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Meiner Meinung nach wird es Debian nicht mehr lange geben

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  1. Meiner Meinung nach wird es Debian nicht mehr lange geben

    Autor: Adnae 20.10.06 - 12:32

    Debian entwickelt sich langsam aber sicher zu einem "Framework für Linuxsysteme" und nicht mehr wirklich zu einem Betriebssystem. Und meiner Meinung nach wird Debian genau da enden, sowas in der Richtung wie UnitedLinux, damals. Debian wird sich in 5-10 Jahren (meiner Meinung nach) nur noch auf die Entwicklung des Produkts "dpkg" konzentieren. Ubuntu und alle weiteren Alternativen werden langsam aber sicher Debian das Wasser abgraben.

    Die Probleme die Debian hat (konzentiere mich hier nur mal auf dem Server-Bereich, wobei vieles auch für den Desktop-Bereich gilt) sind wie folgt (wenn man jetzt von einer reinen Debian-Stable Installation ausgeht):

    - Debian ist zu alt: Gerade im Hostingbereich ein grosses Problem, da Kunden z.B. PHP5 voraussetzen. Hier muss man dann entweder auf Fremdpakete wie dotdeb umstellen oder aber den StableTree verlassen. Beides ist eigentlich gegen die Debian-Prinzipien.

    - Debian hat ein schlechten Update-Service: Bei Debian gibt es zwar lange Updatezyklen für Ihre Distriversionen, allerdings werden viele Patches erst sehr spät eingespielt (Hier möchte ich nur an den Urlaub des einzigen aktiv arbeitenden Sicherheitsmenschen bei Debian hinweisen. So etwas ist tötlich im professionellen Umfeld), oder aber auch garnicht (Wie z.B. das php4-pear Paket, wobei der PHP Maintainer bei Debian abgesetzt gehört IMHO).

    - Das allgemeine auftreten des Projekts: Viele Mitglieder des Debian-Teams setzen andere Projekte unter Druck, das diese doch bitte Debian-Konform arbeiten sollen. Ich meine "Hallo?", wenn die Entwickler der Projekte das nicht wollen, dann hat das Debian das zu akzeptieren. Freiheit (also das was Debian ja progagiert) lässt sich halt nicht mit Debianrichtlinien erzwingen. In der Richtung habe ich teilweise den Eindruck das Debian die gleichen Wege beschreiten will wie in Deutschland die GEZ ;)) "Freiheit ist das, was wir als dessen definieren" ;)

    - Keine non-free Software: Im Serverbereich kann man nicht immer auf "freie Software" zurückgreifen sondern muss auch teilweise auf "Nicht-Debian-konforme-freie-Software" zurückgreifen. Hier heisst es dann selbst kompilieren.

    ------------------------------------------

    ich finde aber auch die Argumente immer sehr befremdlich, welche von einigen Debian-Fans kommen, wie:

    - Debian ist zwar alt, aber stabil
    - Debian ist zwar alt, aber sicher
    - ...

    Ich meine, wenn man Debian professionell einsetzt und vor allem auch kundenorientiert, dann muss man Debian halt mit Fremdpakete füttern (und darunter defininiere ich auch debianeigene "unstable"-Pakete). Und genau das führt die einem Absurdum der Argumente. Daher nutzt man Debian doch eigentlich nur weil die Tools unter Debian so gut und einfach zu nutzen sind. wo wir also wieder bei meiner These oben wären.

    Leicht OT:
    Das ist übrigends auch das gleiche Argument was man bei qMail ständig zu hören bekommt, "Qmail ist dafür sicher". Das stimmt ja auch soweit, nur ob qMail auch noch sicher ist, nachdem 100.000 Patches eingespielt wurden, welche ja nötig sind um diesen vernünftig zu nutzen zu können, ist weiterhin fraglich ;))

  2. Re: Meiner Meinung nach wird es Debian nicht mehr lange geben

    Autor: Mind 21.10.06 - 11:12


    > - Debian ist zu alt: Gerade im Hostingbereich ein
    > grosses Problem, da Kunden z.B. PHP5 voraussetzen.
    > Hier muss man dann entweder auf Fremdpakete wie
    > dotdeb umstellen oder aber den StableTree
    > verlassen. Beides ist eigentlich gegen die
    > Debian-Prinzipien.

    Im Hostingbereich nehmen die 100%ig keine/kaum Fremdpakete sondern bauen sich die Pakete selber, sollten sie die denn brauchen. Das selberbauen von Debianpaketen ist für anständige Admins ein Kinderspiel und ein Hoster sollte anständige Admins haben. Das ist also nur für FreizeitAdmins die ihren Homeserver verwalten ein Problem. Leute die Produktivnetze verwalten finden es zusätzlich meist gut das Debian nicht alle sechs Monate rauskommt.

    > - Debian hat ein schlechten Update-Service: Bei
    > Debian gibt es zwar lange Updatezyklen für Ihre
    > Distriversionen, allerdings werden viele Patches
    > erst sehr spät eingespielt (Hier möchte ich nur an
    > den Urlaub des einzigen aktiv arbeitenden
    > Sicherheitsmenschen bei Debian hinweisen. So etwas
    > ist tötlich im professionellen Umfeld), oder aber
    > auch garnicht (Wie z.B. das php4-pear Paket, wobei
    > der PHP Maintainer bei Debian abgesetzt gehört
    > IMHO).

