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Fehler in feministischer Sprachentwicklung

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  1. Fehler in feministischer Sprachentwicklung

    Autor: Locutus001 13.08.19 - 12:12

    Hier handelt es sich meines Erachtens nach eher um einen gravierenden Fehler - der zunehmend deutlich wird - in der feministischen Sprachentwicklung.

    Denn die sprachliche Entwicklung mit der/die/das hat - und das ist das Hauptverständnisproblem, welches ja immernoch vorherrscht und mit dem Seitenhieb "als Mann verstehst Du das nicht!" abgetan wird - nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun.

    So ist die Wache nicht weiblich (und vermutlich wird sie auch eher mit Männern assoziiert, trotz des weiblichen Artikels), das Wachpersonal nicht sächlich. Genauso wenig wie das Boxenluder, welches trotz des sächlichen Artikels doch eher mit dem weiblichen Geschlecht assoziiert ist.
    Bei Berufsbezeichnung herrscht der Artikel "der" nun einmal (leider?) vor, welcher fälschlicher Weise im Sprachverständnis mit "männlich" gleichgesetzt wird - was aber ein FEHLER im Sprachverständnis und der Interpretation ist.

    Von vornherein sind sprachlich ALLE gemeint. Die vollkommen falsche Behauptung "Frauen seien höchstens "MITGEMEINT"" führte erst zu der Sonderauflistung (und somit Diskriminierung im Sinne von Unterteilung) von Frauen. Das heißt sie waren nun sowohl "mitgemeint" (so wie Männer eben auch mitgemeint sind bei allgemeinen Bezeichnungen, nicht weniger) als auch gesondert gemeint.
    Spätestens mit der Feststellung der Geschlechtslosigkeit und Fluidität der Geschlechter führt das nun dazu, dass es das Bedürfnis gibt auch dies weiter aufzuteilen.
    Anstelle also einfach grundsätzlich zu sagen "Ich bin Lehrer, Arzt, Texter, Krankenschwester (nurse hat es im Englischen ja auch geschaft von Männern benutzt zu werden), Hebamme (männliche Hebamme ist durch die fehlende -mann oder -schwester Endung überhaupt gar kein Problem, obwohl es heißt "die Hebamme" und bisher ist mir auch noch kein männlicher Aufschrei nach "Hebammerich" bekannt, obwohl das "die" ja weibliches signialisieren würde)", muss nun gesagt werden ich bin Arzt m/w/d oder viel beliebter bei vielen links-feministischen Kreisen die vollkommen verblödete Variante der Ärzt*in, unter kompletter Außenvorlassung des männlichen Teils, aber wichtiger Einbeziehung der Endung "-in", da Frauen auch durch das Sternchen, was ja eigentlich für alles (oder zumindest alles "dazwischen" - was ja auch schon wieder irgendwie auf einen Status außerhalb der Norm verweißt und somit rein sprachlich dann eher abwertenden Charakter hat) steht, anscheinend immernoch nicht ausreichend mit eingeschlossen werden. Aber Männer offensichtlich schon. D.h. man ersetzt ein "generisches Maskulinum" - welches von vornherein einfach fehlerhaft interpretiert worden ist - durch ein "generisches Femininum" mit *. Und das nennt man dann Sprach"-gerechtigkeit".
    Es hat sich auch - hoffentlich! - noch keine Frau ausgeschlossen gefühlt, wenn man sagte sie sei ein Mensch und nciht eine Menschin. Denn DER Mensch müsste ja in logischer Konsequenz ausschließlich ein Mann sein. Überraschender Weise stellt man im täglichen Leben aber wiederholt fest, dass anscheinend auch Frauen Menschen sind, ganz ohne Mensch*in oder MenschInnen, Mensch/innen. Dieser Gedankensprung scheint für Berufsbezeichnungen nicht möglich zu sein. Sicherlich auch ob der historischen Verteilung der Geschlechter in gewissen Berufen - während ja schon immer alle Geschlechter der Menschheit angehörten.

    Ich bin Texter. Mein Geschlecht spielt hierfür keine Rolle, aber das ist nunmal die Berufsbezeichnung. Wäre ich Hebamme, wäre es das gleiche Spiel.
    Die explizite Auftrennung (Diskriminierung) - welche in vielen anderen Sprachen überhaupt nicht notwendig ist, so kennt z.B. - um nicht immer zum Englischen zu schauen - das Japanische kein grammatikalisches Geschlecht - der Geschlechter in der Sprache war meiner Meinung nach der erste Fehler. Wenn man Diskriminierung in der Gesellschaft vermeiden möchte und damit argumentiert, dass diese sprachlich geschehe und sich dies somit direkt auch auf das gesellschaftliche auswirke, so scheint es mir absurd im sprachlichen Gebrauch immer weiter aufzutrennen, da es genau diese Unterscheidung nur weiter befeuert. Und offensichtlich in Suchalgorhythmen auch genau dazu führt.

    Was wir benötigen ist also m.M.n. keine weitere Aufdröselung der verschiedenen Geschlechter oder auch Nicht-Geschlechter in immer weitere sprachliche Finessen, denn dies sollte unbedeutend sein. Sofern für einen Beruf explizit ein Mann oder eine Frau oder etwas anderes gemeint sein sollte - was in den meisten Fällen irrelevant sein sollte! - kann männlich/weiblich/divers sicherlich gerechtfertigt sein, aber nicht als Dreiklang, sondern einzeln.
    So benötigt man für den zu drehenden Film noch einen weiblichen Darsteller oder man möchte ganz explizit einen weiblichen Fußballer (nicht zu verwechseln mit einem femininen Fußballer ;-) ) interviewen.
    Wenn die Schüler beim Tischetragen helfen sollen, ist es allerdings nicht relevant. Auch nicht wenn man generell einen Textersucht. Auch der Arzttermin muss nicht zum Ärzt*in-Termin werden, selbst wenn es sich bei dem Arzt um eine Frau handeln sollte.

    Nachtrag:
    Einzig sinnvoll - so man denn weg will von den Artikeln der/die/das - ist eine allgemeine Bezeichung mit "das". Wobei man sicherlich überlegen kann eindeutig männliche/weibliche Sachen weiterhin mit "die/der" zu betiteln. So wie "der Mann/die Frau", auch wenn selbst das nicht notwendig wäre.
    Das Arzt, das Hebamme. Kein Problem. Seltsamer Weise scheint diese Variante für viele Menschen weiter weg und befremdlicher zu sein als "Die Ärzt*in", welches im Endeffekt den Fehler von "Der Arzt" wiederholt, nur andersherum. Auch um den Aspekt der Machtkämpfe der Geschlechter in Spiel zu bringen, welcher eben auch in der Sprache ausgetragen wird ganz offensichtlich - und 99% der Bevölkerung sind unschuldige Opfer die mit reingezogen werden - scheint mir eine neutrale Lösung mit "das" erstrebenswerter, so man nicht beim status quo bleiben möchte.
    Über die vermeintlich richtige Lösung streiten sich auch in links-feministischen Kreisen sehr viele (vornehmlich weibliche Akteure). Sodass es vermessen ist eine Lösung - wie es leider viele Medien bereits tun mit dem *in - einfach als die "richtige" zu verwenden unter Verweis, dass dies die einzig bekannte Möglichkeit sei, wirklich ALLE anzusprechen (auf bloßer Grundlage der Behauptung).



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 13.08.19 12:23 durch Locutus001.

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