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Fehler in Stallmans Konzept

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  1. Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: schap23 21.02.20 - 09:43

    Richard Stallman kam mit der Idee, daß Software prinzipiell kostenlos sein soll und die Entwickler durch Unterstützung der Anwender etc. Geld verdienen könnten. Jetzt, wo sich Open Source in weiten Bereichen durchgesetzt hat, zeigt sich der Denkfehler. Statt daß der Originalentwickler davon profitiert, gibt es große Anbieter, die zwar auch zur Open Source Software beitragen, aber vor allem die lohnenden Aufträge für den Support übernehmen. Und Cloudanbieter haben genügend eigene Entwickler, daß sie auf die Unterstützung der Originalentwickler nicht angewiesen sind.

  2. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: hoschi_tux 21.02.20 - 09:58

    Der Fehler ist, im kapitalistischen System eine sozialistische Idee der gemeinnützigen Entwicklung verkaufen zu wollen und dabei auf profitorientierte Geldgeber angewiesen zu sein.

    In der Regel bekommt man nämlich bei gemeinnützigen Tätigkeiten nie einen direkten Gegenwert. Und das verträgt sich nicht in der aktuellen Marktwirtschaft.

  3. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: chefin 21.02.20 - 10:35

    Nein, die Idee ist, von Sozial zu reden, aber mehr verdienen wollen als andere. Wieso sollte der Programmierer mehr verdienen als der Hilfsarbeiter? Alle auf Mindestlohn, jeder bekommt EIN Auto, das zweite gibts wenn ALLE ein Erstes haben. Und so mit allem. Gleichschaltung aller Menschen was ihre Güter angeht. Ob man nun stinkigen Müll rumkarrt oder im Büro sitzt, beides gibt das selbe. 1 Std Arbeit ist immer das gleiche Wert. Ausbildung wird staatlich bezahlt, vollständig. Man muss allerdings seine Befähigung zu einer Ausbildung auch nachweisen.

    Verantwortung übernehmen wir alle, wir diskuttieren also drüber ob etwas gemacht wird oder nicht.

    Ups....das hatten wir ja schon. Gabs doch alles. Warum hat das nicht funktioniert? was ist falsch gelaufen in der DDR? Warum wollten die Menschen das schon 1961 nicht mehr...weswegen eine Mauer gebaut werden musste? Der Trabbi war dem Käfer doch haushoch überlegen.

    Wir Menschen sind keine soziale Gemeinschaft. Das sind Bienen, Ameisen, diverse andere Käferarten. Sozialistische Lebensformen haben in ihrer Entwicklung nie geschafft voran zu kommen. Überlebt haben die Egoisten. Die Natur hat das so geformt. Wer sich mehr Speck angefressen hat für den Winter hat überlebt. Wer sich Futter gesammelt hat, hat überlebt. Manche Formen haben auch eine Zusammenarbeit angestrebt, Rudelbildung. Aber es haben sich immer nur kleinere Gruppen zusammen geschlossen. Ein Wolfsrudel ist eine überschaubare Gemeinschaft die jedoch andere Wolfsrudel nicht duldet. Auch Schaf und Reh bilden nur kleine Gruppen, vertreiben andere Gruppen. Wer das nicht macht, wird seinen Egoismus höher schrauben. Hasen zb leben in Gruppen, dulden jeden anderen Hasen, aber im Bau sind sie Egoisten.

    Lebensformen die anders agiert haben sind ausgestorben. Ja, die Natur probiert auch immer wieder mal etwas neues zu etablieren. Hier sind auch Gattungen drunter die versuchen sozialistisch zu sein und trotzdem voran zu kommen. Aber die sind bisher alle ausgestorben.

