1. Foren
  2. Kommentare
  3. Security
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Shitrix: Das Citrix-Desaster

Schon ein armseliges IMHO

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Schon ein armseliges IMHO

    Autor: derdiedas 14.01.20 - 19:23

    Denn wir wissen alle wie es mit der finanziellen Ausstattung der Behörden ausschaut, wir wissen alle (und wer ist nicht weiss kann es schnell per Suchmaschine erfahren) was man im Öffentlichem Dienst verdient.

    Der Autor soll sich doch mal Fragen was eine IT kostet deren Betrieb man als halbwegs professionell betrachten würde? Wir müssten die Steuern einfach mal um 10% nach oben korrigieren damit das auch geleistet werden kann.

    Kaum besser schaut es mit der IT in Krankenhäusern aus, denn auch hier müssten wir massiv höhere Krankenkassenbeiträge zahlen wenn die so arbeiten würden wie man es erwartet.

    Was soll der Admin in einer Behörde denn machen wenn ein Team aus 3 Leuten hunderte Rechner warten soll. Keinerlei Hilfsmittel bewilligt werde, und man bei dem Lohn kaum bereit sein wird Überstünden zu tätigen.

    Dem Autor fehlt eindeutig der Bezug zur Realität, was schon an sich bedauerlich ist. Das er auf eine ungepatchte Lücke als Lackmustest verweist zeugt zudem von wenig Fachwissen. Denn Patchen ist nur die Kür, vorher kommt aber die Pflicht wie vernünftige Netzwerksegmentierung und Absicherung, Verschlüsselung und vernünftige Authentifizierung. Kurzum das man diese Server überhaupt im Netz findet zeugt schon von fachlich mangelhafter IT.

    Daher gebe ich diesem IMHO einen von 5 Sternen = würde ich nicht nochmal lesen wollen.

    Gruß DDD

  2. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: robinx999 14.01.20 - 19:55

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn wir wissen alle wie es mit der finanziellen Ausstattung der Behörden
    > ausschaut, wir wissen alle (und wer ist nicht weiss kann es schnell per
    > Suchmaschine erfahren) was man im Öffentlichem Dienst verdient.
    >
    > Der Autor soll sich doch mal Fragen was eine IT kostet deren Betrieb man
    > als halbwegs professionell betrachten würde? Wir müssten die Steuern
    > einfach mal um 10% nach oben korrigieren damit das auch geleistet werden
    > kann.
    >
    Wobei das könnte ganz schnell günstiger werden könnte mehr für IT zu zahlen, wenn da mal jemand mit viel Geld oder einer guten Rechtsschutzversicherung anfängt Behörden zu verklagen, umsonst einen Tag Urlaub genommen und dann hatte die Behörde zu weil ein Schädling die IT außer Gefecht gesetzt hat, hier ist durchaus die Frage ob man da nicht häufig auch von grober Fahrlässigkeit ausgehen könnte und die Behörde Schadensersatzpflichtig werden könnte

  3. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: derdiedas 14.01.20 - 20:13

    Dir ist schon klar das man Behörden nicht verklagen kann, bzw. die Erfolgsaussichten knapp über den Nullpunkt liegen.

    Mir sagte mal ein IT Verantwortlicher eines Landeskriminalamtes, das was wir hier machen hat mit IT nichts zu tun, das ist nur noch Firefighting. Sprich wo es brennt wird was gemacht, und das bindet schon 100% aller verfügbaren Ressourcen.

    In einem Unternehmen rechnet man heute mit 10%-15% IT Kosten, Behörden laufen bei unter 1%!

    Gruß DDD

  4. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: Avarion 14.01.20 - 20:44

    Du hast zwei Dinge dabei übersehen. A) Wir haben mal wieder einen Steuerüberschuss. Also liegt es nicht daran das kein Geld da ist. B) Der Autor wollte nicht aufs Patchen hinaus, denn es gibt keinen Patch. Sondern darauf das die Geräte erreichbar waren.

