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Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

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  1. Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: ikhaya 20.08.20 - 09:35

    Ist das alles für Diagnose wenn ein Fehler auftritt? Ich glaube eher nicht

  2. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: bofhl 20.08.20 - 09:58

    Was genau verstehst du bitte unter "viele Daten"?
    Sieh dir bitte mal an, was so an Daten alleine um die gesetzl. Pflichten zur Abgaskontrolle einzuhalten anfallen - alleine in einem Abgasstrang müssen mindestens Abgastemperatur, O2-Sensor vor und nach dem Kat. eingebaut sein (Benziner - beim Diesel kommen nach mehr hinzu!) Jetzt noch die ganzen Sensoren VOR dem Motor und du bist locker auf gut 6 Sensoren. Und dann noch die techn. notwendigen Sensoren - Klopfsensor, Drehzahl, Öldruck+Temperatur, Wassertemperatur - alles nur im Motorraum als Mindestanforderung! Und alle müssen ununterbrochen ausgewertet werden!
    Jetzt noch die ganzen ABS, Bremsdruck, Crash-Sensoren, Abstands-Sensoren aller Art, Beleuchtungs- und Blinker-Kontroll-Sensoren, die für die Airbags notwendigen Sensoren und du darfst bei einem Kleinwagen mit gut 30 bis 50 Sensoren rechnen, die alle fröhlich Daten verschicken müssen.

  3. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: nightmar17 20.08.20 - 09:58

    ikhaya schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist das alles für Diagnose wenn ein Fehler auftritt? Ich glaube eher nicht

    Vieles ist auch für interne Auswertungen.
    Bei Inspektionen könnten solche Daten ausgelesen werden und in die Entwicklung mit einfließen.
    Gerade bei Assistenzfunktionen stelle ich mir sowas wichtig vor.
    Durch die Masse an Daten lässt sich ja auch einfacher feststellen, ob solche Funktionen Fehler ausweisen, die vorher in den Testautos nicht vorgekommen sind, weil diese Fahrzeuge anders bewegt wurden.
    Kritisch würde ich das erst bei Weitergabe an Dritte sehen (Versicherungen etc.).
    Versicherungen könnten einem die Prämie erhöhen, weil man vielleicht stärker bremst, als der Durschnitt.
    Der Versicherung würde ich nur Zugriff auf diese Daten gewähren, wenn ich auch einen Geldvorteil hätte.
    Beispiel: Versicherung kostet Vollkasko 1000¤ im Jahr.
    Wenn ich denen die Daten zur Verfügung stelle, bekomme ich einen Rabatt von 30-40%.
    Und ansonsten keine weiteren Nachteile für mich.

  4. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: 486dx4-160 20.08.20 - 10:19

    nightmar17 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ikhaya schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ist das alles für Diagnose wenn ein Fehler auftritt? Ich glaube eher
    > nicht
    >
    > Vieles ist auch für interne Auswertungen.
    > Bei Inspektionen könnten solche Daten ausgelesen werden und in die
    > Entwicklung mit einfließen.
    > Gerade bei Assistenzfunktionen stelle ich mir sowas wichtig vor.
    > Durch die Masse an Daten lässt sich ja auch einfacher feststellen, ob
    > solche Funktionen Fehler ausweisen, die vorher in den Testautos nicht
    > vorgekommen sind, weil diese Fahrzeuge anders bewegt wurden.

    Die Daten gehen dann maximal die Werkstatt etwas an. Ich bin weder Testfahrer noch interessiert mich, wie der Autohersteller seine zukünftigen Produkte verbessert.

    > Kritisch würde ich das erst bei Weitergabe an Dritte sehen (Versicherungen
    > etc.).
    > Versicherungen könnten einem die Prämie erhöhen, weil man vielleicht
    > stärker bremst, als der Durschnitt.
    > Der Versicherung würde ich nur Zugriff auf diese Daten gewähren, wenn ich
    > auch einen Geldvorteil hätte.
    > Beispiel: Versicherung kostet Vollkasko 1000¤ im Jahr.
    > Wenn ich denen die Daten zur Verfügung stelle, bekomme ich einen Rabatt von
    > 30-40%.
    > Und ansonsten keine weiteren Nachteile für mich.

    Wenn du 30-40% Rabatt bekommst, muss den Einnahmeausfall bei der Versicherung irgendwer übernehmen: Das sind dann die, die ihre Daten nicht weitergeben und auswerten lassen wollen. So richtig freiwillig ist die Datenweitergabe dann nicht mehr.