    Wir Menschen wollen nicht aussterben, deswegen behalten wir unseren Egoismus. Und der steht im Weg bei der sozialen Betrachtungsweise, wenn es weltumgreifend wird. Sozial funktioniert nur in der überschaubaren Gemeinschaft zu der wir emotionale Bindung haben. Auch das ist eine Entwicklung die uns zu dem gemacht hat was wir sind. Emotionale Bindungen aufbauen zu können ist elementar für die Menschwerdung. Aber wir können keine 8 Milliarden Bindungen aufbauen. Aktuell kommt noch dazu, das wir verunsichert sind. Wir haben im Internet Menschen kennengelernt, denen wir klare Absage an emotionale Bindung erteilen. Aber wir wissen nicht wer das genau ist. Es könnte also passieren, das man hier ein Arschloch kennenlernt, das man lieber erschiesst als sich weiter von ihm provozieren zu lassen und real ihn als Mensch mit ecken und Kanten, aber ansonsten ganz cool kennenlernt. Merkt man dann das es der selbe Mensch ist, weis man nicht mehr was man machen soll. Erschiessen oder beste Freunde?

    Bisher war dass so kaum möglich, wir mussten Menschen gegenüber stehen die wir kennenlernen wollten. 34900 Jahre lang war das so. Seit 100 Jahren kennen wir Telefon, seit 30 Jahren Internet, seit 15 Jahren Facebook. So schnell lernen wir aber nicht unsere Instinkte zu ändern.

    Opensource wie es Stallman gerne hätte, wird sich in den nächsten 100 Jahren etablieren. Der Grundstein ist gelegt. Aber ein ergebniss ist nicht innerhalb eines Menschenlebens zu erwarten

  4. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: rawcode 21.02.20 - 10:40

    Ich finde, es ist ein Fehler, freie Software als sozialistische Lösung zu betrachten. Die Kernaussage der GPL ist ja nur, dass man nicht mit dem sog. "geistigen Eigentum" selbst Geld verdienen soll, sondern nur mit damit verbundenen Leistungen, sei es Support, Beratung oder eben dem Anbieten in den Wolken.

    Was Amazon u.A. da machen ist doch eigentlich legitim, solange sie Verbesserungen usw. im Quellcode veröffentlichen. Anders wäre es ja, wenn sie die Software mit Zusätzen und Änderungen in ihrer Wolke anbieten, den Quellcode dazu aber verschließen.

    Da kenne ich jetzt die Lizenz aber zuwenig, denn ursprünglich verlangt sie ja nur die Weitergabe des Quellcodes zusammen mit dem Produkt, also wenn ich die Software an jemanden ausliefere und damit kopiere. Wenn ich aber nur eine Benutzerschnittstelle öffentlich anbiete ... ?

    Und was das ethische angeht: das ist generell das Problem einer freiheitlichen Gesellschaft, dass davon "die Bösen" auch profitieren. Damit müssen wir leben, dass Kim Jong Il eben auch seine eigene GNU/Linux-Distro rausbringen kann. Ich halte es für "ethisch proprietär", einer Software-Lizenz die eigene Definition von Gut und Böse aufzudrücken. Das kann man mit ausschließlich selbst entwickelter Software machen, aber das im Nachhinein mit gemeinschaftlich entwickeltem Code zu machen, geht ja schon rechtlich gar nicht.

  5. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: BlindSeer 21.02.20 - 10:45

    Du schmeißt jetzt aber einige Begriffe die nicht das Gleiche bedeuten wild durcheinander und schiebst noch deine Interpretation mit dazwischen... Sozial und sozialistisch sind nun wirklich nicht das Gleiche. Dazu schmeißt du deine Interpretation vom Sozialismus mit rein, die ja sogar extremer ist als die des Kommunismus.
    Mich hätte wirklich interessiert wie sich ein sozialistischer oder wirklich kommunistischer (die Staaten waren ja alle nicht kommunistisch und der Sozialismus war auch nicht das was er sein sollte: Der Wegebner in den Kommunismus) Staat sich entwickelt hätte, wenn er nicht bis in den Boden sanktioniert worden wäre, oder (kalter) Krieg die Kosten durch Wettrüsten, Spionage und Co durch die Decke getriben hätte. Wäre spannend zu sehen, ob so ein Staat dann mithalten könnte, oder eben nicht. Eine Prognose wage ich nicht, denn da fehlt leider jede Datengrundlage.

