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Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

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  1. Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: MrKlein 15.07.20 - 18:43

    Hi,

    hier geht es ja immer nur um Freelancer/Freiberufler. Dafür muss man in der IT Branche ja mind. studiert haben, sonst erhält man diesen Status gar nicht. Ich habe "nur" den staatlich anerkannten Informatik Techniker gemacht, kann daher auch nur ein IT Gewerbe betreiben.
    Das habe ich angemeldet, sogar mit Kleinunternehmer-Regelung. Nun habe ich aktuell auch nur einen Kunden, ein Alten- und Pflegeheim, bei dem ich die IT betreue. Heißt alle paar Monate mal 5-10 Stunden für: neue PCs aufsetzen, Datenbank Update durchführen und Clients aktuell halten. Dazu bin ich auch ganz normal in Vollzeit bei einem normalen Arbeitgeber angestellt. Im Jahr mache ich damit 1000 - 3000¤ Umsatz zusätzlich. (ich darf 2020 eh nicht mehr als 22.000¤ Umsatz machen, dank Kleinunternehmer-Regelung)

    Könnte mich die Scheinstelbstständigkeit auch treffen? Ich habe nur einen Kunden, will aktuell auch gar nicht mehr, da ich mit der zusätzlichen Vollzeitstelle auch gerne noch etwas Freitzeit habe. Auch sogut wie alle anderen Kriterien treffen zu:
    Tätigkeit nur vor Ort --> kein VPN gewünscht
    Anweisungen vom Chef --> klar, der weiß ja was gemacht werden muss oder was er braucht. Um die Umsetzung kümmere ich mich dann
    Tätigkeit nach Zeit --> auch hier, ich kann nur arbeiten wenn der Chef Zeit hat und wir einen gemeinsamen Termin finden.

    Und selbst wenn ich mehr Kunden wollen würde, was wäre wenn ich einfach zu schlecht/teuer/unfähig/was auch immer bin, um einen zweiten Kunden zu gewinnen?!

    Daher meine Frage: Kann die Scheinselbstständigkeit auch Gewerbetreibende treffen?
    Und für die Zukunft, falls ich doch mal mein Gewerbe erweitere und damit in Vollzeit meinen Lebensunterhalt verdienen will: Wenn ich nur einen Kunden (der z.B. gut genug zahlt) hab, bin ich dann wieder in der Gefahr der Scheinselbstständigkeit?

    Vielen Dank für eure Antworten, dass will ich schon lange wissen :)

  2. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: twothe 15.07.20 - 19:51

    Ja, es ist völlig egal auf welche Art du selbstständig bist. Sobald du beim Kunden im Büro sitzt, also seine Arbeitsräume und Geräte benutzt, läufst du Gefahr wegen Scheinselbstständgkeit angezeigt zu werden. Das sie dich direkt anzeigen ist sehr unwahrscheinlich, denn da gibts nichts zu holen. Das sie deinen Kunden anzeigen und sich das dann indirekt auf dich auswirkt ist dann schon eher wahrscheinlich.

  3. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: devman 15.07.20 - 20:04

    MrKlein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hi,
    >
    > hier geht es ja immer nur um Freelancer/Freiberufler. Dafür muss man in der
    > IT Branche ja mind. studiert haben, sonst erhält man diesen Status gar
    > nicht. Ich habe "nur" den staatlich anerkannten Informatik Techniker
    > gemacht, kann daher auch nur ein IT Gewerbe betreiben.

    Das hat nichts mit dem Bildungsabschluss zu tun.
    Ich habe "nur" eine IHK-Ausbildung und bin freiberuflich selbstständig. Ich kenne auch Studienabbrecher mit den maximalen Abschluss eines Abiturs in meinem Umfeld.
    Der Vorteil liegt in der Ist-Versteuerung und das Finanzamt hat meine Anmeldung als freier Software Berater direkt akzeptiert.

