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Grundwiderspruch

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  1. Grundwiderspruch

    Autor: Ron Sanders 28.01.20 - 11:23

    Wir leben in einer Gesellschaft in der auf der einen Seite Unternehmen durch die Konkurrenz gezwungen (!) sind zu rationalisieren und Arbeitsplätze abzubauen - sofern man dies nicht durch erhöhten Absatz oder "neue" Produkte verhindern kann. (Was dies der Umwelt antut - andere Frage!). Auf der anderen Seite finanziert sich dieses System aber durch Steuern, Abgaben, Beiträge usw. die letztendlich auf diesen Jobs basieren. Daher: wachsen oder untergehen! Nur leider sind andere Unternehmen, im gleichen Land oder in einem anderen Land, in der selben Situation! Daraus folgt: nicht die einzelnen Unternehmen sind "böse" oder andere Länder - es sind die Spielregeln die das Problem darstellen!

    Was in dem Artikel fehlt sind ein paar ernüchternde Tatsachen:

    a. die Kaufkraft der meisten Deutschen reicht JETZT nicht mehr um sich einen neuen Verbrenner zu kaufen.
    b. wenn ich es recht in Erinnerung habe, dann sind aktuell die am meisten verkauften Wagen in Dland 8 Jahre alt.
    c. Die Beförderung via E-Auto ist von den Gesamtkosten bis zu Faktor 4 mal teurer als der Verbrenner. Über die mangelhfte Infrastruktur möchte ich hier nicht reden.
    d. die chinesische Regierung hat aus gutem Grund die Förderung von E-Autos abgeschafft.

    Daher wird es beim Wegfall der Verbrenner in D-Land und der Unlust oder dem finanziellen Unvermögen der "Verbraucher" diese Dinger zu kaufen, zu einem erheblichen Jobverlust kommen. Und da ist die einfachere Konstruktion des Motors das kleinste Problem.

    Was das CO2-Thema betrifft gibt es nur eine aktuell relativ schnell machbare Lösung: massiver (!) Ausbau der Öffies und der Bahn. Was die Bundesregierung mit ihren 1 MRD extra pro Jahr macht, ist lächerlich und Augenwischerei. Und das der Bahnvorstand dennoch jubelt liegt daran weil sie politisch abhängig sind. Die Bundesregierung macht genauso weiter wie bisher: Förderung des Autos. Der Investitionsbedarf alleine in die Schiene liegt bei 160 MRD!

    Der Ausbau der Bahn und der Öffies kann zumindest dass CO2 Problem angehen. Eine Lösung für die dann fehlenden Steuereinnahmen und Arbeitsplätze ist es nicht.

    Eine Lösung für die Arbeitsplätze, außer Krieg, sehe ich nicht wie ganz oben erwähnt. Verzögern kann man die Probleme nur durch Abbau der durchschnittlichen Arbeitszeit.

    1995 wurde die 35 Stundenwoche in der Stahlindustrie eingeführt. Ist jetzt 25 Jahre her. Danach gab es eine Produktivitätssteigerung in D-Land von 90-100%. Und davon ist bei der Kaufkraft nix angekommen. Jetzt will man sogar die Arbeitszeit wieder erhöhen ("Reformieren, lol"). Noch Fragen?

  2. Re: Grundwiderspruch

    Autor: .02 Cents 28.01.20 - 11:49

    Der Artikel beruht im Kern auf irgendwelchen Modellen und gibt so zumindest ein Indiz dafür, dass Modelle eine vereinfachte Sicht auf die Realität sind, mit denen man - zumindest so lange sie einigermassen geeignet sind - bestimmte Aspekte / Zusammenhänge veranschaulichen kann. In keinem Fall ist ein Modell die komplette Realität.

    Der Post hier ist deutlich konfuser. Nur zwei Sätze:

    > a. die Kaufkraft der meisten Deutschen reicht JETZT nicht mehr um sich einen neuen Verbrenner zu kaufen.

    Das suggeriert, dass das eine kürzliche Entwicklung sei. Zu welchem Zeitpunkt der Geschichte hat denn die Kaufkraft der meisten Deutschen (also vermutlich mehr als 50%) eher ausgereicht als zur Zeit, um sich einen "neuen Verbrenner zu kaufen"?

    > b. wenn ich es recht in Erinnerung habe, dann sind aktuell die am meisten verkauften Wagen in Dland 8 Jahre alt.

    Nehmen wir das mal als Tatsache hin - aber was genau soll das im Zusammenhang mit a. bedeuten? Gehen wir davon aus, dass der Schwund bei Fahrzeugen in den ersten 10 Jahren zu vernachlässigen ist (Verlust durch Totalschaden oder andere Formen von Reparaturkosten > Zeitwert). Gehen wir ferner davon aus, das sich die Halte-Dauer für einen PKW mit zunehmendem Alter eher verkürzt - dann folgt daraus zwingend, das die Zahl der verkauften PKW mit höherem Alter steigt, einfach schon deswegen, weil das Angebot entsprechend grösser sein muss.

    Das ist ein Beispiel für ein einfaches Modell, das den Zusammenhang b. erklären kann, ohne dafür fragwürdige Annahmen bezüglich der Kaufkraft der Deutschen zu bemühen.

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