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CounterStrike für 12jährige

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  1. CounterStrike für 12jährige

    Autor: Amüsierter Leser 26.09.06 - 10:37

    Als mein Cousin 12 Jahre alt war, haben wir zum ersten Mal CounterStrike zusammen gespielt. Das Spiel sollte bekannt sein: Ein Ego-Shooter, bei dem es darum geht, andere menschlich aussehende Figuren, die durch den Computer oder einen Menschen kontrolliert werden, zu erschießen.

    Was passierte?
    Mein Cousin hatte Spaß daran, wir beide haben Spaß daran und heute, 5 Jahre später, spielen wir immernoch gelegentlich.

    Wir sprachen auch über das "gewaltverherrlichende" Spiel. Wir begreifen es beide als eine Art virtuelles Fangenspielen mit einer zusätzlichen Geschicktlichkeitskomponente (das Zielen und treffen, anschleichen, verstecken).

    Ich habe als 12jähriger meine Lehrer mit einem Panzer überfahren. Damals noch aus der Vogelperspektive, weil die Technik noch nicht so weit war: "TeacherBusters". Spaßig, trotzdem bin ich nie zum Gewaltverbrecher geworden.

    Kinder haben seit jeh her mit Spielzeugwaffen aufeinander geschossen.

    Statt jede Erfahrung zu verbieten, sollte man sich eher Gedanken machen, wie man den Kindern wichtige Erfahrungen - dazu zählt auch Gewalt, Krieg und Tod - zukommen und erfahren läßt und sie dabei begleitet.
    Kinder und Jugendliche erfahren es so oder so - in der Regel jedoch alleine, besonders jetzt, da alle Bilder und Filme im Internet verfügbar sind.

    Ich wäre für das begleitete Erleben von CounterStrike im Ethik- oder Religions-Unterricht, um sich anschließend darüber auszutauschen, wie man derartige Computerspiele einzuordnen hat. Wer derartiges verbieten möchte, sollte bedenken, dass Kinder in der Realität unbeobachtet im Internet surfen und dort wesentlich mehr Gewalt und Sex erfahren, als in einem derartigen Spiel.

    Kinder müssen lernen, was es bedeutet, wenn man mit einer echten Waffe schießt (was nicht bedeutet, dass sie schießen lernen sollten), was es bedeutet, wenn ein Mensch stirbt (was nicht bedeutet, dass sie töten sollen) und dass Krieg (...) nicht nur die Weichspülvariante a la 'Schindlers Liste' ist. SL ist ein wichtiger Film, aber Krieg hat selten etwas wie ein Happy End.
    Wenn wir wollen, dass die Kinder wissen, was das bedeutet und was sie zu vermeiden haben, müssen wir auch riskieren, dass sie mal mit Albtraum aufwachen und wir erklären können, was wir tun, um den Zustand "Krieg" und "Mord und Todschlag" zu vermeiden und die Kinder werden wissen, warum wir diesen Zustand vermeiden - ohne es selbst ausprobieren zu müssen.
    Wenn sie das wissen, werden 99,9% es verabscheuen und Gewalt vermeiden. Und es wird immer einen Teil geben, der Spaß an der Gewalt haben wird und das kann man auch nicht ändern, weil die Psyche dieser Menschen nun mal genau so ist.
    Begleitet man diese Menschen, kann man sie allerdings besser beobachten und identifizieren und im Gespräch auf sie einwirken, ihnen erklären, warum sie diesen Part ihrer Psyche kontrollieren müssen.

    Mein Cousin verabscheut Gewalt, obwohl er seit frühster Kindheit "gewaltverherrlichende" Spiele spielt - ich für meinen Teil habe Erfahrungen nicht von ihm abgehalten, sondern eher versucht ihn dabei zu begleiten.


    Vielleicht sollten wir Politiker, die so weltfremd an die Sache gehen, drigends abwählen. Ich sehe nämlich nicht, wie jemand, der die Wirklichkeit nicht wahrnimmt, logische und sinnvolle Entscheidungen treffen möchte.

