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3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

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  1. 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 10:59

    Versucht Golem jetzt einen auf Axel Springer zu machen? Das ist doch eine typische Bild-Technik eine spekulative Behauptung als Frage getarnt in den Raum zu stellen. [1]

    Da geht ganz nebenbei verloren, dass es sich erstens "nur" um Verdachtsfälle handelt, zweitens, dass man milchmädchenmäßig eine Zahl aus der Anfangs- und Umstellungsphase die naturgemäß immer, mitunter deutlich, höher ausfällt auf das ganze Jahr hochrechnet.


    1) https://www.zdf.de/comedy/mann-sieber/mann-sieber-clip-3-158.html

    Nachtrag: Quelle ergänzt



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.07.20 11:04 durch smonkey.

  2. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: lemmingo123 27.07.20 - 11:20

    Golem weißt selbst auf etwaige Mängel an der Rechnung hin.
    An den Tatsachen ändert deshalb aber nichts: Kontrolle per Stichproben bei jeder 200sten Abfrage -> 9000 Verdachtsfälle. Hochgerechnet auf alle Abfragen ergibt das eben 3,6 Millionen, auch wenn es dir nicht gefällt.

  3. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 11:26

    lemmingo123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hochgerechnet auf alle Abfragen ergibt das eben 3,6 Millionen, auch wenn es dir nicht gefällt.

    Hat mir gefallen nichts zu tun, die Mängel der Rechnung habe ich ja bereits erläutert, auch wenn Du sie nicht gelesen hast oder um es mit Deinen Worten zu sagen, es Dir nicht gefällt.

  4. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: Parlan 27.07.20 - 12:00

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Versucht Golem jetzt einen auf Axel Springer zu machen? Das ist doch eine
    > typische Bild-Technik eine spekulative Behauptung als Frage getarnt in den
    > Raum zu stellen. [1]
    >
    > Da geht ganz nebenbei verloren, dass es sich erstens "nur" um
    > Verdachtsfälle handelt, zweitens, dass man milchmädchenmäßig eine Zahl aus
    > der Anfangs- und Umstellungsphase die naturgemäß immer, mitunter deutlich,
    > höher ausfällt auf das ganze Jahr hochrechnet.
    >
    > 1) www.zdf.de
    >
    > Nachtrag: Quelle ergänzt
    >

    Im Gegensatz zum Springer-Verlag wird hier jedoch mehr als deutlich darauf hingewiesen, dass die Hochrechnung mit Vorsicht zu geniessen ist. Dass es hier nicht um die konkrete Zahl von 3.6 Mio geht, sondern um eine Tendenz.
    >Die Zahl ist sicher mit Vorsicht zu genießen, aber sie gibt einen Eindruck, wie Angehörige der Polizei womöglich mit Daten umgehen.
    Ob es also 1 Mio, 2 Mio oder 3.6 Mio missbräuchliche Abfragen sind, ist für die Grundaussage des Artikels völlig egal.

  5. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 12:05

    > Ob es also 1 Mio, 2 Mio oder 3.6 Mio missbräuchliche Abfragen sind, ist für
    > die Grundaussage des Artikels völlig egal.

    Das sehe ich ganz anders. Die Überschrift lautet ganz klar:

    "3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?"

    Kein Wort von Verdachtsfällen. Und die Zahl zwischen Verdachtsfall und missbräuchlichen Abfragen kann hier ganz erheblich auseinander liegen. Gerade und erst Recht in der Einführungsphase in der die Dokumentationspflicht sicher noch nicht optimal geführt wurde.

  6. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: krakos 27.07.20 - 12:10

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ob es also 1 Mio, 2 Mio oder 3.6 Mio missbräuchliche Abfragen sind, ist
    > für
    > > die Grundaussage des Artikels völlig egal.
    >
    > Das sehe ich ganz anders. Die Überschrift lautet ganz klar:
    >
    > "3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?"
    >
    > Kein Wort von Verdachtsfällen. Und die Zahl zwischen Verdachtsfall und
    > missbräuchlichen Abfragen kann hier ganz erheblich auseinander liegen.
    > Gerade und erst Recht in der Einführungsphase in der die
    > Dokumentationspflicht sicher noch nicht optimal geführt wurde.

    Also bei mir steht als Überschrift "Zahlreiche Verfahren wegen missbräuchlicher Datenabfragen"

    Gibt es mehrere, je nach Gemütslage?

