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Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

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  1. Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: Multiplex 06.02.19 - 11:37

    Als ich den "X2City" zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich nicht, ob ich laut lachen, bitterlich weinen oder mich richtig ärgern soll. Am Ende war es von allem ein bisschen.

    So also stellen sich die Ü70-Produkt-Manager von BMW offenbar den Verkehr der Zukunft vor. Das Ding ist im Vergleich zu asiatischen und US-amerikanischen Konkurrenten ein schlechter Witz. Zu schwer. Zu unflexibel. Einfach nur peinlich. Allein schon aus optischen Gründen. Meiner Oma würde es gefallen. Fehlt nur noch der Sicherheitsgurt... Damit soll ich also künftig durch die Stadt rollern? Nein danke! Wer schon mal auf einem schicken, 7,5 Kilogramm schweren eScooter wie dem SXT Carbon v2 für 700 Euro gestanden hat, weiß, wovon ich rede.

    Wie soll ein solches Trumm verschiedene Verkehrsmittel in einer Großstadt effizient miteinander verbinden? Mit 20 Kilogramm schaffe ich es kaum die Rolltreppe zur U-Bahn herunter ohne mir einen Bruch zu heben. Zudem sind 25 Kilometer Reichweite nicht mal ansatzweise akzeptabel. Mein SXT wiegt nur ein Drittel des BMW-Modells und kommt locker über 30 bis 35 Kilometer weit. Damit fahre ich zur S-Bahn, klappe das Teil in einer Sekunde zusammen, erreiche mein Ziel und rollere von da aus weiter. Und ja, der SXT hat auch ein Licht und er bremst hervorragend.

    BMW argumentiert, dass die bestehenden Vorschriften praktisch keine andere Bauform für eScooter zuließen, um dem Gesetzgeber zu entsprechen. Meine Meinung: Der Automobilhersteller hätte seine Lobby in Berlin in den vergangenen Jahren verdammt nochmal für etwas Sinnvolles nutzen sollen. Der schrittweisen Änderung von Regelungen zum Beispiel, die praktisch alle noch auf den Automobilverkehr zugeschnitten sind und diesen gnadenlos in den Vordergrund stellen. Der Abschaffung von sinnlosen Versicherungspflichten, die es für Fahrräder auch nicht gibt. Dem Abbau von behördlichen Hürden für Elektrokleinfahrzeuge. In anderen Ländern geht's auch. Nicht nur in Asien, wo eScooter zum Alltag gehören, auch in Europa (Portugal, Spanien).

    Verkehrswende funktioniert nur dann, wenn wir Deutschen unsere Fixierung auf den PKW zumindest in den Großstädten über Bord werfen. Das klappt indes nur mit Gesetzen, die Elektrokleinfahrzeuge, Fahrrad, Fußgänger und öffentlichen Nahverkehr begünstigen. Nicht behindern. Wenn ich schon höre, dass es für eScooter künftig eine Versicherungspflicht geben soll, bin ich wieder beim Eingangssatz. Weshalb keine im Kaufpreis inkludierte Haftpflichtversicherung? Ganz ohne Behördengang... aber nein, es muss hier ja alles seine Ordnung haben.

    Viele Grüße
    Multiplex

  2. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: Seismoid 06.02.19 - 11:58

    Sind wir doch einfach mal froh, dass man den Tretroller auch ohne TÜV-zertifiziertes Schuhwerk antreiben darf :)

  3. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: Multiplex 06.02.19 - 13:43

    Tja, ich weiß nicht so recht, ob ich darüber froh sein soll... ;-)

    Viele Grüße
    Multiplex

  4. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: KloinerBlaier 06.02.19 - 14:11

    Die neuen Regelungen zu Elektrokleinstfahrzeugen sind eine Farce.

    Da hat die Lobby ja wohl ganze Arbeit geleistet. Soweit ich weiß, soll man so ein Ding dann auch noch auf der Straße bewegen und nicht auf dem Bürgersteig...

  5. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: GangnamStyle 06.02.19 - 16:39

    Die Überregulierung in Deutschland bringt das Land zum Stillstand. Demnächst brauchen wir sogar einen Blinker für Turnschuhe. Ich glaube, die Politiker müssen neue Arbeitsmöglichkeiten für den ganzen Beamtenapparat erfinden, damit sie genug zu tun haben.

  6. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: mvg 06.02.19 - 16:43

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Überregulierung in Deutschland bringt das Land zum Stillstand.
    > Demnächst brauchen wir sogar einen Blinker für Turnschuhe. Ich glaube, die
    > Politiker müssen neue Arbeitsmöglichkeiten für den ganzen Beamtenapparat
    > erfinden, damit sie genug zu tun haben.

    Vollkommen richtig. Bestes Beispiel wo das hinführt ist Venezuela. Das Problem sind aber nicht die Politiker, sondern die blinden Schäfchen die ihnen hinterherlaufen, die alles tun was man ihnen sagt und alles zahlen was die Politker gerne haben wollen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.02.19 16:44 durch mvg.

  7. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: knabba 06.02.19 - 19:52

    KloinerBlaier schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die neuen Regelungen zu Elektrokleinstfahrzeugen sind eine Farce.
    >
    > Da hat die Lobby ja wohl ganze Arbeit geleistet. Soweit ich weiß, soll man
    > so ein Ding dann auch noch auf der Straße bewegen und nicht auf dem
    > Bürgersteig...
    Ist doch schlau gemacht:
    Schritt 1: Lange auf eine Regelung warten und so die einheimischen Hersteller (Konkurrenz zum Auto da Fortbewegung) schützen.
    Schritt 2: Als einziges Land eine Regelung machen die ganz weit weg von allen anderen Ländern ist. Damit einen kleinen Markt erzeugen der sich für Ausländer nicht lohnt.
    Schritt 3: Jedes Fahrzeug einzeln zulassen und viel Bürokratie dranhängen
    Schritt 4: Wenn dann werden nur einheimische Hersteller zu extremen Preisen herstellen und durch einen Führerschein wird der Markt winzig sein.
    Schritt 5: Sich in den Aufsichtsrat von profitierenden Unternehmen wählen lassen.
    Schritt 6: Profit!

  8. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: CruZer 06.02.19 - 20:05

    Welche Vorbedingung hat Schritt 1? Ich hätte Interesse.

    "Ziel war es ein gerät zu bauen auf dem eben KEIN WhatsApp läuft...also sowas wie'n toaster."
    (Prinzeumel, golem.de, 30.12.18 - 21:15)

  9. Re: Ein peinlicher Alptraum - made in Germany

    Autor: cepe 07.02.19 - 00:32

    Gerade BMW hat es schon versucht die Lobby der Fahrschulen zu durchbrechen mit dem BMW C1.
    Sie konnten zwar die Helmpflicht abwenden, aber für den Autoführerschein hat es nicht mehr gereicht.
    Sehr schade. Wäre eine gute Option gewesen.

    Ich tippe hier eher auch auf die Fahrschul-Lobby.

    Die restlichen Fantastereien sind nett, aber nicht kommentierenswert.
    Ich würde eher BMW in seinem Vorhaben unterstützen wenn ich könnten, da dann alle Herstelller und Kunden etwas davon hätten.

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