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85% Ausbau

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  1. 85% Ausbau

    Autor: Snoozel 29.11.19 - 07:43

    Das hat "meine" Gemeinde als Endziel bei Breitbandausbau beschlossen. 15% der Haushalte (die teuersten beim Ausbau, es werden nicht die langsamsten zuerst ausgebaut...) bleiben beim Klingeldraht mit max. 16MBit - was in der Praxis 0 bis 6MBit ADSL2+ bedeutet. Ja, viele haben gar kein Internet.
    Begründung? Förderungen fehlen... nicht bezahlbar... keine neuen Schulden machen... das übliche BlahBlah. Zuzahlen lassen will man die Hausbesitzer aber auch nicht weil zu aufwändig in der Verwaltung.
    Und dann liest man wieder das Förderungen bereit stehen aber nicht abgerufen werden. Wie passt das zusammen?
    Und Politiker versprechen trotzdem an allen Ecken 100% Ausbau für jeden Haushalt?!

  2. Re: 85% Ausbau

    Autor: mackes 29.11.19 - 10:18

    Liegt wohl an der Gemeinde bzw. dem Landkreis. Meine Eltern wohnen in einem 20-Einwohner-Dorf, 3km vom nächsten richtigen Ort entfernt und haben derzeit 8Mbits. Nachdem der Landkreis seit diesem Jahr angeblich zu 100% mit Breitband versorgt sein soll, haben sie regelmäßig bei der Gemeinde und dem Kreis angerufen. Ergebnis: FTTH noch im kommenden Jahr, weil Vectoring sich nicht lohnen würde. Manchmal ist es eben gut, wenn man als letzter dran ist.

  3. Re: 85% Ausbau

    Autor: chefin 29.11.19 - 10:22

    Förderung ist an Bedingungen gebunden. zb an Netzfreigabe an Dritte. Das will keiner, also nimmt man die Förderung nicht. Ebenfalls ist es an Auflagen gebunden alle anzuschliessen. Das heist, man bekommt 20% wenn man 5 Millionen ausgibt und 20 Jahre auf Amortisierung kalkulieren muss und bekommt nichts, wenn man 2 Millionen ausgibt die in 8 Jahren Früchte tragen.

    Was würdest du wählen, wenn das dein Lohn wäre? Bedenke, das die Technologie alle 10 Jahre, meistens schneller, erneuert wird. Willst du dann 20 Jahre drauf warten? Das ist der selbe Humbug wie die Stromsparkühlschränke. Ein alter Kühlschrank der 100 Euro im Jahr Strom braucht wird durch einen ersetzt der 75Euro braucht, 1000 Euro kostet und ca 10-15 Jahre hält, vieleicht auch 20. Wieviel ist da gespart? Statt dessen nimmt man den 600 Euro Kühlschrank, wenn in 5 jahren der jetzige völlig hinüber ist. Der braucht dann 85Euro Strom. mit den gesparten 400 Euro kann ich die 10 Euro Mehrkosten im Jahr für 40 Jahre bezahlen. Solange hält der aber nicht, dann kommt wieder was neues.

    Das selbe ist mit Förderungen die an zuviele Bedingungen gebunden sind.

    Man sollte vieleicht mal anfangen, diese Förderung so zu staffeln, das sie nicht prozentual greifen, sondern als Überschuss. Je mehr Kosten ein Anschluss verursacht, desdo mehr Geld gibts dazu. Und zwar so, das ein Unternehmen den Aussiedlerhof so günstig erschliessen kann, wie die Einfamiliensiedlung am Stadtrand. Beispielsweise: 250 Haushalte rosinengepickt für 2 Millionen = 8000. Jede weiterer Haushalt wird gefördert indem die Mehrkosten über die 8000 vom Staat getragen werden. Wer nur pickt, bekommt nix, wer flächig ausbaut, zahlt genausoviel wie der Rosinenpicker. Dann wäre ganz schnell der Plan fertig, möglichst viele Haushalte anzubinden pro Backbone.

  4. Re: 85% Ausbau

    Autor: Snoozel 29.11.19 - 11:20

    > Manchmal ist es eben gut, wenn man als letzter
    > dran ist.