    Du meinst sicher die Absatzüberschrift, die nicht umsonst mit einem Fragezeichen versehen ist.
    Direkt darunter wird erklärt, wie man auf die Zahlen kommt, und das es nicht die realen Zahlen sind.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.07.20 12:11 durch krakos.

  7. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 12:19

    krakos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also bei mir steht als Überschrift "Zahlreiche Verfahren wegen
    > missbräuchlicher Datenabfragen"

    > Gibt es mehrere, je nach Gemütslage?

    Na, du schreibst es doch weiter selbst: Absatzüberschrift!. Ich habe nirgends etwas vom Titel geschrieben.

    >
    > Du meinst sicher die Absatzüberschrift, die nicht umsonst mit einem
    > Fragezeichen versehen ist.
    > Direkt darunter wird erklärt, wie man auf die Zahlen kommt, und das es
    > nicht die realen Zahlen sind.

    Und ich habe geschrieben warum die Rechnung falsch ist. Inzwischen mehrfach. Was ist so schwer daran meine Argumente zu lesen? Oder scheitert es am Textverständnis? Du könntest statt dessen einfach Gegenargumente bringen, so funktioniert normal eine Diskussion. Aber scheinbar hast Du keine?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.07.20 12:20 durch smonkey.

  8. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: nativExtra 27.07.20 - 12:43

    Nur, weil der Thread-Ersteller so tut als würde er nicht verstehen, was ein Fragezeichen bedeutet, ist das Anliegen dieses Benutzers "smonkey" im Golem-Kommentarbereich für mich schon lange klar: Er ist Apologet des überwiegend rechtswidrigen Polizeialltages und der rassistischen Polizeipraxis in der Bundesrepublik. Immer wieder bagatellisiert er Gesetzesbrüche - insofern sie auch von der seiner Meinung nach "richtigen Seite" begangen wurden. Ein klassischer Vertreter des Feindstrafrechts also.

    Wetten, dass dieser smonkey noch nicht ein einziges Mal versucht hat, sein Recht wahrzunehmen und die Dienstnummer eines Polizisten bei einer "regulären Maßnahme" zu erfahren und dann so Antworten, wie "0815" oder "4711" zu hören bekommen hat?

    Quelle für meine Aussagen: Millionen von MigrantInnen, Jugendlichen und mindestens 70 EmpfängerInnen von "NSU 2.0" Briefen. Wahlweise auch die Fälle Oury Jalloh, Laye Condé, Amad Ahmad oder auch seit etlichen Jahren Amnesty International.

  9. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: Spekulant 27.07.20 - 12:45

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ob es also 1 Mio, 2 Mio oder 3.6 Mio missbräuchliche Abfragen sind, ist
    > für
    > > die Grundaussage des Artikels völlig egal.
    >
    > Das sehe ich ganz anders. Die Überschrift lautet ganz klar:
    >
    > "3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?"
    >
    > Kein Wort von Verdachtsfällen. Und die Zahl zwischen Verdachtsfall und
    > missbräuchlichen Abfragen kann hier ganz erheblich auseinander liegen.
    > Gerade und erst Recht in der Einführungsphase in der die
    > Dokumentationspflicht sicher noch nicht optimal geführt wurde.

    Du weißt aber schon, wieso da ein Fragezeichen dran steht?

    Hat Golem gut gemacht. Die Dunkelziffer ist IMHO noch höher. Mittlerweile kennt doch jeder jemanden, der jemanden kennt, der Zugriff auf alle Daten hat.

  10. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 12:50

    nativExtra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur, weil der Thread-Ersteller so tut als würde er nicht verstehen, was ein
    > Fragezeichen bedeutet, ist das Anliegen dieses Benutzers "smonkey" im
    > Golem-Kommentarbereich für mich schon lange klar: Er ist Apologet des
    > überwiegend rechtswidrigen Polizeialltages und der rassistischen
    > Polizeipraxis in der Bundesrepublik. Immer wieder bagatellisiert er
    > Gesetzesbrüche - insofern sie auch von der seiner Meinung nach "richtigen
    > Seite" begangen wurden. Ein klassischer Vertreter des Feindstrafrechts
    > also.
    >
    > Wetten, dass dieser smonkey noch nicht ein einziges Mal versucht hat, sein
    > Recht wahrzunehmen und die Dienstnummer eines Polizisten bei einer
    > "regulären Maßnahme" zu erfahren und dann so Antworten, wie "0815" oder
    > "4711" zu hören bekommen hat?
    >
    > Quelle für meine Aussagen: Millionen von MigrantInnen, Jugendlichen und
    > mindestens 70 EmpfängerInnen von "NSU 2.0" Briefen. Wahlweise auch die
    > Fälle Oury Jalloh, Laye Condé, Amad Ahmad oder auch seit etlichen Jahren
    > Amnesty International.


