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mal eine nicht ganz einfache Frage:

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  1. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: ZuWortMelder 03.04.19 - 12:19

    > Welches "Nachrichtenstudio"? Es geht doch nicht um Nachrichtenstudios,
    > sondern um Video-Blogger, "Influenzer", Gamer-Walkthroughs und und und. Und
    > selbst *wenn* jemand es "cool" findet, in sein Nachrichten-Blog aus einem
    > privaten Raum mit Kinopostern zu senden - so what?

    Und bei genau diesem Videoblogger, der sich aus diversen Quellen mit aktuellen Infos versorgt, diese aufbereitet und für seine angepeilte Zielgruppe in ein ansprechendes Nachrichtenformat packt.
    Erkennt dies der allmächtige Wunderkifilter, oder blockt er, auf dass es per Hand und Rücksprache zeitintensiv geklärt wird. Und am Ende kommt es dann raus, wenn es nicht mehr relevant ist, und dessen Zuschauerschaft ab springt und er die (unterstützenden) Werbeeinnahmen verliert.
    Schaden durch Overblocking entstanden.

    Und dieses Spiel jede Folge neu, weil er nicht genug Einnahmen generiert um sich als grosser Journalist "frei zu kaufen".

    So übervorsichrig wie viele Firmen sind, wenn es um eigene Personal- und Geldaufwände geht,
    finde ich die Formulierung
    "in das vordigitale Steinzeitalter zurückgebombt werden"
    gar nicht mal so abwegig.
    Wenn nur noch die grossen Konsortien übrig bleiben, war es das mit der (Meinungs)Freiheit, die uns das Internet gebracht hat.

    Mfg
    ZuWortMelder



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.04.19 12:22 durch ZuWortMelder.

  2. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Trollversteher 03.04.19 - 12:21

    Eben. Genau das wollte ich ja damit sagen.

  3. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Balion 03.04.19 - 12:22

    Es ist von jemanden, aber auch nicht zu viel verlangt dieses Plakat unkenntlich zu machen mittels Videobearbeitung. Wenn ich etwas unbedingt, warum auch immer, mit der Öffentlichkeit teilen will, muss man gewisse Rahmenbedingungen einhalten.

  4. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: /mecki78 03.04.19 - 12:23

    RicoBrassers schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auf der anderen Seite ist es gerade Sinn und Zweck von Filmpostern
    > und/oder bspw. Filmtrailern, die Leute auf bspw. einen Film aufmerksam zu
    > machen (=Werbung), verwende ich jetzt z.B. ein Filmposter für den neuen
    > Marvel-Film, hat Marvel dadurch eher einen finanziellen Gewinn (durch die
    > kostenlose Werbung) als einen finanziellen Schaden (durch einen Einbruch
    > der Verkäufe von Filmpostern).

    Wenn der Urheber des Posters das so sieht, bzw. derjenige der die Verbreitungsrechte am Poster hält, was ja nicht der Urheber sein muss (der kann diese Rechte ja an die Filmfirma abgetreten haben), dann wird er aber doch kaum zu einer Plattform gehen und von dieser Plattform verlangen, dass sie die Verbreitung des Posters unterbindet, oder? Denn grundsätzlich darfst du alles machen, auch mit urheberrechtlich geschützen Material, solange der Urheber damit einverstanden ist. Auch OpenSource Software genießt ja Urheberschutz, dennoch darfst du sie frei verbreiten, weil der Urheber explizit sagt, dass du das tun darfst.

    Genau das ist einer der Vorteile der neuen Richtlinie, die die Leute nicht sehen wollen. Heute muss ich fragen "Woher weiß ich denn, ob der Urheber ein Problem damit hat, dass ich sein Poster verbreite?" Antwort: Kannst du nicht wissen. Und da du es nicht weißt, musst du immer davon ausgehen, dass er damit nicht einverstanden ist, denn verbreitest du es trotzdem und er war nicht einverstanden, dann bist du dran.