    Genau um diesen letzten Ausbauschritt geht es bei uns ja. Es wird Glasfaser zu den Häusern in den Aussenbereichen gelegt - aber nur bis zu einer Quote von 85%. Die restlichen 15% bekommen gar nichts vom Ausbau ab. Aber der Gemeinderat hat großzügig beschlossen dass diese 15% selbst den Tiefbau beauftragen könnten, natürlich komplett ohne Förderungen.
    Bei diesem Ausbau berücksichtigt wird jeder unter 30MBit. Das gibt nun die tollen Effekte dass Leute die jetzt schon 25MBit VDSL haben (womit z.B. Streaming, Cloud und Homeoffice problemlos möglich ist) auf Glasfaser ausgebaut werden um über 30MBit zu kommen, das einzelnd stehende Haus 400m weiter den Weg runter aber wieder gar nichts. Nicht mal 1 MBit.

    Wer also bisher beim Ausbau immer aussen vor geblieben ist bleibt es weiterhin wärend bei anderen mehrfach ausgebaut wurde und wird.

  5. Re: 85% Ausbau

    Autor: Snoozel 29.11.19 - 11:25

    > Das selbe ist mit Förderungen die an zuviele Bedingungen gebunden sind.

    Das Hauptproblem ist: Die Förderungen bevorzugen nun Städte. Es wird pro Haushalt gezahlt.
    Flächengemeinden haben da kaum was von.
    Resultat: Beim ersten Ausbau gab es 40% Förderungen vom Kreis. Bei diesem nur noch 20%.

    Dazu kommt: die Gemeinden müßen ihren Anteil in max. 3 Jahren bezahlen. Das kann die Gemeinde nicht stemmen.

  6. Re: 85% Ausbau

    Autor: bombinho 29.11.19 - 16:50

    Snoozel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer also bisher beim Ausbau immer aussen vor geblieben ist bleibt es
    > weiterhin wärend bei anderen mehrfach ausgebaut wurde und wird.

    Ja, kannst du es denn nicht deutlich sehen? So ist der Ausbau doch viel schneller und billiger!

    </Sarkasmus>

  7. Re: 85% Ausbau

    Autor: bombinho 29.11.19 - 17:00

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was würdest du wählen, wenn das dein Lohn wäre? Bedenke, das die
    > Technologie alle 10 Jahre, meistens schneller, erneuert wird. Willst du
    > dann 20 Jahre drauf warten? Das ist der selbe Humbug wie die
    > Stromsparkühlschränke. Ein alter Kühlschrank der 100 Euro im Jahr Strom
    > braucht wird durch einen ersetzt der 75Euro braucht, 1000 Euro kostet und
    > ca 10-15 Jahre hält, vieleicht auch 20. Wieviel ist da gespart? Statt
    > dessen nimmt man den 600 Euro Kühlschrank, wenn in 5 jahren der jetzige
    > völlig hinüber ist. Der braucht dann 85Euro Strom. mit den gesparten 400
    > Euro kann ich die 10 Euro Mehrkosten im Jahr für 40 Jahre bezahlen. Solange
    > hält der aber nicht, dann kommt wieder was neues.

    Oha, ein Verfechter der "es regelt sich alles von alleine, die Anderen machen es schon"-Idee?

    Wenn du aber das Equivalent fuer den Kuehlschrank suchst, dann wurde nur ein neuer Kompressor eingebaut (der alte taugt nur noch fuer das Museum), der fuer deutlich mehr Strom etwas schneller kuehlt und in 2-5 Jahren komplett nutzlos wird. Es ist absehbar, dass sich in 2 Jahren ein neuer Kompressor faellig ist, der bei noch hoeherer Stromaufnahme noch schneller kuehlt. Dazu musste fuer den neuen Kompressor auch noch eine neue Stromleitung verlegt werden, die man aber immerhin eventuell spaeter zum Aufladen von PKWs nutzen kann.
    Es wurde absichtlich nicht der neue Kuehlschrank gewaehlt, der 25 Jahre haelt, mit einem Bruchteil der Stromkosten auskommt, und um Groessenordnungen schneller kuehlt.

    Die Lieferkosten und die Lieferzeit sind sehr aehnlich der Lieferzeit fuer den neuen Kuehlschrank. Es ist absehbar, dass weder der neue Kompressor noch die in den naechsten Jahren folgenden Kompressoren den kuenftigen Anforderungen gerecht werden koennen und heute schon bei den meisten Familien mehr am Limit als in einem normalen betriebszustand sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.11.19 17:03 durch bombinho.

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