  5. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: robinx999 14.01.20 - 21:16

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dir ist schon klar das man Behörden nicht verklagen kann, bzw. die
    > Erfolgsaussichten knapp über den Nullpunkt liegen.
    >
    Ich hab nicht umsonst geschrieben man braucht viel Geld oder eine sehr gute Rechtschutzversicherung. Vermutlich würde man Recht bekommen, aber erst in höheren Instanzen
    > Mir sagte mal ein IT Verantwortlicher eines Landeskriminalamtes, das was
    > wir hier machen hat mit IT nichts zu tun, das ist nur noch Firefighting.
    > Sprich wo es brennt wird was gemacht, und das bindet schon 100% aller
    > verfügbaren Ressourcen.
    >
    > In einem Unternehmen rechnet man heute mit 10%-15% IT Kosten, Behörden
    > laufen bei unter 1%!
    >
    > Gruß DDD

  6. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: uschatko 14.01.20 - 21:59

    Avarion schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast zwei Dinge dabei übersehen. A) Wir haben mal wieder einen
    > Steuerüberschuss. Also liegt es nicht daran das kein Geld da ist. B) Der
    > Autor wollte nicht aufs Patchen hinaus, denn es gibt keinen Patch. Sondern
    > darauf das die Geräte erreichbar waren.

    Man kann sagen was man will, es liegt einfach an der Einstellung der Mitarbeiter. Wenn man seinen Job ernst nimmt, ist es kein Thema zu reagieren. Allerdings wenn man hört "Jetzt ist Mittagspause da passiert hier gar nichts" und nach genau 7:48 h fällt der Stift, weiß man woran es liegt.

  7. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: konglumerat 14.01.20 - 23:39

    an schlechter planung, denn der stift sollte schon nach 6h gefallen sein ... ;)

  8. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: divStar 15.01.20 - 01:49

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dir ist schon klar das man Behörden nicht verklagen kann, bzw. die
    > Erfolgsaussichten knapp über den Nullpunkt liegen.
    >
    > Mir sagte mal ein IT Verantwortlicher eines Landeskriminalamtes, das was
    > wir hier machen hat mit IT nichts zu tun, das ist nur noch Firefighting.
    > Sprich wo es brennt wird was gemacht, und das bindet schon 100% aller
    > verfügbaren Ressourcen.
    >
    > In einem Unternehmen rechnet man heute mit 10%-15% IT Kosten, Behörden
    > laufen bei unter 1%!
    >
    > Gruß DDD
    Das kann ich aus meiner Erfahrung so nicht bestätigen. Ja, die Gehälter für Interne sind armselig. Aber dafür setzen Behörden oft auf Ausschreibungen und Externe. Und die können u.U. durchaus verklagt werden - je nach Vertrag / Los. Dass es für Behörden keinen bundesweit einheitlichen Support gibt und auch Entwicklungen nicht zentralisiert vonstatten gehen, ist unnötig und ebenfalls armselig. Aber ich weiß auch wie Chefs da arbeiten.... Hauptsache bis zur Rente aushalten.

  9. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: gloqol 15.01.20 - 07:21

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn wir wissen alle wie es mit der finanziellen Ausstattung der Behörden
    > ausschaut, wir wissen alle (und wer ist nicht weiss kann es schnell per
    > Suchmaschine erfahren) was man im Öffentlichem Dienst verdient.

    "Der Bund macht 2019 einen Rekord-Überschuss von 19 Milliarden Euro. "Wir hatten ein bisschen Glück und auch gut gewirtschaftet", sagt Finanzminister Olaf Scholz (SPD)."
    Quelle: https://www.zdf.de/politik/berlin-direkt/scholz-verkuendet-rekordueberschuss-100.html

    Geld wäre da, es wird nur an den falschen Stellen oder gar nicht eingesetzt.
    Wir haben auch ganz viele kaputte Strassen hier im Ort.
    Die deutsche IT Infrastruktur/Personal in den Behörden scheinen ganz ähnlich heruntergewirtschaftet worden zu sein.

    In so fern empfinde ich Kritik daran schon als gerechtfertigt - auch wenn man das sicher schöner verpacken kann.

    mfg

  10. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: maci23 15.01.20 - 07:46

    Was ich mich frage, warum überall gleiche Systeme verwendet werden?
    Warum immer Milliarden für Lizenzen ausgegeben werden müssen.
    Keiner dort hat annähernd ein Interesse an OpenSource.

    Da wundert mich das nicht. Sicherheitslücken soweit das Auge reicht.

