alles nur über das Display steuern kann, genauso wie hier) und trotzdem hätte es auch Knöpfe haben können (man könnte alles über das Display steuern und die Knöpfe nie benutzen, man muss aber nicht). Der einzige Unterschied wäre gewesen, dass so das Gehäuse teurer zu fertigen ist und der Konstruktionsaufwand aufgrund beweglicher Teile höher gewesen wäre (z.B. um diese wasserdicht zu bekommen).

    > Innovation ist hier wertneutral und als von positiv besetzten Begriffen wie
    > Fortschritt etc. entkoppelt zu verstehen.

    Innovation ist immer wertneutral, aber dennoch ist eine Innovation etwas neues und hier wurde nichts neues geschaffen. Es ist ja nicht so, dass man hier etwas weg gelassen und durch etwas anderes ersetzt hat, sondern man hat einfach nur etwas weg gelassen.

    > Ökonomisch ist das durchaus sinnvoll, denn so bekommen immer mehr Produkte
    > eine Sollbruchstelle aufgezwungen, sodass in vielen Fällen nach einigen
    > Jahren - selbst ohne Nutzung dieser Produkte(!) - ein Neukauf notwendig
    > wird (Akkus verschleißen so oder so).

    Dieses Argument ist lächerlich, denn selbst wenn Akkus nicht verschleißen würden oder man sie immer bei jeden Gerät wechseln könnte, wer bitte würde ein 8 Jahres altes SmartPhone einsetzen, für das es schon lange keine Betriebssystemupdates gibt, auf dem aktuelle Apps gar nicht mehr laufen, dass überhaupt nicht die Rechenleistung für aktuelle Apps hätte und das max. UMTS kann, welches ab 2022 dann abgeschaltet wird? Die Wahrheit ist, fast kein Mensch kauft sich ein neues SmartPhone weil der Akku des alten zu schlecht ist. Es gibt dutzend andere Gründe warum Menschen sich eine neue kaufen und auch Menschen, bei deren SmartPhones man den Akku tauschen kann, kaufen sich statistisch genauso oft nach genauso langer Zeit ein neues SmartPhone wie die wo das nicht der Fall ist.

    Die Behauptung, dass SmartPhones länger genutzt werden, wenn man den Akku tauschen kann, lässt sich mit harten Zahlen nicht belegen! Das ist ein urbaner Mythos und in etwas vergleichbar mit "Reichweitenangst" beim E-Auto. Weil man Angst hat, der Akku könnte zu schnell altern, will man den wechseln könnte, die Wahrheit ist aber, wenn man das Teil entsorgt, dann hat der Akku immer noch genug Kapazität, wenn man nicht den letzten Billigschrott gekauft hat, denn auch beim Akku gibt es je nach Hersteller gravierende Unterschiede. Mein iPhone 5s habe ich nach 4 Jahren aktiver Nutzung verkauft und da hatte der Akku noch 94% seiner Ausgangskapazität. Ich hätte das Problemlos auch 2 weitere Jahre einsetzen können, aber es war mir zu langsam und ich wollte ein größeres Display. Wie gesagt, Menschen kaufen aus vielen Gründen neue Geräte, aber so gut wie nie weil der Akku zu schlecht und nicht tauschbar ist.

    /Mecki

  8. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 12:37

    sofries schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Apple war nie der erste Hersteller mit neuen Designs und Funktionen auf dem
    > Markt, die warten ab bis eine neue Technologie ausgereift ist, da sie im
    > Gegensatz zu anderen Herstellern keine Modellreihen zum rumspielen haben
    > und sich beim iPhone keine extrem unausgereiften Sachen erlauben können.

    Die Aussage finde ich nicht durchdacht:

    "Design" ist zunächst ein sehr breiter Begriff. Im Bereich der Notebooks war Apple, soweit ich weiß, z.B. der erste Hersteller, der den Unibody-Ansatz als äußeres Designelement genutzt hat.

    Hier werden Beispiele weiterer Innovationen genannt, die nur beim G3 Clamshell implementiert wurden.

    Zudem liegt die Innovation hier nicht im Einführen einer auf dem Massenmarkt unerprobten Technologie, sondern eben im Weglassen etablierter Technologie. Das kriegt auch Apple technisch hin und erste Ansätze haben sie ja mit dem Wegfall der Kopfhörerbuchse bei den iOS-Geräten und beim Weglassen ganz unterschiedlicher Buchsen bei den MacBooks auch gemacht. Soweit ich weiß, war das Macbook auch das erste Notebook mit nur zwei unterschiedlichen Buchsen (USB-C/TB3 und 3,5mm Klinke).