  2. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: oOooooop 26.09.06 - 10:42

    ja teachbusters war richtig gut damals.
    das beste war: man konnte den figuren ECHTE namen geben ... ;)

  3. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: missagno 26.09.06 - 10:54

    Amüsierter Leser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Als mein Cousin 12 Jahre alt war, haben wir zum
    > ersten Mal CounterStrike zusammen gespielt. Das
    > Spiel sollte bekannt sein: Ein Ego-Shooter, bei
    > dem es darum geht, andere menschlich aussehende
    > Figuren, die durch den Computer oder einen
    > Menschen kontrolliert werden, zu erschießen.
    >
    > Was passierte?
    > Mein Cousin hatte Spaß daran, wir beide haben Spaß
    > daran und heute, 5 Jahre später, spielen wir
    > immernoch gelegentlich.
    >
    > Wir sprachen auch über das "gewaltverherrlichende"
    > Spiel. Wir begreifen es beide als eine Art
    > virtuelles Fangenspielen mit einer zusätzlichen
    > Geschicktlichkeitskomponente (das Zielen und
    > treffen, anschleichen, verstecken).
    >
    > Ich habe als 12jähriger meine Lehrer mit einem
    > Panzer überfahren. Damals noch aus der
    > Vogelperspektive, weil die Technik noch nicht so
    > weit war: "TeacherBusters". Spaßig, trotzdem bin
    > ich nie zum Gewaltverbrecher geworden.
    >
    > Kinder haben seit jeh her mit Spielzeugwaffen
    > aufeinander geschossen.
    >
    > Statt jede Erfahrung zu verbieten, sollte man sich
    > eher Gedanken machen, wie man den Kindern wichtige
    > Erfahrungen - dazu zählt auch Gewalt, Krieg und
    > Tod - zukommen und erfahren läßt und sie dabei
    > begleitet.
    > Kinder und Jugendliche erfahren es so oder so - in
    > der Regel jedoch alleine, besonders jetzt, da alle
    > Bilder und Filme im Internet verfügbar sind.
    >
    > Ich wäre für das begleitete Erleben von
    > CounterStrike im Ethik- oder Religions-Unterricht,
    > um sich anschließend darüber auszutauschen, wie
    > man derartige Computerspiele einzuordnen hat. Wer
    > derartiges verbieten möchte, sollte bedenken, dass
    > Kinder in der Realität unbeobachtet im Internet
    > surfen und dort wesentlich mehr Gewalt und Sex
    > erfahren, als in einem derartigen Spiel.
    >
    > Kinder müssen lernen, was es bedeutet, wenn man
    > mit einer echten Waffe schießt (was nicht
    > bedeutet, dass sie schießen lernen sollten), was
    > es bedeutet, wenn ein Mensch stirbt (was nicht
    > bedeutet, dass sie töten sollen) und dass Krieg
    > (...) nicht nur die Weichspülvariante a la
    > 'Schindlers Liste' ist. SL ist ein wichtiger Film,
    > aber Krieg hat selten etwas wie ein Happy End.
    > Wenn wir wollen, dass die Kinder wissen, was das
    > bedeutet und was sie zu vermeiden haben, müssen
    > wir auch riskieren, dass sie mal mit Albtraum
    > aufwachen und wir erklären können, was wir tun, um
    > den Zustand "Krieg" und "Mord und Todschlag" zu
    > vermeiden und die Kinder werden wissen, warum wir
    > diesen Zustand vermeiden - ohne es selbst
    > ausprobieren zu müssen.
    > Wenn sie das wissen, werden 99,9% es verabscheuen
    > und Gewalt vermeiden. Und es wird immer einen Teil
    > geben, der Spaß an der Gewalt haben wird und das
    > kann man auch nicht ändern, weil die Psyche dieser
    > Menschen nun mal genau so ist.
    > Begleitet man diese Menschen, kann man sie
    > allerdings besser beobachten und identifizieren
    > und im Gespräch auf sie einwirken, ihnen erklären,
    > warum sie diesen Part ihrer Psyche kontrollieren
    > müssen.
    >
    > Mein Cousin verabscheut Gewalt, obwohl er seit
    > frühster Kindheit "gewaltverherrlichende" Spiele
    > spielt - ich für meinen Teil habe Erfahrungen
    > nicht von ihm abgehalten, sondern eher versucht
    > ihn dabei zu begleiten.
    >
    > Vielleicht sollten wir Politiker, die so weltfremd
    > an die Sache gehen, drigends abwählen. Ich sehe
    > nämlich nicht, wie jemand, der die Wirklichkeit
    > nicht wahrnimmt, logische und sinnvolle
    > Entscheidungen treffen möchte.

