1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet-Forum
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Protestkampagne gegen…

Warum Anonymität wichtig ist

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Warum Anonymität wichtig ist

    Autor: Amüsierter Leser 26.09.06 - 11:11

    Häufig heißt es, dass Anonymität nicht erforderlich ist, wenn man nichts zu verbergen hat.

    Ich hatte eine Zeit lang ein anonymes Forum laufen, damit Studenten unerkannt und öffentlich Kritik an der Hochschule äußern konnten, die die Hochschule bereits kannte, jedoch ignorierte. Jeder bekam gesagt, dass er der einzige wäre, der sich beschwerte, es demzufolge auch kein Problem gab. Selbst unerkannt wagten einige im Forum nicht sich direkt zu äußern, da sie ungerechtfertigte Konsequenzen fürchteten, wenn sie durch Schreibstil oder versehendliche Detailinformation doch zu identifizieren gewesen wären.

    Mich selber wollte man auf Schadenersatz verklagen, den man direkt mal auf 50.000 Euro anlegte, weil ich meine Meinung namentlich äußerte und das Forum anbot. Auch von Exmatrikulation war die Rede.

    Ich setzte also mit der Nennung meines Namens die Zukunft meiner Berufsausbildung, sowie meine finanzielle Zukunft auf's Spiel.
    Ich ging das Risiko ein, zu einer Klage kam es nicht, da ich mich zuvor mit Hilfe eines Professors, der die Sache unterstützte, aber ebenfalls anonym bleiben wollte, rechtlich ausreichend absichern konnte. Dass ich mich absicherte, teilte ich dem Dekan mit, so dass er sah, dass seine Klage keine Aussicht auf Erfolg hatte.
    Ohne die Hilfe dieses Professors, wäre ich jetzt eventuell hochgradig verschuldet.

    Im Ergebnis versuchten jedoch einige Professoren, meinen Abschluss zu verhindern und erschwerten ihn so mehr als deutlich. Zitat, zwei Wochen nach Semesterbeginn: "Sie bekommen von mir den Schein nicht!" - es gab keine Alternative zu diesem Professor.
    Das war der Preis, den ich für die Unverschämtheit auf freie Meinungsäußerung zu zahlen hatte.

    Ich kann heute sehr gut nachvollziehen, dass nicht jeder bereit ist, dieses Risiko einzugehen und diesen Preis zu zahlen. Ist Anonymität nicht mehr möglich, wird das Recht der freien Meinungsäußerung ein Recht, dass wir nur noch auf dem Papier haben.

  2. Re: Warum Anonymität wichtig ist

    Autor: Accessdenied 26.09.06 - 13:43

    Dickes fettes lob an dich genau so muss es sein das mal andere mitbürger oder die gleichen das lesen können was abgeht und wenn was öffendlich gemacht wird umso besser für die die was zusagen haben um einfach schlechte aktionen von denn anderen zu mindern so das die sehen können das es einfach nicht so weiter gehen kann
    Amüsierter Leser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Häufig heißt es, dass Anonymität nicht
    > erforderlich ist, wenn man nichts zu verbergen
    > hat.
    >
    > Ich hatte eine Zeit lang ein anonymes Forum
    > laufen, damit Studenten unerkannt und öffentlich
    > Kritik an der Hochschule äußern konnten, die die
    > Hochschule bereits kannte, jedoch ignorierte.
    > Jeder bekam gesagt, dass er der einzige wäre, der
    > sich beschwerte, es demzufolge auch kein Problem
    > gab. Selbst unerkannt wagten einige im Forum nicht
    > sich direkt zu äußern, da sie ungerechtfertigte
    > Konsequenzen fürchteten, wenn sie durch
    > Schreibstil oder versehendliche Detailinformation
    > doch zu identifizieren gewesen wären.
    >
    > Mich selber wollte man auf Schadenersatz
    > verklagen, den man direkt mal auf 50.000 Euro
    > anlegte, weil ich meine Meinung namentlich äußerte
    > und das Forum anbot. Auch von Exmatrikulation war
    > die Rede.
    >
    > Ich setzte also mit der Nennung meines Namens die
    > Zukunft meiner Berufsausbildung, sowie meine
    > finanzielle Zukunft auf's Spiel.
    > Ich ging das Risiko ein, zu einer Klage kam es
    > nicht, da ich mich zuvor mit Hilfe eines
    > Professors, der die Sache unterstützte, aber
    > ebenfalls anonym bleiben wollte, rechtlich
    > ausreichend absichern konnte. Dass ich mich
    > absicherte, teilte ich dem Dekan mit, so dass er
    > sah, dass seine Klage keine Aussicht auf Erfolg
    > hatte.
    > Ohne die Hilfe dieses Professors, wäre ich jetzt
    > eventuell hochgradig verschuldet.
    >
    > Im Ergebnis versuchten jedoch einige Professoren,
    > meinen Abschluss zu verhindern und erschwerten ihn
    > so mehr als deutlich. Zitat, zwei Wochen nach
    > Semesterbeginn: "Sie bekommen von mir den Schein
    > nicht!" - es gab keine Alternative zu diesem
    > Professor.
    > Das war der Preis, den ich für die Unverschämtheit
    > auf freie Meinungsäußerung zu zahlen hatte.
    >
    > Ich kann heute sehr gut nachvollziehen, dass nicht
    > jeder bereit ist, dieses Risiko einzugehen und
    > diesen Preis zu zahlen. Ist Anonymität nicht mehr
    > möglich, wird das Recht der freien
    > Meinungsäußerung ein Recht, dass wir nur noch auf
    > dem Papier haben.
    >


