1. Foren
  2. Kommentare
  3. Automobil
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Autoproduktion: Das Ende des…

Fachlicher Kontext und Verständnis?

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Fachlicher Kontext und Verständnis?

    Autor: Maddix 12.06.20 - 14:32

    Mal so nebenbei: das hier ist keine Auflösung der Fließfertigung, sondern lediglich eine Modularisierung. Hier geht es auch streng genommen nicht um eine Insel- oder Werkstattfertigung, wie der Titel es definieren würde. Sonder es geht darum, die verschiedenen Arbeitsschritte einer Fließfertigung nicht mehr in 1:1 Beziehung mit einander zu stellen, sondern diese mit einer n:m Beziehung auszustatten.

  2. Re: Fachlicher Kontext und Verständnis?

    Autor: cruse 12.06.20 - 18:27

    Maddix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal so nebenbei: das hier ist keine Auflösung der Fließfertigung, sondern
    > lediglich eine Modularisierung. Hier geht es auch streng genommen nicht um
    > eine Insel- oder Werkstattfertigung, wie der Titel es definieren würde.
    > Sonder es geht darum, die verschiedenen Arbeitsschritte einer
    > Fließfertigung nicht mehr in 1:1 Beziehung mit einander zu stellen, sondern
    > diese mit einer n:m Beziehung auszustatten.
    Der Ablauf bzw die Reihenfolge der Arbeitsschritte wird auch an einer "normalen" Linie ständig angepasst und optimiert. Da geht's um Kleinigkeiten wie "Mitarbeiter bückt sich 1 sec zu viel wegen Schrauben aufheben" oder es kommen neue Bauteile.
    Nicht genutzte Stationen werden einfach so durchfahren.
    Bei Fehlern gibt's eh eine Nacharbeit und bei vielen Liniensystemen kann man auch an mehreren Punkten neu einschleusen.
    Die n:m-Beziehung braucht man meistens nicht. Du kannst z.b. schlecht den Motor vor dem Fahrgestell verbauen.
    Die Inselproduktion braucht einfach zu viel Platz meiner Meinung nach und ist damit schon weniger effektiv.

  3. Re: Fachlicher Kontext und Verständnis?

    Autor: captaincoke 12.06.20 - 18:50

    Ich sehe das Problem eher bei den Arbeitern. Bislang hatte jeder ein oder zwei Arbeitsschritte, die er im Schlaf bewältigen konnte. Für eine modularisierung muss der einzelne arbeiter deutlich mehr Arbeitsschritte beherrschen, damit das System effizient bleibt. Ob man da am Ende wirklich Einsparungen hat, muss man erstmal sehen.

  4. Re: Fachlicher Kontext und Verständnis?

    Autor: Maddix 12.06.20 - 20:18

    cruse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Maddix schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Mal so nebenbei: das hier ist keine Auflösung der Fließfertigung,
    > sondern
    > > lediglich eine Modularisierung. Hier geht es auch streng genommen nicht
    > um
    > > eine Insel- oder Werkstattfertigung, wie der Titel es definieren würde.
    > > Sonder es geht darum, die verschiedenen Arbeitsschritte einer
    > > Fließfertigung nicht mehr in 1:1 Beziehung mit einander zu stellen,
    > sondern
    > > diese mit einer n:m Beziehung auszustatten.
    > Der Ablauf bzw die Reihenfolge der Arbeitsschritte wird auch an einer
    > "normalen" Linie ständig angepasst und optimiert. Da geht's um
    > Kleinigkeiten wie "Mitarbeiter bückt sich 1 sec zu viel wegen Schrauben
    > aufheben" oder es kommen neue Bauteile.
    > Nicht genutzte Stationen werden einfach so durchfahren.
    > Bei Fehlern gibt's eh eine Nacharbeit und bei vielen Liniensystemen kann
    > man auch an mehreren Punkten neu einschleusen.
    > Die n:m-Beziehung braucht man meistens nicht. Du kannst z.b. schlecht den
    > Motor vor dem Fahrgestell verbauen.
    > Die Inselproduktion braucht einfach zu viel Platz meiner Meinung nach und
    > ist damit schon weniger effektiv.