    Wenn aber in Zukunft der Urheber kein Problem damit hat, dann wird er von Twitch nicht verlangen, sein Poster zu filtern, folglich wird Twitch hier auch nichts filtern. Er wird sich auch nicht bei Twitch beschweren, wenn er dort sein Material entdeckt, folglich wird Twitch es auch nicht offline nehmen. Und haften wird auch niemand müssen, weder du noch Twitch.

    Wenn er hingegen ein Problem damit hat, dann wird er genau das tun, dann wird Twitch ggf. dein Material filtern oder es zumindest offline nehmen müssen, sobald der Urheber sich darüber beschwert und es danach filtern. Dann muss Twitch ihm noch anbieten, den Inhalt zu lizenzieren, aber wenn er damit nicht einverstanden ist oder man sich nicht auf eine für beide Seite zufriedenstellende Lizenzvereinbarung hat einigen können, gilt das dennoch als erfolgreicher Versuch. Und auch in diesen Fall wirst weder du, noch Twitch haften müssen, da Twitch dann alle Auflagen erfüllt hat, die sie haben erfüllen müssen, um von der Haftung befreit zu werden.

    /Mecki

  5. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Tantalus 03.04.19 - 12:23

    ZuWortMelder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und bei genau diesem Videoblogger, der sich aus diversen Quellen mit
    > aktuellen Infos versorgt, diese aufbereitet und für seine angepeilte
    > Zielgruppe in ein ansprechendes Nachrichtenformat packt.
    > Erkennt dies der allmächtige Wunderkifilter, oder blockt er, auf dass es
    > per Hand und Rücksprache zeitintensiv geklärt wird. Und am Ende kommt es
    > dann raus, wenn es nicht mehr relevant ist, und dessen Zuschauerschaft ab
    > springt und er die (unterstützenden) Werbeeinnahmen verliert.
    > Schaden durch Overblocking entstanden.
    >
    > Und dieses Spiel jede Folge neu, weil er nicht genug Einnahmen generiert um
    > sich als grosser Journalist "frei zu kaufen".
    >
    > So übervorsichrig wie viele Firmen sind, wenn es um eigene Personal- und
    > Geldaufwände sind,
    > finde ich die Formulierung
    > "in das vordigitale Steinzeitalter zurückgebombt werden"
    > gar nicht mal so abwegig.
    > Wenn nur noch die grossen Konsortien übrig bleiben, war es das mit der
    > (Meinungs)Freiheit, die uns das Internet gebracht hat.

    Und genau das ist es, was Leute wie Mecki nicht verstehen (wollen).

    Gruß
    Tantalus

    ___________________________

    Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

  6. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: trapperjohn 03.04.19 - 12:24

    as112 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > *Ich* sehe da eigentlich überhaupt kein Problem, da der Zweck eines Posters
    > es ja gerade ist, (zu Werbezwecken) veröffentlicht zu werden. Das wird
    > genauso unproblematisch sein wie Trailers. Es ist natürlich etwas anderes
    > wenn jemand Filmposter reproduziert und diese selbst als Verkaufsobjekt
    > anbietet, weil es dann wieder ein komplett anderer Verwendungszweck ist
    > (Verkaufsartikel).

    Genau das ist das Problem: *Du* siehst es so. Es ist aber noch lange nicht raus, ob das kommende Gesetz, irgendwelche Richter oder automatische Filtermechanismen das genauso sehen.

    Ein Uploadfilter wird im Zweifel nur ein Filmmotiv erkennen, daraufhin den Uploadinhalt sperren und der Uploader kann sich dann tage/wochenlang mit der Uploadplattform versuchen zu einigen.

    Hier kann man schön sehen, wie das bereits jetzt nicht funktioniert: https://twitter.com/PiratenDD/status/1111572070184427520

  7. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: /mecki78 03.04.19 - 12:28

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und ein Content-Filter wird das auch
    > nicht unterscheiden können.

