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  5. › IT in Behörden: Modernisierung…

Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

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  1. Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: EWCH 04.08.20 - 13:02

    die gleichen Widerstaende gibt es auch in der Privatwirtschaft.
    Wer es aber uebertreibt wie z.B. die Mitarbeiter/Gewerkschaften beim Quelle oder Neckermann Versand wird vom Markt bestraft und geht pleite.
    Uebernommen haben in dem Fall Unternehmen die entweder die Digitalisierung hinbekommen haben (Otto) oder direkt damit gross wurden (Amazon).
    Aemter haben keine Konkurrenz, da muss der Druck von woanders kommen.

  2. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: Schattenwerk 04.08.20 - 13:08

    Wir reden hier bei einem Großteil noch immer von Beamten. Deren Job ist sicher, so oder so.

  3. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: ikhaya 04.08.20 - 13:17

    Man muss aber auch bedenken dass nicht alles wegautomatisiert werden kann.
    Als nicht so ganz automatisierter Betrieb fällt mir hier auch auf, man möchte einige repetitive, simple Dinge eigentlich dem Computer überlassen und sich auf den Kunden und anspruchsvollere Dinge konzentrieren können bevor die gestiegene Arbeitslast einen wie eine Laus zerdrückt.

    Arbeit soll Spaß machen und Herausforderung sein zu nem gewissen Grad.
    Faxe digitalisieren und Word Dokumente Ausdrucken zum Faxen sind Aushilfsjobs die man sich einsparen möchte und nicht selber machen. Die bringen keinen Mehrwert und sind verlorene Zeit und Geld.

  4. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: Datalog 04.08.20 - 13:19

    Oft reicht es ja schon, wenn sich die Arbeit durch die Digitalisierung zu sehr ändert. Das allein baut bereits Widerstand auf.

    Ich versuche in solchen Situationen immer herauszufinden, welche Abläufe die MA am meisten nerven und Zeit fressen. Das sind dann in der Regel auch genau die Prozesse, die am besten digitalisiert werden können. Dann noch die MA in die Entwicklung mit einbeziehen, dann ist am Ende allen geholfen und die Widerstände schnell abgebaut.

  5. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: grumbazor 04.08.20 - 13:23

    Zu tun ist genug, Baustellen gibt es noch und nöcher, Aufgaben gehen so schnell nicht aus. Und gerade im Öffentlichen Dienst ist diese Angst doch am allerunbegründesten (gibts das Wort überhaupt?) Hier kann man locker ein halbes Jahr strunzhagelvoll in Büro torkeln bevor überhaupt an Kündigung gedacht wird.

    Mich hatte hier die Aufgabe gereizt, man hat sehr viele Freiheiten (bedeutet aber auch keine Ansprechpartner bei Problemen und man bekommt gern was auf den Deckel weil sich ein Aktenlurch mit seinem alle 10 Jahre vorkommenden Prozess nicht wiederfindet. Aber das ist mir wumpe. Was wirklich deprimiert ist sind diese brutalen Widerstände gegen jede kleiner Änderung, Immer erstmal nein und es wird irgendeine komplexe Sonderlocke rausgekramt wegen der man auch 95% aller Prozesse so kompliziert lassen muss. Erarbeitet man dann Verbesserungen bleiben die in der Führungsebene hängen, setzt man sie trotzdem um -> Kopfnuss. Ein Begründung warum der komplexe und zeitfressende Prozess so bestehen bleiben muss gibt es aber nicht. Stattdessen werden irgendwelche Mauschelpfade beschritten.

    Im Endeffekt hab ich hier in 2 Jahren 15 Kilo zugenommen, hab jetzt mein Zeugnis angefordert und versuche ohne Psychoreha wieder in der Privatwirtschaft zu landen wo man Leistungsbereitschaft und Verbesserungen zu schätzen weiß. Und wo man das selbe Geld auch locker in Teilzeit verdient, eher sogar noch mehr. Da hätt ich dann zwar weniger Freiheiten in der Arbeit aber wieder mehr im Leben. Und darauf kommts an bevor man ins Gras beißt.

  6. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: grumbazor 04.08.20 - 13:32

    Leider nicht immer. In meiner Erfahrung sind diese Prozesse auch oft und gern heißgeliebt wenn dabei andere Abteilungen mit einbezogen werden. Es geht nichts über möglichst viele Durchlauferhitzer damit man im Fehlerfall immer schön den Finger auch andere zeigen oder zumindest Verantwortungsdiffusion betreiben kann. Anstatt also eine Fehlerkultur mitsamt entsprechender Wissenstruktur zu etablieren wird alles getan um einfach möglichst viele Personen mit reinzuziehen die aber auch nur mal eben drüberfliegen weil sie sowieso zugeschissen werden.

