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Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

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  1. Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: bombinho 06.09.19 - 17:03

    > Die Mobilfunkbetreiber verstünden es oft nicht, den Kunden zu vermitteln, dass zu einem
    > etwas höheren Preis auch ein besseres Netzwerk geboten werden könne, meinte Fogg.

    Ja, es gehoert schon ein wenig Geschick dazu, dem Kunden zu erklaeren, dass er fuer die Leistung bezahlen soll und fuer die Inanspruchnahme der Leistung einen Aufpreis zahlen soll.

    Okay, starten wir mal eine Umfrage:

    In welchen Laendern der Welt muss man einen Aufpreis bezahlen, um 4G, eine 10 Jahre alte Technologie, zu nutzen?

    Ich leg mal eins vor: Deutschland.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.09.19 17:03 durch bombinho.

  2. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: /mecki78 06.09.19 - 19:00

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In welchen Laendern der Welt muss man einen Aufpreis bezahlen, um 4G, eine
    > 10 Jahre alte Technologie, zu nutzen?

    In den meisten anderen Ländern sind die Anbieter froh, wenn Kunden 4G nutzen, weil dann können sie dort 3G abschalten und 2G auf das absolute Mindestmaß zurückfahren. Denn mehrere gute Netze zeitgleich betrieben zu müssen ist doch viel teurer und aufwendiger als nur ein gutes Netz betreiben zu müssen. Und es ist ja nicht so, dass alle diese Netze gleich sind und man nur ein bisschen Hardware tauscht. Schon alleine die Mastenverteilung muss bei 2G, 3G und 4G eine ganz andere sein, sprich, jedes dieser Netze muss für sich geplant und am Leben gehalten werden.

    /Mecki

  3. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: kendon 07.09.19 - 11:32

    Ich zahl nix extra für 4G.

  4. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: brainDotExe 07.09.19 - 11:59

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In welchen Laendern der Welt muss man einen Aufpreis bezahlen, um 4G, eine
    > 10 Jahre alte Technologie, zu nutzen?
    >
    > Ich leg mal eins vor: Deutschland.
    Bei den 3 Netzbetreibern ist für LTE schon seit Jahren kein Aufpreis mehr fällig. Selbst die Telekom bietet seit Jahren Prepaid Tarife mit LTE.
    Die Reseller wollen/wollten oft noch einen Aufpreis für LTE.

  5. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: Kirschkuchen 09.09.19 - 02:32

    Naja das Problem an 3G ist die schlechte Netzabdeckung. Die Anbieter die Aufpreis für LTE verlangen werben aber mit höherer Geschwindigkeit. Für mich würde die Geschwindigkeit mit 3G ausreichen, habe aber bei Congstar die LTE-Option gewählt weil der Empfang um Welten besser ist.

    Fun fact: die LTE-Option hieß anfangs gar nicht so, sondern einfach nur "Highspeed-Option". Congstar wollte offenbar schlicht nicht damit werben dass es LTE bei Congstar zum Bruchteil des Preises bei der Telekom-Mutter gibt.

  6. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: bombinho 10.09.19 - 11:07

    kendon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich zahl nix extra für 4G.

    Lass mich raten, du bezahlst einfach mehr, damit du keinen Aufpreis zahlen musst?

  7. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: kendon 10.09.19 - 11:16

    Mehr als...?

    Ich zahle für eine Dienstleistung, wie Du dir das drehst damit es in deine Argumentation passt ist deine Sache.
    Zugegeben, der Mobilfunkmarkt in Deutschland ist für den Kunden nicht der günstigste, aber zum Einen hat sich da in den letzten Jahren bereits einiges getan, zum Anderen ist das nicht der einzige Bereich in dem die Deutschen am meisten oder viel zahlen. Ist auch nicht so dass es uns hier nicht gut ginge, Deutschland ist eins der reichsten Länder der Welt.

  8. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: cpt.dirk 11.09.19 - 11:46

    Meiner Ansicht nach ist (in Dtld.) Mobilfunk völlig überteuert.

    OT:
    Und in diesem Land geht es dem Großteil der Bevölkerung übrigens auch nur bestenfalls mittelprächtig, vlg. dazu auch den Einkommensmedian und die Entwicklung der Sozial- und Rentenleistungen.

    Die Mär von Dtld. als "reiches Land" (i. S. v. "Alle") hat längst ausgedient; heutzutage hortet das oberste 1 Prozent mehr Reichtum auf, als der Durchschnitt zusammen.

  9. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: kendon 11.09.19 - 13:53

    Und deshalb verhungern tagtäglich so viele Kinder in Deutschland? Haben wieviele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser? Muss wer auf der Strasse leben, der es schaffen würde zum Amt zu gehen?

    Mag sein dass die Schere zwischen arm und reich weit offen ist, aber die Definition von "arm" ist in Deutschland im weltweiten Vergleich schon ziemlich komfortabel.

  10. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: /mecki78 11.09.19 - 17:11

    kendon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mehr als...?

    Du ohne gezahlt hättest. Während im EU Ausland LTE einfach irgendwann UMTS abgelöst hat, denn das ist wie gesagt eigentlich nur im Interesse der Netzbetreiber, wurde es in Deutschland als Premium Zusatz verkauft und war nur in Premiumtarifen erhältlich. Weil aber viele Leute nicht extra dafür zahlen wollten und auch mit den bisherigen Geschwindigkeiten zufrieden waren, hat man einfach irgendwann nur noch die Premiumtarife angeboten, die aber alle teurer waren oder Leistungstechnisch so abgespeckt wurden, dass sie oberflächlich betrachtet jetzt nicht mehr teurer waren, was im Grunde eine versteckte Preiserhöhung war (wenn die Cornflakes statt 4,20¤ nur noch 3,60¤ kosten, dann ist das trotzdem eine Preiserhöhung, wenn davor 450g und jetzt nur noch 350g in der Packung sind, denn pro 100g zahlt man dann mehr als davor).