    Ist ja alles gut und schön nur können in der Realität viele Eltern und Lehrer die von dir beschriebenen Aufgaben nicht durchführen (siehe weitere Postings zu diesem Thema). Vielfach fehlt es an Zeit, Konntnissen, Motivation,... Wie sollen Problemfamilien das handeln wenn sie schon mit alltäglichen Kleinigkeiten nichr zurecht kommen?

  4. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: Amüsierter Leser 26.09.06 - 11:37

    missagno schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ist ja alles gut und schön nur können in der
    > Realität viele Eltern und Lehrer die von dir
    > beschriebenen Aufgaben nicht durchführen (siehe
    > weitere Postings zu diesem Thema). Vielfach fehlt
    > es an Zeit, Konntnissen, Motivation,... Wie
    > sollen Problemfamilien das handeln wenn sie schon
    > mit alltäglichen Kleinigkeiten nichr zurecht
    > kommen?

    Ja, darüber konnte man sich mal Gedanken machen, dann würde man das Problem vielleicht lösen können.
    Wir können auch die Schuld den Computerspielen geben, das löst zwar das Problem nicht, aber wenigstens hat sich die Politik durchgegriffen... irgendwie.

    Sorry, aber wenn wir die echten Probleme nicht angehen wollen, worüber diskutieren wir und unsere Politiker dann?

  5. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: Rakoon 26.09.06 - 11:50

    Amüsierter Leser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > missagno schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Ist ja alles gut und schön nur können in
    > der
    > Realität viele Eltern und Lehrer die von
    > dir
    > beschriebenen Aufgaben nicht durchführen
    > (siehe
    > weitere Postings zu diesem Thema).
    > Vielfach fehlt
    > es an Zeit, Konntnissen,
    > Motivation,... Wie
    > sollen Problemfamilien
    > das handeln wenn sie schon
    > mit alltäglichen
    > Kleinigkeiten nichr zurecht
    > kommen?
    >
    > Ja, darüber konnte man sich mal Gedanken machen,
    > dann würde man das Problem vielleicht lösen
    > können.
    > Wir können auch die Schuld den Computerspielen
    > geben, das löst zwar das Problem nicht, aber
    > wenigstens hat sich die Politik durchgegriffen...
    > irgendwie.
    >
    > Sorry, aber wenn wir die echten Probleme nicht
    > angehen wollen, worüber diskutieren wir und unsere
    > Politiker dann?

    Frage, kannst du mir auch nur ein Beispiel nennen wo ein Politiker mit einem Normalen Bürger Diskutiert hat? ... mir fällt grad nix ein hm das letzte mal war das glaub ich von 2000Jahren bei den Griechen könnte mich aber auch irren.

  6. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: missagno 26.09.06 - 12:03

    Amüsierter Leser schrieb:
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    > missagno schrieb:
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    > > Ist ja alles gut und schön nur können in
    > der
    > Realität viele Eltern und Lehrer die von
    > dir
    > beschriebenen Aufgaben nicht durchführen
    > (siehe
    > weitere Postings zu diesem Thema).
    > Vielfach fehlt
    > es an Zeit, Konntnissen,
    > Motivation,... Wie
    > sollen Problemfamilien
    > das handeln wenn sie schon
    > mit alltäglichen
    > Kleinigkeiten nichr zurecht
    > kommen?
    >
    > Ja, darüber konnte man sich mal Gedanken machen,
    > dann würde man das Problem vielleicht lösen
    > können.
    > Wir können auch die Schuld den Computerspielen
    > geben, das löst zwar das Problem nicht, aber
    > wenigstens hat sich die Politik durchgegriffen...
    > irgendwie.
    >
    > Sorry, aber wenn wir die echten Probleme nicht
    > angehen wollen, worüber diskutieren wir und unsere
    > Politiker dann?

