1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Verdeckte Leiharbeit: Wenn die…

Warum Leiharbeit in der IT?

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: michael_ 25.07.19 - 13:58

    Ich verstehe nicht, warum einige ITler sich auf Leiharbeit einlassen.

    Ich gehe davon aus, dass jeder ITler weiß was Leiharbeit bedeutet und welchen Wert die IT-Arbeit hat. Ich würde als ITler niemals bei einer Leihfirma anfangen. Lieber suche ich eine Feststelle die genauso schlecht bezahlt wird.

    Es gibt doch gerade einen großen Defizit an ITlern in der Branche. Wozu dann also in der Leiharbeit bleiben?

    Dann lieber selbständig / Freelancer werden. Lieber genauso wenig verdienen, aber dafür eigener Chef.

  2. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: trinkhorn 25.07.19 - 14:11

    michael_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe nicht, warum einige ITler sich auf Leiharbeit einlassen.
    >
    > Ich gehe davon aus, dass jeder ITler weiß was Leiharbeit bedeutet und
    > welchen Wert die IT-Arbeit hat. Ich würde als ITler niemals bei einer
    > Leihfirma anfangen. Lieber suche ich eine Feststelle die genauso schlecht
    > bezahlt wird.
    >
    > Es gibt doch gerade einen großen Defizit an ITlern in der Branche. Wozu
    > dann also in der Leiharbeit bleiben?
    >
    > Dann lieber selbständig / Freelancer werden. Lieber genauso wenig
    > verdienen, aber dafür eigener Chef.

    Naja, kann gerade als Berufsanfänger schon nett sein; Erfahrungen machen, verschiedene Aufgabenfelder kennen lernen, in Firmen landen die sonst erfahrenere Leute nehmen würden, etc.

  3. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: hamsterbacke81 25.07.19 - 15:07

    trinkhorn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > michael_ schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich verstehe nicht, warum einige ITler sich auf Leiharbeit einlassen.
    > >
    > > Ich gehe davon aus, dass jeder ITler weiß was Leiharbeit bedeutet und
    > > welchen Wert die IT-Arbeit hat. Ich würde als ITler niemals bei einer
    > > Leihfirma anfangen. Lieber suche ich eine Feststelle die genauso
    > schlecht
    > > bezahlt wird.
    > >
    > > Es gibt doch gerade einen großen Defizit an ITlern in der Branche. Wozu
    > > dann also in der Leiharbeit bleiben?
    > >
    > > Dann lieber selbständig / Freelancer werden. Lieber genauso wenig
    > > verdienen, aber dafür eigener Chef.
    >
    > Naja, kann gerade als Berufsanfänger schon nett sein; Erfahrungen machen,
    > verschiedene Aufgabenfelder kennen lernen, in Firmen landen die sonst
    > erfahrenere Leute nehmen würden, etc.

    das kannst aber genau so bei einer richtigen Firma bekommen. ich (persönlich) finde aber eh, dass "genaues" Wissen in einem Bereich besser ist als überall Halbwissen. Gute Firmen bieten eh auch diverse Fortbildungsmöglichkeiten an, damit die Leute auf den neuesten Stand bleiben. Ich würde persönlich als ITler nie bei einer Leihfirma anfangen. Als Firma würde ich auch nie eine Leihfirma für IT engagieren, da muss doch die Wartbarkeit der Software extrem leiden...

  4. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: nachgefragt 25.07.19 - 15:31

    Wäre es denn bei deiner Firma eine gute Referenz, wenn sich so ein Leiharbeiter, Ende 20, bewirbt und in seinem Lebenslauf steht, er hat in den letzten 5 Jahren alle 2 Monate den Arbeitsplatz in verschiedenste Fachbereiche gewechselt?

    Das soll jetzt nicht indiskret sein, und ich weiß nicht wie du dich Geschlechtlich identifizierst, aber wenn etwas "nett sein" kann, bedeutet das für mindestens 50% der deutschen Bevölkerung "Friendzone und nichts Ernstes".



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.19 15:48 durch nachgefragt.

  5. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: trinkhorn 25.07.19 - 16:08

    Für mich persönlich käme so ein Job auch nicht in Frage.
    Ich kann aber nachvollziehen, dass es für einsteiger attraktiv sein kann.