  9. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 13:11

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kondratieff schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > sondern auch zu eigenständigen technischen
    > > Innovationen fähig ist.
    >
    > Etwas einfach nur weg zu lassen, was am Ende wahrscheinlich nur gemacht
    > wurde um Kosten zu sparen, halte ich nicht für eine Innovation. Hier wurde
    > nichts neues geschaffen. Man hätte das gleiche Telefon auch mit den
    > gleichen Funktionen bauen können (also so, dass man alles nur über das
    > Display steuern kann, genauso wie hier) und trotzdem hätte es auch Knöpfe
    > haben können (man könnte alles über das Display steuern und die Knöpfe nie
    > benutzen, man muss aber nicht). Der einzige Unterschied wäre gewesen, dass
    > so das Gehäuse teurer zu fertigen ist und der Konstruktionsaufwand aufgrund
    > beweglicher Teile höher gewesen wäre (z.B. um diese wasserdicht zu
    > bekommen).
    >
    > > Innovation ist hier wertneutral und als von positiv besetzten Begriffen
    > wie
    > > Fortschritt etc. entkoppelt zu verstehen.
    >
    > Innovation ist immer wertneutral, aber dennoch ist eine Innovation etwas
    > neues und hier wurde nichts neues geschaffen. Es ist ja nicht so, dass man
    > hier etwas weg gelassen und durch etwas anderes ersetzt hat, sondern man
    > hat einfach nur etwas weg gelassen.

    Aaaaaaaalso:

    1) Es gibt ganz unterschiedliche Innovationsbegriffe. Viele von diesen sind in verschiedenen Diskursen (zu sehen an verschiedenen Diskursanalysen) mitnichten neutral, sondern werden häufig positiv konnotiert [1] - insbesondere in der Industrie und in den industrienahen Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften.

    2) Als Innovation definiert Schumpeter, Begründer des modernen Innovationsbegriffs, die "Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion" (= "den Fall einer neueren Ware ebensogut wie die Fälle der Erschließung neuer Märkte oder einer neuen Organisationsform") [2].

    Modern gewendet spricht er also von Produkt-, Prozess-, Marketing- und organisationalen Innovationen, was auch fast 1:1 der vielzitierten Definition des OSLO-Manuals [3] entspricht.

    3) Damit wird deutlich, dass sehr viele Änderungen in einem Unternehmen (Schumpeter war stark unternehmer- bzw. unternehmenszentriert), die eine Wirkung auf den Gewinn des Unternehmens ausüben, als Innovation angesehen werden können. Um diese Änderungen/Neuerungen in Kontext zu setzen, werden bisweilen unterschiedliche Neuheitsgrade [4] unterschieden:

    1. Weltneuheit
    2. Landesneuheit
    3. Branchen- oder Marktneuheit => z.B. ein für eine Branche neuer Prozess, den es so schon in anderen Branchen gibt
    4. Betriebsneuheit => z.B. ein für ein Unternehmen neues Produkt, dass es so schon auf dem Markt gibt

    Es gibt noch sehr viele Dimensionen des Innovationsbegriffs, die ich hier aufführen könnte, aber das würde definitiv viel zu weit führen.

    Deine Auffassung, die eine abschätzige Meinung bzgl. des Weglassens, ist genau das, was mit Werturteil gemeint ist.

    Im Sinne der Innovationsforschung kann ich allerdings festhalten, dass es sich bei dem Smartphone definitiv um eine Innovation handelt. Der Mensch, der dieses Smartphone nutzt, ist neuerdings gezwungen, seine bisherigen Nutzungsgewohnheiten umzustellen (Smartphone per Knopf ein und ausschalten? Lautstärke per Taste regeln?). Es gab bislang kein Smartphone ohne physikalische Anschlüsse.

