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Kann man denn solche Bandreitentests überhaupt sinnvoll machen?

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  1. Kann man denn solche Bandreitentests überhaupt sinnvoll machen?

    Autor: Gurli1 08.05.19 - 14:38

    Ich habe zugegebenermaßen nicht allzu viel Erfahrung mit den Werten in anderen europäischen Länder, aber aufgrund meiner regelmäßigen Aufenthalte in USA weiß ich, dass sich sowohl AT&T als auch T-Mobile dort wesentlich zäher anfühlen als die Netze hierzulande.

    Die gemessene Geschwindigkeit variiert wohl extrem stark, so dass sich brauchbare Durchschnittswerte sicherlich nur ermitteln lassen, wenn man wirklich zigtausende Messungen zugrunde legt. Ob das hier wirklich der Fall ist?

    Man muss auch berücksichtigen, dass es in Deutschland in der Fläche kein Fallback auf 3G gibt, weil man seinerzeit, als die UMTS Lizenzen versteigert wurden, mehr Wert auf terrestrisches Fernsehen gelegt hatte und dem Mobilfunk nur die "Kurzstreckenfrequenzen" ab 1.8 GHz aufwärts zuteilen wollte. In Deutschland wurde erst mit dem 800 MHz LTE-Band ein Flächenausbau jenseits von 2G überhaupt machbar. In vielen Ländern wurde oder wird 2G längst abgeschaltet. Hierzulande muss man an 2G festhalten, weil es aus besagten Gründen kein flächendeckendes 3G gibt. Gleichzeitig kann man 2G wegen der Abwärtskompatibilität und wegen Telefonie-Fallback (für Geräte ohne VoLTE) auch bei 4G-Vollausbau noch lange nicht abschalten.

    Es ist zu erwarten, dass die Situation hier innerhalb der kommenden Monate sehr viel besser wird, denn zum einen hat die BNetzA klare Regeln aufgestellt was Ausbau und Bandbreite angeht, zum anderen gibt es ab Sommer das 700 MHz Band zusätzlich für LTE.

  2. bzgl 2g und 3g

    Autor: Pecker 08.05.19 - 16:14

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die gemessene Geschwindigkeit variiert wohl extrem stark, so dass sich
    > brauchbare Durchschnittswerte sicherlich nur ermitteln lassen, wenn man
    > wirklich zigtausende Messungen zugrunde legt. Ob das hier wirklich der Fall
    > ist?
    Hier sehe ich eher das Problem, dass nur solche Leute geschwindigkeitsmessungen durchführen, die Probleme haben. Es fließen also tendenziell viele Messungen mit rein, die nur aufgrund von Problemen gemacht wurden. Aber das trifft auf alle Anbieter und Regionen gleichermaßen zu. Hab bei der Telekom aber schon 100 Mbit/s und mehr gemessen.

    > Man muss auch berücksichtigen, dass es in Deutschland in der Fläche kein
    > Fallback auf 3G gibt, weil man seinerzeit, als die UMTS Lizenzen
    > versteigert wurden, mehr Wert auf terrestrisches Fernsehen gelegt hatte und
    > dem Mobilfunk nur die "Kurzstreckenfrequenzen" ab 1.8 GHz aufwärts zuteilen
    > wollte. In Deutschland wurde erst mit dem 800 MHz LTE-Band ein
    > Flächenausbau jenseits von 2G überhaupt machbar.
    Das ist richtig.

    >In vielen Ländern wurde oder wird 2G längst abgeschaltet. Hierzulande muss man an 2G >festhalten,

    Das ist so nicht ganz richtig. Ich lese eher, dass 3G flächendeckend abgeschalten wird egal wo und die freien Frequenzen für 4G benutzt werden, was auch sinnvoll ist.
    Aber ja, es wird an 2G festgehalten, was auch sinnvoll ist, so kann man zumindest ganz sicher telefonieren.

    > weil es aus besagten Gründen kein flächendeckendes 3G gibt. Gleichzeitig
    > kann man 2G wegen der Abwärtskompatibilität und wegen Telefonie-Fallback
    > (für Geräte ohne VoLTE) auch bei 4G-Vollausbau noch lange nicht
    > abschalten.
    Soll man auch nicht. 2G wird 3G auf jeden Fall überleben. Aufgrund von 4G braucht bald keiner mehr 3G, wozu auch, aber 2G ist zum Telefonieren noch lange essentiell wichtig.

    > Es ist zu erwarten, dass die Situation hier innerhalb der kommenden Monate
    > sehr viel besser wird, denn zum einen hat die BNetzA klare Regeln
    > aufgestellt was Ausbau und Bandbreite angeht, zum anderen gibt es ab Sommer
    > das 700 MHz Band zusätzlich für LTE.

    Was die BNetzA für Regeln aufstellt hat hier noch selten ein Provider interessiert. Aber ja, wenn das 700 Mhz Band endlich für LTE genutzt werden kann, wird sich tatsächlich in einigen Regionen spürbar was verbessern. Man hat zumindest Empfang, nur die Datenrate ist halt dann eher mau, aber vermutlich ausreichend für das meiste.

  3. Re: bzgl 2g und 3g

    Autor: randya99 08.05.19 - 17:45

    2G ist nur wichtig, weil man 3G verkackt hat. Er sagt nicht, dass man 2G UND 3G abschalten soll.

    Die VoLTE Problematik wird verschärft weil D1/D2 VoLTE exklusiv für ihre Premiumtarife reservieren. Dann unterstützt halt ein Gerät für den deutschen Markt erst gar kein VoLTE, wenn man es sowieso nicht verwenden kann. Ich kenne nichtmal wen, bei dem das jemals funktioniert hat.

    Dadurch schießen sich die Betreiber selbst ins Bein und müssen noch länger ein zusätzliches Netz parallel betreiben.