    Und ob so etwas eine gute Referenz ist kommt darauf an wen "ich" (Null HR erfahrung) suche.
    Wenn ich jemanden suche, der als Sachbearbeiter Tickets abarbeitet, dann am liebsten jemanden der schon einmal wo 10 Jahre lang als Sacharbeiter Tickets abgebarbeitet hat. Wenn ich jemanden suche der mit kreativen Ideen und neuen Denkmustern Probleme von hinten aufrollt: Warum nicht jemanden der viele Perspektiven erlebt hat schon? - Und lieber jemanden der über Leiharbeit viel kennen gelernt hat als ein Job Hopper, der wahrscheinlich auch bei mir keine 6 Monate durch hält.

  6. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: trinkhorn 25.07.19 - 16:12

    hamsterbacke81 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > trinkhorn schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > michael_ schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Ich verstehe nicht, warum einige ITler sich auf Leiharbeit einlassen.
    > > >
    > > > Ich gehe davon aus, dass jeder ITler weiß was Leiharbeit bedeutet und
    > > > welchen Wert die IT-Arbeit hat. Ich würde als ITler niemals bei einer
    > > > Leihfirma anfangen. Lieber suche ich eine Feststelle die genauso
    > > schlecht
    > > > bezahlt wird.
    > > >
    > > > Es gibt doch gerade einen großen Defizit an ITlern in der Branche.
    > Wozu
    > > > dann also in der Leiharbeit bleiben?
    > > >
    > > > Dann lieber selbständig / Freelancer werden. Lieber genauso wenig
    > > > verdienen, aber dafür eigener Chef.
    > >
    > > Naja, kann gerade als Berufsanfänger schon nett sein; Erfahrungen
    > machen,
    > > verschiedene Aufgabenfelder kennen lernen, in Firmen landen die sonst
    > > erfahrenere Leute nehmen würden, etc.
    >
    > das kannst aber genau so bei einer richtigen Firma bekommen.
    Aber dann lernt man trotzdem nur EINE Firma kennen. Und bei weitem nicht jede Firma hat ein vernünftiges Eingliederungsprogramm, wo man über den Tellerrand schauen kann.
    > ich
    > (persönlich) finde aber eh, dass "genaues" Wissen in einem Bereich besser
    > ist als überall Halbwissen.
    Kommt darauf an was man macht. Ich persönlich arbeite in der Projektkoordination. Klassische Ente, kann fliegen, schwimmen und laufen, aber nix gut. Aber lass mal den Vogel der nicht schwimmen kann einem Fisch erklären wie man fliegt :)
    > Gute Firmen bieten eh auch diverse
    > Fortbildungsmöglichkeiten an, damit die Leute auf den neuesten Stand
    > bleiben.
    Für Einsteiger nicht das Größte Argument.
    > Ich würde persönlich als ITler nie bei einer Leihfirma anfangen.
    > Als Firma würde ich auch nie eine Leihfirma für IT engagieren, da muss doch
    > die Wartbarkeit der Software extrem leiden...
    Kann ich auch nicht nachvollziehen.

  7. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: nachgefragt 25.07.19 - 16:18

    trinkhorn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und lieber jemanden der über
    > Leiharbeit viel kennen gelernt hat als ein Job Hopper, der wahrscheinlich
    > auch bei mir keine 6 Monate durch hält.
    Wo ist denn da für dich der Unterschied als potentiell einstellender Arbeitgeber? Für mich gibts da keinen, außer dass das Geld auf seinem Konto immer vom selben kam.
    Warum sollte der Leiharbeiter nach 6 Monaten noch Bock haben, der "Job Hopper" aber nicht. Machen das alle "Job Hopper" ausnahmslos nur aus Geldgeilheit und Profilierungsbedürftigkeit? Womit ich natürlich keinen Leiharbeiter unterstellen möchte er hätte pauschal nach 6 Monaten keinen Bock mehr. Das wäre genau so falsch wie deine Annahme.
    Etwas reserviert wäre ich erstmal beiden gegenüber.

    Mich würde auch interessieren, was das für eine IT-Stelle sein soll, bei der 2 Monate Arbeitserfahrung in 20 verschieden Stellungen von Vorteil sein kann. In der Zeit ist man in den meisten Unternehmen vll. grade so eingearbeitet, wenn überhaupt. Aber dieser Punkt wird sich Mangels HR-Erfahrung wohl nicht klären lassen.



    6 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.19 16:31 durch nachgefragt.

  8. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: tomatentee 25.07.19 - 16:39

    Ich mach das jetzt seit 10 Jahren (Consultant) und hab in aller Regel längerfristige Projekte (2-5 Jahre).