  6. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: Trockenobst 21.02.20 - 11:15

    rawcode schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Kernaussage der GPL ist ja nur, dass man nicht mit dem sog.
    > "geistigen Eigentum" selbst Geld verdienen soll, sondern nur mit damit
    > verbundenen Leistungen, sei es Support, Beratung oder eben dem Anbieten in
    > den Wolken.

    Leute die sich erst Geldgeber suchen, sind klassische Software-Entwickler mit einer Produktidee die sich verkaufen lässt. Da dies klassisch sehr schwer ist und viel Marketing kostet, gehen sie den OpenSource Weg. Das war eine freie Entscheidung und hat eben Konsequenzen.

    Nun kommen die Begrenzungen der GPL, Apache-Lizenz ins Spiel etc. die nur relevant sind wenn die Software außer Haus gibt. Der Cloudanbieter verkauft ja keine Software, nur Services. Und da bricht jetzt das Modell. Es ist inkompatibel zu der OpenSource Idee. Dafür gibt es nun Lösungen, die eben nicht so ganz kompatibel mit dem OpenSource Gedanken sind.

    Da wird mir auch ein wenig stark mit Worten wie "Sozialismus" und "Ethik" rumgeworfen.
    GPL finde ich nicht sozialistisch, denn er macht ja keine Aussage darüber wie viel der Entwickler verdient hat. Es gibt Entwickler für GPL Software die haben extrem gute Stundensätze.

    Und Ethik, schwierig. Jedes Militär der Welt, auch die mit dem Wunsch regelmäßig politische Konflikte militärisch auszutragen, nutzen OSS. In den meisten bewaffneten Drohnen ist eine Variante von OSS Betriebssystemen drin. Ich sehe auch kaum eine juristischen Weg das zu verhindern. Denn wer so viel Geld verdient wie das Militär, kann fast jeden Stück Code clonen.
    Damit umgeht man auch "ethische" Schranken, denn eine Idee kann man nicht schützen.

  7. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: mnementh 21.02.20 - 11:23

    Hmm, Jahrzehnte antikommunistischer Propaganda entfalten ihre Wirkung. :-)

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, die Idee ist, von Sozial zu reden, aber mehr verdienen wollen als
    > andere.
    Open Source hat nichts mit Kapitalismus oder Sozialismus zu tun, es geht dabei um Freiheit.

    > Wieso sollte der Programmierer mehr verdienen als der
    > Hilfsarbeiter? Alle auf Mindestlohn, jeder bekommt EIN Auto, das zweite
    > gibts wenn ALLE ein Erstes haben. Und so mit allem. Gleichschaltung aller
    > Menschen was ihre Güter angeht. Ob man nun stinkigen Müll rumkarrt oder im
    > Büro sitzt, beides gibt das selbe. 1 Std Arbeit ist immer das gleiche Wert.
    > Ausbildung wird staatlich bezahlt, vollständig. Man muss allerdings seine
    > Befähigung zu einer Ausbildung auch nachweisen.
    >
    Was Du beschreibst ist weder sozial, noch sozialistisch, noch kommunistisch. Niemand hat so etwas jemals gefordert oder umgesetzt. Was Deine Argument zu einem Strohmann macht.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument


    > Ups....das hatten wir ja schon. Gabs doch alles. Warum hat das nicht
    > funktioniert? was ist falsch gelaufen in der DDR? Warum wollten die
    > Menschen das schon 1961 nicht mehr...weswegen eine Mauer gebaut werden
    > musste? Der Trabbi war dem Käfer doch haushoch überlegen.
    >
    Nope, die DDR hat das oben Beschriebene NICHT implementiert. Vielleicht hat das die Bild-Zeitung so beschrieben, aber Menschen in der DDR haben unterschiedliche Löhne je nach Tätigkeit erhalten und hatten unterschiedliche Privilegien. Und genau deshalb ist die DDR zusammengebrochen, die Proteste gab es ja eben, weil nicht alle das gleiche hatten.