    Muss er auch nicht. Die Aufgabe eines Content-Filters ist es nicht eine finale Entscheidung zu treffen, sondern nur zu verhindern, dass durch einen sonst automatischen Prozess eine Rechteverletzung eintritt. Wenn ein Content-Filter verhindert, dass eine Plattform dein Material ausspielt, dann hat er damit entweder Recht oder auch nicht, aber in erster Linie geht es mal darum, dass keine Rechte verletzt wurden. Wenn du der Meinung bist, der Filter hat unrecht, dann beschwere dich darüber. Denn natürlich wird YouTube solchen Beschwerden nachgehen, da YouTube ja Interesse daran hat, möglichst viel Material zu verbreiten und wenn sie in so einen Fall der Beschwerde nicht nachgehen, dann werden Nutzer die Inhalte woanders hochladen, wo der Filter besser ist oder wo man Beschwerden nachgeht.

    Außerdem hast du sowieso kein Recht zu verlangen, dass irgendwer auf der Welt deine Inhalte für dich verbreiten muss. Wenn du etwas verbreiten willst, dann steht es dir immer frei es selber zu verbreiten, auf eigene Verantwortung und da ist dann garantiert kein Filter irgendwo, denn hier musst du sowieso immer direkt für alles haften, dass du verbreitest.

    /Mecki

  8. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Trollversteher 03.04.19 - 12:33

    >Es ist von jemanden, aber auch nicht zu viel verlangt dieses Plakat unkenntlich zu machen mittels Videobearbeitung. Wenn ich etwas unbedingt, warum auch immer, mit der Öffentlichkeit teilen will, muss man gewisse Rahmenbedingungen einhalten.

    Ja, das ist in der Tat zuviel verlangt, zB bei Aufnahmen im öffentlichen Raum jedes mögliche Motiv oder Geräusch im Hintergrund auf mögliche Urheberrechtsverletzungen zu prüfen.
    Vor allem weil so etwas im Rahmen journalistischer, künstlerischer oder satirischer Arbeiten ja legal ist. Das kann eine automatisierte Filter-KI aber nicht unterscheiden.

  9. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: suicicoo 03.04.19 - 12:33

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RicoBrassers schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > HIER liegt ja das Problem. ;)
    >
    > Das Problem liegt darin, dass wenn mal etwas zu unrecht verbreitet wurde,
    > der Schaden bereits entstanden und nicht wieder gut zu machen ist. Es
    > hinterher zu sperren begrenzt nur den Schaden, da es weiteren Schaden
    > verhindert, macht aber angerichteten Schaden nicht wieder gut.
    >
    > Wenn hingegen mal etwas zu unrecht gefiltert wurde, dann ist da noch gar
    > kein Schaden entstanden und dann kann man das Material nach einer Prüfung
    > immer noch frei schalten, ohne dass irgendwer einen Schaden hat.
    >
    > Das ist so wie wenn du sagst "Ein Gitter über den Brunnen? Aber dann kann
    > ja eine berechtigte Person vielleicht kein Wasser mehr holen, weil sie
    > keinen Schlüssel zum Gitter hat" Ja, mag sein, aber dann kann sie jemanden
    > fragen, den Brunnen für sei aufzuschließen oder einen Schlüssel beantragen.
    > Dennoch würde doch jeder zustimmen, dass so ein Gitter besser ist als ein
    > offener Brunnen, aus den man ständig Kinder holen darf, die da hinein
    > gefallen sind, oder? Denn irgendwann wird auch ein Kind mal im Brunnen
    > ertrinken und den Schaden kannst du dann nicht wieder gut machen.

    Gitter über den Brunnen?
    Wie wäre es mit Verbrechen verhindern und alle Leute einsperren?
    Leute gibts...

  10. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: ZuWortMelder 03.04.19 - 12:40

    Dann veröffentlicht twitch etwas, weil er (noch)kein Verstoss erkennen konnte, weil dieses Werk nicht hinterlegt ist und dann kommt ein Rechtverwerter/Urheber auf die trollige oder verspätete Idee, danach das Ding zu melden, und zack, spätestens wenn dann der Aufwand einer nachträglichen Klärung entsteht (evtl. nicht gleich beim ersten Mal) , fängt twitch an alles blocken zu lassen, was sie nicht kennen.