    Das Problem ist größer als nur Killerspiele. In unserer Gesellschaft kommen immer großere Teile der Bevölkerung mit der technologischen und gesellschaftlichen Wandel einfach nicht mehr mit. Für viele ist die heutige Gesellschaft zu komplex und zu leistungsorientiert. Die von mehreren Studien bestätigte Abkopplung immer größerer Teile der Bevölkerung ist das eigentliche Problem. Sog. Problemfamilien, oftmals von Hartz4 abhängig haben kaum noch bezüge zu der herrschenden Leistungsgesellschaft. Da diese Gruppe aber die meisten Kinder hat kann eine zunehmende Verwahrlosung und Leistungsverweigerung bei Kindern und Jugendlichen beobachtet werden. Vielfach kommt unser Bildungsystem auch nicht mehr an diese Kinder ran. Diesen Kindern nützen all die von dir vorgeschlagenen Maßnahmen nichts. Sie werden in den nächsten Jahrzehnten ein immer größer werdendes Problem. Diese Probleme werden durch unreflektierten Konsum von Killerspielen eher gefördert als gebessert.

  7. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: der bob 26.09.06 - 12:08

    missagno schrieb:
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    > Amüsierter Leser schrieb:
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    > > missagno schrieb:
    >
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    >
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    > > Ist ja alles gut und schön
    > nur können in
    > der
    > Realität viele Eltern
    > und Lehrer die von
    > dir
    > beschriebenen
    > Aufgaben nicht durchführen
    > (siehe
    >
    > weitere Postings zu diesem Thema).
    > Vielfach
    > fehlt
    > es an Zeit, Konntnissen,
    >
    > Motivation,... Wie
    > sollen
    > Problemfamilien
    > das handeln wenn sie
    > schon
    > mit alltäglichen
    > Kleinigkeiten
    > nichr zurecht
    > kommen?
    >
    > Ja, darüber
    > konnte man sich mal Gedanken machen,
    > dann
    > würde man das Problem vielleicht lösen
    >
    > können.
    > Wir können auch die Schuld den
    > Computerspielen
    > geben, das löst zwar das
    > Problem nicht, aber
    > wenigstens hat sich die
    > Politik durchgegriffen...
    > irgendwie.
    >
    > Sorry, aber wenn wir die echten Probleme
    > nicht
    > angehen wollen, worüber diskutieren wir
    > und unsere
    > Politiker dann?
    >
    > Das Problem ist größer als nur Killerspiele. In
    > unserer Gesellschaft kommen immer großere Teile
    > der Bevölkerung mit der technologischen und
    > gesellschaftlichen Wandel einfach nicht mehr mit.
    > Für viele ist die heutige Gesellschaft zu komplex
    > und zu leistungsorientiert. Die von mehreren
    > Studien bestätigte Abkopplung immer größerer Teile
    > der Bevölkerung ist das eigentliche Problem. Sog.
    > Problemfamilien, oftmals von Hartz4 abhängig haben
    > kaum noch bezüge zu der herrschenden
    > Leistungsgesellschaft. Da diese Gruppe aber die
    > meisten Kinder hat kann eine zunehmende
    > Verwahrlosung und Leistungsverweigerung bei
    > Kindern und Jugendlichen beobachtet werden.
    > Vielfach kommt unser Bildungsystem auch nicht mehr
    > an diese Kinder ran. Diesen Kindern nützen all die
    > von dir vorgeschlagenen Maßnahmen nichts. Sie
    > werden in den nächsten Jahrzehnten ein immer
    > größer werdendes Problem. Diese Probleme werden
    > durch unreflektierten Konsum von Killerspielen
    > eher gefördert als gebessert.

    Full Ack.
    aber an das große Problem traut sich kein Politiker ran. Auch Problemfamilien sind schliesslich Wähler und aussitzen hat in D ja schon Tradition. Also wird man Spiel verbieten und sich als der große Problemlöser präsentieren um mehr Wählerstimmen zu erhalten.
    Schau dir doch einfach mal an was nach PISA 1 passiert ist. Man hat darüber gestritten ob Gesamtschulen besser sind aber passiert ist nix. An den eigentlichen Gründen für den Niedergang hat niemand etwas geändert.