    Das ist auch bei uns in Österreich nicht anderes.
    kleines Beispiel gefällig: Ich finde bei den div. Behörden offen SQL Datenbanken ohne Sicherheit gegen SQL Injektion.
    Oder es werden immer noch Excel Files mit Makros ungeschützt per Mail versendet.
    Noch dazu Makros aus Office 2007.

    Oder: Ich hatte schon mehrmals mit IT Leitern (EDV Studium) im Beamtenstatus Kontakt.
    Die wissen nicht einmal was ein SPF Record ist.
    Ich sage nur da fehlt es an Grundwissen! Diese Leute sind für mich fehl am Platz!

  11. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: Eheran 15.01.20 - 08:06

    >Geld wäre da, es wird nur an den falschen Stellen oder gar nicht eingesetzt.
    Man muss aber auch sagen, dass der Rückgang der Staatsverschuldung (und damit der im Klo verschwindenden Zinsen!) etwas sehr gutes ist und dem "nur auf x Jahre denken" widerspricht. 19 Milliarden sind vom aktuellen Rest immerhin fast 1%. Durch die Inflation ist es dann insgesammt noch ein deutlich größerer Rückgang der Verschuldung.

  12. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: AynRandHatteRecht 15.01.20 - 08:58

    maci23 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ich mich frage, warum überall gleiche Systeme verwendet werden?
    > Warum immer Milliarden für Lizenzen ausgegeben werden müssen.
    > Keiner dort hat annähernd ein Interesse an OpenSource.
    >
    > Da wundert mich das nicht. Sicherheitslücken soweit das Auge reicht.
    >
    > Das ist auch bei uns in Österreich nicht anderes.
    > kleines Beispiel gefällig: Ich finde bei den div. Behörden offen SQL
    > Datenbanken ohne Sicherheit gegen SQL Injektion.
    > Oder es werden immer noch Excel Files mit Makros ungeschützt per Mail
    > versendet.
    > Noch dazu Makros aus Office 2007.
    >
    > Oder: Ich hatte schon mehrmals mit IT Leitern (EDV Studium) im
    > Beamtenstatus Kontakt.
    > Die wissen nicht einmal was ein SPF Record ist.
    > Ich sage nur da fehlt es an Grundwissen! Diese Leute sind für mich fehl am
    > Platz!

    Zumindest bei uns in D gibt es spätestens seit den 1980ern den Konsens, dass IT eine Commodity ist, die man sich auf dem Markt einfach zukauft. Inhouse-Kompetenz aufzubauen lohne sich nicht, weil die Innovationszyklen zu kurz sind, als das man damit Geld verdienen können.

    Die Alterung der Gesellschaft ist eines der Hauptprobleme, die politisch aktiven sind Boomer und haben zu 99% absolut keine Ahnung von Tuten und Blasen und entsprechend naiv, manipulierbar oder unkooperativ sind sie. Das zieht sich dann von der Gesetzgebung über die Mittelverwendung von Bundesebene runter bis auf die kommunale Ebene.

    Und letztlich auch in die freie Wirtschaft: Wenn man beim Staat schon digital nichts hinbekommt, warum sollte man großartige Services entwickeln? Es gibt ja nichts zu gewinnen, keinen Sonderpreis für "Citrix-Admin des Jahres" oä - nur Kosten.

  13. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: derdiedas 15.01.20 - 09:00

    Da sprichst Du auch etwas gelassen aus das eine tiefe Wahrheit innehat und dessen Ursachen nur Unfähigkeit oder Korruption sein kann.

    Wieso käust der Bund nicht für alle Behörden ein, lässt Software für alle Behörden schreiben oder anpassen und versucht so weit wie möglich Software zu verwenden die OS ist oder zumindest aus Deutschland oder wenigstens der EU stammt. Und bei kommerzieller Software Bundesweite Rahmenverträge macht und nicht jede Gemeinde sich über den Tisch ziehen lässt (Behörden zahlen oft das n-Fache was die gleich große Firma im Ort zahlen muss).

    In den USA gibt es ein Gesetz das es verbietet Behörden mehr abzuknöpfen, und jemand der sowas
    anzeigt bekommt sogar einen Anteil vom Schadensersatz den dann ein Gericht in einem Urteil festlegt.

    Hier aber lassen sich Behörden geradezu über den Tisch ziehen, da die meisten keinen dedizierten Einkauf haben der Geld dafür bekommt den Einkaufspreis zu drücken.