    Und bumms, der Grund für den Unmut ist wieder da.

    MfG
    ZuWortMelder

  11. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: /mecki78 03.04.19 - 12:42

    RicoBrassers schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denk bitte mal an diejenigen, die mit YouTube, Twitch & Co. ihren
    > Lebensunterhalt finanzieren.

    Die haben kein Anrecht von YouTube, Twitch & Co überhaupt zu verlangen, dass die deren Inhalte verbreiten müssen. Wenn YouTube dein Video nicht verbreiten will, dann brauchen die dazu keinen Grund. YouTube darf frei entscheiden welche Videos sich verbreiten wollen und welche nicht. Wenn du also so "dämlich" bist und dein Geschäftsmodell darauf aufsetzt, dass du davon abhängig bist, dass andere etwas für dich verbreiten, obwohl du keinerlei Vertrag mit diesen Leuten hat, der dir eine solche Verbreitung zusichert, dann ist das Teil des unternehmerischen Risikos, wenn diese es dann mal nicht verbreiten. Das unternehmerische Risiko muss jeder Unternehmer für sein Unternehmen selber tragen.

    Wenn ich eine Versandhandel betreibe und davon abhängig bin, dass DHL meine Pakete ausliefert und die DHL Fahrer aber im Dauerstreik sind, dann ist das auch mein Problem. Ich hätte ja auch Verträge mit anderen Dienstleistern schließen und dann auf diese ausweichen können. Wenn du etwas gesichert verbreiten willst, dann musst du das selber verbreiten. Dann hohl dir deinen eigenen Webserver und verbreitet dort dein Material. Dort gibt es kein Filter und dort bestimmt auch niemand außer dir, was du dort verbreiten kannst, aber dort haftest du auch unmittelbar immer selber für die Verbreitung.

    > Alleine bei YouTube landen pro Minute über 300 Stunden
    > Videomaterial. Wenn davon auch nur die Hälfte "zu Unrecht gefiltert" wird

    Dann taugt der Filter nichts und dann brauchst du aber laut Richtlinie auch keinen Filter, denn für den Fall, dass es technisch nicht möglich ist sinnvoll zu filtern, kann eine Filterung auch nicht verlangt werden. Steht auch in der Richtlinie. Würdest du die bitte einmal lesen?

    > es fehlt die Balance zwischen Urhebern (bzw. eher Verwertungsgesellschaften),
    > Plattformen und den Nutzern.

    Wo ist bei "Jeder darf jegliches Urheberrecht brechen" bitte die Balance? Entweder haben Urheber das Recht an ihrem Werk oder sie haben es nicht, da gibt es keine "Balance" und wenn sie das Recht haben, dann hast du es nicht und dann darfst du es nicht verbreiten.

    /Mecki

  12. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Trollversteher 03.04.19 - 12:43

    >Muss er auch nicht. Die Aufgabe eines Content-Filters ist es nicht eine finale Entscheidung zu treffen, sondern nur zu verhindern, dass durch einen sonst automatischen Prozess eine Rechteverletzung eintritt. Wenn ein Content-Filter verhindert, dass eine Plattform dein Material ausspielt, dann hat er damit entweder Recht oder auch nicht, aber in erster Linie geht es mal darum, dass keine Rechte verletzt wurden. Wenn du der Meinung bist, der Filter hat unrecht, dann beschwere dich darüber.

    Da bist Du jetzt aber extrem einseitig inkonsequent in Deiner Argumentation. Dem Rechteinhaber ist es also auf keinen Fall zuzumuten, dass geschütztes Material vielleicht mal für ein paar Tage unberechtigt im Netz steht, bis es jemand es sperren lässt, weil Deiner Meinung nach dann ja bereits der Schaden entstanden ist.
    Für denjenigen, der sein Material bei YouTube hochlädt und damit seinen Lebensunterhalt bestreitet wird aber plötzlich die Unschuldsvermutung ausgehebelt und er muss mit (im Gegensatz zum Rechteinhaber) tatsächlich konkreten finanziellen Einbußen rechnen, bis die Lage geklärt ist? Besonders wenn sich die Rechteinhaber, wie in vielen konkreten Beispielen erst mal stur stellen und die Sperrung trotz eindeutiger Lage nicht aufheben, so dass man gezwungen ist gerichtlich dagegen vorzugehen?