    Der Grund ist einfach: Ich verdien deutlich besser, als wenn ich festangestellt wäre (~20%), wenn ein Projekt scheiße ist geh ich zu meinem Chef und anschließend woanders hin.
    Dazu bekomme ich alle Weiterbildungen und Zertifizierungen die ich machen will bezahlt und kann Karrieretechnisch viel größere Schritte machen.

    Ich hab mich in den letzten 10 Jahren vom manuellen Softwaretester zum Entwickler zu aktuell Lead Developer (Projektrolle: Software Architect) weiterqualifiziert. Hatte zwischendrin Ausflüge ins Testmanagement, Security-Testing und Operations. Aktuell mache ich Weiterbildung ins Projektmanagement.
    Diese Art Flexibilität bekommst du in den wenigsten Festanstellungen. Dazu nette Benefits (Firmenwagen, Aktienpaket, usw) und nen Lebenslauf voll mit namhaften, großen Unternehmen.

  9. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: eechauch 25.07.19 - 16:40

    Also der typische IT Leiharbeiter, wie ich ihn bisher kennengelernt habe, wird nicht alle 2 Monate den Job wechseln. Die werden normalerweise für ein Projekt eingestellt und sollen nach ihrer Einarbeitung ja auch noch was schaffen. Unter einem halben Jahr würde ich da nicht rechnen, eher deutlich länger.

    Und dann spezialisieren sich die Leute ja trotzdem, man springt ja nicht willkürlich von Projekt zu Projekt und fängt immer bei null an. Wenn der dann bei Firma A als Webentwickler mit NodeJS ein Projekt gemacht hat und bei Firma B mit Python, ist er nicht Experte in einer der beiden Sprachen geworden. Er hat aber offenbar Erfahrung in Webentwicklung und kann sich an einen Technologie-Stack anpassen. Klingt nützlicher als jemand der bei einer Firma 5 Jahre lang an derselben Anwendung geschrieben hat und noch nie nach links und recht gucken musste.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.19 16:42 durch eechauch.

  10. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: nachgefragt 25.07.19 - 17:12

    eechauch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also der typische IT Leiharbeiter, wie ich ihn bisher kennengelernt habe,
    > wird nicht alle 2 Monate den Job wechseln. Die werden normalerweise für ein
    > Projekt eingestellt und sollen nach ihrer Einarbeitung ja auch noch was
    > schaffen. Unter einem halben Jahr würde ich da nicht rechnen, eher deutlich
    > länger.
    Das war auch nur ein fiktiver Wert meinerseits, um das Problem zu zuspitzen.
    Auch wenn wir das nun mit 6 Monaten rechnen macht es das nicht sonderlich besser.
    (In meinen Erfahrung sind es auch durchaus mal 1 1/2 Jahre.)
    Warum so jemand besser sein soll als ein "Job Hopper" ebenfalls nicht.


    > Und dann spezialisieren sich die Leute ja trotzdem, man springt ja nicht
    > willkürlich von Projekt zu Projekt und fängt immer bei null an. Wenn der
    > dann bei Firma A als Webentwickler mit NodeJS ein Projekt gemacht hat und
    > bei Firma B mit Python, ist er nicht Experte in einer der beiden Sprachen
    > geworden. Er hat aber offenbar Erfahrung in Webentwicklung und kann sich an
    > einen Technologie-Stack anpassen. Klingt nützlicher als jemand der bei
    > einer Firma 5 Jahre lang an derselben Anwendung geschrieben hat und noch
    > nie nach links und recht gucken musste.
    Dagegen sage ich auch gar nichts. Aber damit ist er im Grunde nach 5 Jahren Arbeit auf der Karriereleiter ganz untern. So jemanden kann man für eine neues Projekt einstellen, damit er sich voll austoben kann. Auf dem Lohnniveau eines SAP-Beraters oder Kubernetes-Experten wird der sich aber nicht tummeln. Eher auf der eines Webdesigners, um mal in der von dir gewählten Sparte zu bleiben. (Ich denke als Entwickler sollte man eh versuchen sich alle paar Jahre eine neue Sprache anzueignen, egal ob man damit produktiv umgeht oder nicht. Aber das ist nur meine Meinung.)



    6 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.19 17:20 durch nachgefragt.