    Gruß DDD

  14. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: Des-Asteres 15.01.20 - 09:03

    uschatko schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Man kann sagen was man will, es liegt einfach an der Einstellung der
    > Mitarbeiter. Wenn man seinen Job ernst nimmt, ist es kein Thema zu
    > reagieren. Allerdings wenn man hört "Jetzt ist Mittagspause da passiert
    > hier gar nichts" und nach genau 7:48 h fällt der Stift, weiß man woran es
    > liegt.

    Genau an mangelnde Motviation und schlechter Führung!

    Ich weiß nicht aus welcher Behörde du dein Wissen ziehst, aber in den letzten 18 Jahren gab es das von dir beschreiben Verhalten bei uns auch ABER nicht in der IT...
    ...solange die Mitarbeiter noch motiviert waren.
    Die Arbeitsbereitschaft leidet unter der mangelnden Motivation und schlechter Führung in ganz anderen Dimensionen. :´-(

    Also mangelnde Motivation: Gehen wir davon aus dass Intrinsische Motivation eine Kombination aus KÖNNEN, WOLLEN und DÜRFEN ist, bzw nur dadurch langfristig aufrecht erhalten werden kann.
    Ich glaube gerade Anfang des Jahres kennen einige das Dilemma, wie schnell die Motivation sinkt, wenn man aus welchen Gründen "nicht kann" oder "nicht will"
    In meinem Ansatz gehts aber ums NICHT dürfen.

    WOLLEN:
    Ich habe zu KEINER Zeit erlebt dass die Kollegen aus der Systembetreuung nicht wollten, wenn es um IT Themen ging.

    KÖNNEN:
    Ja da können wir nen Fragezeichen dran machen, ob jeder immer die benötigten Kenntnisse und Fertigkeiten hat(te) um den Job in angemessener Weise auszuführen. Da nehm ich mich in meiner langen Zeit als Mitglied der Systembetreung nicht aus. Erst neulich nen paar Leichen im Keller gefunden, die ich dort vergraben hatte. ;-)
    ABER: Wessen Aufgabe ist es für die richtigen Rahmenbedingungen für Motivertes Arbeiten zu sorgen?
    RICHTIG! Chef, Führungskraft, Vorgesetzter nenn es wie du willst!

    DÜRFEN:
    Und hier kommt, zumindest bei uns, der ganz große Knackpunkt. Das ist Organisation und obliegt dem Vorgesetzten oder wie es bei uns heißt "Führungskraft". Nur leider haben diese sogenannten Führungskräfte das Führen von Menschen nicht gelernt und in unserem Fall seit einigen Jahren der Leiter der IT gar kein Interesse an IT! Der will halt nur gerne Chef sein.
    Dementsprechend werden dann Gar KEINE Priritäten mehr gesetzt oder halt auf den 17 Seiten Vermerk gelegt, damit man ja keine Verantwortung übernehmen muss, für eine Technologie, die sowieso niemand in Frage gestellt hatte. Heißt in dem Fall hätte nen Dreizeiler gereicht, um sein handeln Transparent zu machen...aber ich schweife ab.

    Das Thema Sicherheit ist bei uns nie gut besetzt gewesen. :´-(
    Da hat es Jahrelang geheißen: "Updates?! Never Change a runnung System!" oder "Wir haben doch nen Virenscanner!" Und für den war halt EIN einziger Mitarbeiter zuständig...und für das ganze Thema Sicherheit, was dann über die Jahre angeflanscht wurde.
    Aber auch seitens der "obersten Heeresleitung" wurde über Jahre keine Aussage getätigt, ob den Sicherheit wichtiger als Produktion ist oder umgekehrt, Also gibt es auch keine IT-Strategie, die sich dahin ausrichten kann. Und jeder Einwand mit "Ich muss hier produzieren" Wohlgemerkt in einem Umfeld in dem es nach meinem Kenntnisstand, bis auf einer einzigen Abteilung, NICHT um Menschen Leben geht!

    Ich könnte wohl noch Stunden so weiterschreiben...
    ...schlechte Führung, wie ich sie Meine zeichnet sich nicht durch schlechte Entscheidung aus, schlechte Führung zeichnet sich durch keine Entscheidungen aus...
    ...oder halt völlig falsche Priorsierung aus Geltungsucht, aber das ist dann wieder ein gaaanz anderes Thema.