    >
    > > Ökonomisch ist das durchaus sinnvoll, denn so bekommen immer mehr
    > Produkte
    > > eine Sollbruchstelle aufgezwungen, sodass in vielen Fällen nach einigen
    > > Jahren - selbst ohne Nutzung dieser Produkte(!) - ein Neukauf notwendig
    > > wird (Akkus verschleißen so oder so).
    >
    > Dieses Argument ist lächerlich, denn selbst wenn Akkus nicht verschleißen
    > würden oder man sie immer bei jeden Gerät wechseln könnte, wer bitte würde
    > ein 8 Jahres altes SmartPhone einsetzen, für das es schon lange keine
    > Betriebssystemupdates gibt, auf dem aktuelle Apps gar nicht mehr laufen,
    > dass überhaupt nicht die Rechenleistung für aktuelle Apps hätte und das
    > max. UMTS kann, welches ab 2022 dann abgeschaltet wird? Die Wahrheit ist,
    > fast kein Mensch kauft sich ein neues SmartPhone weil der Akku des alten zu
    > schlecht ist. Es gibt dutzend andere Gründe warum Menschen sich eine neue
    > kaufen und auch Menschen, bei deren SmartPhones man den Akku tauschen kann,
    > kaufen sich statistisch genauso oft nach genauso langer Zeit ein neues
    > SmartPhone wie die wo das nicht der Fall ist.
    >
    > Die Behauptung, dass SmartPhones länger genutzt werden, wenn man den Akku
    > tauschen kann, lässt sich mit harten Zahlen nicht belegen! Das ist ein
    > urbaner Mythos und in etwas vergleichbar mit "Reichweitenangst" beim
    > E-Auto. Weil man Angst hat, der Akku könnte zu schnell altern, will man den
    > wechseln könnte, die Wahrheit ist aber, wenn man das Teil entsorgt, dann
    > hat der Akku immer noch genug Kapazität, wenn man nicht den letzten
    > Billigschrott gekauft hat, denn auch beim Akku gibt es je nach Hersteller
    > gravierende Unterschiede. Mein iPhone 5s habe ich nach 4 Jahren aktiver
    > Nutzung verkauft und da hatte der Akku noch 94% seiner Ausgangskapazität.
    > Ich hätte das Problemlos auch 2 weitere Jahre einsetzen können, aber es war
    > mir zu langsam und ich wollte ein größeres Display. Wie gesagt, Menschen
    > kaufen aus vielen Gründen neue Geräte, aber so gut wie nie weil der Akku zu
    > schlecht und nicht tauschbar ist.

    Diese gesamte Passage ist nicht durchdacht. Wieso sollte ich den Smartphoneakku meinen? Bisherige Mobiltelefone haben schließlich auch einen - und das ist durchaus sinnvoll.

    Du solltest vielleicht meinen Text noch mal lesen:
    Ich habe ganz klar von "technische[n] Artefakte[n], die früher ohne eigener Energiequelle auskamen" gesprochen. Damit meine ich, und das habe ich auch angeführt, z.B. Bluetooth-Kopfhörer. Diese haben im Gegensatz zu Kopfhörern mit austauschbarem Kabel eine ganz eindeutige Sollbruchstelle: Lässt man die kabelgebundenen Kopfhörer 5 Jahre lang in der Verpackung, sind diese nach dem ersten Auspacken ohne Weiteres Betriebsbereit. Dasselbe könnte man aufgrund des Verschleißes wohl nicht mit einem BT-Kopfhörer machen.

    [1] Spielkamp, A., & Rammer, C. (2006). Balanceakt Innovation: Erfolgsfaktoren im Innovationsmanagement kleiner und mittlerer Unternehmen. Abgerufen von ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/docus/dokumentation0604.pdf

    [2] Schumpeter, J. A. (2008). Konjunkurzyklen. Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses (K. Dockhorn, Übers.). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht GmbH.

    [3] OECD/Eurostat. (2005). Oslo Manual: Guidelines for collecting and interpreting technological innovation data. 3rd edition. Paris: OECD.

    [4] Fichter, K. (2009). Grundlagen des Innovationsmanagements. Oldenburg: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.19 13:14 durch Kondratieff.

  10. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: countzero 24.01.19 - 13:36

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Etwas einfach nur weg zu lassen, was am Ende wahrscheinlich nur gemacht
    > wurde um Kosten zu sparen, halte ich nicht für eine Innovation. Hier wurde
    > nichts neues geschaffen. Man hätte das gleiche Telefon auch mit den
    > gleichen Funktionen bauen können (also so, dass man alles nur über das
    > Display steuern kann, genauso wie hier) und trotzdem hätte es auch Knöpfe
    > haben können (man könnte alles über das Display steuern und die Knöpfe nie
    > benutzen, man muss aber nicht). Der einzige Unterschied wäre gewesen, dass
    > so das Gehäuse teurer zu fertigen ist und der Konstruktionsaufwand aufgrund
    > beweglicher Teile höher gewesen wäre (z.B. um diese wasserdicht zu
    > bekommen).

    Da fällt mir das folgende Zitat ein:

    "Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann,
    wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat,
    sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann"

    Das ist finde ich eine interessante Geisteshaltung, gerade auch in Bezug auf das Design von technischen Geräten. Ich sage nicht, das das der richtige Ansatz zur Entwicklung eines Smartphones ist, aber es führt mit Sicherheit zu interessanten Produkten.