    > Wir Menschen sind keine soziale Gemeinschaft.
    Was? Du zeigst damit starkes Unwissen über die menschlcihe Evolution und Anthropologie. Menschen konnten nur als Gruppe überleben, denn menschliche Individuen sind weder stark noch schnell oder sonstwie für ein Überleben in der Wildnis ausgelegt. Dass wir als Art erfolgreich waren lag daran, dass wir kooperiert haben in allen Unternehmungen, Wissen geteilt haben und es angereichert haben. So konnten wir mit der Zeit viele Lebensräume erobern.
    > https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.evolution-das-soziale-wesen-mensch.b3abdf36-8aaf-4bc7-8ff0-731bed1f5017.html
    > https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Am_Beginn_der_Menschwerdung_stand_mehr_soziale_Intelligenz1771015590509.html

    > Das sind Bienen, Ameisen,
    > diverse andere Käferarten. Sozialistische Lebensformen haben in ihrer
    > Entwicklung nie geschafft voran zu kommen. Überlebt haben die Egoisten. Die
    > Natur hat das so geformt. Wer sich mehr Speck angefressen hat für den
    > Winter hat überlebt. Wer sich Futter gesammelt hat, hat überlebt. Manche
    > Formen haben auch eine Zusammenarbeit angestrebt, Rudelbildung. Aber es
    > haben sich immer nur kleinere Gruppen zusammen geschlossen. Ein Wolfsrudel
    > ist eine überschaubare Gemeinschaft die jedoch andere Wolfsrudel nicht
    > duldet. Auch Schaf und Reh bilden nur kleine Gruppen, vertreiben andere
    > Gruppen. Wer das nicht macht, wird seinen Egoismus höher schrauben. Hasen
    > zb leben in Gruppen, dulden jeden anderen Hasen, aber im Bau sind sie
    > Egoisten.
    >
    Deine Betrachtungen sind vereinfachend und auf Egoismus als Fokus ausgerichtet. Altruismus bildete sich in der Evolution heraus, weil es einen Evolutionsvorteil bietet. Das hängt in vielen Dingen vom Kontext ab, aber so ist es mit der Evolution von Egoismus. Zu behaupten nur Egoismus sei ein Produkt der Evolution ist irrig, Altruismus entspringt denselben Prozessen.

    > Lebensformen die anders agiert haben sind ausgestorben. Ja, die Natur
    > probiert auch immer wieder mal etwas neues zu etablieren. Hier sind auch
    > Gattungen drunter die versuchen sozialistisch zu sein und trotzdem voran zu
    > kommen. Aber die sind bisher alle ausgestorben.
    >
    Erst einmal: der Begriff des Sozialismus macht im Kontext von Tieren keinen Sinn, da der Sozialismus eine Form ist die Wirtschaft zu organisierieren und Tiere keine Wirtschaft haben.

    Aber soziales Verhalten (was Du anscheinend meinst) ist in der Tierwelt weit verbreitet. Es ist in der Natur in vielen Situationen ein klarer Evolutionsvorteil.

    > Wir Menschen wollen nicht aussterben, deswegen behalten wir unseren
    > Egoismus. Und der steht im Weg bei der sozialen Betrachtungsweise, wenn es
    > weltumgreifend wird.
    Das ist Unfug, da sowohl unser Egoismus als auch unser Altruismus in der Evolution erfolgreiche Verhaltensweisen geschaffen haben. Wir leben als in einem Spannugnsfeld aus Egoismus und Altruismus. Eines davon zu leugnen heißt die menschliche Kultur zu verkennen. Beide Verhaltensweisen machen übrigens nur in einem sozialen Kontext Sinn.