    >Denn natürlich wird YouTube solchen Beschwerden nachgehen, da YouTube ja Interesse daran hat, möglichst viel Material zu verbreiten und wenn sie in so einen Fall der Beschwerde nicht nachgehen, dann werden Nutzer die Inhalte woanders hochladen, wo der Filter besser ist oder wo man Beschwerden nachgeht.

    Das ist aber völlig unrealistisch, weil eine solche praktikable Lösung ganz einfach nicht existiert. Es wird also kein "woanders" geben, wo faire Zustände herrschen, weil dieses Gesetz allen in Europa tätigen Plattformen aufgezwungen wird,

    >Außerdem hast du sowieso kein Recht zu verlangen, dass irgendwer auf der Welt deine Inhalte für dich verbreiten muss. Wenn du etwas verbreiten willst, dann steht es dir immer frei es selber zu verbreiten, auf eigene Verantwortung und da ist dann garantiert kein Filter irgendwo, denn hier musst du sowieso immer direkt für alles haften, dass du verbreitest.

    Nein, das steht mir nicht frei, weil für private Inhalte die gleichen Gesetze gelten - und bevor ich selbst mit Abmahnungen überhäuft werde, die ich erst mal juristisch abwehren muss, ist ein Content-Filter noch das kleinere Übel. Und es geht hier auch nicht um mein Recht irgendetwas von YouTube zu verlangen - die führen diese Filter ja nicht freiwillig ein, die werden ja gesetzlich dazu genötigt. Damit ist der freie Markt und die Möglichkeit, einfach zur Konkurrenz zu wechseln ausgehebelt.

  13. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: /mecki78 03.04.19 - 12:47

    ZuWortMelder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann veröffentlicht twitch etwas, weil er (noch)kein Verstoss erkennen
    > konnte, weil dieses Werk nicht hinterlegt ist und dann kommt ein
    > Rechtverwerter/Urheber auf die trollige oder verspätete Idee, danach das
    > Ding zu melden,

    Das ist keine trollige Idee, das ist heute der Normalfall und geltendes Recht. Heute müssen Urhebern auf Plattformen den Uploadern hinterher rennen und nachträglich deren Beiträge sperren lassen, die ihr Material enthalten und zu deren Verbreitung sie keine Erlaubnis gegeben haben. Diesen Fall sieht auch die Richtlinie immer noch vor für Material, wo der Urheber eben nicht im Vorfeld eine Filterung verlangt hat.

    > und zack, spätestens wenn dann der Aufwand einer
    > nachträglichen Klärung entsteht

    Also so wie heute immer, wenn sich der Urheber beschwert, was ja massenweise bei den Plattformen der Fall ist.

    > fängt twitch an alles blocken zu lassen, was sie nicht kennen.

    Dann müssten sie das schon lange tun (siehe oben, das ist heute der Normalfall). Außerdem wie blockiert man etwas, das man nicht kennt? Das geht gar nicht. Da du alles neue nicht kennst, müsstest du dann einfach alles blockieren.

    /Mecki

  14. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: starscream 03.04.19 - 12:55

    In Deutschland ist es sogar schon ein Verstoß gegen das UrhG, wenn du eine Hülle mit Cover - meinetwegen von einer Blu-ray oder einem PS4-Spiel - in die Kamera hälst. Hier kann bereits Schadensersatz eingeklagt werden.

    Gleiches gilt auch für Let's Play-Videos: hat ein Publisher und / oder Entwickler (je nachdem, bei wem die Rechte liegen) nicht explizit zugestimmt, dass Videos mit den Inhalten von Videospielen (Gameplay-Videos) veröffentlich werden dürfen, so handelt es sich auch hier um einen Verstoß gegen das UrhG.

