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Man könnte auch direkt das Interview mit Zimmermann über Anno 1800 lesen...

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  1. Man könnte auch direkt das Interview mit Zimmermann über Anno 1800 lesen...

    Autor: check0790 08.05.19 - 10:49

    https://www.br.de/nachrichten/kultur/anno-1800-game-kolonialismus-computerspiel,RPJmKG9

    Bestes Zitat daraus, wie ich finde:
    "Was ich fordern würde, anstatt mit erhobenem Zeigefinger an die Entwickler heranzutreten, wäre, dass der Geschichtsunterricht in der Schule erweitert wird. Derzeit wird er ja tendenziell immer weiter gekürzt. Dass da genügend Zeit eingeräumt wird, um mit diesem neuen Medium zu arbeiten und am Computerspiel Medienkompetenz zu schulen. Damit diejenigen, die das Spiel spielen, mit so einem Spiel wie "Anno" Spaß haben und auch diese geruhsame Simulation spielen können, aber eben nicht daraus ableiten, dass das eine exakte Darstellung einer historischen Epoche ist. Dass das auch keine exakte Beschreibung oder eine exakte Wirtschaftssimulation ist, die sich so auf die reale Welt übertragen lässt."

  2. Re: Man könnte auch direkt das Interview mit Zimmermann über Anno 1800 lesen...

    Autor: karlgustav 12.05.19 - 00:00

    Na das hört sich ja schon gleich ganz anders an, als das Zitat im Golem Artikel, wonach eigentlich nur noch Professoren und Geschichts-Lehrer solcherlei Kompetenz hätten:

    "Professor Jürgen Zimmerer, Experte für Kolonialgeschichte, hält diese Umschreibung der Geschichte für bedenklich. "Ich finde das hochproblematisch. Dadurch, dass Anno 1800 als historische Simulation daherkommt, erhebt es ja den Anspruch, die Geschichte abzubilden. Das heißt: Gerade die Spieler, die nicht zufällig Geschichte studieren oder nicht Geschichtslehrer sind, vermuten ja, dass das damals so war. "

    Was ist mit den Spielern, die in der Schule nicht geschlafen haben? Ich sehe auch nicht so sehr die direkte Notwendigkeit im Geschichtsunterricht "am Computerspiel Medienkompetenz zu schulen". In diesem Fall würde es ja schon reichen, das Thema zu behandeln und in den Köpfen der Schüler zu verankern. Klar gehört auch Medienkompetenz gelehrt. Gern auch im Elternhaus, Schule kann nicht alles richten und konnte sie auch noch nie.
    Der Punkt an dem ich mich störe ist, dass durch solcherlei Beiträge dem Spieler als solchem kritisches Denken pauschal abgesprochen wird (außer er sei Professor oder Lehrer der richtigen Fachrichtung, Sport- und Mathelehrer haben es da wohl schon wieder schwerer mit dem Spiel umzugehen). Jedenfalls: Was ist aus der Idee des mündigen Bürgers geworden? Haben wir komplett das Vertrauen in unsere eigene Fähigkeit Widersprüche zu erkennen und damit umzugehen verloren? Trauen wir uns oder unseren Mitmenschen nicht mehr zu unterscheiden zu können zwischen Unterhaltung und geschichtlichem Kontext? Und vielleicht wird ja doch der ein oder andere dazu verleitet einen Blick in ein Geschichtsbuch zu werfen, weil ihm das Setting gefiel.

    Es soll ja Menschen geben, die sich auch mit anderen unterhalten. Vielleicht über ein Spiel, dass sie gerade spielean. Dann wäre es schön, wenn der geneigte Gesprächpartner vielleicht auf solche Details hinweisen kann, sprich sein Gegenüber ernst nimmt und auch das wovon er spricht.
    Sowas nennt man dann eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe. Nicht zu vergessen. Nichts schön zu reden. Müssen Unterhaltungstitel deshalb alle grausamen Details der Geschichte aufzeigen? Ich für meinen Teil hoffe nicht. Mir gefällt das friedliche Siedeln in Anno vor historischer Kulisse. Es wäre schade, wenn gedankenlose Aufbaustrategie nur noch in synthetischen Fantasy-Welten möglich wäre. Sonst glaubt man ja auch irgendwann Orks und Elfen sind im Wald um nebenan zuhause.

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