    Im Zweifel bleiben ineffiziente Prozesse auch einfach nur deshalb bestehen damit man zeigen kann wieviel man doch zu tun hat, und wie wichtig man doch darum ist. Und deshalb natürlich auch möglichst viel Personal einsammeln muss. Denn je mehr Personen unter einem umso besser.

  7. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: John2k 04.08.20 - 14:27

    grumbazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zu tun ist genug, Baustellen gibt es noch und nöcher, Aufgaben gehen so
    > schnell nicht aus. Und gerade im Öffentlichen Dienst ist diese Angst doch
    > am allerunbegründesten (gibts das Wort überhaupt?) Hier kann man locker ein
    > halbes Jahr strunzhagelvoll in Büro torkeln bevor überhaupt an Kündigung
    > gedacht wird.
    >
    > Mich hatte hier die Aufgabe gereizt, man hat sehr viele Freiheiten
    > (bedeutet aber auch keine Ansprechpartner bei Problemen und man bekommt
    > gern was auf den Deckel weil sich ein Aktenlurch mit seinem alle 10 Jahre
    > vorkommenden Prozess nicht wiederfindet. Aber das ist mir wumpe. Was
    > wirklich deprimiert ist sind diese brutalen Widerstände gegen jede kleiner
    > Änderung, Immer erstmal nein und es wird irgendeine komplexe Sonderlocke
    > rausgekramt wegen der man auch 95% aller Prozesse so kompliziert lassen
    > muss. Erarbeitet man dann Verbesserungen bleiben die in der Führungsebene
    > hängen, setzt man sie trotzdem um -> Kopfnuss. Ein Begründung warum der
    > komplexe und zeitfressende Prozess so bestehen bleiben muss gibt es aber
    > nicht. Stattdessen werden irgendwelche Mauschelpfade beschritten.
    >
    > Im Endeffekt hab ich hier in 2 Jahren 15 Kilo zugenommen, hab jetzt mein
    > Zeugnis angefordert und versuche ohne Psychoreha wieder in der
    > Privatwirtschaft zu landen wo man Leistungsbereitschaft und Verbesserungen
    > zu schätzen weiß. Und wo man das selbe Geld auch locker in Teilzeit
    > verdient, eher sogar noch mehr. Da hätt ich dann zwar weniger Freiheiten in
    > der Arbeit aber wieder mehr im Leben. Und darauf kommts an bevor man ins
    > Gras beißt.


    Problem im ÖD ist, dass die Führung nicht hinter der IT steht. Oft bekommt aber auch die IT nicht die Führung ab, die sie braucht. So hat man halt Wendehälse in der Chefebene. Die Erfolgreichen sahnen halt eher in der freien Wirtschaft ab.

    Ideen und Verbesserungen sind da und könnten durchgeführt werden. Nur gibt es halt viel Gegenwind. Wenn man jemanden oben hätte, der sagen würde: "Ihr Schluckt jetzt die Kröte!", wäre vielen Ämtern vermutlich geholfen.

    Auch ist It-Budget immer stark limitiert, weils ja Steuergeld ist. Aber ohne Investition gibt es halt nur wenig zurück.

    Klar trifft es nicht auf alle zu und es gibt auch moderne Ämter. Genauso gibt es aber auch noch genug veraltete. Als wir vor 10 Jahren 27" Bildschirme einführten, gab es noch Ämter mit 15" Gurken. Effizient arbeiten konnte man damals vermutlich nicht mehr damit.

  8. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: Profi_in_allem 04.08.20 - 14:36

    John2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch ist It-Budget immer stark limitiert, weils ja Steuergeld ist. Aber
    > ohne Investition gibt es halt nur wenig zurück.
    >

    Es ist noch viel schlimmer. Ohne Investitionen, und zwar fortlaufend ab dem ersten Tag, entwickelt sich die IT zurück und zwar Stück für Stück. Man muss die IT laufend anpassen, sei es die Endgeräte oder die Netzwerkinfrastruktur. Aber man versucht den alten Schrott noch möglichst lange mitzuziehen.