    Beispiel selbstgenerierte Videoinhalte:
    Insbesondere in Deutschland war das UrhG schon extrem restriktiv, wieso es für Deutsche auf YouTube auch ungleich schwieriger ist als für YouTuber in den USA. Hier hätte man sich eine Scheibe von der Fair-Use-Policy abschneiden können. Man darf hier Teile von urheberrechtlich geschütztem Material in seinen eigenen Inhalten wiederverwenden, solange genug erkennbare Eigentleistung in die Kreation einfließt.

    Direkt vorab: Nein, das ist nicht einmal ansatzweise vergleichbar mit dem deutschen Zitatrecht.

    Ich habe den federführenden Politikern bzw. dessen Büros im Rahmen der ganzen Debatte um das Leistungsschutzrecht und Uploadfilter auch genau diesen Vorschlag der Fair-Use-Policy unterbreitet. Aber im Gegensatz zu anderen politischen Themen habe ich in diesem Fall von niemandem auch nur eine Antwort erhalten.

  15. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: ZuWortMelder 03.04.19 - 12:56

    Genau mein reden;
    Wenn dies umgesetzt wird, entsteht ein Chaos durch Overblocking, was nicht hätte sein müssen, da die bisherige Regelung (Achtung; meine Meinung) nicht perfekt aber ordentlich fair ist. Und wie gesagt, die Filter (und deren Umsetzung / verlangtes Können) sind das Problem, nicht die Idee hinter der Verordnung.

    MfG
    ZuWortMelder

  16. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Trollversteher 03.04.19 - 12:56

    >Die haben kein Anrecht von YouTube, Twitch & Co überhaupt zu verlangen, dass die deren Inhalte verbreiten müssen. Wenn YouTube dein Video nicht verbreiten will, dann brauchen die dazu keinen Grund. YouTube darf frei entscheiden welche Videos sich verbreiten wollen und welche nicht. Wenn du also so "dämlich" bist und dein Geschäftsmodell darauf aufsetzt, dass du davon abhängig bist, dass andere etwas für dich verbreiten, obwohl du keinerlei Vertrag mit diesen Leuten hat, der dir eine solche Verbreitung zusichert, dann ist das Teil des unternehmerischen Risikos, wenn diese es dann mal nicht verbreiten. Das unternehmerische Risiko muss jeder Unternehmer für sein Unternehmen selber tragen.

    Ach bitte, diese Argumentation ist doch wirklich völlig daneben. Es handelt sich hier um YouTubes Geschäftsmodell, welches genau solche Angebote weltweit aktiv fördert - und YouTube entscheidet sich nicht freiwillig dazu, sich ins eigene Fleisch zu schneiden und sein eigenes Geschäftsmodell zu torpedieren, sondern es wird vom Gesetzgeber dazu gezwungen. Das ist ein politischer Prozess und damit ist es das Recht eines jeden Bürgers, dagegen zu protestieren und bei der nächsten Wahl den Verantwortlichen einen Denkzettel dafür zu verpassen.

    >Wenn ich eine Versandhandel betreibe und davon abhängig bin, dass DHL meine Pakete ausliefert und die DHL Fahrer aber im Dauerstreik sind, dann ist das auch mein Problem. Ich hätte ja auch Verträge mit anderen Dienstleistern schließen und dann auf diese ausweichen können. Wenn du etwas gesichert verbreiten willst, dann musst du das selber verbreiten. Dann hohl dir deinen eigenen Webserver und verbreitet dort dein Material. Dort gibt es kein Filter und dort bestimmt auch niemand außer dir, was du dort verbreiten kannst, aber dort haftest du auch unmittelbar immer selber für die Verbreitung.

    Wieder ein extrem schlechtes Beispiel. Um es korrekt zu gestalten müssten *alle* Paketdienste im Land gesetzlich zum Streik gezwungen worden sein. Und dann gibt es eben keine Konkurrenz mehr, zu der man wechseln kann.

