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"Messung" des Ladestands

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  1. "Messung" des Ladestands

    Autor: spag@tti_code 15.05.20 - 09:35

    Bei Lithiumzellen ist die Messung des Ladestands ohne Zerstören der Zelle und Analyse der Zellchemie garnicht so einfach.
    Normalerweise wird (zumindest in Mobiltelefonen) über ein Zellmanagement "charge controller" der Strom gezählt, der raus und reingeht und in Software dann über die Zeit integriert.
    Der angezeigte Ladestand ist sowieso immer nur geschätzt und braucht auch immer noch Sicherheitsmargen (über 100% und unter 0%) um die Zellchemie zu schützen.
    Wenn die App von Porsche nach 22 Tagen 1% weniger anzeigt, liegt das daran, dass der Programmierer des Batteriemanagements 1% Selbstentladung / Monat in die Ladestandsschätzung angenommen hat. Tesla ist dagegen etwas konservativer in der Schätzung.

    Interessant für die Praxis wäre ein Vergleich der Restreichweite bis Stillstand nach z.B. einem Monat Garage.

  2. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: Klausens 15.05.20 - 10:00

    > Normalerweise wird (zumindest in Mobiltelefonen) über ein Zellmanagement "charge controller" der Strom gezählt, der raus und reingeht und in Software dann über die Zeit integriert.

    Und sowas kann man natürlich bei E-Autos nicht machen und muss deshal raten, ob es 1% oder 22" Entladung sind. So ein Quatsch.

  3. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: NorbertK571 15.05.20 - 10:02

    Dafür müssten es aber alle Hersteller so machen wie Tesla, tatsächlicher Akkustand in kWh dividiert durch den vom Hersteller angegebenen Verbrauch. Das gibt beim TMS und einem neuen bzw gutem Akku dann die rund 560km angegebene Reichweite. Lässt der Akku nach wird es weniger.
    Viele andere Hersteller berücksichtigen bei der Reichweitenangabe im Auto aber die vorherigen Fahrten und die Temperaturen und zeigen realistisch an wie weit das Auto bei gleicher oder ähnlicher Fahrweise wie vorher kommt.
    Daher stehen beim e-tron oft nur um 330km im Display, aber die schafft er tatsächlich, ohne wenn und aber. So wie der Porsche auch. Tesla zeigt am Anfang theoretische Werte an und erreicht sie im normalen Fahrbetrieb bei weitem nicht.
    Bei einem TMX75D habe ich auf 98km 48% vom Akku verbraucht. Endstand 42%. Angegebene Restreichweite des Teslas im BC etwa 160km. Ob ich die wohl erreicht hätte?
    Allerdings, und das währe sicher besser gewesen, beide Autos kann man über die OBD Schnittstelle auslesen. Diese Werte währen sicher aussagekräftiger gewesen.
    Das ändert aber nichts am Vampierverlust des Teslas, das haben genug andere Fahrer auch schon berichtet. Und vom eGolf und e-tron kann ich aus der Praxis bestätigen das <1%/Monat Akkuverlust in etwa passt.

  4. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: Held_vom_Erdbeerfeld 15.05.20 - 10:13

    Einfach in der App 1 Prozent mehr anzeigen lassen beim abmachen als beim ausmachen. Hundert Mal wiederholen, voller Akku. Majik

  5. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: Slartie 15.05.20 - 10:28

    Die Verluste bei Tesla kommen aber größtenteils nicht davon, dass die Zellchemie Selbstentladungsverluste hätte, sondern davon, dass da eine stromhungrige Auto-Elektronik läuft, die offenbar keine sonderlich guten Energiespar-Modi hat. Da findet also messbare Entladung statt, die von der Batteriesteuerung ganz gewöhnlich gemessen und in Füllstandsänderung umgerechnet werden kann. Die Selbstentladung durch Zellchemie kommt noch obendrauf, aber die haben beide Autos vermutlich gleichermaßen, daher spielt sie für den Vergleich keine Rolle. Beide Batteriesteuerungen rechnen diese bekannte Größe sicher auch korrekt in ihre Füllstandsangaben ein, alles andere wäre ein schwerwiegender technischer Bug mit unangenehmen Folgen (Tiefentladung oder Überladung).

