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Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

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  1. Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: stoney0815 10.12.20 - 22:30

    Ich habe eine vermietete Eigentumswohung in einem großen Haus mit 30 Parteien. Altersdurchschnitt der Mieter/Eigentümer 60+ Jahre - nein, es ist KEIN Alten-und Pflegeheim, auch wenn die Eigentümerversammlung das vermuten lässt.

    Vor 3 Jahren wurde zuletzt der Kabelvertrag mit UnityMedia verlängert. Laufzeit soweit ich weiss 10 Jahre. Hab zwar damals schon dagegen gestimmt, da mir klar war, dass diese neue Regelung irgendwann mal kommen werden wird, aber ich wurde halt überstimmt von der Eigentümergemeinschaft.

    Wenn jetzt die neue Regelung 2021 in Kraft treten würde, wäre ich bzw das Haus ja immernoch 6 Jahre an, nun Vodafone, gebunden. D.h. ich darf dann 6 Jahre lang die Kosten für einen Kabelanschluss tragen, auch wenn ihn der Mieter garnicht nutzt. Wie soll ich das überhaupt kontrollieren?

    Ich weiss, ich bin ja nur ein geldgieriger, korrupter Vermieter, der seinen Mieter bis aufs Blut auspresst, ihn in einem rattenloch hausen lässt und in der Reihenfolge der niederen Kreaturen gleich nach einem Politiker und einem Banker kommt ... zumindest legen das die Kommentare vieler Forenutzer oft nahe.

    Aber ich frage mich dann ehrlich gesagt doch, wie und ob der Gesetztgeber hier evtl ein Sonderkündigungsrecht einführt, damit nicht nur Mieter sondern auch Vermieter die möglichkeit erhalten aus ihren langjährigen Verträgen auszusteigen. Und wie der Gesetzgeber es denkt zu regeln, wenn über die Kündigung oder Verlängerung in der Eigentümerversammlung entschieden werden soll. Denn wenn die weiterhin entscheiden dürfte, würde sich in meinem Fall vermutlich erst in 20 Jahren was ändern, wenn die meisten tot sind. Die alten Leute haben ja nichts dagegen, Kabel für 9,87¤ im Monat zu bekommen. Wenn die alternative aber eine Eigenversorgung für dann grob 25¤ im Monat wäre, sind sicher viele nicht ammused.

  2. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: Karbid 10.12.20 - 22:44

    Nein, erstmal muss das Gesetz dem Kabinett vorgelegt werden. Und dann wird darüber abgestimmt.

    Und nach Inkrafttreten werden die Laufzeiten der bestehenden Verträge automatisch auf 2 Jahre gekürzt.
    Danach kannst du den Kabelanschluss kündigen. Und wenn die Bewohner das Kabel wollen, müssen sie separat dafür bezahlen. Das Problem wird Vodafone lösen müssen. Oder stell eine SAT-Schüssel aufs Dach, SAT hat bessere Qualität als Kabel-TV.

  3. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: Oekotex 11.12.20 - 09:23

    stoney0815 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn jetzt die neue Regelung 2021 in Kraft treten würde, wäre ich bzw das
    > Haus ja immernoch 6 Jahre an, nun Vodafone, gebunden. D.h. ich darf dann 6
    > Jahre lang die Kosten für einen Kabelanschluss tragen, auch wenn ihn der
    > Mieter garnicht nutzt. Wie soll ich das überhaupt kontrollieren?

    Ach, aber wenn du den Kabelanschluss auf das Mietende (m/w/d) umlegst, welches diesen aber gar nicht nutzt, dann ist das ok? Oder bist du mit dem Mietenden (m/w/d) so verblieben die Kosten zu streichen, wenn es diesen Anschluss nicht nutzt?

  4. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: chefin 11.12.20 - 09:59

    Oekotex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > stoney0815 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn jetzt die neue Regelung 2021 in Kraft treten würde, wäre ich bzw
    > das
    > > Haus ja immernoch 6 Jahre an, nun Vodafone, gebunden. D.h. ich darf dann
    > 6
    > > Jahre lang die Kosten für einen Kabelanschluss tragen, auch wenn ihn der
    > > Mieter garnicht nutzt. Wie soll ich das überhaupt kontrollieren?
    >
    > Ach, aber wenn du den Kabelanschluss auf das Mietende (m/w/d) umlegst,
    > welches diesen aber gar nicht nutzt, dann ist das ok? Oder bist du mit dem
    > Mietenden (m/w/d) so verblieben die Kosten zu streichen, wenn es diesen
    > Anschluss nicht nutzt?

    Was sind Mietende? Meinst du Mieter?

    Um deine Frage zu beantworten: Nebenkosten sind keine Miete, sondern werden aufgrund von angefallenen Kosten durchgereicht. Entfallen diese Kosten, wird auch nichts berechnet. Wenn man zb für Öl bezahlt, dann wird auf Gasheizung modernisiert, bezahlt man in Zukunft halt für Gas und der urspüngliche Öl-Kostenpunkt entfällt.

    Wieso es Menschen gibt, die meinen das Nebenkosten irgendwie so eine zweite Miete wären, die man einfach so verlangen kann verstehe ich nicht. Nebenkosten sind Kostenpositionen die der Besitzer wiederum bezahlen muss. Das man nun Grundsteuer und Versicherung in die Nebenkosten einpflegt, statt sie über die Miete pauschaliert abzurechnen liegt dran, das diese Kosten variabel sind. Wenn die MWSt erhöht wird, erhöhen auch die Geschäfte ihre Preise, um das einzuziehen. Die Geschäfte haben von der MWSt nichts, genauso haben eben Vermieter nichts von den Kosten des Hauses.