    >Dann taugt der Filter nichts und dann brauchst du aber laut Richtlinie auch keinen Filter, denn für den Fall, dass es technisch nicht möglich ist sinnvoll zu filtern, kann eine Filterung auch nicht verlangt werden. Steht auch in der Richtlinie. Würdest du die bitte einmal lesen?

    In der Richtlinie werden Contentplattformen dazu aufgefordert "alles ihnen Mögliche zu tun, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern." Diese schwammige Formulierung beinhaltet keinerlei Aufforderung dazu, diese Filter gerecht zu gestalten oder das ungerechtfertigte Sperren von Inhalten zu vermeiden. Damit erfüllt auch ein solcher Filter, der die Hälfte des Contents unberechtigt sperrt die Richtlinie.

    >Wo ist bei "Jeder darf jegliches Urheberrecht brechen" bitte die Balance?

    Wer hat das denn bitte gefordert? Oder wo ist das juristische Praxis?
    Das ist doch ein reines "Strohmann Argument"...

    >Entweder haben Urheber das Recht an ihrem Werk oder sie haben es nicht, da gibt es keine "Balance" und wenn sie das Recht haben, dann hast du es nicht und dann darfst du es nicht verbreiten.

    Da sagt ja niemand etwas gegen, aber umgekehrt sollten Rechteverwerter auch nicht auf reinen Verdacht prophylaktisch Inhalte sperren können, für die sie keinerlei Rechte besitzen. Und genau das wird durch die Gesetzesänderung passieren (und so ist es im Falle der GEMA auch schon seit je her gelebte Praxis).

  17. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: suicicoo 03.04.19 - 12:56

    und Du glaubst nicht, daß genau dieses so passieren wird?

  18. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: forenuser 03.04.19 - 12:57

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    (...)

    > >*Hier geht ja immer um die reine Wahrheit, um die Nachrichten, welche uns
    > das GEZ-TV und die Printmedien vorenthalten wird.
    >
    > Au Backe, war der Aluhut-Unsinn jetzt wirklich nötig?

    Oh, dieser Aluthut-Unsinn ist nicht von mir...

    https://forum.golem.de/kommentare/wirtschaft/uploadfilter-twitch-erwaegt-ausschluss-von-eu-nutzern/andere-firmen-sollten-nachziehen/125241,5339604,5339658,read.html#msg-5339658

    --
    Für Computerforen: Ich nutze RISC OS - und wünsch' es bleibt auch so.
    Für Mob.-Tel.-Foren: Ich nutze <del>Windows 10 Mobile</del> iOS - und bin froh, dass es kein Android ist. Aber es ist leider auch kein Windows 10 Mobile oder gar webOS.

  19. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: Trollversteher 03.04.19 - 13:02

    >Oh, dieser Aluthut-Unsinn ist nicht von mir...

    >https://forum.golem.de/kommentare/wirtschaft/uploadfilter-twitch-erwaegt-ausschluss-von-eu->nutzern/andere-firmen-sollten-nachziehen/125241,5339604,5339658,read.html#msg-5339658

    Ups, dann sorry dafür, aber vielleicht hättest Du es dann auch besser als Zitat kennzeichnen (oder direkt unter dem betreffenden Beitrag äußern) sollen, so war das leider nicht zu erkennen, von dem die Aussage stammt, ich lese zwar meistens den betreffenden Thread durch, bevor ich antworte aber die gesamte Diskussion unter einem Artikel hab ich dann auch nicht im Kopf ;-)

  20. Re: mal eine nicht ganz einfache Frage:

    Autor: /mecki78 03.04.19 - 13:03

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dem Rechteinhaber ist es also auf keinen Fall zuzumuten,
    > dass geschütztes Material vielleicht mal für ein paar Tage unberechtigt im
    > Netz steht, bis es jemand es sperren lässt, weil Deiner Meinung nach dann
    > ja bereits der Schaden entstanden ist.