    ...aber ich höre jetzt auf und komme zu dem Kern meiner Aussage zurück...
    Grund für die Misere inbesondere in Behördenstrukturen: Mangelnde Motivation und schlechter Führung!

    ...

    Apropos noch ein kleines Fundstück zur Können, Wollen, Dürfen:

    "Wenn einer nur darf wenn er soll, aber nie kann wenn er will,
    dann mag er auch nicht mehr,
    wenn er muss!

    Wenn er aber darf wenn er will,
    dann mag er auch wenn er soll
    und kann auch wenn er muss!

    Denn schließlich müssen die, die können sollen auch wollen dürfen!"

  15. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: derdiedas 15.01.20 - 09:03

    Naaaaaa ja, die Aussage ist so als ob ich am Ende des Monats ausnahmsweise mal 200 Euro übrig habe und ich das jetzt ausgeben soll anstatt meine Schuldenlast von 50.000 Euro zu tilgen.

    Überschuss klingt ja soooo schön - die Realität schaut anders aus. Und dieser Überschuss ist ja kein Verdienst der Politik, sondern nur das Glück das man aktuell kaum Gelder für Zinsen ausgeben muss.

    Gruß DDD

  16. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: Vash 15.01.20 - 09:15

    Ich finde IMHO schon gut, denn es bestätigt, dass IT für Behörden #Neuland ist.

  17. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: AynRandHatteRecht 15.01.20 - 09:18

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da sprichst Du auch etwas gelassen aus das eine tiefe Wahrheit innehat und
    > dessen Ursachen nur Unfähigkeit oder Korruption sein kann.
    >
    > Wieso käust der Bund nicht für alle Behörden ein, lässt Software für alle
    > Behörden schreiben oder anpassen und versucht so weit wie möglich Software
    > zu verwenden die OS ist oder zumindest aus Deutschland oder wenigstens der
    > EU stammt.

    Eine zentrale Beschaffung hat noch nie Probleme gelöst. Unsere Republik ist föderal und es gibt da eben unterschiedliche Gesetze, Verwaltungsstrukturen, Steuersätze, Bestandssicherheiten.

    Andererseits wäre zB der Linux-Einsatz in München und Schwäbisch Hall ein guter Zeitpunkt gewesen, eine Einkaufsgemeinschaft zu gründen. Das wurde wohl versucht, gelang aber nicht (mir liegen keine stichhaltigen Infos dazu vor).

    > Und bei kommerzieller Software Bundesweite Rahmenverträge macht
    > und nicht jede Gemeinde sich über den Tisch ziehen lässt (Behörden zahlen
    > oft das n-Fache was die gleich große Firma im Ort zahlen muss).

    Dazu muss man aber auch sehen, wie kompliziert die Vergabeordnung ist. Jedes Stück Software muss ausgeschrieben werden, EU-Weit. Und es müssen die Vergabekriterien definiert sein. In 99% der Fällen ist der Preis das Primärkriterium, aber der Bewerber-Kreis wird eingeschränkt auf zB Unternehmen ab einer Mindestzahl von 500 Mitarbeitern, 50mio Jahresumsatz, eine Versicherung mit Abdeckung für 10 Milliarden EUR, Referenzen für vergleichbare Projekte (sic!).

    Deswegen landen die besonders großen IT-Projekte in Deutschland eigentlich immer bei den selben 5-6 Konzernen u.a. T-Systems, IBM, Accenture, McKinsey und co.

    > In den USA gibt es ein Gesetz das es verbietet Behörden mehr abzuknöpfen,
    > und jemand der sowas
    > anzeigt bekommt sogar einen Anteil vom Schadensersatz den dann ein Gericht
    > in einem Urteil festlegt.

    Schön, aber die Teilnahme an einer Ausschreibung und die gesamte Abwicklung mit Rechnungsstellung und Zahlungsziele ist so aufwendig, dass es sich nur wenige Mittelständler leisten können.

    Dazu kommt, dass die Auftraggeber (Behörden) keine Ahnung haben, was sie technisch wirklich wollen bzw. etwas fordern, was den eigentliche Zielen widerspricht.