  11. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: knabba 25.07.19 - 17:12

    michael_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe nicht, warum einige ITler sich auf Leiharbeit einlassen.
    >
    > Ich gehe davon aus, dass jeder ITler weiß was Leiharbeit bedeutet und
    > welchen Wert die IT-Arbeit hat. Ich würde als ITler niemals bei einer
    > Leihfirma anfangen. Lieber suche ich eine Feststelle die genauso schlecht
    > bezahlt wird.
    >
    > Es gibt doch gerade einen großen Defizit an ITlern in der Branche. Wozu
    > dann also in der Leiharbeit bleiben?
    >
    > Dann lieber selbständig / Freelancer werden. Lieber genauso wenig
    > verdienen, aber dafür eigener Chef.
    Oder es gibt gar kein Defizit bei der IT. Ebensowenig wie in allen anderen Bereichen.
    Aber Firmen raufen gerne "Mangel" weil dann die Politik springt. Und durch mehr Angebot die Löhne und Arbeitsbedingungen gedrückt werden.

  12. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: MrAnderson 25.07.19 - 17:38

    > ich (persönlich) finde aber eh, dass "genaues" Wissen in einem Bereich besser ist als überall Halbwissen.

    Du brauchst beides. Halbwissen erleichtert es sehr, sich mit Fachleuten aus dem Gebiet auszutauschen ... Man spricht die gleiche Sprache und du kannst dein persönliches Spezial-Fachwissen leichter kommunizieren.

  13. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: tomatentee 25.07.19 - 19:23

    Man nennt das T-Shaped Skillset.

    Tiefes Wissen in einem Bereich und dazu breites Wissen über ein weites Feld.

  14. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: nachgefragt 25.07.19 - 19:52

    Ich glaube dir das natürlich alles, aber gehe einfach mal davon aus, dass du nicht in Leiharbeiterschaft arbeitest, wie es hier ggf. suggeriert werden könnte.
    Das wäre nämlich in der von dir dargelegten Form glaube ich nicht mehr legal.
    In dem Bereich ist eigentlich eine Anstellung oder eine Freiberuflerschaft die Regel.
    Beides hat sicherlich seine Vor- und Nachteile.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.19 19:53 durch nachgefragt.

  15. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: quineloe 25.07.19 - 21:27

    Ich mache seit 4 Wochen Elternzeit. Wenn die in 48 Wochen zu Ende ist, bin ich mir angesichts meiner bisherigen Erfahrungen am Arbeitsmarkt absolut sicher, dass ich wieder nur Leiharbeitsangebote haben werde. Wenn überhaupt.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  16. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: lestard 25.07.19 - 22:43

    Die Sache ist doch die: Kein IT-Consultant nennt sich selbst "Leiharbeiter" und die üblichen Klisches passen auch nicht. Aber faktisch fällt man halt trotzdem unter die gleichen Gesetze. Rein rechtlich ist man eben doch Leiharbeiter, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
    Das Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz hat keine Ausnahmen für gut bezahlte IT-Fachleute. Und damit macht es das Leben unnötig kompliziert.

  17. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: nachgefragt 26.07.19 - 12:28

    Die Sache is doch die:
    Wenn tomatentee (oder du) 2-5 Jahre am Stück in Leiharbeiterschaft in einer Kundenfirma an einem Projekt arbeitet, hat das absolut nichts mit Klischees zu tun, sondern ausschließlich mit illegalem, strafbaren Verhalten.

    Ich denke den, den es betrifft, weiß schon recht genau ob er nun Leiharbeiter, Angestellter oder Freiberufler ist und ob das was er da treibt legal ist oder nicht.

    Wie gesagt, sollten wir auch erstmal annehmen, dass tomatentee Angestellter oder Freiberufler ist und sein Post in kombination mit dem OP nur falsch rüberkam.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 26.07.19 12:38 durch nachgefragt.

  18. Re: Darum Leiharbeit in der IT

    Autor: cubie2 27.07.19 - 07:36

    michael_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe nicht, warum einige ITler sich auf Leiharbeit einlassen.

    Ist doch sehr einfach: sie suchen nen Job und finden auf die Schnelle nichts Besseres.
    Zumindest an dem Ort nicht, an dem sie suchen.

    > Ich gehe davon aus, dass jeder ITler weiß was Leiharbeit bedeutet und
    > welchen Wert die IT-Arbeit hat.

    Im IT-Bereich bekommen Leiharbeiter das gleiche Gehalt wie Festangestellte.

    > Ich würde als ITler niemals bei einer
    > Leihfirma anfangen. Lieber suche ich eine Feststelle die genauso schlecht
    > bezahlt wird.

    Die findet man aber nicht immer. Oder nicht schnell genug.

