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Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

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  1. Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

    Autor: Torbey 02.04.19 - 12:38

    die kennen sich wenigstens mit sowas aus.
    Sind Standard Verschlüsselungen so ein Hexenwerk?
    Gibt es den noch kein fertiges Email Programm was die Sicherheitskriterien erfüllt?

  2. Re: Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

    Autor: gumnade 02.04.19 - 14:21

    Torbey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die kennen sich wenigstens mit sowas aus.
    > Sind Standard Verschlüsselungen so ein Hexenwerk?
    Das ist Cyberei und das lernt man auf der Hexa- und Cyberschule
    > Gibt es den noch kein fertiges Email Programm was die Sicherheitskriterien
    > erfüllt?
    Das ist ja das Problem, es wird ja noch das Unsicherheitskriterium erwünscht, dass die Nachrichten umgeschlüsselt werden können für die Vertretung oder das Sekretariat, weil man nun wirklich nicht jedem Juristen zumuten kann, seine Korrespondenz selbst zu erledigen. So etwas wie eine Abwesenheitsnotiz oder Sammelpostfächer - das hatten die damals an der Uni nicht gelernt

    Sic transit gloria mundi

  3. Re: Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

    Autor: Sharra 02.04.19 - 21:42

    Es ist schon ein klein wenig komplexer.
    Wir reden hier von vertraulicher Mandantensache. Sammelpostfächer verbieten sich hier grundsätzlich.
    Und da es bei Gericht fast immer um Fristsachen geht, könnte kein Anwalt jemals krank werden, oder Urlaub machen Folglich muss eine Vertretung benannt werden. Die kann aber heute dieser Anwalt, morgen ein anderer sein.
    Und natürlich gibt man dieser Vertretung dann nicht den eigenen privaten Schlüssel.

    Es ist also durchaus eine komplexe Angelegenheit, aber sie wäre besser zu lösen gewesen, als man es getan hat.

  4. Re: Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

    Autor: gumnade 02.04.19 - 23:00

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist schon ein klein wenig komplexer.
    > Wir reden hier von vertraulicher Mandantensache. Sammelpostfächer verbieten
    > sich hier grundsätzlich.
    Wenn eine Sozietät formal alle Mandaten gleichermaßen betreut, dann sollte man vielleicht eher noch den Geschäftsverteilungsplan der Kanzlei konsultieren - im Grund macht auch irgendwer für alle die Briefe auf und schiebt sie in Postfächer. Das machen einerseits Gerichte mit E-Mails nicht anders (z.B. mit "poststelle@gericht-irgendwo.de"), außerdem kann man auch wunderbar fragmentieren. Natürlich müssen die Wirtschaftssachen nicht beim Strafverteitiger auf den Tisch, der Partner in derselben Kanzlei ist - dann richtet man mehrere Postfächer oder automatisiert sogar welche pro Aktenzeichen ein, oder?
    Es ist ja nicht so, dass sich das nicht technisch realisieren ließe.

    > Und da es bei Gericht fast immer um Fristsachen geht, könnte kein Anwalt
    > jemals krank werden, oder Urlaub machen Folglich muss eine Vertretung
    > benannt werden. Die kann aber heute dieser Anwalt, morgen ein anderer sein.
    Wir reden hier aber trotzdem von organisatorischen Fragen innerhalb derselben Kanzlei. Je ausgeklügelter die das lenkt, desto besser. Sowas lässt sich übrigens auch eleganter technisch regeln als AB-Ansagen, wenn ein Mandant gerade von einer Hausdurchsuchung aus anruft.
    >
    > Und natürlich gibt man dieser Vertretung dann nicht den eigenen privaten
    > Schlüssel.
    Gar nicht erforderlich. Wir reden hier von einem reinen Berechtigungssystem, das durch die jeweilige Kanzlei gesteuert wird. Im Grunde sollte es technisch sogar egal sein, ob die eine eigene Infrastruktur betreibt oder die "Cloud der Brak" benutzt. Die Kanzlei ist verantwortlich, entsprechende Adressierungsmerkmale mitzuteilen und kann das dann gerne intern über verschiedene Adressen oder Betreffs regeln.

    >
    > Es ist also durchaus eine komplexe Angelegenheit, aber sie wäre besser zu
    > lösen gewesen, als man es getan hat.
    Eigentlich ist es nur die anständige Umsetzung dessen, was E-Mail bei richtiger Anwendung schon heute bietet. Natürlich reicht für eine 100 % Compliance nach BRAO und DSGVO nicht unbedingt ein SBS 2011 in einer Kanzlei mit 50 Partnern, aber mit 3rd-Party-Lösungen wäre da schon etwas zu erreichen - ohne den 08/15-Mandaten daran zu hindern, per Mail mit seiner Kanzlei zu kommunizieren.

    S/MIME und PGP sind nun wirklich keine Hexerei. Aber anstelle das ganze System komplett neu zu entwickeln, hätte die Brak trotzdem so viel von der E-Mail-Technologie wie möglich mitnehmen können. Es wäre ja sogar eleganter, wenn die sich verschlüsselte ZIP-Dateien oder PDFs hin- und herschicken würden als dieser Schmarrn. Natürlich muss man dem Sekretariat dann noch ausreden, direkt in der nächsten E-Mail das Passwort mitzuschicken.

    Entschuldigung, aber die ganze Juristerei-Branche sollte doch einmal in der Lage sein, nachdem sie sich vor 30 Jahren angeeignet hat, mit einem Faxgerät umzugehen, auch moderne Technologien sicher zu benutzen. Wenn die dazu geistig nicht in der Lage sind, hätten die mal besser Steinmetz lernen sollen - das ändert sich nicht so viel.
    Jeder Berufsstand muss mal irgendwann mit anderen Werkzeugen arbeiten. Es redet sich doch auch kein Ingenieur damit raus, weiter mit dem Rechenschieber zu arbeiten, weil ihm Computer zu kompliziert sind und es die noch nicht gab, als er in den 1970ern studiert hat.

    Sic transit gloria mundi

  5. Re: Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

    Autor: FreiGeistler 03.04.19 - 11:25

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und da es bei Gericht fast immer um Fristsachen geht, könnte kein Anwalt
    > jemals krank werden, oder Urlaub machen Folglich muss eine Vertretung
    > benannt werden. Die kann aber heute dieser Anwalt, morgen ein anderer sein.
    >
    > Und natürlich gibt man dieser Vertretung dann nicht den eigenen privaten
    > Schlüssel.

    Zweitschlüssel. Muss ja nicht für jeden Ersatz-Anwalt ein anderer sein.
    Mein E-Mail Provider kann das.

  6. Re: Vielleicht sollten die mal den CCC um Rat fragen

    Autor: grorg 03.04.19 - 13:15

    > > Es ist schon ein klein wenig komplexer.
    > > Wir reden hier von vertraulicher Mandantensache. Sammelpostfächer
    > verbieten
    > > sich hier grundsätzlich.
    > Wenn eine Sozietät formal alle Mandaten gleichermaßen betreut, dann sollte
    > man vielleicht eher noch den Geschäftsverteilungsplan der Kanzlei konsultieren

    Eine Sozietät ist nur eine mögliche Kanzleiform. Viele vermeiden diese auch weil sonst jeder für jeden haften würde - dann macht man oft eine Bürogemeinschaft wo jeder nur für seinen eigenen Kram haftet.
    Und dann ist da nichts mit "Geschäftsverteilungsplan".

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