  8. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: Amüsierter Leser 26.09.06 - 13:35

    missagno schrieb:
    > Die von mehreren
    > Studien bestätigte Abkopplung immer größerer Teile
    > der Bevölkerung ist das eigentliche Problem.

    Das glaube ich nicht.
    Ich denke eher, dass die Abkopplung der "Elite" das
    Problem ist.

    Politiker machen Politik für das Volk. Firmen existieren,
    um ihrem Besitzer und ihren Mitarbeiter den Lebensunterhalt
    zu sichern.

    Beides schöne Ideale, die leider nichts mit der Realität
    zu tun haben.

    Wir brauchen mehr Straßenfeger.
    Was macht man mit den eher einfach gestrickten Menschen,
    die sich produktiv an der Gesellschaft beteiligen wollen?
    Auch saubere Straßen zeigen die Qualität einer Gesellschaft.
    Jeder Müllmann ist ein wichtiger Teil der Gesellschaft, wichtiger
    und als jeder feine Anwalt, der sein Geld mit Abmahnwellen macht.
    Wer respektiert schon die Menschen, die unsere Zivilisation
    funktionieren lassen? Mal gesehen, wie eine Stadt aussieht und
    stinkt, wenn die Müllabfuhr zwei oder vier Wochen gestreikt
    hat? Ich schon.
    Was machen wir? Wir kaufen eine Fege-Maschine.
    Das ist billiger als 5 Leuten einen Job zu geben. Diesen fünf
    Leuten zahlen wir jetzt Arbeitslosengeld und erklären sie für
    Schmarotzer der Gesellschaft.
    Für den Staat ist das wiederum teuer, aber das ist halt nicht
    das Problem der jeweiligen Stadtwerke.

    Wir ströhmen in die Globalisierung und schaffen es nicht
    mals unser eigenes Land in eine Balance zu bringen.

    > Vielfach kommt unser Bildungsystem auch nicht mehr
    > an diese Kinder ran. Diesen Kindern nützen all die
    > von dir vorgeschlagenen Maßnahmen nichts.

    Ich habe mal eine Zeitlang mit lernschwachen Kindern
    gearbeitet - ohne Ausbildung. Bei einem Kind kam ich nicht
    weiter und fragte die Sozialarbeiterin. Sie zuckte mit den
    Schultern - die Eltern haben ein Recht auf diesen "Service",
    aber mehr kann man auch nicht machen.

    Ich hatte etwas mehr Geduld - und Erfolg.

    Ich glaube nicht an Kinder, an die man nicht herankommt.
    Ich glaube an ungeduldige Erzieher.

    > Diese Probleme werden durch unreflektierten Konsum von
    > Killerspielen eher gefördert als gebessert.

    Auch das glaube ich so nicht.
    Denn es sind nicht nur die "Killerspiele". Es sind genauso
    Zeichentrickserien, die wesentlich eher Werte transportieren
    als ein Spiel. Da hat jeder irgendeine tolle "Superwaffe",
    um noch cooler zu sein als der andere.
    10jährige haben nur Fäuste um cool zu sein. 13jährige Messer,
    16jährige Waffen. Auf meinem Schulhof wurden Schuss-Waffen
    gehandelt, da war ich in der 10. Klasse.
    Ein Butterfly-Messer war kein unübliches Spielzeug. Das ist
    14 Jahre her, ich bezweifle, dass sich das zum Positiven ver-
    bessert hat. Achja, es war eine eher ländliche Gegend, nicht
    Berlin.
    Echte Waffen sind auch verboten, habe ich mir sagen lassen,
    vermutlich hatten die Kids mit Waffen eine Waffenschein. :->

    Unreflektiert an (möglichen) Symptomem zu hantieren hilft nicht,
    im Gegenteil. Killerspiele werden nur interessanter, weil sie
    verboten sind.
    Und das schlimmste: Man glaubt auch noch, man hätte etwas sinnvolles
    getan.

    Sorry, aber alles, was sich nicht aktiv mit den Kindern beschäftigt,
    ist keine Problemlösung. Den Kindern etwas wegzunehmen, von dem man
    glaubt, es würde sie negativ beeinflussen, hilft nicht.