    >
    > Hier aber lassen sich Behörden geradezu über den Tisch ziehen, da die
    > meisten keinen dedizierten Einkauf haben der Geld dafür bekommt den
    > Einkaufspreis zu drücken.

    Zum "über den Tisch" ziehen lassen, gehören immer zwei.

    Ich habe zB als Freiberufler mal eine großartige Verkaufstechnik gelernt. Hierzu muss man nach der initialen Auftragersteilung immer mal wieder in Meetings einen komplexen Sachverhalt herauspicken: Üblicherweise versteht keiner der Mitarbeiter selbst noch die eigenen Regeln und Ursprünge dieser Komplexität. Man besteht auf eine Klärung und schindet dann ordentlich Mannstunden bis der Kunde etwas abliefert.

    Wenn es Nachfragen oder Kritik von der übergeordneten Ebene kommt, muss man immer sofort "beim Kunden" sein: "Wir könnte hier eine Abkürzung nehmen, wenn wir den Fall XY ausschliessen können".

    "klar, ich werde mich drum kümmern"

    Dann immer auf schriftliche Bestätigung pochen. Der Entscheider wird sich nun selbst oder durch seinen engen Stab das Problem analysieren und merken, dass es eine Tretmine ist. Es wird weder eine schriftliche Bestätigung kommen noch weiteren Druck wegen der Kostenexplosion.

    Im Gegenteil: Auftragsverlängerung.

  18. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: Mikrotherion 15.01.20 - 09:24

    Ist schon immer beliebt gewesen, den Überbringer der schlechten Nachrichten zur Rechenschaft zu ziehen.
    Das IMHO ist nicht schlecht, sondern, wie du ja darlegst, die Umstände, die dazu führen, dass das IMHO verfasst wurde.

  19. Steuerüberschuss?

    Autor: franzropen 15.01.20 - 11:54

    Wir haben überall zerfallende Infrastruktur und Personalmangel.
    Derzeit steht nur Geld mehr zur Verfügung als verplant ist, weil man mutwillig auf Verschleiß fährt und absichtlich wichtige Dinge aus der Planung raus nimmt.
    Der "Überschuss" ist doch teilweise gerade deshalb da, weil man Personal abgebaut hat, was uns hier wieder auf die Füße fällt.

  20. Re: Schon ein armseliges IMHO

    Autor: brainslayer 15.01.20 - 13:45

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn wir wissen alle wie es mit der finanziellen Ausstattung der Behörden
    > ausschaut, wir wissen alle (und wer ist nicht weiss kann es schnell per
    > Suchmaschine erfahren) was man im Öffentlichem Dienst verdient.
    >
    > Der Autor soll sich doch mal Fragen was eine IT kostet deren Betrieb man
    > als halbwegs professionell betrachten würde? Wir müssten die Steuern
    > einfach mal um 10% nach oben korrigieren damit das auch geleistet werden
    > kann.
    >
    > Kaum besser schaut es mit der IT in Krankenhäusern aus, denn auch hier
    > müssten wir massiv höhere Krankenkassenbeiträge zahlen wenn die so arbeiten
    > würden wie man es erwartet.
    >
    > Was soll der Admin in einer Behörde denn machen wenn ein Team aus 3 Leuten
    > hunderte Rechner warten soll. Keinerlei Hilfsmittel bewilligt werde, und
    > man bei dem Lohn kaum bereit sein wird Überstünden zu tätigen.
    >
    > Dem Autor fehlt eindeutig der Bezug zur Realität, was schon an sich
    > bedauerlich ist. Das er auf eine ungepatchte Lücke als Lackmustest verweist
    > zeugt zudem von wenig Fachwissen. Denn Patchen ist nur die Kür, vorher
    > kommt aber die Pflicht wie vernünftige Netzwerksegmentierung und
    > Absicherung, Verschlüsselung und vernünftige Authentifizierung. Kurzum das
    > man diese Server überhaupt im Netz findet zeugt schon von fachlich
    > mangelhafter IT.
    >
    > Daher gebe ich diesem IMHO einen von 5 Sternen = würde ich nicht nochmal
    > lesen wollen.
    >
    > Gruß DDD

    du solltest dir die lücke vielleicht erstmal anschauen. du kannst absichern was du willst wenn das betroffene system es erlaubt die authentifizierung einfach zu umgehen. da kann der admin absichern was er will wenn die abszusichernde software scheiße ist

