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IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

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  1. IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: Trockenobst 02.05.19 - 14:59

    Deswegen verliere ich nach ca. 24 Monaten immer wieder Leute, die in voller Panik sind das da die Rentenkasse anruft.

    Seit einiger Zeit bekomme ich viele Angebote, die verlangen das man sich entweder über Arbeitnehmerüberlassung anbietet oder Selbstständig ist. Freelancer sind raus.

    Ab 60.000 Gewinn braucht man in beiden Fällen eine doppelte Buchführung, deswegen gibt man sich da nichts wenn man richtig Geld verdient. Ohne Buchhalter würde ich gerade bei Abschreibungen, Eigenkrediten und anderem Zeug auch nicht mehr arbeiten wollen.

    Die Gewerbesteuer kann man praktisch auf Null senken, wenn man dafür sorgt dass die Kohle arbeitet und nicht als Gewinn liegen bleibt.

  2. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: sigb0y 02.05.19 - 15:16

    Sehe das ebenfalls so, dass immer mehr Kunden wegen Scheinselbständigkeit eine Festanstellung in einer Kapitalgesellschaft fordern oder man gleich eine ANÜ annehmen soll. Da braucht man dann nicht mehr Selbstständig sein, alle Vorteile sind verloren, gepaart mit jede Menge Nachteile. Eine schleichende und auch schreckliche Entwicklung ist das gerade.

  3. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: LoudHoward 02.05.19 - 15:41

    Sehe ich nicht so, einfach richtig machen ist die Devise, wenn Firmen einen Zwingen du hast dann und dann da zu sein, oder gleich das volle Programm der eigenen Firma aufhalsen, (E-Mail Adresse, fester Arbeitsplatz usw.) ist das so dass man eben ein Anruf bekommt.

    Man holt sich Freelancer ins Haus weil sie Freelancer sind, sie sind ein eigenes Unternehmen und brauchen keine Mailadresse im Haus, und sollen sich auch nicht mit Firmenname am Telefon melden. Viele Unternehmen scheinen das nicht ganz zu verstehen.

  4. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: Trockenobst 02.05.19 - 15:48

    LoudHoward schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man holt sich Freelancer ins Haus weil sie Freelancer sind, sie sind ein
    > eigenes Unternehmen und brauchen keine Mailadresse im Haus

    Ich habe die letzten Jahre nur bei Firmen gearbeitet, die sehr viel Wert darauf legen dass du nicht mit den selben internen Leuten sitzt, jeden Sprint neu deine Anwesendheit aushandelst und auch große Freiräume beim Remote Work hast.

    Du bekommst logischerweise deine Firmen-Email für interne Kommunikation, manchmal auch einen Firmenlaptop wegen VPN/Security und ähnliches, aber ich werde schon anders behandelt als Interne.

    Das einige Firmen nicht begriffen haben dass ich ein externer bin und bleiben möchte, habe ich bisher nur von Erzählungen gehört. Wenn man dem externen eine interne Visitenkarte gibt, hat man praktisch schon die Scheinselbständigkeit erreicht. Bei großen Firmen wäre das ein viel zu großes Risiko.

  5. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: LoudHoward 02.05.19 - 15:52

    Seit 3 Jahren bin ich wieder in eine Firma gerutscht wo ich als Selbständiger akzeptiert werde, in Dänemark war es am schlimmsten, kaum was gezahlt und dafür versklavt.

    Leider brauchte ich das Geld, aber die Gesetze sind ähnlich, nur dass ich hätte alles nachzahlen dürfen und nicht der Auftraggeber.

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LoudHoward schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Man holt sich Freelancer ins Haus weil sie Freelancer sind, sie sind ein
    > > eigenes Unternehmen und brauchen keine Mailadresse im Haus
    >
    > Ich habe die letzten Jahre nur bei Firmen gearbeitet, die sehr viel Wert
    > darauf legen dass du nicht mit den selben internen Leuten sitzt, jeden
    > Sprint neu deine Anwesendheit aushandelst und auch große Freiräume beim
    > Remote Work hast.
    >
    > Du bekommst logischerweise deine Firmen-Email für interne Kommunikation,
    > manchmal auch einen Firmenlaptop wegen VPN/Security und ähnliches, aber ich
    > werde schon anders behandelt als Interne.
    >
    > Das einige Firmen nicht begriffen haben dass ich ein externer bin und
    > bleiben möchte, habe ich bisher nur von Erzählungen gehört. Wenn man dem
    > externen eine interne Visitenkarte gibt, hat man praktisch schon die
    > Scheinselbständigkeit erreicht. Bei großen Firmen wäre das ein viel zu
    > großes Risiko.

