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Schnittstellen und Urheberrecht?

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  1. Schnittstellen und Urheberrecht?

    Autor: /mecki78 14.01.20 - 10:50

    Bei Hardware kann eine Schnittstelle nur durch Patentrecht, nicht aber durch Urheberrecht geschützt werden und Patentrecht endet spätestens nach 20 Jahren. Auch muss man die Patentierung explizit beantragen, sie muss eine echte Innovation gegen bereits existierenden darstellen um Bestand zu haben (sonst Prior Art) und man muss jährlich dafür Zahlen, das Patent weiter aufrecht zu erhalten bei zunehmend steigenden Gebühren. Warum sollte bei Software andere Regeln gelten? Auch hier ist eine Schnittstelle nur eine Schnittstelle und für sich genommen komplett wertlos, wenn nichts dahinter steht.

    /Mecki

  2. Re: Schnittstellen und Urheberrecht?

    Autor: pythoneer 14.01.20 - 11:19

    Ausgehend vom deutschen Urheberrecht – was im konkreten Fall keine Rolle spielt – gilt das Urheberrecht erstmal immer und ist nicht übertragbar. Das ist meiner Meinung erstmal auch gut so. Man kann nun als Urheber sein Werk (ist es auch noch so sinn- und nutzlos) jemanden zur Nutzung überlassen und zwar nach den Konditionen die man für richtig erachtet. Patente sind da erstmal auch eine ganz andere Kategorie. Du kannst für etwas nicht das Patent haben und trotzdem das Urheberrecht. Prior Art gilt für das Urheberrecht in dem Sinne erstmal nicht. Man muss auch kein Geld zahlen oder sonst irgend einen Aufwand aufwenden um das Urheberrecht zu erhalten.

    Nutzungsrecht ist wieder eine ganz andere Sache. Du kannst das Nutzungsrecht als Urheber erteilen und weitergeben. Das Urheberrecht nicht. Das ist auch gar nicht notwendig. Es kann aber sein, dass dir aus besonderen Gründen nicht immer die Möglichkeit gegeben ist das Nutzungsrecht nicht zu erteilen. Das ist dann mit dem Begriff Faire-Use abgedeckt. Du hast zwar immer noch das Urheberrecht aber anderen wird ohne deine Erlaubnis das Nutzungsrecht erteilt. Oracle wird hier nicht das Urheberrecht aberkannt oder weggenommen. Sondern das Nutzungsrecht für andere erteilt. (Wenn das Urteil wie erhofft ausgeht). Das ist so ähnlich wie bei staatlicher Enteignung, nur das der Urheber seine "Sache" behält, es wird nur gegen seinen Willen "kopiert". Das ist sozusagen staatliche Raubkopie. Solche Anwendungen sind in vielen Fällen sinnvoll und haben in vielen juristischen Systemen ein Äquivalent.

    https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html

    > (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
    > (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    > (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

  3. Re: Schnittstellen und Urheberrecht?

    Autor: /mecki78 14.01.20 - 12:34

    pythoneer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ausgehend vom deutschen Urheberrecht – was im konkreten Fall keine
    > Rolle spielt – gilt das Urheberrecht erstmal immer und ist nicht
    > übertragbar. Das ist meiner Meinung erstmal auch gut so. Man kann nun als
    > Urheber sein Werk (ist es auch noch so sinn- und nutzlos) jemanden zur
    > Nutzung überlassen und zwar nach den Konditionen die man für richtig
    > erachtet. Patente sind da erstmal auch eine ganz andere Kategorie. Du
    > kannst für etwas nicht das Patent haben und trotzdem das Urheberrecht.
    > Prior Art gilt für das Urheberrecht in dem Sinne erstmal nicht. Man muss
    > auch kein Geld zahlen oder sonst irgend einen Aufwand aufwenden um das
    > Urheberrecht zu erhalten.

    Nichts davon hat irgendwas damit zu tun, was ich geschrieben habe. Hardwareschnittstellen haben kein Urheberrecht, warum sollten Softwareschnittstellen eines haben? Eine Schnittstelle selber bietet keine Funktionalität, sie ist nur ein Bindeglied von der Welt außen zu einer Implementierung innen, mehr nicht. Und dass eine Schnittstelle alleine überhaupt eine ausreichend schöpferische Höhe aufweist, stelle ich bei 99% alles Schnittstellen in Abrede.