    Versicherungen sind ein Solidarsystem. Individuelle Tarife führen zu massenhafter Diskriminierung: Dass Menschen mit Behinderung mehr zahlen, Frauen wegen höherer Lebenserwartung mehr Rentenbeiträge zahlen müssen, irgendwann die freiwillige Genanalyse für Erbkrankheiten kommt, und du nicht mehr spontan Fußballspielen kannst ohne zuvor der Krankenversicherung 2 EUR und der Unfallversicherung 50 Cent zu überweisen (geht bestimmt automatisch per Android-Datensammlung und Google Pay).

  5. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: ConstantinPrime 20.08.20 - 10:32

    bofhl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was genau verstehst du bitte unter "viele Daten"?
    > Sieh dir bitte mal an, was so an Daten alleine um die gesetzl. Pflichten
    > zur Abgaskontrolle einzuhalten anfallen - alleine in einem Abgasstrang
    > müssen mindestens Abgastemperatur, O2-Sensor vor und nach dem Kat.
    > eingebaut sein (Benziner - beim Diesel kommen nach mehr hinzu!) Jetzt noch
    > die ganzen Sensoren VOR dem Motor und du bist locker auf gut 6 Sensoren.
    > Und dann noch die techn. notwendigen Sensoren - Klopfsensor, Drehzahl,
    > Öldruck+Temperatur, Wassertemperatur - alles nur im Motorraum als
    > Mindestanforderung! Und alle müssen ununterbrochen ausgewertet werden!
    > Jetzt noch die ganzen ABS, Bremsdruck, Crash-Sensoren, Abstands-Sensoren
    > aller Art, Beleuchtungs- und Blinker-Kontroll-Sensoren, die für die Airbags
    > notwendigen Sensoren und du darfst bei einem Kleinwagen mit gut 30 bis 50
    > Sensoren rechnen, die alle fröhlich Daten verschicken müssen.

    Da fällt mir direkt ein wie sehr ich meinen Jetta II Bj. 90 liebe, und auch warum :D

  6. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: BlindSeer 20.08.20 - 10:38

    Und man spart Geld, zahlt aber mit Bewegungsprofilen, persönlichen Daten, ständigem Überwachtwerden...

    Das kommt noch dazu, denn du hast 100% recht.

  7. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: redmord 20.08.20 - 10:40

    Dann schau dir mal dein Kombiinstrument und Bordcomputer an was da alles an Daten ablesbar sind. Teils sind es Sensordaten wie die Innenraumtemperatur und teils sind es Zähler wie der Kilometerstand. Allein der Motor kann über 100 Sensoren anbieten. Aber auch Fehlercodes der einzelnen Steuergeräte sind während der Fahrt abrufbar.

    Von Anbietern wie MAUD würde ich streng abraten. Fragt euch wie transparent das alles ist und der Knackpunkt ist auch die VIN. Ich würde gerne selber entscheiden, ob ich z.b. bei Verkauf dem Händler eine Fahrzeugakte über Fahrten und Fahrverhalten, Standorte usw. in die Hand drücke.
    Auch würde ich gerne selber darüber Entscheiden wie tief meine Versicherung bei mir reinschauen kann. Unter umständen ist das sehr schnell nicht mehr so anonym wie verlautbart.

  8. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: redmord 20.08.20 - 10:45

    486dx4-160 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nightmar17 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > ikhaya schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Ist das alles für Diagnose wenn ein Fehler auftritt? Ich glaube eher
    > > nicht
    > >
    > > Vieles ist auch für interne Auswertungen.
    > > Bei Inspektionen könnten solche Daten ausgelesen werden und in die
    > > Entwicklung mit einfließen.
    > > Gerade bei Assistenzfunktionen stelle ich mir sowas wichtig vor.
    > > Durch die Masse an Daten lässt sich ja auch einfacher feststellen, ob
    > > solche Funktionen Fehler ausweisen, die vorher in den Testautos nicht
    > > vorgekommen sind, weil diese Fahrzeuge anders bewegt wurden.
    >
    > Die Daten gehen dann maximal die Werkstatt etwas an. Ich bin weder
    > Testfahrer noch interessiert mich, wie der Autohersteller seine zukünftigen
    > Produkte verbessert.
    >
    > > Kritisch würde ich das erst bei Weitergabe an Dritte sehen
    > (Versicherungen
    > > etc.).
    > > Versicherungen könnten einem die Prämie erhöhen, weil man vielleicht
    > > stärker bremst, als der Durschnitt.
    > > Der Versicherung würde ich nur Zugriff auf diese Daten gewähren, wenn
    > ich
    > > auch einen Geldvorteil hätte.
    > > Beispiel: Versicherung kostet Vollkasko 1000¤ im Jahr.
    > > Wenn ich denen die Daten zur Verfügung stelle, bekomme ich einen Rabatt
    > von
    > > 30-40%.
    > > Und ansonsten keine weiteren Nachteile für mich.
    >
    > Wenn du 30-40% Rabatt bekommst, muss den Einnahmeausfall bei der
    > Versicherung irgendwer übernehmen: Das sind dann die, die ihre Daten nicht
    > weitergeben und auswerten lassen wollen. So richtig freiwillig ist die
    > Datenweitergabe dann nicht mehr.
    >
    > Versicherungen sind ein Solidarsystem. Individuelle Tarife führen zu
    > massenhafter Diskriminierung: Dass Menschen mit Behinderung mehr zahlen,
    > Frauen wegen höherer Lebenserwartung mehr Rentenbeiträge zahlen müssen,
    > irgendwann die freiwillige Genanalyse für Erbkrankheiten kommt, und du
    > nicht mehr spontan Fußballspielen kannst ohne zuvor der Krankenversicherung
    > 2 EUR und der Unfallversicherung 50 Cent zu überweisen (geht bestimmt
    > automatisch per Android-Datensammlung und Google Pay).