    > Es gibt doch gerade einen großen Defizit an ITlern in der Branche.

    Nö, das halte ich für ein Gerücht.
    Es fehlen Fachleute mit speziellen Skills, aber es fehlen nicht generell Fachleute.

    > Wozu
    > dann also in der Leiharbeit bleiben?

    Nun, viele bleiben es nicht auf Dauer.
    Andere finden es spannend, alle 18 Monate oder so neue Projekte anzugehen.
    Das Gehalt ist wie gesagt meistens in etwa gleich.
    Last but not least: manche IT-Leiharbeitsfirmen schulen Mitarbeiter und bilden weiter. Bei meinem letztem Arbeitgeber als "normal" Angestellter war Weiterbildung ein reiner Kostenfaktor und nur sehr ungern gesehen. Auch bei dem Arbeitgeber davor war Weiterbildung nicht wirklich großgeschrieben bzw. nur mit Vitamin B zu bekommen.


    > Dann lieber selbständig / Freelancer werden.

    Das ist die allerschlechteste Lösung. Es sei denn man ist so gut vernetzt, dass man immer Jobs/Aufträge bekommt.

  19. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: Trockenobst 29.07.19 - 15:55

    nachgefragt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn tomatentee (oder du) 2-5 Jahre am Stück in Leiharbeiterschaft in einer
    > Kundenfirma an einem Projekt arbeitet, hat das absolut nichts mit Klischees
    > zu tun, sondern ausschließlich mit illegalem, strafbaren Verhalten.

    Als Top Freelancer ist das meine Entscheidung, als teuer eingekaufter Spezialist genau dort 3 Jahre zu sitzen. Dazu zwingt mich keiner. Illegal ist davon gar nichts, das ist ein Vertrag.
    Wenn du jeden Tag für 3 Jahre in mein Restaurant kommst und das essen schätzt, ist das auch nicht "illegal".

    Das mag bei dem Typen auf dem Bock, der im Laster minderwertige Nudeln in die Türkei schafft anders sein. Der hat vielleicht keine andere Optionen. Ich habe sie. Hier die selben Regeln anzuwenden finde ich absurd. Das kann man am Lohn, Stundensatz, Branche oder sonstwas sauber festmachen.

    Der Punkt ist, dass hier ein freier Markt herrscht, der von den Arbeitgebern unten in Massen missbraucht wird. Oben drehen sich die Vorteile zu den "Arbeitnehmern" hin um und werden geschätzt. Natürlich gefällt das den Eliten, den Shareholdern nicht und deswegen muss man das immer wieder attackieren. Ab ans Fliessband!!!elf

    Vor ein paar Jahren ist in den USA rausgekommen, dass in den Topbranchen wie IT, Animation und Internet die Preise durch absprache künstlich gedeckelt wurden. Damit das abwerben nicht mehr so lukraktiv ist. Kapitalismus soll eben nur den oberen 0,1% nützen, der Rest hat zu schlucken, idealerweise Japanisch im Aufzug nach Unten am Ende der 70h Woche zu sterben.

    Einer der gigantischen Vorteile des Freelancers ist, dass er jederzeit eine Auszeit nehmen kann. Das kann der Wald+Wiesen Arbeitgeber in ganz wenigen Branchen machen. Ich habe in einem Projekt 4 Monate woanders gearbeitet weil es eine Fusion gab und die Abteilung keine Ahnung hatte wie es weiter geht. Danach haben wir mit anderen Vorzeichen weitergemacht.

    Die zwei vorher FESTEN die selbst aus dem Grund gegangen sind, kamen danach nicht mehr zurück. Die waren gut, der Abgang war schwer zu ersetzen. Genau aus dem Grund sitze ich dort. Weil ich gut bin und der Arbeitgeber so jemanden mit meinen Skills am freien Markt entweder nicht findet (90% der Fälle) oder weil er nicht bereit ist mehr zu zahlen als der Chef der Abteilung bekommt.

    Nichts davon ist strafrechtlich relevant. Das wollen nur die Leute gerne so haben, denen die Freiheit des Einzelnen nicht so recht in den Kram passt. Im sozialistischen Spanien ist der "Autonomo", der Freelancer, der Prügelknabe der Politik. Deswegen ziehen alle die was könnend dort weg. Milliardeneinnahmen an Steuern verschenkt, weil der doofe Mensch sich nicht nach Vorgabe verhält.

