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So ein Scheiß.

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  1. So ein Scheiß.

    Autor: gadthrawn 07.05.19 - 09:18

    Mich stört beim aktuellen Visual Studio schon, dass es zu viel online nachlädt und die Offlineinstallation extrem verkompliziert wurde.

    Wenn ich unterwegs entwickel tue ich das mit einem ... Laptop.
    Ich brauche zum einen ein großes Display auf dem ich ausreichend Informationen sehe.
    Und eine vernünftige Tastatur.
    Online ist da nur ein Nachteil. Ich brauche weiter den Laptop, mache mich nur von einem vorhandenen Dienst abhängig und hab Probleme wenn gerade eine schlechte Onlineverbindung da ist.

    Mag einem hippen Onlinejünger nicht verständlich sein - aber wenn man mal eine Altsoftware wartet und ein Altprojekt erst mal updaten soll um es mit einer aktuellen IDE bearbeiten zu können hat man extrem viele Änderungen. Dann möchte man ein Altsystem zur Wartung aufsetzen.

    Geschäftscode online zu halten sehe ich eher als Horror.

  2. Re: So ein Scheiß.

    Autor: Trollversteher 07.05.19 - 10:07

    Naja, bisher ist es nur eine Online Version von Visual Studio *Code* (und nicht Visual Studio), als *zusätzliches* Angebot zum offline Editor. Davon, dass der Code-Editor oder gar das komplette VisualStudio durch eine Webanwendung ersetzt werden sollte, war ja keine Rede.
    Von daher kannst Du den "hippen Online-Jüngern" einfach ihre "hippe Webandwendung" gönnen, ohne Angst zu haben, dass man Dir Dein VisualStudio wegnimmt und ins Web stellt ;-)

  3. Re: So ein Scheiß.

    Autor: Schlitzauge 07.05.19 - 12:45

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mich stört beim aktuellen Visual Studio schon, dass es zu viel online
    > nachlädt und die Offlineinstallation extrem verkompliziert wurde.
    >
    > Wenn ich unterwegs entwickel tue ich das mit einem ... Laptop.
    > Ich brauche zum einen ein großes Display auf dem ich ausreichend
    > Informationen sehe.
    > Und eine vernünftige Tastatur.
    > Online ist da nur ein Nachteil. Ich brauche weiter den Laptop, mache mich
    > nur von einem vorhandenen Dienst abhängig und hab Probleme wenn gerade eine
    > schlechte Onlineverbindung da ist.
    >
    > Mag einem hippen Onlinejünger nicht verständlich sein - aber wenn man mal
    > eine Altsoftware wartet und ein Altprojekt erst mal updaten soll um es mit
    > einer aktuellen IDE bearbeiten zu können hat man extrem viele Änderungen.
    > Dann möchte man ein Altsystem zur Wartung aufsetzen.
    >
    > Geschäftscode online zu halten sehe ich eher als Horror.

    Gerade aus Deinen genannten Gründen, wäre eine letzte Migration wohl ein Grund mehr für den neuen Cloud-Zug der Entwicklung.

    1.) Nachgeladene Abhängigkeiten und ladbare Extensions wird es weiterhin geben, nur braucht Dich das nicht mehr interessieren. Läuft alles online im Hintergrund, während Du mal nicht arbeitest oder schläfst, ebenso Bugreports, Bugpflege und Wartung der IDE und Runtime Environment.

    2.) Bestehende Projekte müssen zwangsweise auf neuere Versionen der IDE migriert werdeb, worum sich auch Microsoft kümmert. Sollte was nicht funktionieren, hat man Microsoft als Support INKL.

    3.) Visual Studio, Visual Studio Code und Powershell mit den Remote Exentions gibt es für die lokale Offline-Entwicklung-/Ausführung auch weiterhin und dank GitHub, lässt sich auch jederzeit ein gewünschter Versionsstand offline bereitstellen oder aber auch bestehende Offline-Projekte dorthin importieren.

    4.) Seien wir mal ehrlich. Man ist immer von mind. einem Anbieter/Entwickler abhängig. Ob das die eigene IDE, IDE-Tools, Kompiler, Build-Tools, Frameworks oder Libs sind. All das entwickelt nicht Ihr/ich/wir, sondern andere. Auch wenn man vieles rein offline und lokal installieren kann, ist man dennoch was Feature-Umfang und Sicherheitsfixes angeht, auf das Wohlwollen der Entwickler und Maintainer angewiesen. From Scratch einfach alles selbst zu machen, macht in Wirklichkeit niemand mehr. Vlt. mal zum Ausprobieren und Basteln. Zur Analogie der OS-Frage: selbst den Linux-Kernel bekommt man vorgesetzt. Fixes steuert meist nicht der Endanwender bei, sondern Kernel-Hacker/Torvalds und Distri-Maintainer. Selbst wer Gentoo verwendet, kompiliert letztendlich auch nur gezogene Sourcen von Software-Projekten. Sagen wir dazu einfach eine "ausführliche Installation, inkl. Kompilierung". Die Konfigurations-/Customization-/Anpassungsmöglichkeiten hier werden in gesponnenen 5 Sigma aller Fälle auch nur jene sein, die die Entickler der Tools vorgesehen haben. An High- oder gar Low-Level-Eingriffen trauen sich die Wenigsten heran und wenn, nur für Fehlersuche und Bugreports. Die Fixes reichen dann die Entwickler der Lösungen oder irgendwelche "forensischen" Sicherheitsforscher ein. Wer aber Anwendungen für den Eigenbedarf oder Endanwender, zu großen Teilen auch für B2B-Kunden entwickelt, wird sich damit nicht herumplagen, da diesen Overhead kaum ein Unternehmen mit bezahlen wird. Wie gesagt, Entwickler von Sicherheitslösungen, Industrieanlagen, Produktionsrobotern, allg. Entwicklern von Lösungen für kritische Infrastrukturen und OS-Entwicklern jetzt mal außen vor. Und Admins sind nicht gleich mit Entwicklern gleichzusetzen. Admins sind letztendlich meist auch nur Anwender von Lösungen der Entwickler.