    Bei der verhaltensbasierten Versicherung geht es primär um Kostenreduktion. Die Versicherung weiß anhand bestimmter Daten, dass jenes Verhalten mehr Schäden verursacht als ein anderes. Demnach wird das günstigere Verhalten belohnt. Auch ist damit z.B. Versicherungsbetrug besser nachvollziehbar und Schadensprozesse können automatisiert beschleunigt werden.

  9. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: Tuxraxer007 20.08.20 - 10:56

    bofhl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...... und du darfst bei einem Kleinwagen mit gut 30 bis 50
    > Sensoren rechnen, die alle fröhlich Daten verschicken müssen.
    moderne neue Auto haben bis zu 300 Sensoren verbaut - kürzlich noch einen TV-Bericht
    über das Thema gesehe, da sprach einer vom TÜV dazu, die sich mit dem Thema Datensicherheit im Auto auseinander setzen.

    Neue Auto, wie z.b. der VW ID.3 haben ein Gigabit-Netzwerk um die Hauptsteuergeräte zu verbinden, der gute CAN-Bus schafft das nicht mehr.

  10. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: goto10 20.08.20 - 10:57

    nightmar17 schrieb:
    > Der Versicherung würde ich nur Zugriff auf diese Daten gewähren, wenn ich
    > auch einen Geldvorteil hätte.
    > Beispiel: Versicherung kostet Vollkasko 1000¤ im Jahr.
    > Wenn ich denen die Daten zur Verfügung stelle, bekomme ich einen Rabatt von
    > 30-40%.
    > Und ansonsten keine weiteren Nachteile für mich.

    Das mit den "ansonsten keine weiteren Nachteile" kannst du knicken. ;-) Es sieht wie ein Rabatt aus, aber die Versicherungen müssen/wollen am Ende Geld verdienen. Sprich, der Sockelbetrag von dem der Rabatt abgezogen wird, wird einfach schrittweise erhöht. Oder anders gesagt, du hilfst die Menschen zu bestrafen, die ihre Daten nicht einfach teilen wollen.

  11. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: DWolf 20.08.20 - 11:18

    Oh ich verstehe dich. Ich meine beiden Bj. 91 VWs auch. :D

    Ich muss keine alten Autos fahren, ich will.

  12. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: BlindSeer 20.08.20 - 11:28

    Und am Ende verhalten wir uns alle Konzernkonform... Abgesehen davon, dass die Parameter jederzeit gewinnorientiert anpassbar sind und Versicherungen damit unvergleichbar werden...

  13. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: iZORK 20.08.20 - 11:34

    Ist wie mit Payback-Karten beim Discounter ... wer mitmacht, macht die Produkte für sich marginal günstiger und das bezahlen die die nicht mitmachen letztendlich mehrfach oben drauf, damit sich das Payback-Geraffel für die Firma überhaupt lohnen kann ... und würden alle mitmachen gäbe es nichts mehr damit raus zuholen ...

    Waren Schneeballsysteme und ähnliche Abzocken nicht bei Strafe untersagt worden?

  14. Re: Warum generiert das Auto überhaupt so viele Daten?

    Autor: redmord 20.08.20 - 16:36

    BlindSeer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und am Ende verhalten wir uns alle Konzernkonform... Abgesehen davon, dass
    > die Parameter jederzeit gewinnorientiert anpassbar sind und Versicherungen
    > damit unvergleichbar werden...

    Ja, so in etwa. Ich bin auch kein Fan von diesem Konzept. Aber, dass hier die normalen Kunden für die Kosten aufkämen, stimmt so nicht ganz.

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