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Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

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  1. Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: dummzeuch 17.03.21 - 17:56

    Das hört sich in der Theorie vielleicht gut an. Aber wenn man Änderungen vornimmt, ohne dass sie notwendig sind, und das dann zu Problemen in der Produktion führt, weil eben in einer Testumgebung doch nicht alle Fehler auftreten, dann bekommt man dafür ziemlich eine auf die Nuss.

    Abgesehen davon: In welchen Firmen hat denn die Softwareentwicklung die Muße, unnötige Änderungen vorzunehmen? Also ich habe noch nie in einer solchen gearbeitet.

  2. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: nille02 17.03.21 - 18:00

    Es ist nicht das Gegenteil. Und der Satz wird auch immer Falsch interpretiert. Es geht nicht darum nie was zu verändern sondern darum ein gerade arbeitendes System nicht zu ändern.

    Wenn ich einen Server laufen habe der gerade noch gebraucht wird, fange ich nicht an den einfach auszuknipsen weil ich mal was neues einspielen möchte.

  3. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: dummzeuch 17.03.21 - 18:37

    nille02 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist nicht das Gegenteil. Und der Satz wird auch immer Falsch
    > interpretiert. Es geht nicht darum nie was zu verändern sondern darum ein
    > gerade arbeitendes System nicht zu ändern.

    Das sehe ich anders. Und ich stehe laut einer kurzen Google-Suche auch nicht alleine mit dieser Ansicht.

  4. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: Steffo 17.03.21 - 21:55

    dummzeuch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das hört sich in der Theorie vielleicht gut an. Aber wenn man Änderungen
    > vornimmt, ohne dass sie notwendig sind, und das dann zu Problemen in der
    > Produktion führt, weil eben in einer Testumgebung doch nicht alle Fehler
    > auftreten, dann bekommt man dafür ziemlich eine auf die Nuss.

    Und irgendwann hat man ein unwartbares System. - Die Entwickler werden kündigen und die Kosten werden explodieren.

  5. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: mke2fs 17.03.21 - 22:42

    Das Problem ist das Gleiche wie mit Lügen: Es verlangt Zinsen und die müssen irgendwann bezahlt werden.
    Und wie jeder weiß ist es ohne Kredit in der Regel unterm Strich billiger als mit.

    Du schiebst das unvermeidbare nur heraus, du verhinderst es nicht und unterm Strich wird es teurer.
    Ich bin zwar nur Softwaretester (Testautomatisierung), aber ich sehe es am Code unseres Produktes und an dem unserer Testumgebung… you are gone pay :)
    Immer: Ach das machen wir mal schnell so, räumen wir später auf oder ja ist nicht gut gelöst, aber reicht und eine gute Lösung würde zu viel Zeit kosten.
    Du bezahlst… immer… unser Produkt ist inzwischen die Hölle geworden, alles ist miteinander verwoben auf teilweise unklare weise.
    Inzwischen arbeiten wir daran alles auseinanderzukloppen, aber das kostet Zeit und Geld und es wäre besser gewesen man hätte es:

    - gleich richtig gemacht
    - als man gesehen hat das die Architektur nicht mehr zu den immer größer werden Anforderungen passt die Architektur angepasst als alles irgendwo ran zu kleben

    An irgendeinem Punkt ist das ganze Ding einfach völlig unwartbar und voller Fehler die du dir nicht mehr erklären kannst weil du irgendwelche seltsamen, nicht unerwarteten Seiteneffekte bekommst.
    Und dann musst du es im Prinzip wegwerfen und neu schreiben.
    Klar, man kann auch darauf hoffen das das Produkt schnell genug tot ist, aber wie man weiß lebt nichts länger als ein Provisorium.

  6. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: freebyte 17.03.21 - 23:35

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Inzwischen arbeiten wir daran alles auseinanderzukloppen, aber das kostet
    > Zeit und Geld und es wäre besser gewesen man hätte es:
    >
    > - gleich richtig gemacht

    Es gibt kein "richtig" in der Softwareentwicklung. Was heute ein Paradigma für "Innovation und Zukunftssicherheit" ist, wird in 5 Jahren auf den Müllhaufen der Geschichte geschmissen.

    Was schon immer funktionierte, sind Sprachen die nur einen minimalen, portablen Befehlssatz anbieten mit der Option, daraus seine eigene "Übersprache" zu entwickeln - dann werden die Routinen sehr Branchenspezifisch und man muss ich als Externer erstmal einarbeiten. Aber im laufenden Betrieb ist das dann sehr komfortabel.

    Java 1.0.7 war in dieser Richtung schon ein Knaller - ich habe heute noch grosse Projekte, die ohne Änderung auf aktuellen Java-Versionen laufen.

    > An irgendeinem Punkt ist das ganze Ding einfach völlig unwartbar und voller
    > Fehler die du dir nicht mehr erklären kannst weil du irgendwelche
    > seltsamen, nicht unerwarteten Seiteneffekte bekommst.