  6. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: sigb0y 02.05.19 - 16:58

    Tja und ich hatte nur DAX Unternehmen (Auto, Versicherung, Banken) als Kunden und diese bestanden auf permanente Anwesenheit vor Ort (O‘Ton: Er hat seine Schäfchen gerne um sich). Ich bekam jedes Mal einen Firmen Laptop aufs Auge gedrückt welcher verpflichtend war wegen VPN da man keinen offenen Zugang auf Nexus und Git haben wolle. Auch Jira und Confluence war ansonsten nicht erreichbar. Remote arbeiten höchstens am Freitag und auch nur weil die Angestellten an diesem Tag immer gerne Überstunden abbauten.

  7. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: ML82 02.05.19 - 17:48

    letzteres ist recht kontrovers, nen remote zum überstundenabbauen?

  8. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: Geistesgegenwart 02.05.19 - 20:56

    sigb0y schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tja und ich hatte nur DAX Unternehmen (Auto, Versicherung, Banken) als
    > Kunden und diese bestanden auf permanente Anwesenheit vor Ort (O‘Ton:
    > Er hat seine Schäfchen gerne um sich). Ich bekam jedes Mal einen Firmen
    > Laptop aufs Auge gedrückt welcher verpflichtend war wegen VPN da man keinen
    > offenen Zugang auf Nexus und Git haben wolle. Auch Jira und Confluence war
    > ansonsten nicht erreichbar. Remote arbeiten höchstens am Freitag und auch
    > nur weil die Angestellten an diesem Tag immer gerne Überstunden abbauten.

    Kann ich bestätigen, auch als Freiberufler in diversen Firmen zum Scheinselbstständigen degradiert worden. Habe aber nachdem ich auch in mehreren kleinen bis mittleren Buden war, gemerkt: In so großen Konzernen arbeiten idR Leute die sowieso nicht mehr Motiviert sind und nur auf die Rente warten. Für die heist "Remote" quasi "Nichtstun". Deswegen ist das dort verpönt, weil Remote gar nichts mehr läuft. In kleineren Firmen wo dem Mitarbeiter vertraut wird ist das oft weniger ein Problem.

  9. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: dura 02.05.19 - 21:20

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Seit einiger Zeit bekomme ich viele Angebote, die verlangen das man sich
    > entweder über Arbeitnehmerüberlassung anbietet oder Selbstständig ist.
    > Freelancer sind raus.

    Was natürlich an sich schon ein Witz ist, da die Scheinselbstständigkeit ja nicht auf Freiberufler begrenzt ist. Inzwischen gilt das ja sogar bei Kapitalgesellschaften, sog. 1-Mann-GmbH.
    Aber das wissen viele nicht oder verdrängen es.
    Und ANÜ, naja, das macht für einen selbstständigen ja eher wenig Sinn.

  10. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: sodom1234 03.05.19 - 03:46

    Ja die klassischen Firmen wo die Chefs nicht rechnen müssen wie teuer es wirklich wird sondern einfach nur das Projektkosten (aka Freiberufler AnÜ) ja viel einfach bewilligt werden als Personalkosten..da engagiere ich doch viel lieber Freiberufler als das ich mir so ein unkündbaren Mitarbeiter ins Haus hole.

    Ich kenne 7 Freiberufler .. und 5 sind von denen Scheinselbstständig. Die arbeiten teilweise seid 20 Jahren ausschließlich für den gleichen Laden und leiten sogar eigene Teams aus Mitarbeitern.

    Ist natürlich scheiße das man den schwarzen Peter wieder deinen kleinen Leuten unterschiebt, es wird aber echt Zeit das man da aufräumt und den Firmen mal mehr auf die Finger klopft.

  11. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: Bruto 03.05.19 - 10:53

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Gewerbesteuer kann man praktisch auf Null senken, wenn man dafür sorgt
    > dass die Kohle arbeitet und nicht als Gewinn liegen bleibt.

    Mal ganz dumm gefragt: wenn ich Gewinne investiere, dann erziele ich damit ja (meist) noch mehr Gewinne. Schiebt man damit die Besteuerung nicht nur auf?

  12. Stimmt so nicht.

    Autor: Berlinlowa 03.05.19 - 11:28

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >[..]
    > Seit einiger Zeit bekomme ich viele Angebote, die verlangen das man sich
    > entweder über Arbeitnehmerüberlassung anbietet oder Selbstständig ist.
    > Freelancer sind raus.