    Das liegt daran, dass wir in Deutschland immer bis zur Schmerzgrenze versuchen noch ein paar Euro aus jeder einmal getätigten Investition zu quetschen, bevor wir endlich in was neues investieren. Die Post wusste damals, dass sie im Kabelnetz Verstärker mit Rückkanal braucht, aber noch waren die alten ja nicht maximal ausgereizt. Die Telekom wusste damals, dass ISDN angesichts des aufkommenden DSL keine Zukunft hat, aber noch hatte man die Investition nicht maximal ausgereizt. Die Telekom wusste, dass langfristig kein Weg an Glasfaser vorbei führt, aber noch hatte man ja mit VDSL, Vectoring und Super Vectoring die Investition in das DSL Netz nicht maximal ausgereizt. Statt dass man also das UMTS Netz abbaut und die dort frei werdenden Ressourcen in ein besseres LTE Netz steckt, so wie es eigentlich sinnvoll ist, muss man erst mal die Investition maximal ausreizen und verkauft jetzt über Reseller, Tochtergesellschaften oder auch nur alternative Marken (congstar ist wieder komplett in die Telekom eingegliedert) schön weiter die alten UMTS Tarife, die man Telekomkunden jetzt bewusst auf der Seite vorenthält. Das machen die anderen auch so, nutzen dafür nur eben Reseller.

    /Mecki

  11. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: cpt.dirk 11.09.19 - 23:15

    Das ist ja reichlich kurz gedacht - natürlich ist Armut in Dtld. nicht unmittelbar gleichzusetzen mit Armut im Tschad oder in Somalia.

    Das heißt aber, nicht, dass relative Armut hierzulande nicht existieren und zu vernachlässigen sein würde.

    Wenn es darum geht, dass sich Menschen keine neue Kleidung mehr kaufen können, nicht einmal für ihre Kinder, wenn sie kein Geld haben für dringend notwendige Alltagsgegenstände, für Miete, Lebensunterhalt und Bildung und wenn sie sich sich nur noch ungesundes, fett- und kohlehydtratreiches Billigstindustriefutter leisten können und dadurch mittel- bis langfristig gesundheitliche Schäden davontragen, dann sind sie mit Fug und Recht als arm zu bezeichnen.

    Auch sind solche Menschen in aller Regel von weiten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgegrenzt, denn auch soziale Aktivitäten erfordern meist Geld.

    S. auch "relative Armut" und "strukturelle Armut"
    https://de.wikipedia.org/wiki/Armut
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserwartung

    Die Anzahl derer, die unter Brücken und auf U-Bahn-Schächten schlafen, nehmen übrigens in Dtld. in den letzten Jahren rapide zu.

  12. Re: Zweimal aus der gleichen Tasche Geld holen?

    Autor: kendon 12.09.19 - 13:56

    > Das ist ja reichlich kurz gedacht - natürlich ist Armut in Dtld. nicht
    > unmittelbar gleichzusetzen mit Armut im Tschad oder in Somalia.

    Dann kommts ja nur noch drauf an wo ich den Strich ziehe und weiter über 90% der Weltbevölkerung sind arm. Und in meinem Kopf läuft grade die Titelmusik von Pippi Langstrumpf...

    > Das heißt aber, nicht, dass relative Armut hierzulande nicht existieren und
    > zu vernachlässigen sein würde.
    >
    > Wenn es darum geht, dass sich Menschen keine neue Kleidung mehr kaufen
    > können, nicht einmal für ihre Kinder, wenn sie kein Geld haben für dringend
    > notwendige Alltagsgegenstände, für Miete, Lebensunterhalt und Bildung und
    > wenn sie sich sich nur noch ungesundes, fett- und kohlehydtratreiches
    > Billigstindustriefutter leisten können und dadurch mittel- bis langfristig
    > gesundheitliche Schäden davontragen, dann sind sie mit Fug und Recht als
    > arm zu bezeichnen.

    In einem Sozialstaat wie Deutschland? Das Elend ist selbstgemacht. Ich will nicht schönreden dass das ein schönes oder erstrebenswertes Leben wäre, aber mit den Unterstützungen die man bekommt muss niemand in solchen Verhältnissen leben wie Du sie beschreibst.

    > Auch sind solche Menschen in aller Regel von weiten Bereichen des
    > gesellschaftlichen Lebens ausgegrenzt, denn auch soziale Aktivitäten
    > erfordern meist Geld.

    Meist, aber erstens gibt es auch dafür Unterstützung (insb. für Kinder), und zweitens gibt es genug soziale Aktivitäten die kein oder kaum Geld kosten.

    > S. auch "relative Armut" und "strukturelle Armut"
    > de.wikipedia.org
    > de.wikipedia.org
    >
    > Die Anzahl derer, die unter Brücken und auf U-Bahn-Schächten schlafen,
    > nehmen übrigens in Dtld. in den letzten Jahren rapide zu.

    Und die gehen nicht zum Amt weil? Wohngeld, Sozialhilfe und fürs Essen gehts zur Tafel. Mag sein dass es Fälle gibt die medizinisch verursacht sind, aber die dürften sich an zwei Händen abzählen. Die anderen haben schlicht und ergreifend einen an der Glocke.

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