1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht-Forum
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Warner Bros…

Wie heißt „die Firma“?

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
  1. Thema

Neues Thema


  1. Wie heißt „die Firma“?

    Autor: Harioki 13.06.20 - 00:51

    Also es ist ja schonmal ziemlich lächerlich von Warner Bros einen Menschen wegen des Uploads einer(!) Datei abzumahnen, aber warum wird nicht erwähnt wie die Firma heißt, die im Auftrag von Wb die IP-Adresse ermittelt hat, oder habe ich das überlesen?

  2. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: bepe4711 13.06.20 - 06:51

    Harioki schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also es ist ja schonmal ziemlich lächerlich von Warner Bros einen Menschen
    > wegen des Uploads einer(!) Datei abzumahnen, aber warum wird nicht erwähnt
    > wie die Firma heißt, die im Auftrag von Wb die IP-Adresse ermittelt hat,
    > oder habe ich das überlesen?

    Dass es eine 70jährige ohne Computer getroffen hat, ist wenig nachvollziehbar. Keine Frage.

    Aber was genau stört dich denn? Dass ein Mensch vor Gericht gestellt wurde? Dass man schon bei einer gesetzeswidrigen Handlung belangt werden kann (und wie viele Gesetzesbrüche wären deiner Meinung denn nötig, damit die Justiz handeln darf)? Oder dass das Gericht dich nicht nach deiner persönlichen Meinung gefragt hat?

  3. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: Minijobber 13.06.20 - 07:59

    Ich warte eigentlich darauf das „die Post“ endlich mal verklagt wird wegen des Transports von Drogen (siehe heute Hamburg...~300 Päckchen tägl. alleine durch eine Person verschickt), Diebesgut und Geld etc.
    Ich verstehe diesbezüglich unser Rechtssystem nicht...in fast allen Ländern um uns rum wäre so etwas undenkbar.

  4. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: arno2k20 13.06.20 - 08:56

    Minijobber schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich warte eigentlich darauf das „die Post“ endlich mal verklagt
    > wird wegen des Transports von Drogen (siehe heute Hamburg...~300 Päckchen
    > tägl. alleine durch eine Person verschickt), Diebesgut und Geld etc.
    > Ich verstehe diesbezüglich unser Rechtssystem nicht...in fast allen Ländern
    > um uns rum wäre so etwas undenkbar.
    Die Post kann nix machen, das Postgeheimnis ist (irgendwie, wenn auch nicht Wirklich) Grundrecht.
    Beim Filesharer-Busten werden keine an Fremde übermittelten Daten ausgelesen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.20 08:58 durch arno2k20.

  5. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: Tet 13.06.20 - 09:44

    arno2k20 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Beim Filesharer-Busten werden keine an Fremde übermittelten Daten
    > ausgelesen.

    Falsch, denn genau das wurde hier verlangt. Die Anschlussinhaberin hat nur Informationen weitergeleitet und wurde verurteilt, weil sie den Absender nicht nennen konnte. Damit müsste analog auch die Post haften, wenn der Absender nicht vorhanden oder falsch ist.

  6. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: alabiana 13.06.20 - 11:24

    Tet schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > arno2k20 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Beim Filesharer-Busten werden keine an Fremde übermittelten Daten
    > > ausgelesen.
    >
    > Falsch, denn genau das wurde hier verlangt. Die Anschlussinhaberin hat nur
    > Informationen weitergeleitet und wurde verurteilt, weil sie den Absender
    > nicht nennen konnte. Damit müsste analog auch die Post haften, wenn der
    > Absender nicht vorhanden oder falsch ist.

    Richtig, aber unser Land hat mal wieder bewiesen, dass es im Thema Internet noch immer im Mittelalter steht, was die staatlichen Systeme angeht.

  7. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: CraWler 13.06.20 - 11:31

    Aber die Post ist eben ein Konzern und hat Lobbyistischen Einfluss auf die Politik ein normaler Bürger hat das nicht. Im Endeffekt gilt dann für Bürger ein sehr hartes Gesetz für Profitorientierte Akteure dann jedoch nicht mehr. Im Endeffekt gibt es eben privilegierte und jene welche nicht privilegiert sind. Kapitalistische Klassengesellschaft eben, ganz einfach.

  8. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: quineloe 13.06.20 - 11:55

    bepe4711 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Harioki schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Also es ist ja schonmal ziemlich lächerlich von Warner Bros einen
    > Menschen
    > > wegen des Uploads einer(!) Datei abzumahnen, aber warum wird nicht
    > erwähnt
    > > wie die Firma heißt, die im Auftrag von Wb die IP-Adresse ermittelt hat,
    > > oder habe ich das überlesen?
    >
    > Dass es eine 70jährige ohne Computer getroffen hat, ist wenig
    > nachvollziehbar. Keine Frage.
    >
    > Aber was genau stört dich denn?

    Dass das Gericht ein Urteil abweichend von höherinstanzlicher Rechtsprechung getroffen hat, das Urteil damit für die Tonne ist und in der Berufung wieder kassiert wird.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  9. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: Oktavian 13.06.20 - 12:00

    > Dass das Gericht ein Urteil abweichend von höherinstanzlicher
    > Rechtsprechung getroffen hat, das Urteil damit für die Tonne ist und in der
    > Berufung wieder kassiert wird.

    Meines Wissens gibt es zur Auslegung der Störerhaftung nach deren letzter Reform noch nichts belastbares höchstrichterliches. Hast Du da mal ein Aktenzeichen?