    Du könntest natürlich einfach versuchen, auf meine Argumente einzugehen, vielleicht sogar Gegenargumente liefern. Statt dessen lieferst Du leider nur allerlei haltlose Behauptungen und Unwahrheiten über mich! Schade.

    Warum sollte ich "mein Recht" wahrnehmen, und irgendwelche "Dienstnummern" erfragen? Ich habe als rechtstreuer Bürger noch nie direkten Kontakt mit der Polizei. Es tut mir leid, wenn Du scheinbar nicht zu den rechtstreuen Bürgern gehörst und es als notwendig erachtest sich irgendwelche "Dienstnummern" geben zu lassen.

    Ich habe lediglich eine Überschrift und die Rechnung dahinter kritisiert. Schade, dass Du weder auf das Thema Bezug nimmst noch dich generell irgendwie konstruktiv äußerst.

    Gerne kannst Du mir ja erläutern, warum Du annimmst, dass die ersten 5 Monate der Einführung der stichprobenartigen Dokumentationspflicht repräsentativ für alle Folgezeiträume sind?
    Oder vielleicht kannst Du erläutern warum 100% der Verdachtsfälle auch Missbrauchsfälle sein sollen?

  11. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 12:51

    Spekulant schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du weißt aber schon, wieso da ein Fragezeichen dran steht?

    Wenn Du meinen zweiten Satz im ersten Absatz meines ersten Beitrags gelesen hättest,

    > [...] eine spekulative Behauptung als Frage getarnt in den Raum zu stellen

    dann hättest Du die Frage vermutlich nicht gestellt!

  12. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: nativExtra 27.07.20 - 13:04

    Ich gehe nicht auf deine "Argumente" ein, weil es keine sind und im Artikel dazu schon alles relativierende gesagt wurde, was man erstmal wissen muss. Der Benutzer Parlan hat das oben auch nochmal deutlich gemacht, dass es nicht unbedingt um die konkreten Zahlen geht, aber um die Größenordnungen sehr wohl.
    Und warum tust du so, als würdest du das Fragezeichen übersehen?

    Ein Aspekt deines Rechtsverständnisses drückt du selbst eben durch diese Formel/Implikation aus: Wer eines seiner gesetzlich geschützten Rechte als BürgerIn gegenüber der Polizei wahrnehmen will, muss also zwangsläufig "nicht rechtstreu" sein.
    (Abgeleitet auch noch aus deiner eigenen Situation, wahrscheinlich dein Mittelpunkt des gesamten Universums; aber mir geht es hier gerade nicht um den psychopathologischen Gehalt deiner Aussagen)

    Ich überlasse dem/der denkenden LeserIn die Bewertung, ob du wirklich auf dem Boden des Grundgesetzes und des Rechtsstates stehst und dein Denken wirklich nichts mit Feindstrafrecht zu tun hat. Ich möchte nur so viel sagen: Sogar die Römer vor 2000 Jahren waren mit der grundsätzlichen Unschuldsvermutung schon fortschrittlicher als du in deinem letzten Kommentar schilderst.

    Dass man i.A. mit Zahlen aus der Vergangenheit nicht die Zukunft berechnen kann, ist für mich eine Selbstverständlichkeit, die keiner weiteren Erläuterung bedarf. Und die Gleichsetzung von Verdachtsfällen mit Missbrauchsfällen versuchst du mir in den Mund zu legen, denn das hat hier niemand gesagt.

  13. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: smonkey 27.07.20 - 13:13

    nativExtra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich gehe nicht auf deine "Argumente" ein, weil es keine sind und im Artikel
    > dazu schon alles relativierende gesagt wurde, was man erstmal wissen muss.
    > Der Benutzer Parlan hat das oben auch nochmal deutlich gemacht, dass es
    > nicht unbedingt um die konkreten Zahlen geht, aber um die Größenordnungen
    > sehr wohl.
    > Und warum tust du so, als würdest du das Fragezeichen übersehen?