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. CYBEROBICS, Berlin
  2. ConmatiX Engineering Solutions GmbH, Hamburg
  3. DIS AG, Berlin-Wedding
  4. Schwarz Dienstleistung KG, Raum Neckarsulm

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. (Arthouse Cnma, RTL Crime, StarzPlay jeweils 3 Monate für 0,99€/Monat)
  2. 649,00€ (Vergleichspreise ab 718,99€)
  3. (aktuell u. a. MSI Optik MAG271CP Gaming-Monitor für 279,00€, Corsair Gaming Void Pro 7.1...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Data Scientist: Ein Mann, der mit Daten Leben retten will
Data Scientist
Ein Mann, der mit Daten Leben retten will

Senfgelbes Linoleum im Büro und weniger Geld als in der freien Wirtschaft - egal, der Data Scientist Danilo Schmidt liebt seinen Job an der Charité. Mit Ärzten entwickelt er Lösungen für Patienten. Die größten Probleme dabei: Medizinersprech und Datenschutz.
Ein Porträt von Maja Hoock

  1. Computerlinguistik "Bordstein Sie Ihre Erwartung!"
  2. OpenAI Roboterarm löst Zauberwürfel einhändig
  3. Faceapp Russische App liegt im Trend und entfacht Datenschutzdebatte

O2 Free Unlimited im Test: Telefónica macht echte Datenflatrate erschwinglich
O2 Free Unlimited im Test
Telefónica macht echte Datenflatrate erschwinglich

Telefónica startet eine kleine Revolution im Markt für Mobilfunktarife: Erstmals gibt es drei unterschiedliche Tarife mit unlimitierter Datenflatrate, die sich in der maximal verfügbaren Geschwindigkeit unterscheiden. Wir haben die beiden in der Geschwindigkeit beschränkten Tarife getestet und sind auf erstaunliche Besonderheiten gestoßen.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Telefónica Neue O2-Free-Tarife verlieren endloses Weitersurfen
  2. O2 My Prepaid Smartphone-Tarife erhalten mehr ungedrosseltes Datenvolumen
  3. O2 Free Unlimited Basic Tarif mit echter Datenflatrate für 30 Euro

Frauen in der Technik: Von wegen keine Vorbilder!
Frauen in der Technik
Von wegen keine Vorbilder!

Technik, also auch Computertechnik, war schon immer ein männlich dominiertes Feld. Das heißt aber nicht, dass es in der Geschichte keine bedeutenden Programmiererinnen gab. Besonders das Militär zeigte reges Interesse an den Fähigkeiten von Frauen.
Von Valerie Lux

  1. Arbeit Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
  2. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann
  3. Arbeit Wer ein Helfersyndrom hat, ist im IT-Support richtig

  1. SpaceX: Falcon 9 scheitert am Versuch der 50. Landung
    SpaceX
    Falcon 9 scheitert am Versuch der 50. Landung

    Das Jubiläum fiel buchstäblich ins Wasser. Nach dem Start von 60 weiteren Starlink-Satelliten tat die erste Raketenstufe, was bei anderen Raketen normal ist: Sie landete im Meer.

  2. Microsoft: WSL2 könnte von Windows-Updates getrennt verteilt werden
    Microsoft
    WSL2 könnte von Windows-Updates getrennt verteilt werden

    Neuerungen für das Windows Subsystem für Linux (WSL) gibt es bisher nur mit großen Updates für Windows selbst. Dank der Architektur des neuen WSL2 könnte sich dies aber bald ändern, was einige Nutzer fordern.

  3. Luftfahrt: DLR-Forscher entwerfen elektrisches Regionalflugzeug
    Luftfahrt
    DLR-Forscher entwerfen elektrisches Regionalflugzeug

    Noch können hybrid-elektrische Regionalflugzeuge nicht mit konventionell angetriebenen Flugzeugen konkurrieren. Das wird sich aber ändern. Forscher des DLR und des Vereins Bauhaus Luftfahrt arbeiten bereits am Elektroflugzeug der Zukunft.


  1. 18:11

  2. 17:00

  3. 16:46

  4. 16:22

  5. 14:35

  6. 14:20

  7. 13:05

  8. 12:23