    Hardwareschnittstellen können nur durch Patente geschützt werden und was das für Unterschiede zur Folge hat, das hatte ich bereits alles beschrieben. Von Übertragen war gar kein Rede in meinem Post und spielte bei meiner Betrachtung auch gar kein Rolle. Auch habe ich nie behauptet, dass Prior Art was mit Urheberrecht zu tun hat, sondern ich habe von Patenrecht gesprochen.

    Hast du eigentlich meinen Post wirklich gelesen oder hast du nur irgendwo drei Stichworte aufgeschnappt und dann irgend eine Antwort fabuliert? Du nimmst ja zu nichts wirklich Bezug aus meine Post, außer dass du Dinge erklärst, die ich schon erklärt habe oder die gar keine Rolle hier spielen.

    Wenn du hier irgend einen Blabla posten willst, mach bitte einen eigenen Thread. Dieser Thread hier diskutiert, warum für eine Softwareschnittstelle andere Regeln als für eine Hardwareschnittstelle gelten sollen und zu dieser Diskussion hast du genau Null komma Nix beigetragen.

    /Mecki

  4. Re: Schnittstellen und Urheberrecht?

    Autor: nurmalsoamrande 14.01.20 - 12:41

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Nichts davon hat irgendwas damit zu tun, was ich geschrieben habe.
    > Hardwareschnittstellen haben kein Urheberrecht, warum sollten
    > Softwareschnittstellen eines haben? Eine Schnittstelle selber bietet keine
    > Funktionalität, sie ist nur ein Bindeglied von der Welt außen zu einer
    > Implementierung innen, mehr nicht. Und dass eine Schnittstelle alleine
    > überhaupt eine ausreichend schöpferische Höhe aufweist, stelle ich bei 99%
    > alles Schnittstellen in Abrede.


    Das heißt also für dich, dass Bücher und Musik auch keine schützenswerten Güter sind? Die Wörter bzw. Schwingungen gibt es ja schließlich alle bereits, da ist nichts neu von, das Buch bzw. das Musikstück stellt ja bloß eine Verbindung zwischen diesen dar...

    Wenn ich bei dir eine Schnittstelle zum Programmieren in Auftrag gebe... dann steckt da deiner Meinung nach also keine Arbeit und geistige Leistung hinter, die du schützenswert empfindest?

  5. Schützenswert ist nur deine konkrete Implementation.

    Autor: grutzt 14.01.20 - 13:03

    Die Schnittstelle ansich ist Bibliotheken ja nicht geheim - sonst könnte die Bibliothek niemand nutzen. Eventuell wäre ein API-Nachbau explizit zu verbieten. Das kann aber nur so gemacht werden, dass jeder Nutzer bei der Installation dieser Bibliotheken und in ihrer Dokumentation (wenn es denn eine gibt) explizit darauf hingewiesen wird.

  6. Re: Schützenswert ist nur deine konkrete Implementation.

    Autor: Aki-San 14.01.20 - 13:20

    Urheberrecht wie es momentan existiert ist eine Plage für die Menschheit und vermutlich nahe an der Religion was die Retardierung der Menschheit anbelangt.

    Warum nicht am Patentrecht ein Beispiel nehmen und eine Zeitlimitierung von X Jahren einführen. Danach ist es öffentliches Gut, was dann wohl wahrlich zum Wohle der Menschheit und nicht zum Wohle des Einzelnen ist.

  7. Re: Schnittstellen und Urheberrecht?

    Autor: theSens 14.01.20 - 13:28

    Doch, es hat sehr viel damit zu tun. Du hast nur nicht verstanden was Urheberrecht ist.
    Urheberrecht hast du für alles, automatisch, das du erschaffen hast.
    Ob das Erschaffene kopiert, verwendet etc. werden darf entscheidest erst mal du. Außer es gibt Ausnahmen die der Allgemeinheit die Verbreitung und Nutzung erlauben.
    Das heißt, in dem Moment wo du als erster eine API auf eine bestimmte Art geschrieben hast, hast du als einziger Recht darauf sie zu nutzen, derzeit.
    Weil das so Blödsinn ist, wird jetzt der Präzedenzfall geschaffen.

  8. Re: Schützenswert ist nur deine konkrete Implementation.

    Autor: theSens 14.01.20 - 17:34

    Also zumindest in AT verfällt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod ;D
    Das Urheberrecht ist nicht so das Problem. Die Verwertungsindustrie dahinter allerdings.
    Und von einer Menschheit in der es kein Eigentum gibt sind wir ungefähr so weit weg wie von Alpha Centauri.

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