  20. Re: Warum Leiharbeit in der IT?

    Autor: nachgefragt 29.07.19 - 16:12

    Was soll mir der lange Text zum Thema Freiberufler jetzt sagen?

    Ich habe gesagt, das was tomatentee da geschrieben hat ist mit Leiharbeit nicht vereinbar.
    tomatentee hat mit keinem Wort gesagt, ob er nun Leiharbeiter, Festangestellter oder Freelancer ist. Er hat gesagt "das mach ich so seit Jahren" und hat sich dabei auf den OP bezogen, der nur in 2 Sätzen von etwas anderem als Leiharbeit gesprochen hat. Daher habe ich lediglich beton, das tomatentee vermutlich als Freelancer oder Angestellter tätig ist, auch wenn sein Post anders rüber kommen könnte.

    5 Jahre Leiharbeiterschaft am Stück ist mit keinem Gesetz vereinbar ist, nicht mal mit einer Ausnahmeregelung, nichtmal vor der Gesetzesänderung. Und wenn Ihr das getan habt und immernoch tun, ist hier garantiert nicht der richtige Ort, um damit zu pralen.

    Im Grund hast du jetz sehr viel Zeit damit verbracht auf 2 DIN-A4 Seiten das zu unterstreichen, was ich vorher gesagt habe.

    Ich hoffen nur ganz inständig, dass dir, lestard und tomatentee klar ist, das es einen riesigen Unterschied zwischen eim Leiharbeiter (um den es hier eigentlich geht) und einem Freelancer gibt.

    Wenn es wirklich für den Bereich eine Leiharbeitsfirma gibt, die IT Berater über so einen Zeitraum vermitteln, würd mich mal ein Name interessieren. Alleine Itelligence hat über 40 Jobs im Consulting offen, mit quasi allen vorzügen die tomatentee aufgelistet hat und noch mehr.



    7 mal bearbeitet, zuletzt am 29.07.19 16:27 durch nachgefragt.

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Statistiker / Mathematiker / Biometriker (m/w/d)
    MDK Baden-Württemberg Medizinischer Dienst der Krankenversicherung, Stuttgart
  2. IT Security Officer (m/w/d)
    HABA Group B.V. & Co. KG, Bad Rodach bei Coburg, Berlin
  3. IT Operations Engineer (m/w/d)
    PTV Group, Karlsruhe
  4. Specialist (m/w/d) Management Systems
    BSH Hausgeräte GmbH, München

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Fire TV Stick 4K Ultra HD für 28,99€, Fire TV Stick Lite für 18,99€, Echo Dot (4...
  2. (u. a. Galaxy Tab A7 10,4 Zoll 32GB für 132,09€, Galaxy Tab S7+ 12,4 Zoll 256GB für 650,30€)
  3. über 2 Millionen Spar-Deals für Prime-Mitglieder
  4. (u. a. Robas Lund DX Racer 1 für 194,99€, Corsair T1 Race für 207€, Razer Iskur für 389...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


DJI FPV im Test: Adrenalin und Adlerauge
DJI FPV im Test
Adrenalin und Adlerauge

Die DJI FPV verpackt ein spektakuläres Drohnen-Flugerlebnis sehr einsteigerfreundlich. Wir haben ein paar Runden mit 100 km/h gedreht.
Ein Test von Martin Wolf

  1. Quadcopter DJI Air 2S mit großem Sensor für 5,4K-Videos erschienen
  2. DJI Drohnenhersteller plant offenbar Einstieg ins Autogeschäft
  3. Drohne DJI Air 2s soll mit 20 Megapixeln fliegend fotografieren

Rückschau E3 2021: Galaktisch gute Spiele-Aussichten
Rückschau E3 2021
Galaktisch gute Spiele-Aussichten

E3 2021 Es hat sich selten wie eine E3 angefühlt - dennoch haben Spiele- und Hardware-Ankündigungen Spaß gemacht. Meine persönlichen Highlights.
Von Peter Steinlechner

  1. Xbox Microsoft mit Trailern, Terminen und Top Gun

Dragonbox-Pyra-Macher im Interview: Die Linux-Spielekonsole aus Deutschland
Dragonbox-Pyra-Macher im Interview
Die Linux-Spielekonsole aus Deutschland

Mit viel Verspätung ist die Dragonbox Pyra erschienen. Entwickler Michael Mrozek musste ganz schön kämpfen, damit es überhaupt dazu kam. Wir haben ihn in Ingolstadt zum Gespräch getroffen.
Ein Interview von Martin Wolf