  9. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: grumbazor 04.08.20 - 15:09

    Das ist der nächste Punkt. Es gibt immer noch viele die an Lösungen festhalten weil die vor 20 Jahren mal viel Geld gekostet hatten. Die nicht einsehen (wollen) dass man fortlaufend investieren muss und man agil besser fährt. Stattdessen werden Workshops abgehalten, riesengroße Konzepte für die nächsten 15 Jahre ans Reißbrett geklatscht und am Ende braucht man die eine Hälfte nicht mehr und die andere läuft nicht ordentlich.

  10. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: minnime 04.08.20 - 15:12

    Na täusch dich mal nicht ob es draußen so viel besser ist. Leistungsbereitschaft weiß man nicht unbedingt zu schätzen, man setzt sie als selbstverständlich vorraus. Nicht so selbstverständlich ist jedoch, dann auch mehr Gehalt dafür zu bekommen. Da gibt dann halt der Kunde den Ton an und es wird gemacht was der will.

  11. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: divStar 04.08.20 - 16:00

    Also ich habe nach 11 Jahren Behörde die Faxen dicke gehabt. Als Softwareentwickler hat man bei ner guten Behörde mit dediziertem IT-Systemhaus eine meiner Meinung nach hervorragende Ausbildung zum FIAE und viele Möglichkeiten. Je länger man aber bleibt, desto mehr wird deutlich, dass man heftigst unterbezahlt und - falls kein abgeschlossenes Studium vorliegt - als minderwertig angesehen wird.

    Bestimmte Gehaltssprünge sind nur mit Studium möglich. Es ist egal was man kann, denn die Bewerter haben sowieso keinen Plan und gehen halt nach Papieren und der Zeit, die man da war. Trotzdem ist die Bezahlung ein Witz: in der Privatwirtschaft habe ich nach 9 Jahren Erfahrung (und SEHR viel Eigeneinsatz - ich liebe das, was ich tue, und beschäftige mich auch Zuhause damit) einen technischeren Job gefunden (auch Softwareentwicklung) und bekomme ca. 30% mehr Gehalt für Aufgaben, die mir weit besser liegen.

    In eine Behörde kriegen mich als Entwickler keine 10 Pferde mehr rein.

  12. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: GodFuture 04.08.20 - 19:23

    grumbazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Leider nicht immer. In meiner Erfahrung sind diese Prozesse auch oft und
    > gern heißgeliebt wenn dabei andere Abteilungen mit einbezogen werden. Es
    > geht nichts über möglichst viele Durchlauferhitzer damit man im Fehlerfall
    > immer schön den Finger auch andere zeigen oder zumindest
    > Verantwortungsdiffusion betreiben kann. Anstatt also eine Fehlerkultur
    > mitsamt entsprechender Wissenstruktur zu etablieren wird alles getan um
    > einfach möglichst viele Personen mit reinzuziehen die aber auch nur mal
    > eben drüberfliegen weil sie sowieso zugeschissen werden.
    >
    > Im Zweifel bleiben ineffiziente Prozesse auch einfach nur deshalb bestehen
    > damit man zeigen kann wieviel man doch zu tun hat, und wie wichtig man doch
    > darum ist. Und deshalb natürlich auch möglichst viel Personal einsammeln
    > muss. Denn je mehr Personen unter einem umso besser.

    Genau das dachte ich mir auch. Digitalisierte IT Prozesse zeigen böse, wo die Zeit verloren geht. Dabei fallen leider ganz schnell Arbeitsverweigerer und ähnliche Konsorten auf :-) Ein nicht unbekanntes Problem auf dem Amt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.08.20 19:25 durch GodFuture.

  13. Re: Wer hilft schon dabei seinen eigenen Job einzusparen ?

    Autor: C00k1e 07.08.20 - 13:51

    Ja, aber das gilt es doch zu finden!

    Der demographische Wandel sorgt sowieso dafür, dass in 10 Jahren über 100.000 Stellen im öffentlichen Dienst frei werden, die nicht belegt werden können, weil uns die Azubis fehlen.

    Also führt kein Weg daran vorbei. Die Alternative wäre: In 10 Jahren so unterbesetzt, dass der Betrieb eingestellt werden muss, dann wird schnell teuer Software eingekauft, damit es überhaupt irgendwie läuft.

    Wieso nicht jetzt den ganzen lernunwilligen Pappnasen (no offense), die kurz vor der Pension stehen, 60% bei voller Pension anbieten ? Das jetzt gesparte Geld investieren und die späteren Kosten amortisieren sich.

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