    > Bisher war dass so kaum möglich, wir mussten Menschen gegenüber stehen die
    > wir kennenlernen wollten. 34900 Jahre lang war das so. Seit 100 Jahren
    > kennen wir Telefon, seit 30 Jahren Internet, seit 15 Jahren Facebook. So
    > schnell lernen wir aber nicht unsere Instinkte zu ändern.
    >
    Unsere Instinkte sind nicht für die moderne Welt geschaffen, das ist wahr. Aber das heißt nicht, dass wir nicht umfassendere soziale Gemeinschaften bilden können.

    > Opensource wie es Stallman gerne hätte, wird sich in den nächsten 100
    > Jahren etablieren. Der Grundstein ist gelegt. Aber ein ergebniss ist nicht
    > innerhalb eines Menschenlebens zu erwarten
    Dem stimme ich zu.

  8. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: mnementh 21.02.20 - 11:27

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nun kommen die Begrenzungen der GPL, Apache-Lizenz ins Spiel etc. die nur
    > relevant sind wenn die Software außer Haus gibt. Der Cloudanbieter verkauft
    > ja keine Software, nur Services. Und da bricht jetzt das Modell. Es ist
    > inkompatibel zu der OpenSource Idee. Dafür gibt es nun Lösungen, die eben
    > nicht so ganz kompatibel mit dem OpenSource Gedanken sind.
    >
    Die AGPL dehnt die Begrenzungen der GPL in die Cloud aus, ohne den Open-Source gedanken zu verletzen. Es bedeutet einfach nur, dass die Entwicklungen auch dann unter die Bedingungen der GPL fallen, wenn sie externen Kunden per Web angeboten werden. Das dann also nicht mehr als In-House zählt, obwohl sie es selbst hosten.

    > Da wird mir auch ein wenig stark mit Worten wie "Sozialismus" und "Ethik"
    > rumgeworfen.
    > GPL finde ich nicht sozialistisch, denn er macht ja keine Aussage darüber
    > wie viel der Entwickler verdient hat. Es gibt Entwickler für GPL Software
    > die haben extrem gute Stundensätze.
    >
    Jepp.

    > Und Ethik, schwierig. Jedes Militär der Welt, auch die mit dem Wunsch
    > regelmäßig politische Konflikte militärisch auszutragen, nutzen OSS. In den
    > meisten bewaffneten Drohnen ist eine Variante von OSS Betriebssystemen
    > drin. Ich sehe auch kaum eine juristischen Weg das zu verhindern. Denn wer
    > so viel Geld verdient wie das Militär, kann fast jeden Stück Code clonen.
    > Damit umgeht man auch "ethische" Schranken, denn eine Idee kann man nicht
    > schützen.
    Ich denke jeder der eine vernünftige zukunftsfähige Softwarebasis will nimmt mittelfristig Open-Source. Das macht ja auch Apple (Darwin), Google (Android) usw. Das das Militär das auch macht ist wenig überraschend. Open Source beendet die Abhängigkeit von einem Anbieter. Das sehen natürlich auch die Entscheider beim Militär als vorteilhaft.

  9. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: Trockenobst 21.02.20 - 11:59

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die AGPL dehnt die Begrenzungen der GPL in die Cloud aus, ohne den
    > Open-Source gedanken zu verletzen. Es bedeutet einfach nur, dass die
    > Entwicklungen auch dann unter die Bedingungen der GPL fallen, wenn sie
    > externen Kunden per Web angeboten werden. Das dann also nicht mehr als
    > In-House zählt, obwohl sie es selbst hosten.

    OpenSource bezieht sich eigentlich auf Source, und nicht den Betrieb der meist in binärer Form vorliegenden Endresultats. Deswegen habe ich ein ungutes Gefühl mit der AGPL. Sie über dehnt den Begriff Source auf eine (metaphysische) Ebene des "Intents", also mit dem Zweck der Nutzung. In den selben Graubereich kommen Lizenzen mit Verbot der "nicht humaner" oder "militärischen" Nutzung.