    Wir brauchen ein Gesetz, um Kinder positiv zu beeinflussen, etwas
    was Kreativität aller fördert, statt glaubt die Destruktivität einiger
    weniger Kinder abzumildern. Wir brauchen weniger ein Gesetz, als ein
    kollektives Umdenken, dass allen Menschen Möglichkeiten gegeben
    werden, um sich konstruktiv an der Gesellschaft zu beteiligen und
    dafür Ansehen und gerechten Lohn zu erhalten.
    Diese Weichen muss die Politik stellen. Virtuelle Waffen zu ver-
    bieten, was für ein lächerlicher Lösungsvorschlag für dieses Problem.

    Ein Kind, dass keine Förderung erhält, weiß, dass es Hartz IV
    Empfänger wird, weil es in einer armen Familie aufwächst, in der
    falschen Gegend. Vielleicht wird es Hilfs-Arbeiter. Bringt weder
    Geld noch Ansehen. Wozu also überhaupt etwas tun?

  9. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: Rakoon 26.09.06 - 13:56

    Amüsierter Leser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > missagno schrieb:
    > > Die von mehreren
    > Studien bestätigte
    > Abkopplung immer größerer Teile
    > der
    > Bevölkerung ist das eigentliche Problem.
    >
    > Das glaube ich nicht.
    > Ich denke eher, dass die Abkopplung der "Elite"
    > das
    > Problem ist.
    >
    > Politiker machen Politik für das Volk. Firmen
    > existieren,
    > um ihrem Besitzer und ihren Mitarbeiter den
    > Lebensunterhalt
    > zu sichern.
    >
    > Beides schöne Ideale, die leider nichts mit der
    > Realität
    > zu tun haben.
    >
    > Wir brauchen mehr Straßenfeger.
    > Was macht man mit den eher einfach gestrickten
    > Menschen,
    > die sich produktiv an der Gesellschaft beteiligen
    > wollen?
    > Auch saubere Straßen zeigen die Qualität einer
    > Gesellschaft.
    > Jeder Müllmann ist ein wichtiger Teil der
    > Gesellschaft, wichtiger
    > und als jeder feine Anwalt, der sein Geld mit
    > Abmahnwellen macht.
    > Wer respektiert schon die Menschen, die unsere
    > Zivilisation
    > funktionieren lassen? Mal gesehen, wie eine Stadt
    > aussieht und
    > stinkt, wenn die Müllabfuhr zwei oder vier Wochen
    > gestreikt
    > hat? Ich schon.
    > Was machen wir? Wir kaufen eine Fege-Maschine.
    > Das ist billiger als 5 Leuten einen Job zu geben.
    > Diesen fünf
    > Leuten zahlen wir jetzt Arbeitslosengeld und
    > erklären sie für
    > Schmarotzer der Gesellschaft.
    > Für den Staat ist das wiederum teuer, aber das
    > ist halt nicht
    > das Problem der jeweiligen Stadtwerke.
    >
    > Wir ströhmen in die Globalisierung und schaffen
    > es nicht
    > mals unser eigenes Land in eine Balance zu
    > bringen.
    >
    > > Vielfach kommt unser Bildungsystem auch nicht
    > mehr
    > an diese Kinder ran. Diesen Kindern
    > nützen all die
    > von dir vorgeschlagenen
    > Maßnahmen nichts.
    >
    > Ich habe mal eine Zeitlang mit lernschwachen
    > Kindern
    > gearbeitet - ohne Ausbildung. Bei einem Kind kam
    > ich nicht
    > weiter und fragte die Sozialarbeiterin. Sie
    > zuckte mit den
    > Schultern - die Eltern haben ein Recht auf diesen
    > "Service",
    > aber mehr kann man auch nicht machen.
    >
    > Ich hatte etwas mehr Geduld - und Erfolg.
    >
    > Ich glaube nicht an Kinder, an die man nicht
    > herankommt.
    > Ich glaube an ungeduldige Erzieher.
    >
    > > Diese Probleme werden durch unreflektierten
    > Konsum von
    > Killerspielen eher gefördert als
    > gebessert.
    >
    > Auch das glaube ich so nicht.
    > Denn es sind nicht nur die "Killerspiele". Es
    > sind genauso
    > Zeichentrickserien, die wesentlich eher Werte
    > transportieren
    > als ein Spiel. Da hat jeder irgendeine tolle
    > "Superwaffe",
    > um noch cooler zu sein als der andere.
    > 10jährige haben nur Fäuste um cool zu sein.
    > 13jährige Messer,
    > 16jährige Waffen. Auf meinem Schulhof wurden
    > Schuss-Waffen
    > gehandelt, da war ich in der 10. Klasse.
    > Ein Butterfly-Messer war kein unübliches
    > Spielzeug. Das ist
    > 14 Jahre her, ich bezweifle, dass sich das zum
    > Positiven ver-
    > bessert hat. Achja, es war eine eher ländliche
    > Gegend, nicht
    > Berlin.
    > Echte Waffen sind auch verboten, habe ich mir
    > sagen lassen,
    > vermutlich hatten die Kids mit Waffen eine
    > Waffenschein. :->
    >
    > Unreflektiert an (möglichen) Symptomem zu
    > hantieren hilft nicht,
    > im Gegenteil. Killerspiele werden nur
    > interessanter, weil sie
    > verboten sind.
    > Und das schlimmste: Man glaubt auch noch, man
    > hätte etwas sinnvolles
    > getan.
    >
    > Sorry, aber alles, was sich nicht aktiv mit den
    > Kindern beschäftigt,
    > ist keine Problemlösung. Den Kindern etwas
    > wegzunehmen, von dem man
    > glaubt, es würde sie negativ beeinflussen, hilft
    > nicht.
    >
    > Wir brauchen ein Gesetz, um Kinder positiv zu
    > beeinflussen, etwas
    > was Kreativität aller fördert, statt glaubt die
    > Destruktivität einiger
    > weniger Kinder abzumildern. Wir brauchen weniger
    > ein Gesetz, als ein
    > kollektives Umdenken, dass allen Menschen
    > Möglichkeiten gegeben
    > werden, um sich konstruktiv an der Gesellschaft
    > zu beteiligen und
    > dafür Ansehen und gerechten Lohn zu erhalten.
    > Diese Weichen muss die Politik stellen. Virtuelle
    > Waffen zu ver-
    > bieten, was für ein lächerlicher Lösungsvorschlag
    > für dieses Problem.
    >
    > Ein Kind, dass keine Förderung erhält, weiß, dass
    > es Hartz IV
    > Empfänger wird, weil es in einer armen Familie
    > aufwächst, in der
    > falschen Gegend. Vielleicht wird es
    > Hilfs-Arbeiter. Bringt weder
    > Geld noch Ansehen. Wozu also überhaupt etwas
    > tun?
    >


    Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los das einige die hier Posten weit aus mehr Ahnung von der Ganzen Situation haben als irgendwelche sogenannten Experten, von den Politkern mal ganz zu schweigen.
    Mein vorschlag geh in die Politik, bleib so wie du bist, meine Stimme hast du ;)
    und zeig dennen wie man es Richtig macht.

  10. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: Amüsierter Leser 26.09.06 - 14:02

    Rakoon schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Frage, kannst du mir auch nur ein Beispiel nennen
    > wo ein Politiker mit einem Normalen Bürger
    > Diskutiert hat? ... mir fällt grad nix ein hm das
    > letzte mal war das glaub ich von 2000Jahren bei
    > den Griechen könnte mich aber auch irren.

    Gegenfrage: Wieviel Zeit nimmt sich der Bürger, um mit
    den Politikern zu reden? Ihn zu einem Gespräch aufzufordern,
    andere Bürger ins Boot zu ziehen, um eine politische Meinung
    in die Lokalpolitik oder Landespolitik zu bringen?
    Weißt Du eigentlich, wie aufwendig das ist?

    Wem geht's in diesem Land so schlecht, dass er auf beheizte
    Wohnung, Essen und TV verzichten müsste?

    Gut, Bücher kosten Geld... aber wer will schon lesen?

    Wer von den Bürgern beteiligt sich an der Politik mehr
    als alle 4 bzw. 5 Jahre ein Kreuzchen zu machen?