    Über die Nebenkosten hat es halt den Vorteil, das man genau prüfen kann, ob der Vermieter auch ct genau abrechnet oder nicht.

  5. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: Oekotex 11.12.20 - 10:39

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was sind Mietende? Meinst du Mieter?
    Auch, ich meine aber ausdrücklich auch Mieterinnen und Menschen, die sich keine binären Geschlecht zuordnen.

    > Um deine Frage zu beantworten: Nebenkosten sind keine Miete, sondern werden
    > aufgrund von angefallenen Kosten durchgereicht. Entfallen diese Kosten,
    > wird auch nichts berechnet. Wenn man zb für Öl bezahlt, dann wird auf
    > Gasheizung modernisiert, bezahlt man in Zukunft halt für Gas und der
    > urspüngliche Öl-Kostenpunkt entfällt.
    Genau. Und wenn jemand den Kabelanschluss nicht nutzt, weil er seine Unterhaltung von Netflix und Co bezieht und seinen Internetanschluss z. B. bei der Telekom hat, dann hast du ihm die Umlage der Kabelgebühren von den Nebenkosten gestrichen?

    Ich tipp auf: Nein.
    Du hättest dann also Kosten umgelegt, die der Mieter nicht verursacht hat, sondern du und deine Eigentümergemeinschaft.

    > Wieso es Menschen gibt, die meinen das Nebenkosten irgendwie so eine zweite
    > Miete wären, die man einfach so verlangen kann verstehe ich nicht.
    Hab ich nicht, aber das ist dann eher was für die Kategorie "Leseverständnis".

    > Nebenkosten sind Kostenpositionen die der Besitzer wiederum bezahlen muss.
    Richtig. Und im Falle der Kabelgebühren hat der Besitzer sich entschieden einen Vertrag einzugehen, der nicht zwingend ist (und das macht aus meiner Sicht den Unterschied zur Müllentsorgung, Wasser, Straßenreinigung ...).

    Warum also den Mieter etwas bezahlen lassen, was er nicht nutzt?
    Das man das aktuell dann technisch nicht in einzelnen Wohnungen unterbinden kann darf nicht Problem des Mieters sein.

  6. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: stoney0815 11.12.20 - 12:58

    Oekotex schrieb:

    > Ach, aber wenn du den Kabelanschluss auf das Mietende (m/w/d) umlegst,
    > welches diesen aber gar nicht nutzt, dann ist das ok? Oder bist du mit dem
    > Mietenden (m/w/d) so verblieben die Kosten zu streichen, wenn es diesen
    > Anschluss nicht nutzt?

    Das es okay hast, sage ich ja nicht. Die Nebenkostenpositionen wurden im Mietvertrag ja genannt und bei der Besichtigung auch vorgelegt. Fair ist es natürlich trotzdem nicht.

    Aber wenn es so kommt wie ich denke, also ohne Sonderkündigungsrecht - oder genauso schlimm mit Sonderkündigungsrecht, aber einer Nachzahlung für entgangene Einnahmen für Vodafone und einer nachträglichen Rechnung für die Erneuerung der Installation, die damals - vermute ich mal - KabelBW/Unitymedia bezahlt hat, sind das doch erhebliche Kosten.

    Nicht jeder Vermieter sitzt den ganzen Tag zuhause in der Villa auf dem Hügel und zählt sein Geld. Es gibt auch viele die auf die Einnahmen angewiesen sind und da sind zusätzliche Kosten (auch wenns nur 150¤ im Jahr sind) spürbar.

  7. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: Karbid 11.12.20 - 13:45

    stoney0815 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das es okay hast, sage ich ja nicht. Die Nebenkostenpositionen wurden im
    > Mietvertrag ja genannt und bei der Besichtigung auch vorgelegt. Fair ist es
    > natürlich trotzdem nicht.
    Und weil es nicht fair ist, ist sie jetzt aus der Nebenkostenabrechnung entfernt worden.
    Damit gibt es nun ein bisschen mehr Fairness auf der Welt.

    > Aber wenn es so kommt wie ich denke, also ohne Sonderkündigungsrecht - oder
    > genauso schlimm mit Sonderkündigungsrecht, aber einer Nachzahlung für
    > entgangene Einnahmen für Vodafone und einer nachträglichen Rechnung für die
    > Erneuerung der Installation, die damals - vermute ich mal -
    > KabelBW/Unitymedia bezahlt hat, sind das doch erhebliche Kosten.
    Nein, so ist es nicht.

  8. Re: Bekommen Eigentümer/Immobilienverwalter dann auch ein Sonderkündigungsrecht?

    Autor: Oekotex 14.12.20 - 11:31

    Das Grundproblem bleibt aber:
    Der Vermietende (m/w/d) (oder die Eigentümergemeinschaft) geht einen Vertrag ein,
    der vom Mietenden (m/w/d) bezahlt werden soll.

    Und es ist ja nun einmal leider so, dass man als Wohnungssuchender (m/w/d) die eine oder andere Kröte schlucken muss. Gut, wenn die Kröten weniger werden. Das hat nichts damit zutun, ob Vermietende (m/w/d) "in der Villa sitzen und Geld zählen", sondern einfach um die Frage, ob man es gut finden kann, dass vermeidbare Kosten weitergewältzt werden.

    Wie ich oben schon schrieb: Ich unterscheide sehr wohl zwischen notwendigen Kosten (also z. B. den Kosten für (Ab)Wasser, Grundstücksabgaben, Abfallgebühren etc.) und bewusst erzeugten, aber nicht notwendigen Kosten (und dazu zähle ich eben auch die Kabelgebühren). Sonst könnte man ja auch in jeden Mietvertrag reinschreiben, dass Mietende einen Mobilfunkvertrag bei <hier bitte Anbieter eintragen> zahlen müssen.

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