  10. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: matok 13.06.20 - 12:06

    bepe4711 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber was genau stört dich denn? Dass ein Mensch vor Gericht gestellt wurde?
    > Dass man schon bei einer gesetzeswidrigen Handlung belangt werden kann (und
    > wie viele Gesetzesbrüche wären deiner Meinung denn nötig, damit die Justiz
    > handeln darf)? Oder dass das Gericht dich nicht nach deiner persönlichen
    > Meinung gefragt hat?

    Also mich würde z.B. stören, dass "eine Firma" gerichtsfeste Beweise liefern kann? Wie kann sie das? Sind deren Erfassungssysteme vom Gericht oder irgendeiner anderen strafrechtlich relevanten Instanz validiert worden? Ist der Prozess, der zu den gelieferten Listen führt, in irgendeiner Form validiert und nachvollziehbar?
    Keine Ahnung, wie du gucken würdest, wenn dich "irgendeine Firma" auf der Straße im Auto mit irgendeinem Equipment blitzt und du dann Post mit Bußgeld bekommst.

    Das hat mich schon immer verwundert bei diesen Filesharing Urteilen. Da werden auf Basis von irgendwelchen obskuren IP Listen handfeste Urteile gesprochen.

  11. Re: Wie heißt „die Firma“?

    Autor: Oktavian 13.06.20 - 12:19

    > Also mich würde z.B. stören, dass "eine Firma" gerichtsfeste Beweise
    > liefern kann?

    Das ist nun wiederum völlig normal. Jeder Bürger kann Beweise zu einem Gerichtsprozess beitragen. Die Würdigung der Beweise obliegt ja immer noch dem Richter.

    Und wenn ich beispielsweise zufällig die Tatwaffe für einen Mordprozess im Rocker-Millieu gefunden und geliefert habe, möchte ich deshalb trotzdem nicht namentlich genannt werden, auch wenn ich den entscheidenden Beweis beigetragen habe.

    > Wie kann sie das?

    Weil sie die Daten aht.

    > Sind deren Erfassungssysteme vom Gericht
    > oder irgendeiner anderen strafrechtlich relevanten Instanz validiert
    > worden?

    Falls eine Partei die Richtigkeit der Daten anzweifelt, steht es ihr frei, einen Gutachter zu beauftragen, diese zu prüfen. Gutachter sind gerichtlich bestellt, somit der Neutralität verpflichtet. Falls der Gutachter zum Ergebnis kommt, dass er die Erhebung der Daten nicht nachvollziehen kann, oder dass sie nachlässig oder sogar unrichtig ist, hat der Kläger natürlich ein Problem.

    > Ist der Prozess, der zu den gelieferten Listen führt, in
    > irgendeiner Form validiert und nachvollziehbar?

    In aller Regel ja. Da eine Partei ja gerade solche Daten erfasst, um sie vor Gericht verwerten zu können, ist sie darauf bedacht, die Erhebung der Daten gutachterlich prüfbar zu gestalten. Solche Prüfungen hat es beispielsweise schon öfter gegeben bei der Höhe von Telefonrechnungen, im Rahmen der klassischen Filesharing-Prozesse, usw.

    Und ja, es hat auch hier immer mal Ausreißer gegeben, gerade in der Anfangszeit der Filesharing-Prozesse (Napster lässt grüßen), in aller Regel sind die Daten aber ziemlich verlässlich.

    > Keine Ahnung, wie du gucken würdest, wenn dich "irgendeine Firma" auf der
    > Straße im Auto mit irgendeinem Equipment blitzt und du dann Post mit
    > Bußgeld bekommst.

    Wenn es mir spanisch vorkäme, würde ich das Verwarngeld nicht akzeptieren, es zum Bußgeldbescheid kommen lassen, diesem widersprechen, es zu einem Hauptsacheverfahren kommen lassen, und in dem ein Gutachten einholen lassen. In aller Regel weiß ich aber sehr wohl, wenn es blitzt, dass die Geräte gut funktionieren, und dass ich etwas zu flott unterwegs war.

    > Das hat mich schon immer verwundert bei diesen Filesharing Urteilen. Da
    > werden auf Basis von irgendwelchen obskuren IP Listen handfeste Urteile
    > gesprochen.

    In etlichen dieser Prozesse wurden Gutachter beauftragt, das ist nun wirklich nichts neues. Allerdings kommt es meist gar nicht so weit. Der Beklagte tut meist zwar recht blauäugig, ist sich der Umstände aber schon deutlich bewusst. Wenn er die vorgelegten Beweise anzweifelt und der Richter ihm anbietet, das per Gutachten prüfen zu lassen, legt er ihm meist auch dar, dass das Gutachten natürlich Teil der Prozesskosten wird. Dann überlegt der Beklagte meist nochmal, ob er nicht vielleicht doch etwas übersehen hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.20 12:23 durch Oktavian.

  1. Thema

Neues Thema


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. SAP Treasury Software Engineer (m/w/d)
    Allianz Technology SE, Stuttgart
  2. IT Architekt :in / Systemarchitekt :in / Anwendungsentwickler :in (m/w/d)
    ARTS Holding SE, Darmstadt
  3. Experten für Datenübertragung (w/m/d)
    IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg
  4. Leiter*in der Abteilung IT-Entwicklung
    Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Eschborn

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 619,99€
  2. ab 689,99€
  3. (u. a. Galaxy Z Flip 4 128GB -30%, Neo QLED TV 65 Zoll -34%, Galaxy Tab S6 Lite -36%)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de