  11. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: violator 24.01.19 - 13:46

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im
    > Anschluss von anderen Herstellern erwartet.

    Dachte ich mir auch. Hatte mal gesagt, dass Apple irgendwann nur noch Geräte baut, die klein, flach, mit Applelogo und komplett ohne Anschlüsse sind. Alles nur noch drahtlos und man hat keine Wahl mehr.

  12. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: violator 24.01.19 - 13:50

    Eine Innovation ist entweder eine neue Technik, die hinzugefügt wird, oder eine geänderte Technik, die evtl. irgendwas überflüssig macht und daher etwas weggelassen werden kann.

    Hier und bei Apple werden aber wie schon gesagt einfach Sachen weggelassen, ohne dass etwas verbessert wurde. Dafür wird dann einfach behauptet, dass das alte Element überflüssig ist und die Leute gefälligst ohne das leben sollen, so wie bei Klinke.

  13. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: violator 24.01.19 - 13:58

    countzero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann,
    > wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat,
    > sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann"

    Das ist auch der Grundgedanke von Minimalismus uns für mich auch von gutem Design.

    Das Problem ist eben dass es unterschiedliche Ansichten gibt, was weggelassen werden kann. Klinke wird von Milliarden Menschen genutzt, "Alternativen" dazu wie BT haben schon gravierende Nachteile, Adapter sind generell scheisse. Trotzdem lässt Apple die Klinke trotzdem einfach weg.

    Für mich können Kabel an stationären Geräten entfernt werden, weil da Nachteile wie leere Akkus nicht so schwerwiegend sind. Bei mobilen Geräten sieht das schon ganz anders aus, vor allem wenn man nicht mal eben den Akku tauschen kann. Auf der Arbeit hab ich ne BT-Maus von Apple, aber zum Glück die Version mit tauschbaren Akkus. Bei der aktuellen Version kann man nur ein Kabel anschließen und kann in der Zeit nicht arbeiten.

  14. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 14:51

    violator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine Innovation ist entweder eine neue Technik, die hinzugefügt wird, oder
    > eine geänderte Technik, die evtl. irgendwas überflüssig macht und daher
    > etwas weggelassen werden kann.
    >
    > Hier und bei Apple werden aber wie schon gesagt einfach Sachen weggelassen,
    > ohne dass etwas verbessert wurde. Dafür wird dann einfach behauptet, dass
    > das alte Element überflüssig ist und die Leute gefälligst ohne das leben
    > sollen, so wie bei Klinke.

    Wie ich schon im ursprünglichen Post angedeutet habe, herrscht vor allem in nicht-formalisierten alltagssprachlichen Nutzungsvariationen der Eindruck, dass eine Innovation immer eine wie auch immer geartete Verbesserung bereitstellen muss. Für Stammtischgespräche reicht diese Ansicht vielleicht. Bei näherer und ernsthafter Betrachtung bzw. Auseinandersetzung mit dem Begriff kommt man aber in Bredouille: Wer sagt denn was als Verbesserung anzusehen ist? Für wen muss eine Innovation eine Verbesserung darstellen? Bei radikalen Innovationen, z.B. bei Basisinnovationen, gab es immer auch Verlierer. Diese würden die alltagssprachliche Verbesserungs-Konnotation nicht teilen.

    Deswegen werden in der Innovationsforschung - und ich behaupte mal, dass ich mich als Innovationsforscher ein wenig mit Innovation auskenne - solche einseitig angeführten Werturteile ausgeblendet. Diese Werturteile sind weder beim Wissenschaftler, der den Innovationsbegriff geprägt hat (eben Schumpeter), noch in neueren Definitionen zu finden. Davon abgesehen, wäre der Verbesserungsanspruch nicht mit sogenannten sozialen Innovationen [1][2] vereinbar. Nicht umsonst gibt es auch Untersuchungen zu gescheiterten Innovationen [3].

    [1] Rammert, W. (2010). Die Innovationen der Gesellschaft. In J. Howaldt & H. Jacobsen (Hrsg.), Soziale Innovation. Auf dem Weg zu einem postindustriellen Innovationsparadigma (S. 21-51). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

    [2] Zapf, W. (1989). Über soziale Innovationen. Soziale Welt, 40 (1/2), 170-183.

    [3] Bauer, R. (2006). Gescheiterte Innovationen. Fehlschläge und technologischer Wandel. Frankfurt/New York: Campus Verlag.

  15. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: violator 24.01.19 - 15:33

    Dass Innovation eigentlich nur Neuerung bedeutet ist klar, in der Praxis gehts aber nunmal um den Nutzen einer Innovation. Apple könnte auch die Kamera weglassen, das wäre auch eine Innovation. Aber eben für 99% der Leute eine schlechte.