  4. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: MrKlein 15.07.20 - 20:24

    Also ich hab öfters gelesen, wenn man beim Finanzamt den Freiberuflerstatus beantragt und nicht studiert hat, wird das abgelehnt. Zumindest im IT Bereich. Ist das nicht so? Wenn möglich bitte mit Quellen, ich lern gern was dazu :)

  5. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: barni_e 15.07.20 - 20:28

    MrKlein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich hab öfters gelesen, wenn man beim Finanzamt den Freiberuflerstatus
    > beantragt und nicht studiert hat, wird das abgelehnt. Zumindest im IT
    > Bereich. Ist das nicht so? Wenn möglich bitte mit Quellen, ich lern gern
    > was dazu :)

    Dito. Bei mir war es exakt so. In meinem Fall führt es aber nur zu sehr überschaubaren Mehrkosten von ein paar hundert Euro im Jahr.

  6. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: MSW112 15.07.20 - 21:02

    Für den Freiberufler gibt es einen Bezeichnungskatalog, wer dies ist ... und der endet mit "und ähnliche Berufe". Dies trifft auf alle ITler zu, und wird im Einzelfall durchs Finanzamt entschieden.
    Durchaus kann also jemand mit Studium laut Finanzamt kein Freelancer sein, und jemand ohne schon. Einfach weil Herr August nen miesen Tag hatte.

    Der Unterschied ist deswegen relevant, weil Gewerbetreibende Gewerbesteuer zahlen... die das Finanzamt kommt. Von daher sind wir wieder bei dem "lustigen" Teufelskreis, es entscheidet derjenige, der am meisten davon hat, gegen dich zu entscheiden.

  7. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: devman 15.07.20 - 22:52

    MrKlein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich hab öfters gelesen, wenn man beim Finanzamt den Freiberuflerstatus
    > beantragt und nicht studiert hat, wird das abgelehnt. Zumindest im IT
    > Bereich. Ist das nicht so? Wenn möglich bitte mit Quellen, ich lern gern
    > was dazu :)

    Ich hab den Antrag für das Finanzamt von meinem Steuerbüro ausfüllen lassen. Die Steuerberaterin sagte, wir versuchen es einfach. Eine Quelle im Internet kenne ich nicht, ich will mit der ganzen Buchhaltung möglichst wenig zu tun haben.

  8. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: mke2fs 17.07.20 - 11:40

    Das hängt leider vom Finanzamt ab :)

    Hier ist die Definition (es gibt noch die nach dem §1 PartGG aber da wir hier über die EInkommensteuer reden spielt das keine Rolle): https://www.juraforum.de/gesetze/estg/18

    "Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte […].

    Da IT in der Liste der Berufe nicht vorkommt kann man das dann nur über den Ersten Teil des Absatzes, wo die allgemeinen Merkmale stehen, konstruieren.

    Da hätten wir dann:

    - wissenschaftliche
    - unterrichtende

    die auf ITler zutreffen könnte.

    Das FA betrachtet IT dann als wissenschaftlich.
    Problem ist, um Wissenschaft zu betreiben muss man (aus Sicht der meisten FA) studiert haben, damit haben sie einen Grund das abzulehnen wenn man nicht studiert hat.
    Probieren kann man es natürlich trotzdem, ggf. wollen sie gar nicht wissen ob man studiert hat.

  9. Re: Kann einem Gewerbetreibendem das auch passieren?

    Autor: scrumdideldu 20.07.20 - 14:40

    Ich hab keinerlei Abschluss und bin seit fast 20 Jahren Freiberufler.

    Ich habe auch nichts beantragt. Ich habe nach Rücksprache mit dem Steuerberater einfach losgelegt (OT: Einfach machen und dann im den ersten Wochen des Folgejahres eine Umsatzsteuererklärung fürs erste Jahr und eine EÜR abgeben).

    Habe dann bei der Einkommensteuererklärung Anlage S Einkünfte aus freiberflicher Tätigtkeit angegeben. Im Bescheid waren das dann Einkünfte aus Gewerbe und dem habe ich formlos in einem 2-Zeiler um Änderung gebeten (STB hat gesagt: kurz und knapp, einfach nur schreiben dass das falsch übernommen wurde und der Bescheid geändert werden soll). Dann kam 1 Woche später ein neuer Steuerbescheid und die Einkünfte waren unter Freiberuflich aufgeführt.

    Seither von dem Thema nie wieder etwas gehört. Ist wie gesagt schon etwa 20 Jahre her.

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