    Der Porsche hat halt bessere Energiespar-Modi implementiert - was vermutlich keine allzu große Kunst war, an Smartphones und anderen Mobilgeräten kann man sehen, wie tief man den Energieverbrauch komplexer Elektronik mit heute verfügbaren, gut verstandenen Techniken im Standby senken kann, ohne sie komplett abschalten zu müssen. Das, was Tesla da verbrät, bietet mehr als genug "low-hanging fruits", die sicher auch Tesla früher oder später abgreifen wird - nur sind sie halt im EV-Markt der Incumbent, der in Einzelaspekten nun eben von der Konkurrenz überholt wird und dann selbst nachziehen muss. Nix besonderes, das ist eine völlig normale und erwartbare Entwicklung; niemand hat Innovation in jeder Disziplin auf ewig gepachtet, auch nicht Tesla.

  6. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: RienSte 15.05.20 - 11:41

    Man kann den Strom "der rein und rausgeht" aber auch messen, wenn das Auto stillsteht bzw. aus ist. Man muss sich da nicht auf einen Wert "% Entladung pro Tag Stillstand" verlassen, den "ein Programmierer" da einfach mal so reintgetippt hat.

    Genaue SoC und SoH Algorithmen sind jetzt auch nicht (mehr) so die Raktenwissenschaft.

  7. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: obermeier 15.05.20 - 12:08

    Quatsch. Bei unbelasteten, relaxierten Zellen kann einfach die OCV-Kurve des Zellherstellers herangezogen werden. Zellspannung (OCV) entspricht Ladestand in Prozent. Das machen auch alle Fahrzeuge so, sobald sie stehen. Beim Fahr-/Ladebetrieb hast du recht. Aber nicht wenn die Karre steht.

  8. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: Eheran 15.05.20 - 12:45

    >Bei Lithiumzellen ist die Messung des Ladestands ohne Zerstören der Zelle und Analyse der Zellchemie garnicht so einfach.
    Vollladen bis bei konstanter Spannung der Strom unter 5% der Nennkapazität gefallen ist (aka ganz normales volladen) geht irgendwie auch ohne Zerstörung...? Den nötigen Strom (bzw. Energie) kann man einfach messen.

  9. Re: "Messung" des Ladestands

    Autor: Crolham 15.05.20 - 17:22

    spag@tti_code schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei Lithiumzellen ist die Messung des Ladestands ohne Zerstören der Zelle
    > und Analyse der Zellchemie garnicht so einfach.
    > Normalerweise wird (zumindest in Mobiltelefonen) über ein Zellmanagement
    > "charge controller" der Strom gezählt, der raus und reingeht und in
    > Software dann über die Zeit integriert.
    > Der angezeigte Ladestand ist sowieso immer nur geschätzt und braucht auch
    > immer noch Sicherheitsmargen (über 100% und unter 0%) um die Zellchemie zu
    > schützen.
    > Wenn die App von Porsche nach 22 Tagen 1% weniger anzeigt, liegt das daran,
    > dass der Programmierer des Batteriemanagements 1% Selbstentladung / Monat
    > in die Ladestandsschätzung angenommen hat. Tesla ist dagegen etwas
    > konservativer in der Schätzung.
    >
    > Interessant für die Praxis wäre ein Vergleich der Restreichweite bis
    > Stillstand nach z.B. einem Monat Garage.

    Quatsch mit Soße.. der Ladestand wird Recht unspektakulär anhand der Spannung und hinterlegten Entladekurven ermittelt.. ganz ohne Zerstörung.. Strom messen und den "Momentanverbrauch" integrieren ist zwar auch ne Möglichkeit aber macht keinen Sinn diese der Spannung vorzuziehen für den Ladestand..Die "aAbschaltspannung" ist ja letzten Endes ausschlaggebend für die 0% nicht die Ah.. würde man rein nach den Ah gehen könnte man gar nicht den Kapazitätschwund der Akkus berücksichtigen ¯\_(ツ)_/¯



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.05.20 17:27 durch Crolham.

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