  16. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Kondratieff 24.01.19 - 15:47

    violator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass Innovation eigentlich nur Neuerung bedeutet ist klar, in der Praxis
    > gehts aber nunmal um den Nutzen einer Innovation. Apple könnte auch die
    > Kamera weglassen, das wäre auch eine Innovation. Aber eben für 99% der
    > Leute eine schlechte.

    Und trotzdem wäre es eine sogenannte Produktinnovation.

    Apple könnte in der Folge eines etwaigen Flops nun z.B. meinen Lehrstuhl bzw. das zugehörige Unternehmen damit beauftragen, zu erforschen, was das Problem der ökonomisch gescheiterten Innovation genau gewesen ist.
    Dennoch würden wir Feststellen, dass das neue Produkt eine Innovation ist - ganz im Gegensatz zu einer Invention (vgl. Schumpeter, J. A. (2008). Konjunkurzyklen. Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses (K. Dockhorn, Übers.). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht GmbH, S. 93).

    Noch mal: Der Nutzen muss sich ja nicht für jede Person einstellen. Im Grunde muss eine Innovation überhaupt keine Nutzen haben, denn nicht jede erfolgreiche Innovation hat einen funktionsbezogenen Mehrwert im Sinne des homo oeconomicus.

    Mehr noch: In einer monopolistischen Situation kann es sich bei der Innovation auch um eine Prozessinnovation handeln, die zur Folge hat, dass das angebotene Produkt in der Produktion drastisch günstiger wird, während der Verkaufspreis gleich bleibt und die Produktqualität sogar sinkt.
    Wenn die Kundenbedürfnisse von keinem anderen Produkt besser befriedigt werden können (eben in einem Monopol), wird das Produkt je nach Bedürfnis trotzdem nachgefragt werden.

  17. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: unbuntu 24.01.19 - 18:01

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und trotzdem wäre es eine sogenannte Produktinnovation.

    Ja Sheldon.

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  18. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: Michael Graetz2 24.01.19 - 18:07

    Keine Argumente Penny?

  19. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: zilti 24.01.19 - 19:20

    hans-peterr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Akku Problem hast du heute auch schon.

    Nö. Ich hab n Fairphone 2...

  20. Re: Konsequent, aber bedauerlich (meiner Meinung nach)

    Autor: as112 24.01.19 - 19:20

    Kondratieff schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein solches Smartphone hätte ich zwar zunächst von Apple und erst im
    > Anschluss von anderen Herstellern erwartet. Allerdings zeugt das hier
    > gezeigte Design eines chinesischen Herstellers noch einmal davon, dass
    > China mittlerweile nicht nur kopiert, was ab und an immer noch als
    > Unterstellung umhergeistert, sondern auch zu eigenständigen technischen
    > Innovationen fähig ist.

    Welche Innovation denn? Das ist doch Stand der Technik. Viele machen es nur deshalb nicht, weil es sich vermutlich nicht besonders gut verkaufen wird. Die wenigsten sind bereit auf Kabelschnittstellen zu verzichten. Und sei es auch nur zur Not. Und das ist auch gut so. Wie funktioniert auf dem Gerät eigentlich ein Hardware-Reset? Wie mache ich debugging nach einem Reset, wenn ich das WLAN-Passwort nicht eingeben kann, weil der Bildschirm spinnt. Oder WLAN geht nicht. Oder WLAN ist gerade nicht vorhanden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.19 19:23 durch as112.

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  3. Elektro-SUV Produktion des Mercedes-Benz EQC beginnt

Nachhaltigkeit: Bauen fürs Klima
Nachhaltigkeit
Bauen fürs Klima

In Städten sind Gebäude für gut die Hälfte der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich, in Metropolen wie London, Los Angeles oder Paris sogar für 70 Prozent. Klimafreundliche Bauten spielen daher eine wichtige Rolle, um die Klimaziele in einer zunehmend urbanisierten Welt zu erreichen.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

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    Mit Googles automatischer Transkriptions-App können Nutzer, die mit dem Hören Probleme haben, Konversationen leichter folgen. Um die künftige Entwicklung zu fördern, hat Google die darunterliegende Engine nun als Open-Source-Software kostenlos zur Verfügung gestellt.

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    Als Reaktion auf rechtsextremen Terrorismus will das Bundeskriminalamt stärker gegen illegale Hasskommentare im Netz vorgehen. Für die Ermittlungen fordert BKA-Chef Münch zwar keine Klarnamenpflicht, aber die Vorratsdatenspeicherung.


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