    Der pure OpenSource Gedanke bezieht sich nur auf Source und wie mit diesem zu verfahren ist. Der "Zweck" sollte außen vor bleiben. Dazu lässt sich die AGPL umgehen, wenn man das Ergebnis der Abfrage durch einen Proxy schickt. Das macht unnötig große Graubereiche auf.

    Die Motivation für diese Lizenzen sind klar, aber gleichzeitig entfernt man sich vom OpenSource Gedanken in den man den Nutzungszweck für Interpretation öffnet. Das macht imho mehr Schaden als Nutzen.
    Man sollte Code und Nutzung getrennt betrachten. Genau aus dem Grund hat Mongo seine eigene Lizenz die SSPL gewählt, weil die AGPL eben zur viele Grauzonen eröffnet.

  10. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: Kein Kostverächter 21.02.20 - 13:30

    Nach deiner Argumentation hätten wir mit dem Aufbau arbeitsteiliger Zivilisationen wie der unseren, die unter anderem die Entwicklung und Produktion von Dingen wie Autos, Computern etc. erst möglich gemacht hat, scheitern müssen. Der Mensch ist ein soziales Wesen, wir stammen von gemeinschaftsbildenden Primaten ab, nicht von einzelgängerischen Raubkatzen. Natürlich gibt es auch den individualistischen Aspekt und es gibt egoistische Aspekte beim Thema Rang und Macht, aber dies sind nur Teilaspekte des Menschen. Ich sehe es eher so: Wenn wir entweder rein altruistische, zu 100% auf die Gemeinschaft bezogene Wesen wären oder, wie du es beschreibst, rein auf den eigenen Vorteil bedachte zu 100% egoistische Wesen wären, wären wir wahrscheinlich beim Wandel Lebensraums von Wald zu Savanne schon vor ewigen Zeiten ausgestorben. Es gibt keine individuelle Leistung, die nicht auf Leistungen anderer aufbaut. Selbst der einzelne Gang zum Klo ist von Leistungen vieler anderer abhängig (Von der Entwicklung und dem Bau der Toilette über die Einrichtung des Abwassersystems bis zur Produktion der Lebensmittel, deren Überreste dein Körper dann auscheidet).

    Bis die Tage,

    KK

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    Mach dir deine eigenen Götter, und unterlasse es, dich mit einer schnöden Religion zu beflecken.
    (Epikur, griech. Phil., 341-270 v.Chr.)
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  11. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: yoyoyo 21.02.20 - 15:02

    Die AGPL ändert nur die Definition von Distribution. Sie verteilt nicht die Software, sondern die Leistung.
    Ich finde sie zwar nicht gut, aber logisch macht das durchaus Sinn. Ob MongoDB auf meinem Server läuft oder bei AWS auf einem Server macht für den Code keinen Unterschied. Und ob ich MongoDB anpasse oder AWS macht für die anderen Autoren auch keinen Unterschied. In beiden Fällen wurde ihr Werk verändert und sie hätten gerne die Änderungen.

  12. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: Keep The Focus 22.02.20 - 03:26

    > Open Source beendet die Abhängigkeit von einem Anbieter.

    Absoluter mumpitz.

  13. Re: Fehler in Stallmans Konzept

    Autor: Omnibrain 23.02.20 - 17:27

    Was Du beschreibst ist weder sozial, noch sozialistisch, noch
    > kommunistisch. Niemand hat so etwas jemals gefordert oder umgesetzt. Was
    > Deine Argument zu einem Strohmann macht.
    > de.wikipedia.org
    >

    Das stimmt nicht. Das ist das was Karl Marx gefordert hat. Statt Geld sollte die Zeit bezahlt werden. Weil Zeit immer gleich viel wert ist. Das ist einer der grundlegenden Fehler. Arbeiter X Produziert 10 Y. Arbeiter Z 5 Y, Arbeiter U 3 Y, aber die 10x so gut sind wie von Arbeiter X.