    Das stimmt. Es gibt durchaus diese Modelle und auch die Möglichkeit neu einzuschleußen. Als ich mich damals mit dem Thema wissenschaftlich sehr detailliert damit beschäftigt habe, ging es sogar so weit, dass Daimler z.b. bei Performance und Sonderschutzfahrzeuge die komplett als Standardfahrzeuge komplett baute, nur um sie dann direkt nach der Linie in einer anderen Halle wieder komplett zu demontieren bzw teil- zu demontieren. Da kam man dann auf die Idee, verschiedene Stationen (z.b. Sitze) einfach so zu durchfahren, damit man diese nicht doppelt einbauen muss.

    Allgemein ist diese Art der Fertigung im Automobilbau zwar interessant, m.M.n. nicht unbedingt nötig. Bei Audi war damals der A3 e-tron der Grund, weshalb man sich mit dem Thema stark beschäftigte. Es gibt andere Produkte, wo die Reihenfolge weniger stark vorgegeben ist. Da macht so ein modularer Ansatz Sinn, sodass man eben mehrere Ein- und Ausschleusspunkte hat.

    captaincoke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >Ich sehe das Problem eher bei den Arbeitern. Bislang hatte jeder ein oder zwei Arbeitsschritte, >die er im Schlaf bewältigen konnte. Für eine modularisierung muss der einzelne arbeiter >deutlich mehr Arbeitsschritte beherrschen, damit das System effizient bleibt. Ob man da am >Ende wirklich Einsparungen hat, muss man erstmal sehen.

    Mit bisschen Digitalisierung kann man da sehr viel wett machen. Ja, der Werker muss einiges mehr "können", hat jedoch gerade in einigermaßen ordentlich vorbereiteten und standardisierten Abläufen die Möglichkeit mit digitalen Helfern (z.b. wearables) oder Displays die richtigen Schritte schnell zu vollführen. Heute machen die ja auch nicht die ganze Zeit das gleiche. So ein Werker rotiert ja an den Stationen oder sogar zwischen Stationen, damit er keine "Bandmacke" bekommt.

  5. Re: Fachlicher Kontext und Verständnis?

    Autor: cruse 17.06.20 - 17:13

    captaincoke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich sehe das Problem eher bei den Arbeitern. Bislang hatte jeder ein oder
    > zwei Arbeitsschritte, die er im Schlaf bewältigen konnte. Für eine
    > modularisierung muss der einzelne arbeiter deutlich mehr Arbeitsschritte
    > beherrschen, damit das System effizient bleibt. Ob man da am Ende wirklich
    > Einsparungen hat, muss man erstmal sehen.

    Nope, das ist kein Problem. Viele Arbeiter hier können mehrere Serien(bzw Produkte) und müssen auch mehrere Stationen können - es wird jede Pause gewechselt. (die von Maddix erwähnte "Bandmacke")
    Zudem gibt bzw. gab es hier auch "Produkte", wo jeweils ein Arbeiter alles baut und von Station zu Station mitgeht.
    Die meisten hier können/kennen das ganze Produkt auswendig und ohne die Augen aufzumachen.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. DIgSILENT GmbH, Gomaringen, Dresden
  2. BfS Bundesamt für Strahlenschutz, Oberschleißheim
  3. Deutsches Patent- und Markenamt, München
  4. Vodafone GmbH, Düsseldorf

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 15,49€
  2. (u. a. The Elder Scrolls: Skyrim VR für 26,99€, Wolfenstein 2: The New Colossus für 11€, Prey...
  3. (u. a. Warhammer 40.000: Mechanicus für 12,99€, Project Highrise für 6,99€, Filament für 9...
  4. 32,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de