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Und wer ist hier jetzt der Gute? Niemand

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Und wer ist hier jetzt der Gute? Niemand

Autor: Didatus 18.08.20 - 12:48

Ob hier Apple in einer Monopolstellung ist und diese ausnutzt, wird gerade schon in unterschiedliche geprüft. Ich denke schon, dass dies der Fall ist. Sind die 30% im AppStore gerechtfertigt? Da kann auf jeden Fall drüber diskutiert werden. Apple hat natürlich auch Ausgaben für die gesamte Infrastruktur, den Freigabeprozess, das ganze Tooling für die Entwicklung, etc.
Forderungen nach Öffnung von iOS, das Erlauben von Sideloading, kann ich verstehen, bin ich persönlich allerdings ein Gegner von. Wenn ich ein offenes System möchte, dann nehme ich ein Android Gerät. Es gibt einige iPhone Nutzer, abseits von den möchtegern Statussymbol Trägern, die genau die Geschlossenheit des Systems als Kaufgrund sehen. Es gibt einen kontrollierten AppStore, wo Apps geprüft werden (mal besser, mal schlechter) aber keine Möglichkeit am AppStore vorbei Apps zu laden. Einigen gefällt das, anderen nicht. Apples initiale Zielgruppe waren aber eher die, die das geschlossene System bevorzugen. Einfach, weil sie dann das Gefühl haben, sich um nichts kümmern zu müssen. Nun hat sich die Nutzerschaft anders entwickelt und der Ruf nach einer Öffnung des Systems wird größer. Da sollte Apple auch nicht ewig auf die Anforderungen der Nutzer von vor zehn Jahren beharren und umdenken. Das ist aber denke ich ein anderes Thema, als das, was hier jetzt Grundlage ist. Auch wenn die Themen einige Gemeinsamkeiten haben.
Neben der Geschlossenheit kann auch argumentiert werden, dass für die InApp Käufe keine Prüfung, keine große Infrastruktur oder sonst ein Aufwand auf Seiten Apple notwendig ist. Schliesslich wird beim Kauf einer InGame Währung am Ende nur ein Zähler hoch gesetzt. Allerdings hatte auch hier Apple ursprünglich was anderes im Sinn. Bei der Vorstellung der InApp Käufe sprach Apple seinerzeits von bezahlten Updates. Diese erfordern natürlich auch eine Infrastruktur, Prüfung etc. Nun hat sich die gesamte Situation mal wieder in eine andere Richtung bewegt. Verkauft werden keine Updates, sondern InGame Währungen. Da sind die 30% Abgabe fraglich.
Allerdings sind diese ganzen digitalen Währungen doch eher Seuche als freudige Entwicklung. Die Spieleentwickler sagen in diesen InApp Käufen die ideale Möglichkeiten ihre Kunden zu noch besseren Melkkühen zu machen. Epic hat es dabei hervorragend hin bekommen gerade Kindern ihr Taschengeld zu entlocken, indem sie dort Skins kaufen können, mit denen sie online vor ihren Freunden posen können. Anders sieht es hier zum Beispiel wiederum für Spotify aus, deren Anliegen ich sehr gut nachvollziehen kann. Im Gegensatz zu Epic, würde ich Spotify sogar zustimmen. Aber ich beziehe mich in diesem Kommentar auf das Apple/Epic Gefecht.
Ich denke in diesem Gefecht gibt es keine moralisch gute Seite. Müsste ich hier allerdings Stellung beziehen, würde ich mich auf die Seite von Apple stellen. Nicht wegen dem "Hausrecht", was einige sagen, denn auch Apple sollte nicht tun und lassen können, was sie wollen. Sondern ganz einfach, weil Epic einen Vertrag mit Apple hat und gegen diesen eben verstösst. Epic hat beim Abschluss der Entwickler Lizenz vertraglich zugestimmt nicht gegen die AGBs zu verstoßen, sprich keine Verkäufe zu anderen Preisen ausserhalb des AppStores zu machen. Nun haben sie genau das gemacht und Apple hat da das gute Recht, dann den gemeinsamen Vertrag aufzulösen, was sie jetzt auch vorhaben.
Jetzt kann argumentiert werden, dass Epic ja keine andere Wahl hatte als so vorzugehen. Doch, das hatten sie. Sie hätten selbst kartellrechtlich klagen können, ohne vorab gegen die AGBs zu verstoßen. Das ist ihr gutes Recht. Sich aber jetzt hinzustellen und Apple zum Sündenbock zu machen, nachdem ein Vertrag gebrochen wurde ist heuchlerisch und scheinheilig.
Apple hat hier eine Monopolstellung für ihre Platform, welche einen bedeutenden Anteil am gesamten App Ökosystem hat, und Apple hat zusammen mit Google quasi ein Kartell auf den gesamten Mobile App Markt und denen kann hier sicherlich preisliche Absprache bei den Gebühren vorgeworfen werden.
Dagegen kann gerade von einem Unternehmen, welches 2Mrd. EUR Umsatz mit InGame Käufen macht, rechtlich vorgegangen werden, ohne bestehende Verträge zu brechen. Das Epics Entwickler Account nun gekündigt wird ist logisch wie rechtlich ein nachvollziehbar Schritt und meiner Meinung nach auch berechtigter Schritt. Hätte Epic den rechtlichen Weg, anstatt den rebellischen Weg mit Vertragsbruch gewählt, hätten sie ihre Ziele auch erreichen können, ohne ihre Nutzer in Mitleidenschaft zu ziehen und aufzustacheln.


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Und wer ist hier jetzt der Gute? Niemand

Didatus | 18.08.20 - 12:48
 

Re: Und wer ist hier jetzt der Gute...

Niriel | 20.08.20 - 10:18

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