    Ich wechsle wahrscheinlich bald auf VoIP, um komplett unabhängig von den Parasiten zu sein. (nie wieder Nummer portieren, immer VoLTE/WiFi calling..)

  4. Re: bzgl 2g und 3g

    Autor: Gurli1 08.05.19 - 18:17

    randya99 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 2G ist nur wichtig, weil man 3G verkackt hat. Er sagt nicht, dass man 2G
    > UND 3G abschalten soll.
    >
    Genau. 3G + 4G wäre besser als 2G + 4G wie es hierzulande ist. Denn ohne 100%iger 4G Abdeckung hat man dann praktisch kein brauchbares Internet. Wäre 3G flächendeckend als "Legacy Netz" verfügbar hätte man wesentlich weniger Druck mit dem 4G Ausbau. In anderen Ländern kann man 2G getrost abschalten weil man 3G als flächendeckende Fallback Lösung hat. Auch erlaubt die Koexistenz von 3G und 4G ein Load Balancing für Datentraffic, was bei 2G und 4G ja praktisch gar nicht möglich ist.

    Bezüglich VoLTE: Meine Erfahrung sowohl bei der Telekom als auch bei Vodafone ist, dass man besser fährt, wenn man es deaktiviert. Das Handover beim Verlassen einer 4G Zelle (hin zu 3G oder 2G) geht in mindestens 50% der Fälle schief. Ich denke, das ist der Hauptgrund, warum immer wieder behauptet wird, dass beim Autofahren in D keine unterbrechungsfreien Gespräche möglich sein würden. Mit deaktiviertem VoLTE habe ich selbst über hunderte km Autofahrt so gut wie keine Unterbrechungen. Durch das schlecht funktionierende VoLTE scheinen die Netze in D schlechter zu sein, als sie tatsächlich sind. Und auch hier ist eine 2G + 4G Koexistenz ein Problem: Ohne VoLTE müssen Gespräche über 2G geführt werden, was bedeutet, man verliert die parallel existierende Datenverbindung während das Telefonat geführt wird. Bei 3G + 4G hätte man dieses Problem nicht.

    In anderen Worten: Durch das nur punktuell verfügbare UMTS Netz müssen die Provider ein flächendeckendes Highspeed Netzwerk auf 4G Basis "from Scratch" aufbauen. Dass das nicht binnen weniger Jahre geht, ist irgendwie auch klar.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 08.05.19 18:32 durch Gurli1.

  5. Re: bzgl 2g und 3g

    Autor: HeroFeat 08.05.19 - 19:00

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch erlaubt die Koexistenz von 3G und 4G ein Load Balancing für
    > Datentraffic, was bei 2G und 4G ja praktisch gar nicht möglich ist.

    Mit der Technik die heute verbaut wird (Singel RAN) kommen GSM, UMTS und LTE aus dem selben Kasten und werden dann auf die Antennen gegeben. Damit ist es meines Wissens auch möglich Frequenzen anders zuzuteilen. Da 4G (glaube ich) immer das effizientere ist kann man dann einfach je nach Bedarf die anderen Dienste auf wenig Frequenzraum ansiedeln. Dann gibt es diese Dienste dort schon noch. Aber Frequenzen können umgewidmet werden. Das ist dann zwar kein Sekundengenaues Load Balancing sondern schon eine längerfristige Angelegenheit. Aber doch noch verhältnismäßig einfach.

  6. Re: bzgl 2g und 3g

    Autor: Gurli1 08.05.19 - 19:19

    HeroFeat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gurli1 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Auch erlaubt die Koexistenz von 3G und 4G ein Load Balancing für
    > > Datentraffic, was bei 2G und 4G ja praktisch gar nicht möglich ist.
    >
    > Mit der Technik die heute verbaut wird (Singel RAN) kommen GSM, UMTS und
    > LTE aus dem selben Kasten und werden dann auf die Antennen gegeben. Damit
    > ist es meines Wissens auch möglich Frequenzen anders zuzuteilen. Da 4G
    > (glaube ich) immer das effizientere ist kann man dann einfach je nach
    > Bedarf die anderen Dienste auf wenig Frequenzraum ansiedeln. Dann gibt es
    > diese Dienste dort schon noch. Aber Frequenzen können umgewidmet werden.
    > Das ist dann zwar kein Sekundengenaues Load Balancing sondern schon eine
    > längerfristige Angelegenheit. Aber doch noch verhältnismäßig einfach.

    Interessant. Ich habe allerdings noch nicht gehört, dass man plant, 3G auf den 2G/4G Frequenzen zu schalten. Bis dato wird die UMTS Abdeckung ja immer weniger. Es ändert auch nichts daran, dass das flächendeckende Breitband-Netz bis vor wenigen Jahren nicht existierte und erst aufgebaut werden muss.

  7. Re: bzgl 2g und 3g

    Autor: spezi 08.05.19 - 19:26

    Gurli1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Interessant. Ich habe allerdings noch nicht gehört, dass man plant, 3G auf
    > den 2G/4G Frequenzen zu schalten.

    In Deutschland wird 3G nur auf den Frequenzen um 2 GHz verwendet. Damit ist eine gute Flächenabdeckung nur mit großem Aufwand möglich. In Ländern mit besserer 3G-Abdeckung setzen die Betreiber deswegen 3G auch auf 900 MHz ein, in einem Bereich der ursprünglich für GSM verwendet wurde. In Deutschland haben die Netzbetreiber das nicht gemacht, stattdessen rollt die Telekom seit einiger Zeit auch LTE auf 900 MHz aus. Jetzt noch 3G auf diesen Frequenzen einzuführen dürfte aus Sicht der Netzbetreiber kaum Sinn machen.

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