    Politik zu dem Thema im kleinsten Rahmen:
    Wen interessiert schon, dass das Kind vom Nachbarn nie eine Chance
    haben wird?

    Was habe ich davon, wenn ich mit meinem Geld dem fremden Kind vom
    Nachbarn ein Buch kaufe, weil es kein Geld dafür hat? Es ermutige
    etwas zu lernen oder ihm sogar etwas beibringe. Mal 'ne Frage aus der
    Schule beantworte, die die Eltern vielleicht nicht beantworten
    können.

    Eigentlich doch nur Nachteile für mich. Kostet meine Zeit, mein Geld
    und die Eltern denken vermutlich, man sei wer weiß was.
    Also warum sollte ich mich irgendwo engagieren?

    Nunmal ehrlich... was machst *DU* (und damit meine ich jeden, der die
    Frage liest), um dieses Land in irgendeiner Form zu verbessern, das über
    Rumjammern hinausgeht?

    Angefangen von nicht rumjammern, über mal nicht aufregen, wenn man
    zugunsten anderer auf etwas verzichten muss bis hin zu freiwillig
    etwas abgeben oder Zeit investieren, um aktiv lokal die Situation
    zu verbessern - ehrenamtlich oder auch so, dass es eigentlich keiner
    mitbekommt.

    Warum wartet den jeder, dass ein Politiker an die Tür kommt und eine
    Umfrage macht und beschwert sich dann, dass keiner kommt!?

    Der Junge mit dem Buch wechselte dieses Jahr auf's Gymnasium und macht
    jetzt Abitur. Man braucht keinen Politiker, um etwas zu verbessern.

  11. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: Rakoon 26.09.06 - 14:13

    Wenn ich helfen kann, in dem beschränkten umfang dem es mir möglich ist (Freundschaftshilfe) einfach helfen ohne irgendetwas zuverlangen tu ich das auch.
    Nur habe ich weder Zeit noch das Geld, daher geh ich ja auch Arbeiten, um ich Ehrenamtlich irgendwo zu angaieren bzw in irgendeiner Partei mitzumachen.

  12. PS:

    Autor: Rakoon 26.09.06 - 14:18

    Auserdem finde ich das die Politiker Möglichkeiten schaffen müssten das man ihnen mal eine Diskusion führen kann. Denn kommen solche Iniativen von Bürgen werden sie meist einfach ignoriert, wie man immer wieder feststellen muss bzw "scheitern" an irgendwelchen sinnlosen Regelungen.

  13. Re: PS:

    Autor: Amüsierter Leser 26.09.06 - 14:51

    Rakoon schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Auserdem finde ich das die Politiker Möglichkeiten
    > schaffen müssten das man ihnen mal eine Diskusion
    > führen kann. Denn kommen solche Iniativen von
    > Bürgen werden sie meist einfach ignoriert, wie man
    > immer wieder feststellen muss bzw "scheitern" an
    > irgendwelchen sinnlosen Regelungen.

    Ich wäre für regelmäßige Wahlen im Internet.
    Einfach mal Meinungen einholen. Die Politiker müssen
    sich ja nicht dran halten, vielleicht haben sie ja
    auch Infos oder Dinge zu berücksichtigen, die das
    gemeine Volk nicht kennt.

    Auch dafür wählen wir sie ja.

    Aber die Presse würde darüber berichten und wir könnten
    uns überlegen, ob wir den Typen nochmal wählen würden,
    wenn er sich nicht passend erklären könnte.

    Überhaupt würde ich gelegentlich gerne klarer mitreden,
    wer mich da vertritt, statt nur, welchen drei Buchstaben
    ich an vier Buchstaben vorbeigehe.

  14. Re: PS:

    Autor: Rakoon 26.09.06 - 15:20

    Seh ich genauso heute kann man doch soviel im Internet machen, warum schaffen sie es nicht ein Forum oder so einzurichten wohl gemerkt Parteiunabhängig.

  15. Re: CounterStrike für 12jährige

    Autor: SmallPenis 26.09.06 - 18:58

    Richtig, schreiben wie ein Politiker kannst du ja schon! Du hast meine Stimme

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