    Hm... Ich komme aus einer Generation, wo man Sorgfältig gecoded hat. Unit-Tests gab es nicht, dafür aber eine ausführliche Doku was eine Routine an Eingabeparametern erwartet und was sie ausspuckt. Da kann man schnell ein entsprechendes Testprogramm schreiben.

    > Und dann musst du es im Prinzip wegwerfen und neu schreiben.

    Das kannst Du bei grösseren Projekten vergessen. Ich muss teilweise meine Anwender fragen, was denn an dieser Stelle eine Suche genau welches Ergebnis liefern soll weil Stringspace für einen erklärenden Hinweis damals sehr knapp war.

    > Klar, man kann auch darauf hoffen das das Produkt schnell genug tot ist,
    > aber wie man weiß lebt nichts länger als ein Provisorium.

    Eben, sehe ich täglich in meinem Garten :-)

    fb

  7. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: Dystopinator 17.03.21 - 23:39

    sehe ich auch so ... niemals nicht unnötig zwagserneuern, es sei denn handelt sich um ein fortlaufendes (aus)bildungsprojekt, das gibt dann die not dafür vor.

    wenn es einfach nur um größtmögliche sicherheit in der funktion geht, ist weithin erprobte software im einsatz überwiegend oft auch die bessere gegenüber der neusten (version).

  8. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: Dystopinator 17.03.21 - 23:43

    dann hast du das system schon schlecht vorher dokumentieren lassen, nulpen vorher beschäftigt.

  9. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: chefin 18.03.21 - 07:09

    dummzeuch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nille02 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es ist nicht das Gegenteil. Und der Satz wird auch immer Falsch
    > > interpretiert. Es geht nicht darum nie was zu verändern sondern darum
    > ein
    > > gerade arbeitendes System nicht zu ändern.
    >
    > Das sehe ich anders. Und ich stehe laut einer kurzen Google-Suche auch
    > nicht alleine mit dieser Ansicht.


    Stimmt, ich habe bei der Google Suche auch gefunden, das 1 Millon Fliegen Scheisse mögen. Aber das bringt uns nicht weiter. Die meisten Menschen interpretieren darin eine gewisse eigene Faulheit hinein, weil das so schön ist.

    Dazu wird running system so definiert, das es etwas ist das gerade noch läuft. zB eine Win95 Software auf einem P1 System. Aber eigentlich weis man, das man beim nächsten defekt alles wegwerfen kann. Wenn das eine Frankiermaschine für Briefe ist, lass es laufen. Wenn das deine Lohnbuchhaltung ist, die deine Schecks ausstellt...denk nochmal genau nach, ob das wirklich ein running system ist. Oder nicht eher ein im Koma liegender Patient der nur noch von der Herz-Lungenmaschine am Leben gehalten wird. Und ob ein solcher Patient noch eine running maschine ist.

  10. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: Steffo 18.03.21 - 16:08

    Dystopinator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dann hast du das system schon schlecht vorher dokumentieren lassen, nulpen
    > vorher beschäftigt.

    Schlechter Code, bleibt schlechter Code. Die Dokumentation ändert nichts daran.

  11. Re: Also genau das Gegenteil von "Never touch a running system."

    Autor: Typhoonx 20.03.21 - 08:00

    Das sehe ich so ähnlich das es kein "best practise" gibt.

    Aber gerade beim Strukturieren von Software wird einiges an Unsinn getrieben, ich sollte mal vor 2 Jahren ein Programm in VB.NET geschrieben auseinander nehmen und erweitern.

    Was mich da erwartet hat war der Supergau, die Codbase wurde seit 15 Jahren nicht mehr gepflegt, Dokumentation war neuer Quellcode ausgedruckt und in Ordnern abgelegt.

    Der Code selbst war ein Clusterfuck aus prozeduralem Durcheinander ohne erkennbare Struktur, da wurde nicht mal in Funktionen gekapselt. Die Quellcode Kommentare waren etwa Selects data from the database and outputs into a table, das Programm hatte über 70 Panels mit Outputs und diversen Eingaben .

    Dokumentation nahezu lächerlich, vom Chef(der hat das geschrieben 10 Jahre zuvor) wurde ich gefragt was for-Schleife xyz an Stelle 300 aus der Datenbank holt. Im Übrigen sei noch erwähnt das Programm war eine Frontend Applikation um auf AS400 zuzugreifen, ein System das ich bis dato noch nie gesehen hatte, in VB geschrieben auch eine Sprache die mE seit Jahren tot ist bzw. ich nie angefasst hatte. Gut VB is jetzt nicht sonderlich kompliziert, die Datenbank Queries auf die AS400 dagegen schon, da die Tabellennamen Bennenung eingegrenzt ist auf maximal 8 Zeichen glaube ich , zumindest so wenig das man raten muss um was es sich handelt .

    Ich bin der Meinung das man Systeme immer anfassen sollte bzw. einem Review unterziehen muss ansonsten wird das nämlich irgendwann nicht mehr wartbar, vor allem so seltsam wie vor 20-25 Jahren noch programmiert wurde.

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