    5.) Seit wie vielen Jahren gibt es nun Container-Lösungen? LXC, API-Layer (z.B. Wine), Docker, Snap, Flatpack, (viel früher schon) ThinApp, Cameyo, Evalaze, WSL, Hypervisoren bis hin zu ganzen VM's?
    Es gibt mMn für so gut wie alles bereits - auch kostenlose - Lösungen, Alt-Software in Container zu verpacken und diese darüber zu betreiben und zu warten. Wer das immer noch nicht angeht, hat schlicht die letzten Jahre verschlafen.

    Man sollte schon mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit.
    Es gibt sehr viele - funktionierende - Möglichkeiten, sich durch Downloads und genannter Lösungen, weitestgehend von Cloud-Anbietern unabhängig zu machen. Solange man Internet hat, wäre man schön blöd, von diesen Möglichkeiten keinen Gebrauch zu machen.

  4. Re: So ein Scheiß.

    Autor: gadthrawn 07.05.19 - 12:50

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, bisher ist es nur eine Online Version von Visual Studio *Code* (und
    > nicht Visual Studio), als *zusätzliches* Angebot zum offline Editor. Davon,
    > dass der Code-Editor oder gar das komplette VisualStudio durch eine
    > Webanwendung ersetzt werden sollte, war ja keine Rede.
    > Von daher kannst Du den "hippen Online-Jüngern" einfach ihre "hippe
    > Webandwendung" gönnen, ohne Angst zu haben, dass man Dir Dein VisualStudio
    > wegnimmt und ins Web stellt ;-)

    Ist doch nur ein weiterer Schritt in die Richtung. Ala Online-Office etc.pp.

    Mal probiert in Android Studio ein nur ein Jahr altes Projekt 1:1 auf einem neuen Rechner zu starten? Ohne Onlineverbindung kommen nach Einrichtung von Android Studio selbst bei neuen Projekten nur Fehlermeldungen beim Kompilieren, mit wird eine neue, andere Buildumgebung eingerichtet. So einen Quatsch kann man machen wenn man nie etwas altes pflegen muss.

  5. Re: So ein Scheiß.

    Autor: MrTridac 07.05.19 - 13:24

    Schlitzauge schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 2.) Bestehende Projekte müssen zwangsweise auf neuere Versionen der IDE
    > migriert werdeb, worum sich auch Microsoft kümmert.

    In der echten Welt hat man oft nicht die Möglichkeit bestehende Projekte zu migrieren. Man ist gezwungen mit alten Compilern, alten Bibiotheken und alten Betriebsystemen zu arbeiten.
    Warum? Weil gierige Manager nicht bereit sind neue Technik einzukaufen, wenn die Alte noch funktioniert.
    Ich zum beispiel, habe unter anderem eine Windows NT Maschine auf meinem Tisch, die in irgendeinem Prüfautomaten in unserer Fertigung eine Spezialhardware steuert, deren Hersteller seit Jahren nicht mehr existiert. Daher gibt's auch keine Updates.

    Ich will Dich sehen, wie Du mit einem Web-VS oder auch nur mit einer aktuellen Version von VS eine NT kompatible DLL kompilierst, die von irgendeinem 16bit Programm geladen wird, auf das Du keinen Einfluss hast.

    > 4.) Seien wir mal ehrlich. Man ist immer von mind. einem
    > Anbieter/Entwickler abhängig. Ob das die eigene IDE, IDE-Tools, Kompiler,
    > Build-Tools, Frameworks oder Libs sind.

    Es ist ein Unterschied, ob ich einen Open-Source Compiler (GCC) mit einer offiziellen Standardbibliothek benutze, oder einen proprietären Compiler mit ebenso proprietären Bibliotheken.

    > Man sollte schon mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit.

    Wie gesagt. Die Realität sieht anders aus. In den meisten Projekten bekommt man gesagt was man darf und was nicht. Da kann man nicht mal eben so irgendeine fancy API oder newfangled Container-Wrapper-VM-hastenichtgesehen Lib einsetzen.

  6. Re: So ein Scheiß.

    Autor: FreiGeistler 08.05.19 - 07:01

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [...]
    > Mag einem hippen Onlinejünger nicht verständlich sein - aber wenn man mal
    > eine Altsoftware wartet und ein Altprojekt erst mal updaten soll um es mit
    > einer aktuellen IDE bearbeiten zu können hat man extrem viele Änderungen.
    > Dann möchte man ein Altsystem zur Wartung aufsetzen.
    >
    > Geschäftscode online zu halten sehe ich eher als Horror.

    Neue Entwickler sind bei MS scheinbar grösstenteils Studienabgänger...

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