    Alles gleich viel "wert" ? Für den Kommunismus schon.

    > Und genau deshalb ist die DDR
    > zusammengebrochen, die Proteste gab es ja eben, weil nicht alle das gleiche
    > hatten.
    >

    Die Proteste gab es, weil es drüben keine Bananen gab. Klar waren die Leute unterschiedlich reich - aber gemessen an einem kapitalistischen System doch ungefähr gleich alle "arm".
    Die armen im Westen hatten eine Lebensstandard der im Osten quasi unerreichbar war. Schon eine Wohnung zu bekommen war schwer…

    > Dass wir als Art erfolgreich waren lag daran, dass
    > wir kooperiert haben in allen Unternehmungen, Wissen geteilt haben und es
    > angereichert haben. So konnten wir mit der Zeit viele Lebensräume erobern.

    Sollten uns aber nichts vormachen, dass wir Kleingruppenjäger sind. Die Zivilisationen die wir erschaffen haben sind Evolutionsbiologisch ein recht neues Phänomen. Und jede einzelne Zivilisation ist zerfallen. Macht schon sinn, da mal drüber nachzudenken, wieso sowas passieren kann.

    > Deine Betrachtungen sind vereinfachend und auf Egoismus als Fokus
    > ausgerichtet. Altruismus bildete sich in der Evolution heraus, weil es
    > einen Evolutionsvorteil bietet. Das hängt in vielen Dingen vom Kontext ab,
    > aber so ist es mit der Evolution von Egoismus. Zu behaupten nur Egoismus
    > sei ein Produkt der Evolution ist irrig, Altruismus entspringt denselben
    > Prozessen.
    >

    Altruismus ist eine Folge des Egoismus, weil man Altruistisch ist, um einen Vorteil zu haben. Wenn man altruistisch ist ohne Vorteil ist man nur ein Idiot. Hat die Evolution elementiert. Wir im Westen sind Wohlstands-altruistisch. "Brot für die Welt" - "aber die Wurst bleibt hier."

    > Unsere Instinkte sind nicht für die moderne Welt geschaffen, das ist wahr.
    > Aber das heißt nicht, dass wir nicht umfassendere soziale Gemeinschaften
    > bilden können.
    >

    Es hat nur keiner eine Idee wie diese auszusehen haben. Da drum kämpfen wir, seit wir aufgehört haben halbnackt hinter Tieren her zu laufen und stattdessen Essen im Supermarkt kaufen.

    > > Opensource wie es Stallman gerne hätte, wird sich in den nächsten 100
    > > Jahren etablieren. Der Grundstein ist gelegt. Aber ein ergebniss ist
    > nicht
    > > innerhalb eines Menschenlebens zu erwarten
    > Dem stimme ich zu.

    Denke Opensource wie Stallman es gerne hätte ist eine Ente. Das ist doch jetzt schon tot. Klar machen Firmen viel Opensource. Aber ist es wirklich "das" Opensource wo man einfach was ändern kann, wo jeder was zu beitragen kann ?

    Mittlerweile gibt es doch auch viel fake opensource, weil immer mehr in die Cloud geht. Und die Programme werden auch immer größer und undurchschaubarer. Ist was anderes als einen kleinen Druckertreiber von 2-3k lines zu patchen, dass er eine Feedbackmeldung gibt mit der RS angefangen hat.

    OS versagt bei vielem - Computerspiele z.b. - funktioniert aber in vielen Bereichen hervorragend - muss ich zugeben. Ich habe ~20 Jahre OpenSource entwickelt. Jetzt hat meine Firma das Projekt 'closed-source' - weil es einfach keinen Sinn macht. Kommen zu wenig contributions rein.

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