    Wenn weder der Bezugszeitraum repräsentativ ist, noch bekannt wie viele der Verdachtsfälle tatsächlich Missbrauchsfälle sind ist nicht einmal eine Aussage über die tatsächliche Größenordnung möglich. Theoretisch ist von 100% bis 0% alles möglich. Wobei ich die 0% genauso für unwahrscheinlich halte wie die in der Überschrift angenommenen 100%!

    > Ein Aspekt deines Rechtsverständnisses drückt du selbst eben durch diese
    > Formel/Implikation aus: Wer eines seiner gesetzlich geschützten Rechte als
    > BürgerIn gegenüber der Polizei wahrnehmen will, muss also zwangsläufig
    > "nicht rechtstreu" sein.

    Ich leite es daraus ab, dass mir kein rechtstreuer Fall einfällt, in dem es erforderlich wäre mir irgendwelche Dienstnummern geben zu lassen. Das setzt im Kern doch schon mal absolutes und vor allem pauschales Misstrauen gegen die Ordnungsbehörden voraus.

    > (Abgeleitet auch noch aus deiner eigenen Situation, wahrscheinlich dein
    > Mittelpunkt des gesamten Universums; aber mir geht es hier gerade nicht um
    > den psychopathologischen Gehalt deiner Aussagen)

    Schade dass Du es leider nicht lassen kannst irgendwelche haltlosen Unterstellungen und persönlich Angriffe rauszuhausen. Ist es wirklich so schwer für dich konstruktiv und sachlich über ein Thema zu diskutieren? Vielleicht ist dass auch der Grund warum Du es für erforderlich hältst Dir Dienstnummern geben zu lassen.

    > Ich überlasse dem/der denkenden LeserIn die Bewertung, ob du wirklich auf
    > dem Boden des Grundgesetzes und des Rechtsstates stehst und dein Denken
    > wirklich nichts mit Feindstrafrecht zu tun hat. Ich möchte nur so viel
    > sagen: Sogar die Römer vor 2000 Jahren waren mit der grundsätzlichen
    > Unschuldsvermutung schon fortschrittlicher als du in deinem letzten
    > Kommentar schilderst.

    Vielleicht schlägst Du mal das Wort "scheinbar" in einem Wörterbuch Deiner Wahl nach bevor Du über die Römer sinnierst. Dann will ich sogar darüber hinwegsehen dass die Unschuldsvermutung auf das 13., im deutschsprachigen Raum sogar erst auf das 17. Jahrhundert zurückgeht. Aber was zählen schon mindestens ein Dutzend Jahrhunderte für Jemanden, der der Polizei systematischen Missbrauch ihrer Befugnisse vorwirft


    > Dass man i.A. mit Zahlen aus der Vergangenheit nicht die Zukunft berechnen
    > kann, ist für mich eine Selbstverständlichkeit, die keiner weiteren
    > Erläuterung bedarf. Und die Gleichsetzung von Verdachtsfällen mit
    > Missbrauchsfällen versuchst du mir in den Mund zu legen, denn das hat hier
    > niemand gesagt.

    Das zeigt dass Du mein Argument leider noch immer nicht verstanden hast. Für Dich vielleicht mal ganz plakativ: Du kannst aus Deinem Heizbedarf für Januar nun mal nicht Deine Heizkosten fürs ganze Jahr berechnen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 27.07.20 13:29 durch smonkey.

  14. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: nativExtra 27.07.20 - 14:14

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nativExtra schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ein Aspekt deines Rechtsverständnisses drückt du selbst eben durch diese
    > > Formel/Implikation aus: Wer eines seiner gesetzlich geschützten Rechte
    > als
    > > BürgerIn gegenüber der Polizei wahrnehmen will, muss also zwangsläufig
    > > "nicht rechtstreu" sein.
    >
    > Ich leite es daraus ab, dass mir kein rechtstreuer Fall einfällt, in dem es
    > erforderlich wäre mir irgendwelche Dienstnummern geben zu lassen. Das setzt
    > im Kern doch schon mal absolutes und vor allem pauschales Misstrauen gegen
    > die Ordnungsbehörden voraus.