    Richtig. Zum einen ist es für den Rechteinhaber nicht zumutbar überhaupt das gesamte Internet 24 Stunden am Tag überwachen zu müssen, ob dort irgendwer seine Rechte verletzt, zum anderen ist mit jedem Download einmal sein Recht verletzt worden und wie soll er dafür entschädigt werden?

    Dann müsste man anonyme Uploads abschaffen, alle Nutzer müssen mit echten Namen posten, die Plattformen müssten die echten Postanschriften der Nutzer kennen und die Uploader würden dann jeweils direkt vor Gericht gezerrt von den Urhebern, das wäre eine Alternative gewesen, die gekommen wäre, wenn die Richtlinie nicht gekommen wäre:

    https://www.golem.de/news/illegale-youtube-uploads-eugh-soll-ueber-herausgabe-aller-nutzerdaten-entscheiden-1902-139544.html

    > Für denjenigen, der sein Material bei YouTube hochlädt und damit seinen
    > Lebensunterhalt bestreitet wird aber plötzlich die Unschuldsvermutung
    > ausgehebelt

    Nein, wird sie nicht. Es wird ja nicht grundsätzlich alles Material von ihm als Verstoß gesehen, sondern nur das Material, indem ein Verstoß festgestellt wurde. Solange bis so ein Verstoß erkannt wurde gilt das Material als unbedenklich. Eine Umkehrung der Unschuldsvermutung wäre, wenn das Material grundsätzlich als bedenklich gilt, bis das Gegenteil beweisen wurde, aber das ist ja zu keinem Zeitpunkt der Fall. Es war unbedenklich und dann wurde ein Verstoß erkannt und daher wird das Material erst einmal nicht verbreitet.

    > und er muss mit (im Gegensatz zum Rechteinhaber) tatsächlich
    > konkreten finanziellen Einbußen rechnen, bis die Lage geklärt ist?

    Das nennt man unternehmerisches Risiko. Wenn du dein Unternehmen darauf basierst, dass eine Internet Plattform Dinge für dich verbreitet, wozu sie aber gar nicht verpflichtet ist und du auch keinen Vertrag mit dieser Plattform hast, der dir eine Rechtsgrundlage gibt so eine Verbreitung verlangen zu können, sprich, du nur "darauf hoffst", dass sie das tut, dann ist das dein Problem als Unternehmer, wenn sie es dann mal nicht tut.

    Siehe auch:
    https://forum.golem.de/kommentare/wirtschaft/uploadfilter-twitch-erwaegt-ausschluss-von-eu-nutzern/mal-eine-nicht-ganz-einfache-frage/125241,5339639,5339850,read.html#msg-5339850

    > Das ist aber völlig unrealistisch, weil eine solche praktikable Lösung ganz
    > einfach nicht existiert.

    Dann wird sie auch nicht verlangt. Ließ doch bitte mal die Richtlinie! Da steht explizit, dass eine Filterung nur dann überhaupt verlangt werden kann, wenn sie technisch machbar und effektiv wäre, ansonsten entfällt dieser Punkt aus den 3 Anforderungen.

    > Nein, das steht mir nicht frei,

    Doch, tut es. Miete einen Webserver und verbreite was du willst. Da ist kein Filter und niemand bestimmt was verbreitet wird außer dir. Natürlich haftest du dann auch für jegliche Verbreitung, aber du du ja meinst im Recht zu sein, was soll dir groß passieren? Wenn du aber schon meinst dich hinter einer Plattform "verstecken" zu müssen, dann scheinst du ja sogar zu wissen, dass das was du tust eigentlich unrecht ist. Unternehmen, die ihre Einkommen aus Unrecht beziehen sind nicht schützenswert.

    /Mecki

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Golem retro_ Am 9.9.1999 kam in den USA mit der Sega Dreamcast die letzte Spielkonsole der 90er Jahre auf den Markt. Es sollte auch die letzte Spielkonsole von Sega werden. Aber das wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Von Martin Wolf


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    Von Tarek Barkouni

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