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Leider ein großes Problem aktueller Wissenschaft.

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  1. Leider ein großes Problem aktueller Wissenschaft.

    Autor: HierIstMarco 14.08.20 - 18:57

    Arbeiten müssen heute eine Story erzählen und überzeugen, der Text wird geframed, damit er die Story stützt. Meistens ist nicht nur die Forschungsfrage schon vorher klar, sondern auch das Ergebnis und das möchte man gnadenlos verkaufen.

    Ich finde es ist immer wieder wichtig, dass auch "Geht nicht" ein erfolgreiches wissenschaftliches Ergebnis ist. Der vorliegende Artikel zeigt aber, dass aus "Geht nicht" durch das weglassen der richtigen Information (Framen) schnell ein "Tolle neue Technik" wird. Und die verkauft sich super in den Medien.

    Und so habe ich von irgendwelchen Korrelationsfunden über unzureichender Methodik, zur Befragung der "richtigen" Leute bis hin zur gezielten Klassifizierung der Daten bereits alles gesehen, damit das Ergebnis stimmt. Forschung ist das nicht mehr.

    Vor kurzem habe ich einen wunderbaren Artikel zum Anthropologen Joseph D. Unwin gelesen. Der schrieb:

    "Ich wünsche das zu betonen. Als ich mit diesen Untersuchungen anfing, wollte ich nichts beweisen, und ich hatte keine Idee, was das Ergebnis sein könnte."
    https://www.dijg.de/se*ualitaet/joseph-unwin-se*-culture/
    Stern bitte durch x ersetzen.

    Das ist Wissenschaft. Nicht der ganze andere Mist.

  2. Re: Leider ein großes Problem aktueller Wissenschaft.

    Autor: A. Tomic 15.08.20 - 12:50

    Ob die Story vorher oder hinterher aufgesetzt wird, ist letztlich nicht so entscheidend, vielmehr wie gut die Story zu den Ergebnissen passt.
    Ich habe die Problematik bei mir selbst bemerkt. Ich habe mit Nanokontakten Experimente gemacht, bei denen ein elektrischer Leiter eine Engstelle mit nur einem Atom hatte. Die blöden Atome waren aber nicht stabil genug für die Spannungen, die für die Untersuchungen notwendig waren. Das war sehr fristrierend, da meine Doktorarbeit mit schon 5 Jahre ohne Erfolg gedauert hat. Dann habe ich bemerkt, dass ich das Atom gezielt hin- und her springen lassen konnte. Ich habe das dann einen Ein-Atom-Speicher genannt. Technologisch war das nicht bedeutend für Computer-Speicher, aber dadurch hat das bei anderen Physikern ein gewisses Interesse geweckt, ein paar Theoretiker kamen dazu und es ist ein viel zitiertes Paper in Nature Nanotechnology daraus entstanden. Gleichzeitig wusste ich, dass die Benennung als atomarer Speicher irgendwie Quatsch ist, da es keinen Weg für eine neue Technologie eröffnet hat, sondern rein akademisch war. Aber es war dennoch für die Grundlagenforschung interessant und wurde durch die "Story" mit größerem Interesse gelesen. Aber ich kam mir auch etwas schäbig vor, mich mit den fremden Federn einer Technologie zu schmücken. Aber schon der Begriff Nanotechnologie ist irreführend und stammt von einem Visionär namens Eric Drexler, dessen Science-Fiction-Idee noch immer völlige Utopie ist, aber Nature hat eine eigene Zeitschrift "Nature Nanotechnology". In der wissenschaflichen Community weiß jeder, wie das zu interpretieren ist, aber manchmal wird das einfach zu weit getrieben.

  3. Re: Leider ein großes Problem aktueller Wissenschaft.

    Autor: deisi 15.08.20 - 18:21

    Ich hab ähnliche Erfahrungen gemacht wie mein Vorredner.

    Was die Sache so frustrierend macht, ist allerdings das Warum. Ich glaube ein großer Teil der Antwort liegt in der Art und Weise wie Forschungsgelder vergeben werden und wie wissenschaftliche Qualität gemessen wird. Die Projekt orientierte Vergabe von Drittmitteln mag ja von außen betrachtet Sinn ergeben, aber das schafft einen Erfolgsdruck, der der Wissenschaft nicht gut tut. Der zweite Teil ist die Zentralisierung auf Zitate und Journale. Diese Aufmerksamskeitökonomie mag ja für eine Zeitung Sinn ergeben, aber in der Wissenschaft?

    Ich hoffe, dass die Häufigkeit mit der solche Artikel erscheinen irgendwann mal zu einem Umdenken führen wird. Momentan sehe ich aber leider noch kein Licht am Horizont.

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