    Falsch. Im Kern genügt erstmal auch die simple Erkenntnis, dass OrdnungshüterInnen auch nur Menschen sind und deshalb "Fehler" machen können und man als BürgerIn deshalb in einem demokratischen Rechtsstaat ein paar legale Mittel braucht, um sich dagegen wehren zu können, damit Gerichte den Sachverhalt klären können. Die Römer sagten übrigens dazu: Errare humanum est ;)
    Aber sogar diese - eine der menschlichsten Eigenschaften überhaupt, also dass wir alle Fehler machen - leugnest du pauschal, wenn es um die Polizei geht. Warum bloß? Warum sollen die denn unfehlbar sein?

    Dass weiterhin deine angedeutete Leugnung der Unschuldsvermutung gegenüber jemandem, der lediglich eines seiner Rechte bei einer Polizeikontrolle wahrnehmen möchte (als Suggestion mit dem Wort "scheinbar" verschleiert), lässt ebenfalls tief blicken, denn gleichzeitig solle laut deiner Meinung ja die Unschuldsvermutung für die Polizei pauschal gelten. Ein anderes Wort für diese doppelten Standards in diesem Bereich ist eben Feindstraftrecht, von dem du hier eine als rechtsstattlich getarnte Spielart vertrittst.

    Ich gebe zu, dass meine persönliche Meinung deutlich weiter geht als der obige Absatz mit den "Fehlern", schließlich halte ich die Anzahl der "Einzelfälle" oder "Versehen" und "Pannen" in vielerlei Hinsicht für deutlich zu groß, viele ExpertInnen und diverse NGOs sehen das ebenfalls so und dafür erwähnte ich in meinem ersten Kommentar auch Stichwörter zur Recherche. Ich erwarte nicht, dass du das auch so siehst, aber ich erwarte, dass du nicht leugnest, dass die auch "Fehler" machen und man etwas dagegen tun können sollte.
    Dass übrigens der Bundesinnenminister gerade versucht, kein öffentliches Datenmaterial dafür (für rassistisches Polizeiverhalten im Besonderen, Machtmissbrauch im Allgemeinen) zu erarbeiten, dürfte kaum zufällig sein. Wenn alles in Ordnung ist, haben die als angeblich demokratische Behörde ja wohl nichts zu befürchten, oder? Zumindest wurde mit diesem Argument von Polizeiseite jede Verschärfung der Bürgerrechte der letzten Jahre gerechtfertigt.. Aber für sie selbst gilt es natürlich nicht. Warum soll man eine demokratische Behörde denn auch demokratisch kontrollieren können?

    Der letzte Absatz ist jedoch in diesem Thema hier mittlerweile eine ganz andere Diskussion, denn du sprichst der Polizei schonmal wesentliche menschliche Eigenschaften (die mit dem Fehler machen als Normalität) ab. Auch sind ja etliche bereits nachgewiesene "Versehen" und "Fehler" der Polizei gar nicht unbeabsichtigt oder wie nennt man es, wenn sich dutzende Beamte die Adresse von Helene Fischer illegal besorgen? Die Liste mit solchen Beispielen ist ellenlang und praktisch geändert hat sich bisher so gut wie nichts.

    Und da du ja jetzt recherchiert hast, dass die Unschuldsvermutung historisch angeblich so jung sei, ändert das nichts daran, dass deine Meinung ideengeschichtlich dahinter bleibt, wenn du diese Werte nicht vertrittst. Denn: "Aber was zählen schon mindestens ein Dutzend Jahrhunderte [..]"?

    Statt sich zu fragen, warum jede Bank oder teilweise jeder Onlineshop (formal) höhere Datenschutz- und Zugriffsstandards auf sensible Daten hat, als die Behörden, die auf einem der sensibelsten und größten Datentöpfe des Landes sitzen, behauptest du nur (aus purem Obrigkeitsglauben?), dass das alles schon seine Richtigkeit habe. Das Mittelalter lässt also auch hier grüßen.

  15. Re: 3,6 Millionen missbräuchliche Abfragen in Hessen?

    Autor: mtr (golem.de) 27.07.20 - 15:02

    Hallo,

    Danke für den Hinweis. Die Zwischenüberschrift war tatsächlich zu sehr zugespitzt. Wir haben sie nun abgeändert.

    Viele Grüße
    Moritz

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