    "Selbstständig" und "Freelancer" sind ja beides keine gängigen Begriffe in Gesetzestexten, da gibt es Freiberufler und Gewerbe-Treibende, so wie im Artikel beschrieben.
    In meiner Wahrnehmung sind "Selbstständige" und "Freelancer"beides das Gleiche. Ich hab zwar eine Vermutung, was Du meinst, würde Dich aber mal bitten, den Unterschied zu erklären.

    > Ab 60.000 Gewinn braucht man in beiden Fällen eine doppelte Buchführung

    Auch hier glänzt eher das Halbwissen. Du schreibst "doppelte Buchführung" - aber Du meinst wahrscheinlich Bilanzierung.

    Hier gelten seit 2016 neue Grenzen. Die alten wurden nach § 141 AO und § 241a HGB um jeweils 20 % angehoben.
    Du muss als Einzelperson erst bilanzieren, solange
    - der Jahresumsatz 600.000 Euro (bislang: 500.000 Euro) _UND_
    - der Jahresgewinn 60.000 Euro (bislang: 50.000 Euro) übersteigen
    Und zwar an zwei aufeinander folgenden Jahren.

    Wer soviel verdient, der arbeitet Du jetzt sicher, hat eh einen Steuerberater und kann sich die Beteiligung hier im Forum aus Zeitgründen schenken....

  13. Re: Stimmt so nicht.

    Autor: kevla 03.05.19 - 13:53

    Berlinlowa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Trockenobst schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >[..]
    > > Seit einiger Zeit bekomme ich viele Angebote, die verlangen das man sich
    > > entweder über Arbeitnehmerüberlassung anbietet oder Selbstständig ist.
    > > Freelancer sind raus.
    >
    > "Selbstständig" und "Freelancer" sind ja beides keine gängigen Begriffe in
    > Gesetzestexten, da gibt es Freiberufler und Gewerbe-Treibende, so wie im
    > Artikel beschrieben.
    > In meiner Wahrnehmung sind "Selbstständige" und "Freelancer"beides das
    > Gleiche. Ich hab zwar eine Vermutung, was Du meinst, würde Dich aber mal
    > bitten, den Unterschied zu erklären.

    Im Grunde genommen hast Du recht, es ist nur genau umgekehrt. Laut Einkommensteuer gibt es die Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Und zu denen gehören unter anderem die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. §18 EStG. Freelancer gibt es nicht.

  14. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: Trockenobst 03.05.19 - 14:05

    Bruto schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal ganz dumm gefragt: wenn ich Gewinne investiere, dann erziele ich damit
    > ja (meist) noch mehr Gewinne. Schiebt man damit die Besteuerung nicht nur
    > auf?

    So wie Amazon, Ja. Investieren weil es keinen Sinn macht, das Geld als Steuer abzuführen, also werden neue Branchen aufgerissen. Steuern können dann deine Erben zahlen ;)

  15. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: sigb0y 03.05.19 - 23:57

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > letzteres ist recht kontrovers, nen remote zum überstundenabbauen?

    Nun die Angestellten waren Freitags nie vor Ort, machten „Remote“ Arbeit. Seltsamerweise sammelten die jede Woche Überstunden an, obwohl sie pünktlich Feierabend machten. . Jeder wusste dass die Leute Freitags nichts machen, teils verabschiedeten die sich schon Donnerstag Nachmittag ins Wochenende. Klar dass man als Externer nicht kommen braucht an dem Tag. Konzern eben...

  16. Re: IT-Freiberufler sind nicht mehr so gerne gesehen

    Autor: Trockenobst 05.05.19 - 16:17

    dura schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nicht auf Freiberufler begrenzt ist. Inzwischen gilt das ja sogar bei
    > Kapitalgesellschaften, sog. 1-Mann-GmbH.

    Der Vorteil der GmbH ist jedoch, dass man ggf. mal einen Studenten für 6 Monate irgendein Seitenprojekt mitmachen lassen kann. Das habe ich auch mal gemacht, und das war der Auftraggeber egal, da er ja mit der Firma (und nicht mir dem Freelancer) einen Vertrag hatte.

    Dann bist du für Jahre aus der Betrachtung der Scheinselbstständigkeit raus.
    Ich habe auch sehr gut gepflegte LinkedIn/Xing Profile und gehe auch regelmäßig auf Meetings für andere Projekte.

    Man kennt die Regeln wie man sich zu verhalten hat und dann muss man das auch Leben.
    Wer natürlich einfach nur einen zugewiesenen Tisch und Visitenkarte des Unternehmens annimmt, nunja.

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