  3. Re: Warum Anonymität wichtig ist

    Autor: Liebernicht@feind.hörtmit 07.11.06 - 10:24

    Erst mal großes Kompliment für soviel Ausdauer, ich kenne als gewählter Interessenvertreter meines Betriebes zumindest in Ansätzen den Druck, der von Oben ausgeübt werden kann.

    Mir geht es, wenn auch in kleineren Mengen, ähnlich. Da sich oftmals meine politischen, religiösen, arbeitsphilosophischen Ansichten nicht mit der gleichgeschalteten und medienverdummten Masse decken, war ich schon zu jungen Schulzeiten Repressalien ausgesetzt, wurde als "Teufelsanbeter" und "Nazi" beschimpft, und das nur, weil ich den "Eindruck" erweckte, nicht absolut mit der vom Lehrer bereits vorgefertigten Weltanschauung konform zu gehen. Schon damals wogen haltlose Anschuldigungen schwerer als die Tatsache, dass ich weder in Tun noch in Reden gewaltverherrlichenden Nationalsozialismus und Satanismus mit mir führte.

    Und was zu Schulzeiten noch harmlos war, wäre in heutigen Zeiten der Gleichbehandlungshexenjagd und Zwangstoleranz der Genickschuss für jede noch so kleine Karriere, und sei es nur Klärschlammvorkoster.

    Wer kann sich denn, nur weil einmal verwählt und bei Beate U. gelandet statt bei Tante Erna, vom Vorwurf reinwaschen, ein verdorbenes und den Lastern verfallenes Subjekt niedrigster Art zu sein, denn mit den ganzen Porno Spam-Mails, von meinem ISP zwangsprotokolliert, kann ja jeder, der sich unrechtmäßig Zugriff auf diese Daten verschafft, diese meine Verderbtheit zu beweisen.

    Gegendarstellungen auf Seite 95, unten links, kleiner Kasten oder ein Freispruch bringen dann auch nichts mehr. Leben versaut, und im Schatten dieser Hexenjagd lächelt sich Otto-Normalterrorist dumm und dämlich, denn er telefoniert mit dem Handy von meinem Nachbarn, gestern erst gestohlen.
    *klopf,klopf* Hier ist das SEK ... ach so, andere Tür, danke und schönen Tag noch.

    Wo waren wir? Ach ja, und das alles nur, weil jemand Ölquellen im mittleren Osten erobern wollte und deswegen seinen Geheimdienst beauftragt hat, Terror zu spielen. Oops, ganz vergessen, das darf man ja auch nicht sagen ... schade aber auch.

    Datenschutz und Anonymität sind Eckpfeiler echter Freiheit, sowie Steaks und Rote Eckpfeiler einer Grillparty sind.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Backend Web Developer (m/w/d)
    MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG, Wolfertschwenden
  2. Sachbearbeiter (w/m/d) IT-Betreuung Schulen
    KommunalBIT AöR, Fürth
  3. Data Analyst (m/w/d)
    STABILA Messgeräte Gustav Ullrich GmbH, Annweiler am Trifels
  4. Data & Analytics-Experte Automotive Technologies (m/w/d)
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 499,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de