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Die Deutsche Unternehmenskultur

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  1. Die Deutsche Unternehmenskultur

    Autor: barni_e 01.08.19 - 10:04

    braucht einen Wandel. Für Freiberufler gibt es leider keine gleichwertigen Jobs.
    Freiberufler
    - sind technische oder fachliche Spezialisten auf Ihrem Gebiet
    - mit viel Berufserfahrung
    - und sind keine Manager
    - mit eher weniger Personalführungsqualitäten

    Angestellte
    - angehende Spezialisten - gute Leute - mit weniger Berufserfahrung
    - werden in Management-Positionen gedrängt
    - um in der Hierarchie und im Gehalt aufzusteigen
    - oder bleiben Sachbearbeiter

    Beispiel:
    Welcher Arbeitsgeber ist bereit für einen Profi-Coder mit 15 > Jahren Erfahrung ein Gehalt von 150 k / Jahr zu bezahlen. Selbst wenn der eine Mann die selbe Performance wie 4 Junior Coder liefert wird er nicht mal das doppelte Gehalt erhalten. In Amerika ist das normal - hier aber undenkbar.

  2. Re: Die Deutsche Unternehmenskultur

    Autor: aLpenbog 01.08.19 - 10:19

    barni_e schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > - werden in Management-Positionen gedrängt
    > - um in der Hierarchie und im Gehalt aufzusteigen
    > - oder bleiben Sachbearbeiter
    > [...]
    > Beispiel:
    > Welcher Arbeitsgeber ist bereit für einen Profi-Coder mit 15 > Jahren
    > Erfahrung ein Gehalt von 150 k / Jahr zu bezahlen. Selbst wenn der eine
    > Mann die selbe Performance wie 4 Junior Coder liefert wird er nicht mal das
    > doppelte Gehalt erhalten. In Amerika ist das normal - hier aber undenkbar.

    Unterschreibe ich so. Bei uns wird jeder der sich reinhängt vom Entwickler in die Projektleitung gedrückt. Immerhin gibt es dafür dann 1-2 Euro mehr, sagt natürlich keiner nein, auch wenn die Leute keine Lust drauf haben, denn als Entwickler geht es nicht weiter hoch. Mittlerweile sind die Leute, die technisch am meisten auf dem Kasten haben alle ausgelastet mit Telkos und Protokolle schreiben. Dabei haben die Leute oft überhaupt kein Bock drauf aber anders geht es nicht vorwärts, es wird eben als "höher" angesehen. Wobei das bei uns ganz andere Gehaltsregionen sind, quasi gleiche Problem in klein.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.08.19 10:20 durch aLpenbog.

  3. Re: Die Deutsche Unternehmenskultur

    Autor: Serenity 01.08.19 - 10:48

    barni_e schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Welcher Arbeitsgeber ist bereit für einen Profi-Coder mit 15 > Jahren
    > Erfahrung ein Gehalt von 150 k / Jahr zu bezahlen. Selbst wenn der eine
    > Mann die selbe Performance wie 4 Junior Coder liefert wird er nicht mal das
    > doppelte Gehalt erhalten. In Amerika ist das normal - hier aber undenkbar.

    Dafür hast du Redundanz.
    Außerdem ist es schwer, Performance für Coder zu messen. Ich wüsste jetzt nicht, wie ich die Qualität meiner Mitarbeiter bemessen sollte. Gerade durch Scrum wird das ganze noch schwieriger gemacht, weil es keine KPis für die Performance des einzelnen gibt, sondern nur für das gesamte DevTeam.

  4. Re: Die Deutsche Unternehmenskultur

    Autor: barni_e 01.08.19 - 15:08

    Ich stand ja vor der selben Entscheidung:
    - Angestellter bleiben und sich in Richtung Projektleitung "weiterentwickeln"
    oder
    - Freiberufler werden und sich voll auf Technik und Softwareentwicklung konzentrieren

    Nachdem ich dann einen kurzen Ausflug in Projektleitung (Managen) gemacht habe, bin ich wenige Monate später abgesprungen und (sehr gefragter) Freiberufler geworden. Für große Projekte würde ich mich auch wieder anstellen lassen, wenn der Technik-Focus bleibt (bei mir C#, Azure). Für ein Gehalt von 150k wäre ich bereit dazu, aber so...

    Fazit:
    Deutsche Unternehmen machen aus ihren Nachwuchstalenten (IT-Fachkräften) einen Manager. Und schon haben sie wie eine IT-Fachkraft weniger und wundern sich, dass sie keine Fachkräfte finden. Das ganze ist schon sehr schräg. Logisch wäre doch: "Nein, bitte programmier weiter und wir befördern dich zum Level 2 (3,4,5) Coder und geben dir auch mehr Geld! Zu den Meetings schicken wir andere Leute..."

    Bewertung von guten / schlechten Coder
    Wenn eine Company nicht mal bewerten kann, wie gut ein Coder arbeitet, dann haben sie auch nichts zum Entwickeln.

  5. Re: Die Deutsche Unternehmenskultur

    Autor: Bluejanis 03.08.19 - 16:08

    Ich habe mich als Freiberufler versucht, aber mir ist die Projektaquise schwergefallen. Ich hatte noch nen Burnout vom letzten Job und kannte keine guten Portale. Über Bekannte hatte ich ein paar Aufträge. Die Hälfte davon fand ich aber nicht so interessant und nervte mich dann auch.
    Naja also habe ich mich wohl einfach nicht genug bemüht Projekte zu finden.

    Schlussentlich kam dadurch dann auch zu wenig Geld zusammen.
    Deswegen habe ich mich vor gut nem Jahr dann nochmal auf einige Stellen beworben, und bin letztendlich über einen Personalvermittler in ner Stelle gelandet. Die Firma würde mich jetzt auch gerne übernehmen, allerdings weniger zahlen als ich vom Personalvermittler bekomme. Ist natürlich keine Option für mich.

    Da es dort also quasi eh nicht für mich weitergeht, überlege ich zurzeit wie es bald weitergehen soll.
    Hier in Deutschland könnte ich es erneut als Freiberufler versuchen. Ich denke mit den Erfahrungen vom letzten Versuch habe ich diesmal bessere Chancen. Leicht fallen würde mir der Umstieg allerdings nicht. Ich hätte Angst wieder in das "Loch" zu fallen, dass der Burnout hinterlassen hatte.
    Wie macht ihr eure Aquise? Verwendet ihr gute Portale oder läuft das inzwischen quasi von selbst, da eure Kunden euch erneut buchen?

    Eine Alternative wäre für mich auch auszuwandern, z.B. in die USA. Das überlege ich aktuell konkret. Hat jemand Tipps, worauf dort drüben bei ner Bewerbung wert gelegt wird?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.08.19 16:17 durch Bluejanis.

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