    Fehler werden überall gemacht. Ich setzte Debian seid Potato ein und bei mir wurde noch keine Maschine übernommen weil Debian keine Sicherheitsupdates gemacht hat. Profis wissen zusätzlich das jedes Betriebssystem irgendwann übernommen wird und haben deshalb Maßnamen zur Einbruchserkennung(IDS) am Start.

    > - Das allgemeine auftreten des Projekts: Viele
    > Mitglieder des Debian-Teams setzen andere Projekte
    > unter Druck, das diese doch bitte Debian-Konform
    > arbeiten sollen. Ich meine "Hallo?", wenn die
    > Entwickler der Projekte das nicht wollen, dann hat
    > das Debian das zu akzeptieren. Freiheit (also das
    > was Debian ja progagiert) lässt sich halt nicht
    > mit Debianrichtlinien erzwingen. In der Richtung
    > habe ich teilweise den Eindruck das Debian die
    > gleichen Wege beschreiten will wie in Deutschland
    > die GEZ ;)) "Freiheit ist das, was wir als dessen
    > definieren" ;)

    So ein SCHWACHSINN. Du hast die Freiheit Debian nicht zu nutzen wenn dir Debian nicht gefällt. Debian hat einen Gesellschaftsvertrag in dem unter anderem festgeschrieben ist, dass das Ziel ist, eine absolut FREIE Distribution zu entwickeln. Pakete die nicht der Debian-Definition von Freiheit entsprechen, kommen halt nicht in Debian rein. Das hat doch nichts damit zu tun das Debian andere Projekte unter Druck setzt. Debian sagt nur: Projekt, du kommst nicht in Debian rein, solange du nicht frei bist. Wie das Projekt dann damit umgeht ist die Sache des Projektes. Viele Projekte wollen aber in Debian und deren hunderte Derivate und passen deshalb ihre Richtlinien an. Das prominenteste Beispiel ist QT, das nur dank Debian unter der GPL steht, da Debian sich weigerte KDE in ihre Distribution aufzunehmen.

    > - Keine non-free Software: Im Serverbereich kann
    > man nicht immer auf "freie Software" zurückgreifen
    > sondern muss auch teilweise auf
    > "Nicht-Debian-konforme-freie-Software"
    > zurückgreifen. Hier heisst es dann selbst
    > kompilieren.

    Oder du nimmst einfach eine Distribution die deinen Bedürfnissen besser entspricht. Debian hat das Ziel eine freie Distribution zu sein und fertig ists. Ohne dieses Ziel, würde Debian sich nicht so gut dazu eignen darauf andere Distributionen aufzubauen. Scheinbar machen sie also was richtig. Das Debian nicht in der Lage ist alle Bedürfnisse gleich zu befriedigen ist kein Fehler von Debian, sondern deine überzogene Anspruchshaltung.

    > Ich meine, wenn man Debian professionell einsetzt
    > und vor allem auch kundenorientiert, dann muss man
    > Debian halt mit Fremdpakete füttern (und darunter
    > defininiere ich auch debianeigene
    > "unstable"-Pakete).

    Andere Distributionen musst du viel öfters mit Fremdpaketen füttern, da andere Distributionen im Verhältnis zu Debian nur eine Hand voll Pakete mitliefern. Zusätzlich sind die Debiantools um eine neue Upstream-Version in das Paketmanagement zu integrieren einfach genial. Bei Minor-Updates von Programmen kann man diese meist mit drei Befehlen und ohne Nacharbeitung in Debian integrieren. Ich weiß nicht wo dein Problem liegt?


    > Und genau das führt die einem
    > Absurdum der Argumente. Daher nutzt man Debian
    > doch eigentlich nur weil die Tools unter Debian so
    > gut und einfach zu nutzen sind. wo wir also wieder
    > bei meiner These oben wären.

    Genau, Debian macht halt viel richtig. Und bei deiner These vergisst du das z.B Ubuntu auf Debian aufbaut und NIEMALS in der Lage wäre alle 6Monate ne neue Distribution herauszubringen wenn die fleißigen Debianmaintainer nicht mehr existeren würden.

    Gruß,
    Mind

  3. Re: Meiner Meinung nach wird es Debian nicht mehr lange geben

    Autor: linux-macht-glücklich 21.10.06 - 19:26

    Mind schrieb:
    -------------------------------------------------------
    viel interessantes und gutes.

    ich gäbe dir mal ++ doppel grün wenn dies hier ginge.

    Ein zufriedener Debian SID User

    Als KDE Fan & User der ersten Stunde fand ich auch den Hinweis das ich es quasi Debian verdanke das KDE heute noch so gut dabei ist, interessant. War damals noch bei SuSE.

    Ohne Debian kein Xandros, kein Knoppix, kein Kubuntu, kein Kanotix kein Mepis usw.. das vergessen viele zu schnell.

    Und wer mit dem Debian Way ein Problem hat, der hat ca. 300 Alternativen zur Auswahl.

    MFG vom glücklichen Linuxer

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